Datensätze in der Wetterdatenbank

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Eintrag 4475
Schlagworte Gewitter, starke; Wiesenschäden; Wiesen, verschlammte; Grummet, Missernte
Ortsangaben Wipperode
Zeitangabe 1770
Originaltext „Hiervon [Grummet; J.E.] hat um des willen keine Probe gemacht werden können, weilen solches durch die starcken Gewitter verschlemmet und der größte Theil von dem Gewäßer hinweg geführet worden.“
   
Eintrag 4474
Schlagworte Regen, vieler; Wiesenwachs, guter; Heuernte, gute
Ortsangaben Wipperode
Zeitangabe 1770
Originaltext „überhaupt aber ist bey sämtl. Wiesen noch anzumercken, daß der dißjährige viele Regen, den hiesigen Wiesen sehr zuträglich gewesen.
   
Eintrag 4473
Schlagworte Gewitter, starkes; Sturm; Regen; Wiesenschäden; Grummet, Missernte; Wiesen, verschlammte
Ortsangaben Orferode
Zeitangabe 15.9.1770
Originaltext "Wegen der Grummet Ernde ist zu bemercken, daß die in der ersten und 2ten Sorten befindlichen Wiesen von dem am 15ten Sept. h. a. entstandenen starcken Gewitter, was gemähet geweßen zum Theil von den wilden Gewäßern hinweg gespület, das übrige aber so noch nicht gemähet gewesen aber gäntzlich eingeschlemmet und verderbet worden, von den Feld Wiesen und letztern Sorten aber die Grummet durch die starcken Winde gäntzlich durcheinander gewehet worden; dahero keine Probe von der Grummet könne gemacht werden."
   
Eintrag 4472
Schlagworte Teuerung; Getreidepreise
Ortsangaben Kassel
Zeitangabe 1740
Originaltext "Das Korn hat gekostet 5 Thaler, der Weitzen 7 Thlr, die Geste 4 Thlr, der Hafer 2 Thlr 16 Albus (das Kasseler Viertel), die Metze Linsen 11 Albus, die Metze Erbsen 12 Albus, Bohnen 10 2/3 Alb."
   
Eintrag 4471
Schlagworte Schneefall; Schneedecke, geschlossene; Schneedecke, 1 Schuh hohe
Ortsangaben Kassel
Zeitangabe 13.4.1741
Originaltext "1741. Am 13. April ist ein guter Schuh hoch Schnee auf freiem Felde gefallen, hat aber nur 3 Tage gelegen."
   
Eintrag 4470
Schlagworte Sturm; Baumschäden
Ortsangaben Kassel; Karlsaue
Zeitangabe 20.12.1740
Originaltext "Am 20. December hat ein heftiger Wind gewehet und in der Aue große Linden und Tannen glatt zur Erde gerissen."
   
Eintrag 4469
Schlagworte Obst, erfrorenes
Ortsangaben Kassel
Zeitangabe 1740
Originaltext "Ferner Jahr 1740 hier und weit und breit sind in diesem Jahr über die Maaßen viele Zwetschen gewachsen, aber nicht reif geworden, sondern erfroren, auch ist viel anderes Obst erfroren."
   
Eintrag 4468
Schlagworte Frost; Schneefall
Ortsangaben Kassel
Zeitangabe 6.10.1740 - 8.10.1740
Originaltext "Am 6. October hat es geforen und geschneiet, den 7. und 8. einen Schnee geworfen, wie in langen Jahren nicht geschehen."
   
Eintrag 4467
Schlagworte Wolkenbruch; Unwetter; Starkregen; Hochwasser; Überschwemmung; Schäden an Gärten
Ortsangaben Habichtswald; Baunsberg; Wehlheider Bach; Kassel
Zeitangabe 8.8.1740
Originaltext "Am 8. August ist auf dem Habichtswalde und dem Baunsberge ein Wolkenbruch gefallen und der Wehlheider Bach hat in den Garten vielen Schaden angerichtet."
   
Eintrag 4466
Schlagworte Kälteeinbruch; Kälte, sehr große
Ortsangaben Kassel
Zeitangabe 7.1.1740 - 13.3.1740
Originaltext "1740 ist am 7. Januar eine sehr große Kälte eingefallen und hat bis zum 13. März angehalten, hat 6 Grad höher (soll heißen tiefer) gestanden (nämlich der Termometer) als 1709."
   
Eintrag 4465
Schlagworte Hochwasser
Ortsangaben Kassel; Fulda, Fluss
Zeitangabe 1.1739
Originaltext "1739 ist im Januar von der Fulda her ein so großes Wasser gewesen, wie nicht seit Menschengedenken."
   
Eintrag 4464
Schlagworte Gewitter; Starkregen
Ortsangaben Kassel
Zeitangabe 31.3.1737
Originaltext "1737 ist den 17. März ein sehr tiefer Schnee gefallen und am 31. März hat es sehr stark gedonnert und ungemein geregnet."
   
Eintrag 4463
Schlagworte Schneefall; Schneedecke, tiefe
Ortsangaben Kassel
Zeitangabe 17.3.1737
Originaltext "1737 ist den 17. März ein sehr tiefer Schnee gefallen und am 31. März hat es sehr stark gedonnert und ungemein geregnet."
   
Eintrag 4462
Schlagworte Gewitter; Hagelschlag; Starkregen; Feldfrüchte, beschädigte; Hochwasser; Überschwemmungen; Wege, zerstörte; Gräben, zerstörte; Straßen, verschlammte
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 21.7.1839
Originaltext „Im Jahre 1839, Sonntag, den 21ten Juli, nachmittags 2 Uhr, hat uns abermals das Erscheinen eines Gewitters, welches sehr langsam von Südwest her gezogen kam, durch Hagel und starke Güsse vielen Schaden gethan. Furchtbar entladen betraf es zwar unsere ganze Feldflur und beschädigte sehr hart die Früchte derselben, jedoch hatte aber unter allem noch das Jonasgrabensfeld, welches jetzt gerade mit Brachfrüchten wie auch Taback, Steckrüben und mit Flachs bepflanzt war, am allermeisten davon gelitten, dieses war beinah total vernichtet. Denn hier waren nicht nur allein die Bohnen wie getroschen und der Taback und Flachs wie mit Ruten entzweigehauen, sondern es war auch das Korn und die Gersten sehr ausgeschlagen. Desgleichen waren auch die Gewässer in Folge des starken Regens unsäglich stark angeschwollen, sodaß sie in Strömen die Berge herabstürzten, Graben und Wege entzweirissen, hin und wieder überliefen und alle Tiefen, wie auch die Straßen des Dorfs mit Schlamm anfüllten. Es war daher das Graben und Wege bauen wie auch die Straßen wieder vom Schutte reinigen die Dienstarbeit mehrerer Tage. Daß nun dieses Gewitter einen großen Schaden zurück ließ, läßt sich leicht denken, auch uns war ein großer Theil unter demselben geworden. Im Ruhesteinsfelde hatten wir viel am Korn, in der Stengelslache an der Gerste und auf dem Jonasgraben, da uns 1/2 Acker Toback und 1/2 Acker Flachs gänzlich von den Schloßen vernichtet wurde, viel an demselben gelitten. Unter allem war es mit dem Flachse am schlimmsten, denn seine Börden waren fast alle abgeknickt. Zwar schien er anfänglich zugleich wieder emporzuwachsen, er war wieder frisch ausgeschlagen, allein es war doch nichts, denn der neue Wuchs der entzwei geschlagenen Börden erhielt weder Lein noch Bast und war deshalb zu nichts anderes als nur zu Mist oder zum Verbrennen nütze. Darum, so sey es denn, wenn dies hinführo etwa mehr geschehen sollte, jedermann hierdurch praktisch angerathen, verhagelten Flachs, wenn dieser auch gleich wieder zu wachsen schien, dennoch ohne weiteres Warten ungesäumt umzuackern, indem er nur zum Nachtheil der Wintersaat das Land aussaugt.“
   
Eintrag 4461
Schlagworte Winter, strenger; Kartoffeln, erfrorene; Obst, erfrorenes; Kälteopfer; Flüsse, zugefrorene; Aufstauungen durch Eisdämme; Überschwemmung
Ortsangaben Grebendorf; Werra, Fluss
Zeitangabe 1.1838 - 3.1838
Originaltext „Im Jahre 1838 war der Winter überall sehr kalt, es war ein strenger Nachahmer seines vor 9 Jahren, nehmlich von 1829 auf 1830 vorangehenden kalten Bruders, denn ob er gleich auch schon nicht so lange als jener anhielte, so stand er ihm in den letzten Wintermonaten, als Januar und Februar, an strengerer Kälte vollkommen gleich. Die Fenster waren ganze 4 Wochen lang, auch selbst am höchsten Mittage, stark mit Eis belegt. Der Thermometerstand war fast immer sehr tief. An dem Morgen des 9ten und 10ten Januars zählte man 16 Grade unter Null. Die Kälte drang jedoch, allen Vorsichtsmaßregeln trotzend, unaufhaltsam in Gebäude und Keller ein, wo Kartoffeln und Obst in Menge erfrohr. Nicht nur das Vieh in den Ställen, sondern auch die Menschen in den Häusern mußten sehr empfindlich die Wirkung der großen Kälte fühlen, ja es fanden auch mehrere den Todt durch sie. Ebenso waren dann nun auch alle Flüsse, sowohl des südlichen, als des nördlichen Europas überall mir starkem Eise zugefrohren. Und eben dies letztere machte dann auch den Flußbewohnern große Sorgen, und zwar für den diesjährigen Eisgang, durch welchen sie Eisdämme, große Überschwemmungen und großen Schaden für Felder und Örter fürchteten. Und dies geschah denn nun auch, als mit dem kommenden März mildere Südluft dem harten Winter ein Ende machte. Auch die Werra trat, durch Eisdämme veranlasst, in die Felder
ein, ging aber eher, als man es dachte und ohne großen Schaden zu hinterlassen, wieder zurück."
   
Eintrag 4460
Schlagworte Regen, anhaltender; Hochwasser; Überschwemmung; Feldfrüchte, Schäden an; Bearbeitung der Felder, verhinderte; Sommergetreide, verspätete Aussaat; Früchte, ertrunkene
Ortsangaben
Zeitangabe 3.5.1837
Originaltext „Kaum war es nun aber anders und die schon so lange ersehnte schöne Frühlingstage eingetreten, so wurden sie auch sogleich wieder von einem heftigen anhaltenden, mit großen Güssen angefüllten Regenwetter unterbrochen. Und ebenso geschah es denn auch, daß in Folge dieser starken Regengüsse, besonders in der Nacht vom 3ten zum 4ten Mai, sowie durch das Schmelzen der ungeheueren Schneemassen aus dem Thüringer Walde die Werra hoch aufschwoll, in die Felder floß und hier durch Überschwemmung großen Schaden an den Früchten that. Die Aussicht in die Zukunft war allenthalben sehr trübe und erregte daher viel Besorgnis in den Gemüther der Menschen. Denn der unaufhörliche Regen, das Austreten der Flüsse und Bäche, die Menge der Quellen, die selbst auf hoch liegenden Äcker hervorbrachen, verhinderten die Bearbeitung der Felder und verspätete die Aussaat des Sommergedreites oder machte sie auch gar unmöglich. Man säte deshalb noch Gerste und setzte Kartoffeln bis zum 15ten Juni. Und da auch jetzt noch alle Lachen und Tiefen voll von Wasser standen, so war auch des Einsäens derjenigen Länder, da die Früchte ertrunken waren, noch immerdar kein Ende. So hat man denn auch die Bemerkung gemacht, daß der Hafer, welcher schon aufgegangen war, als das Wasser kam, dasselbe besser vertragen konnte, als der, welcher noch in der Erde lag, und so auch die Bohnen besser als die Erbsen. Es hatte auch die schlechte Frühlingswitterung alles um vieles später als sonstens ins Leben gerufen und zur Reife gebracht. Das Korn schoß zu Anfangs Juni und die Bäume blühten um den 15ten des Monats. Erst in der letzten Hälfte des Junis nahm die schlechte Witterung eine andere Wendung.“
   
Eintrag 4459
Schlagworte Nachwinter, strenger; Kälte, strenge; Schneefall, anhaltender; Schneedecke, geschlossene; Schneewehen; Straßen, unpassierbare; Singvögel, verhungerte; Hochwasser
Ortsangaben Grebendorf; Eschwege; Werra, Fluss
Zeitangabe 7.4.1837 - 17.4.1837
Originaltext „Im Jahre 1837, nachdem es schon Frühling geworden war, trat nun abermals den 7ten Aprill der Winter wieder zurück, und zwar mit weit mehr Schnee und strengerer Kälte, als in den diesjährigen Wintermonaten. Den 8en und 9ten Aprill schneite es anhaltend Tag und Nacht hindurch. Alle Felder und Berge wurden wieder, wie in der Mitte des Januars, weiß und überall Fuß hoch mit Schnee bedeckt, und alle Höhlen, Wege und Landstraßen waren von stockwerkshohen Windwehen zugewehet und nicht mehr fahrbar, dadurch auch alle Kommunicationen gehindert und abgebrochen wurden. Denn auch nicht ein einziges Fuhrwerk, war es auch noch so gut bespannt, konnte in diesem so tiefen Schnee weiter zu fahren fortkommen. Ja, sie alle, auch selbst die Eilwagen und Posten mußten da, wo sie gerade zur Zeit dieses Schneewetters waren, anhalten und liegen bleiben. Es war auch den Letztem nicht einmal möglich, zur Stunde des Erwartens am Orte ihrer Bestimmung erscheinen zu können. Und eben darum konnte es denn auch nicht fehlen, daß durch dieses Schneewetter Unglücksfälle aller Art, sowohl unter den Menschen als im Thierreiche herbei geführet wurden, indem hinsichtlich der Erstern nicht nur allein selbst viele in den stecken gebliebenen Windwehen den Todt fanden, sondern auch viel mehr die Letztern, vornehmlich die jetzt schon bereits angekommenen Singvögel, welche sich durch den das Erdreich so hoch überzogenen Schnee aller ihrer Nahrung beraubt sahen, fielen in unzähliger Menge bis zur Erde nieder. Ja, vom Hunger und der Kälte genöthigt, konnte man diese armen Thierchen, wo man auch hinsah, mit den Händen fangen, denn die Noth trieb sie an, in die Häuser, ja selbst sogar in die Küchen und Stuben zu fliegen. Ebenso sollen den 7ten Aprill dieses Jahres zu Eschwege Hasen und Rebhühner in der Stadt gesehen worden seyn. Auch die Kälte war jetzt bei dem tiefen Schnee sehr groß. In der Nacht vom 10ten auf den 11ten Aprill sah man jedoch bei hohem Wasserstande Grundeis auf der Werra fließen und an dessen Morgen die Fensterscheiben nach der Nordostseite stark mit Eise belegt. Und so dauerte dieser Nachwinter, desgleichen sich niemand zu gedenken wußte, mit seinen strengen Wirkungen bis zum 17ten Aprill. Auch die Schafe, welche schon einige Mal dies Jahrs aufder Weide gewesen waren, hatten in dieser Zeit wieder von neuem Winterstand bis zum 21 ten Aprill.“
   
Eintrag 4458
Schlagworte Sonnenfinsternis
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 15.5.1836
Originaltext „Im Jahre 1836, den 15. Mai des Nachmittags von 3 bis 5 Uhr, hatten wir die Erscheinung einer überall großen und totalen Sonnenfinsternis. Es war gerade Sonntag und eben darum gingen denn auch die Menschen umso mehr noch ins Freie hinaus, sahen gen Himmel empor und bewunderten hier das an der Sonne sich ereignete Naturereignis. Um 3 Uhr nahm sie ihren Anfang, wo man zuerst am östlichen Rande der Sonnenscheibe einen schwarzen Fleck bemerkte, der allmählich nach Westen zu immer größer und größer wurde und bis 4 Uhr die ganze Scheibe, gleich einem Flor, überzogen hatte. Auf der Erde war nun ein düsterer Schatten und tiefe Dunkelheit herrschte nun über Berg und Thal. Es schien die Natur gleichsamst traurig über das verbirgte Angesicht ihrer Königin zu seyn, denn es war alles stille. Der Gesang der Vögel war verschwunden und das Gurren der Turteltaube hörte man nicht mehr. Selbst um die Berge herum schien es dämmern zu wollen, das aber durch eine nach 4 Uhr am westlichen Rande der Sonnenscheibe sich zeigende Helligkeit wieder unterbrochen wurde. Diese Helligkeit nahm nun auch wieder, eben wie zuvor die Verfinsterung gethan, nach Osten hin zusehends zu und hatte somit nach 5 Uhr die ganze Sonnenscheibe wieder erleuchtet. Das Ende der ganzen Verfinsterung war jetzt vorüber. Es war wieder helle wie zuvor, die Menschen erfreuten sich eines schönen Frühlingsabends, die Vögel sangen, und das schöne Lied der Nachtigallen ertönte unaufhörlich wieder.“
   
Eintrag 4457
Schlagworte Hagel; Gewitter; Starkregen; Witterung, heiße; Gebäudeschäden; Feldschäden
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 25.8.1835
Originaltext „Im Jahre 1835, den 21. August des Nachmittags um 2 Uhr, entlud sich ein erst dahier zusammen gezogenes Gewitter durch Hageln und großen Wassergüssen grausamst über unserem Dorfe und Feldflur. Auf der Süsdostseite angefangen, betraf es zuerst das Riedfeld, welches mit Bohnen, Taback, Kraut, Steckrüben und so mehr angepflanzt war, dann das Dorf mit seinen Gärten, die Klaus und Mauren, ferner das mit Gerste und Hafer ausgesäte Rohgraben-, Knickelberg- und Königsbergsfeld, die Länder vor dem Meinhard und Strichswiesen unter den Bergen. Die Schloßen, beinah so dick wie ein Taubenei, fielen in so dichter Masse herab, daß man gleich als durch einen Nebel ungefähr 100 Schritte durchzusehen vermochte. Ihr schon in der Feme gehörtes Gebrause, das später auf die Dächer und vor die Wände gehörte Gerappel und das Klingen der Fensterscheiben erfüllte fast alle Gemüther mit großer Bangigkeit. Selbst die ältesten Leute sagten, daß sie noch niemals solches Wetter gesehen hätten. Denn auch die Berge lagen sogleich von den Schloßen weiß, als mit Schnee bedeckt, und auf den bereits zu Strömen gewordenen Gewässern flossen sie mit wie Eis dahin. Und ob gleich auch die Witterung an diesen Tagen sehr heiß war, so sah man danach am Abende des 22ten August Schloßen an schattigen Stellen in Menge liegen. So hatte dann nun dieses Unwetter in der Zeit einer Viertelstunde in unserem Dorfe, in dessen Gärten und Feldflur einen großen Schaden herbei geführt, einen Schaden, den man immerdar so an 2000 Rth. anschlagen konnte. Denn indes hier im Dorfe die Fensterscheiben von der Südostseite beinah gänzlich entzwei geschlagen waren (bei den Kirchenfenstern sah man von dieser Seite fast keine ganzen mehr), die Gärten ruiniert und das Obst zum Theil abgeschlagen und durchmorrscht war, so waren dort im Felde die Früchte, dessen Körner man auf den Ländern zusammenstreichen konnte, wie getroschen und dem Werrstroh gleich gemacht. Der Taback hing an Fetzen die Stengel hinunter, und Kraut und Steckrüben waren wie zermatscht. Ebenso kostete der Zentner Taback erst 3 1/2 Rth. und gab kaum die Hälfte des Ertrages, indem der gutgebliebene 7 Rth. bezahlet wurde. Was ferner die Winterfrüchte anbelangte, so waren diese zum Glücke schon eingeerntet, als dieses Wetter kam. Nur das Jonasgrabens-, Ruhesteins- und Altefeld waren davon befreit geblieben.“
   
Eintrag 4456
Schlagworte Gewitter; Sturm; Blitz; Donner
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 5.2.1835
Originaltext „Im Jahre 1835, den 5ten Februar des Abends um 10 Uhr, hatten wir bei heftigem Sturme die seltene Erscheinung dieser Jahreszeit eines durch Blitz und Donner sich zeigenden Gewitters.“
   

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