Datensätze in der Wetterdatenbank

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Eintrag 4507
Schlagworte Gewitter; Blitzschlag; Gebäudeschäden
Ortsangaben Lißberg
Zeitangabe 1.6.1738
Originaltext Am 1. Juni 1738 am Wochenende nach Pfingsten, schlug ein Blitz in den Keller von Sigmunds Haus auf der Breitenhaide ein. Es wurde viel zerstört. Das Ganze aufwärts unter dem Ofen, Fenster, Türen und vieles Andere war ruiniert.
   
Eintrag 4506
Schlagworte Gewitter; Blitzschlag; Gebäudeschäden
Ortsangaben Lißberg
Zeitangabe 30.6.1731
Originaltext Am 30. Juni 1731 war ein schreckliches Gewitter am Himmel, welches beim Ratsherrn Niklaß Häins Scheune einschlug. Die Scheuer war nur oben am First beschädigt. Sonst war kein Schaden.
   
Eintrag 4505
Schlagworte Unwetter; Hagel; Feldschäden
Ortsangaben Lißberg
Zeitangabe 16.5.1730
Originaltext Am 16. Mai 1730 mittags zwischen 12 und 1 Uhr, als ich die Konfirmanden lehrte, zog sich ein Unwetter auf, welches bis zum Abend dauerte. Es war starker Regen mit Hagel vermischt, der besonders die Früchte du Kornfelder auf dem Lerchenberg zerquetschte und zerschlug. Niemand konnte auch nur das Geringste ernten.
   
Eintrag 4504
Schlagworte Schneefall, starker; Hungertote; Ortschaften, von der Außenwelt abgeschnittene; Wildschäden
Ortsangaben Lißberg
Zeitangabe 31.12.1725
Originaltext Am 31. Dezember 1725 fing es an zu schneien, so schrecklich, das man nirgends hinkommen konnte. Von unterschiedlichsten Orten wurde bestätigt, das die abgelegenen Dörfer, einsame gelegen Örtchen und Häuser schwer oder gar nicht mehr zusammen kommen konnten. Auch hatte so mancher Mensch aus Mangel an Lebensmitteln oder durch die Einschließung durch den Schnee seinen Geist aufgegeben. Im Harzer Wald war soviel Schnee gefallen, das sich selbst die Hundertjährigen an so etwas nicht erinnern konnten. Man konnte einfach keinen Weg mehr finden. Im Vogelsberg sind zeitweilig ganze Ortschaften zugeschneit gewesen. Das Wild ist zum Teil krepiert und wurde an manchen Stellen gefunden.
   
Eintrag 4503
Schlagworte Hagel; Feldschäden; Gebäudeschäden; Tiere, verendete
Ortsangaben Grünberg
Zeitangabe 28.7.1725
Originaltext Am 28. Juli 1725 hagelte es in Grünberg und Umgebung. In der Zeitung stand, das Hagelkörner in der Größe von Hühnereiern und Eisbrocken in der Größe von 6 bis 7 Zoll vom Himmel fielen. Die Früchte auf den Feldern sind gänzlich zerstört. Die Häuser, Dächer und Fenster haben großen Schaden erlitten. In den Wäldern und Feldern wurden viele Tiere und Vieh getötet. Man hört auch leider, das es in der Nacht vom vom 19. auf den 20. in Münzenberg zu einer Feuersbrunst kam. Es wurden 120 bis 130 Häuser samt Scheuern eingeäschert. Wie es sich entzündete ist noch unbekannt. Aber man sagt sich, das es an 6 Orten angezündet wurde.
   
Eintrag 4502
Schlagworte Winter, milder
Ortsangaben Lißberg
Zeitangabe 12.1723 - 23.2.1724
Originaltext Am 23. Februar 1724 schreibe ich hiermit für die Nachwelt, das wir bis jetzt den ganzen Winter fast keine Kälte hatten, weder Schnee sondern temperierte Nässe und angenehmes Wetter. Es ist sogar alles schon gewachsen.
   
Eintrag 4501
Schlagworte Himmelszeichen; Polarlichter; Wetter, warmes
Ortsangaben Lißberg
Zeitangabe 1.3.1721
Originaltext Am 1. März 1721 abends um 8 Uhr hatte man wieder feurige Strahlen, fast im ganzen Himmel im Norden bemerkt. Es dauerte fast die ganze Nacht, was fast aussah wie Blitze. Ich hatte dies für klaren Nordschein gehalten und dann an einen guten gelehrten Freund in Frankfurt geschrieben, um von ihm ein Gutachten zu erhalten, was dann auch geschah. Er schrieb mir, das sich durch das vorherige lang anhaltende warme Wetter in der Luft einige Donnerwolken zusammen gezogen hätten. Auf die schnelle Kälte konnte sich dies aber nicht vollenden. Da aber die Sonne jetzt ziemlich stark schien, würde sich dies entzünden. Wegen der Unvollkommenheit würde es deshalb nicht als Donner ausbrechen, sondern nur als dieses Feuer entzünden. Indessen haben aber die armen Leute große Angst gehabt. Sie glaubten es wäre Krieg oder Feuer.
   
Eintrag 4500
Schlagworte Himmelszeichen; Polarlichter; Kälte
Ortsangaben Lißberg; Nidda
Zeitangabe 17.2.1721 - 22.2.1721
Originaltext Am 17. Februar [1721], um 8 bis nach 10 Uhr hatte man hier und anderswo im ganzen Umkreis Feuerstrahlen am Himmel gesehen. Im Norden war es besonders hell, so das man noch besser als bei Mondschein weit sehen konnte. Im Süden aber war es dunkel. Die Leute sind hinaus aufs Feld und die Berge gegangen um es besser zu sehen. Es zeigten sich feurige Striche und Strahlen am Himmel. Manche haben das Phänomen so oder so beurteilt, aber ich sagte, das darauf eine große Kälte kommen würde, wie im Jahr 1702, was dann auch geschah. Es kam eine Kälte, das sich die Leute nicht auf den Straßen aufhalten konnten. Der Petri Markt in Nidda war verdorben, weil sich fast kein Krämer oder Mensch dort aufhielt. So etwas gab es noch nie.
   
Eintrag 4499
Schlagworte Gewitter; Regen; Wasserflut; Überschwemmung; Erosionsschäden; Gebäudeschäden; Vieh, ertrunkenes; Todesopfer
Ortsangaben Lißberg; Nidder, Fluss
Zeitangabe 16.12.1720
Originaltext Am 16. Dezember 1720 nachts um 11 Uhr, wie uns der Wächter berichtete, war ein heller Blitz mit einem Knall am Himmel, demzufolge ein entsetzlicher Platzregen entstand. So als ob man mit Kugeln vom Himmel schüttete. Die daraus entstandene Wasserflut ging bis zum Aufgang des Lerchenbergs und die unterste Mühle stand bis zu den Fenstern des Untergeschoßes unter Wasser. Der Garten an der Scheuer samt Pfählen, Bäumen, Stegen und Erdreich war weggerissen. Bei Tagesanbruch wurde durch Gottes Hilfe mehr Schaden verhindert. Im Nidder Grund wie wir hinterher erfahren, gab es erheblichen Schaden an Mensch und Tier.
   
Eintrag 4498
Schlagworte Gewitter; Regen; Hagel; Schneegestöber
Ortsangaben Lißberg
Zeitangabe 7.2.1720
Originaltext Am 7. Februar 1720 abends um 7 Uhr entstand plötzlich ein starkes Donnerwetter, worauf heftiger Regen, Hagel und großes Schneegestöber erfolgte. Dies ungewöhnliche erweckte Furcht und Schrecken bei den Menschen.
   
Eintrag 4497
Schlagworte Regen; Kälte; Mühlenstillstand; Brotmangel; Forstschäden; Todesopfer
Ortsangaben Lißberg
Zeitangabe 12.1.1709 - 2.1709
Originaltext Am 12. Januar 1709 war ein großer Regen, dass ich mich sorgte, die Pfarrscheuer würde einbrechen. Nachts verlief das Wasser, das man nicht wusste wo es so schnell wieder ablaufen sollte. Dann entstand im selben Monat bald eine große Kälte die fast nicht zu ertragen war. Dabei haben die Menschen und Tiere eine so große Not empfunden. Seitdem die Mühlen erbaut wurden, sind sie noch nie stillgestanden. Daher haben Reiche und Arme an Brotmangel gelitten. Die Kälte hielt sich 3 ganze Wochen um in einer Samstagnacht zu enden. Zu dieser Zeit hatte es angefangen, das die Bäume im Wald aufplatzten. Ich hatte es von meiner Stube aus gehört. Die Vögel im Himmel hatten in Häusern und Scheuern Nahrung gesucht, sodass man sie dann morgens haufenweise tot auffand. Viele Menschen sind erfroren. Was sonst noch so an Schaden und Unglück entstand ist bis jetzt unbekannt.
   
Eintrag 4496
Schlagworte Sturm; Regen; Hagel; Donner; Obstbäume, Schaden an; Gebäude, beschädigte; Feldfrüchte, Schaden an
Ortsangaben Lißberg; Ortenberg; Nidda
Zeitangabe 21.7.1700
Originaltext Am 21. Juli 1700 nachts zwischen 9 und 11 Uhr war ein gewaltiger und sehr entsetzlicher Sturm mit Regen, Hagel und Donnerwetter, was es seit Menschengedenken hierherum nicht gegeben hatte. Die vollen Obstbäume, ob jung oder alt, zum Teil oder ganz wurden leergefegt. In Ortenberg ist der Kirchturm in Richtung Altstadt gestürzt. Die Ernte in Nidda ist zu großem Nachteil und unsäglichen Schaden gekommen. Obwohl es durch natürliche Ursachen wie vorangegangene Hitze und Dürre entstand, so rüstet die Allmacht des Herrn bisweilen seine Diener zur Rache und Strafe über unsere Sünden und der Welt undankbare Bußfertigkeiten.
   
Eintrag 4495
Schlagworte Kälte, scharfe
Ortsangaben Merxhausen; Gießen; Staufenberg
Zeitangabe 2.1726
Originaltext Anfang Februar 1726 hatte der Obervogt des Hospitals Merxhausen Caspar Fuhrhans Anna Maria Runck von Staufenberg im Oberamt Gießen die Aufnahme ins Hospital verweigert, obwohl die Aufnahme der an Wahnsinn erkrankten Frau von Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt bewilligt worden war, und sie "bey damahls eingefallener scharffer Winterkälte wieder zurück geschickt".
   
Eintrag 4494
Schlagworte Witer, kurzer; Gewitter; Kornblüte
Ortsangaben Eudorf; Lützelwig; Butzbach
Zeitangabe 5.4.1794 - 28.4.1794
Originaltext "1794 besonder[s] früh warm. D. 5. Apr. schlug das Gewitter in Lüzelwik [=Lützelwig] in Hessen ein. D. 28. Apr. stund laut öffentl.r Anzeige das Korn in Butzbach 3 Ellen hoch, und blühte."
   
Eintrag 4493
Schlagworte Sommer, trockener; Wolkenbruch; Winter, milder
Ortsangaben Eudorf
Zeitangabe 1793
Originaltext "1793 war sehr trokener Sommer. D. 29. Jun. fiel ein Wolkenbruch. Der Winter war gelinde."
   
Eintrag 4492
Schlagworte Witterungsverlauf; Schnee; Wind; Wege, unbegehbare; Tauwetter; Frost; Regen; Schneegestöber; Hochwasser; Überschwemmung
Ortsangaben Eudorf; Schwalm, Fluss
Zeitangabe 2.1.1789 - 7.1789
Originaltext "D. 2ten Jenner 1789 hat wider einigen Schnee geworfen, d. 6ten ej. ward durch Wind wider alles Feld entblößet: Wälder und Hohlwege sind ganz ungangbar. D. 14ten kam Thauwetter[;] 2 schöne Tage bis d. 31ten, wo es fror und ziemlich Schnee fiel. Auch dieser ging gleich wider mit Regen weg. Vom 8ten Febr. an war viel rauhe Witterung u. Schneegestöber, d. 13ten Frost, d. 14ten viel Schnee. Tags darauf Thauwetter, und so gelind fort bis d. 1. Merz, wo starker Schnee fiel, d. 2ten gelind, d. 4ten Frost, d. 5ten starker Frost u. Schnee, vom 6 auf den 7ten ej. starker Frost. D. 8ten sehr kalt, des abends Schnee, welcher bis zum 23 et 30. ej. liegen blieb. D. 9 et 16ten [März] sehr kalt, d. 11. Schnee, d. 12ten kalt u. d. 14ten Thauwetter; d. 16ten Nachmittags wider Schnee, daß d. 17ten Schnee, wie mitten im Winter lag, der d. 18ten ziemlich von der Sonne schmolz, d. 19ten morgens lag wider ein neuer Winterschnee, d. 20ten desgl., d. 21ten Schnee mit kaltem Wind, d. 22ten desgl., abends Regen, d. 23ten regnerisch, nachts starker Frost, d. 24ten frischer Schnee, nachts harter Frost; d. 25ten meistens rauh, nachts ward das Feld wider mit etwas Schnee bedeckt, d. 26ten schneyte es stark. D. 27ten morgens lag wider frischer Schnee. D. 28ten desgl.[;] d. 29ten morgens sehr hart gefroren[;] den Tag über schön helles Wetter. D. 30ten ebenso. D. 31ten desgl.[,] nachmittags Schneegestöber. D. 1. Maye ebenfalls sehr kalt, windisch und viel Schnee. D. 2 et 3ten Regen u. kalt, d. 4ten kalt, d. 5ten gelind p. Der Merz hatte immer Schnee, April abwechselnd, Mai war schön; d. 24ten Frost. Gegen die Mitte des Jun. gieng die Schwalm über; dann einige Tage schön. Vom 21.7. bis Jul. immer Regen, daß die Heuernde erst [hier bricht Text ab]"
   
Eintrag 4491
Schlagworte Schneegestöber; Frost, starker; Kälte; Sturm; Tauwetter; Todesopfer
Ortsangaben Eurdorf
Zeitangabe 11.1788 - 24.12.1788
Originaltext "1788 schon mit dem November fieng Schneegestöber, und mit Martini starker Frost an. In der Nacht vom 29–30. Nov. fiel tiefer Schnee, der gleich auch starke Kälte nach sich zog. Es waren jede Woche 3–4 Tage, wo die Kälte fast unausstehlich war. Den 24ten Dec. war heftiger Sturm, des Nachm. wards hell, und um Mitternacht fings stark an zu thauen, thauete auch den genzen Tag fort, die Nacht frors wieder, und fiel ein klein wenig Schnee.
Vom 15–16 Dec. sind viele Leute erfroren. Fast jede Woche war ein oder zwei Tage heftiger Sturm mit strenger Kälte."
   
Eintrag 4490
Schlagworte Witterungsverlauf; Schnee; Kälte; Tauwetter; Regen; Sturm; Heuernte, gute; Kornernte, mittelmäßige
Ortsangaben Eudorf
Zeitangabe 21.12.1785 - 31.3.1786
Originaltext "D. 21ten [Dezember] fing es an zu schneien, u. blieb sehr kalt bis d. 7ten Jan. 1786, da es aufthaute und Regenwetter einfiel, welches bis d. 18ten ej. dauerte. Zwei Tage trokene Luft, dann Frost und Thauluft abwechselnd, bis am 6ten Febr. Wieder Regen mit Sturm einfiel, welcher 7 Tage anhielt, und am 3ten Tag Schnee brachte, der aber tags darauf wieder anfieng zu schmelzen. D. 13ten heiterte sichs auf, d. 15ten u. 16ten war es so schön, daß die Lerchen sangen. D. 20ten ej. fiel wieder Kälte ein, streng bis d. 1ten Merz, das es in der Nacht schneyete, u. Tag für Tag fortfur, auch stark dabei fror, bis d. 15ten Merz, da es plötzlich aufthauete, one die Nacht zu frieren. D. 27ten fing es an, die Nacht zu frieren bis d. 29ten da es wider schneyete. D. 31ten war wider Frülingswetter. Die Heuernde war ziemlich; die Kornernde mittelm[äßig] gerathen."
   
Eintrag 4489
Schlagworte Witterungsverlauf; Jahr, nasses; Schnee; Regen; Frost; Gewitter; Sturm; Hochwasser; Überschwemmungen; Schäden an Grummet; Schäden an Feldfrüchten
Ortsangaben Eudorf; Schwalm, Fluss
Zeitangabe 15.4.1785 - 13.12.1785
Originaltext "Einige Anmerkungen zum Andenken der Zukunft
Den 22ten und 26ten Aug. 1785 wurden hier auserordentliche Betstunden gehalten, um von Gott Sonnenschein zur Ernde zu erflehen. Es war nemlich dis Jar besonders durch Näße ausgezeichnet. Am 13ten April fieng der den ganzen Winter gelegene tiefe Schnee an, one Regen schnell zu schmelzen, so daß d. 15ten Apr. der ganze Grund bei zugleich ausgetrettener Schwalm tief unter Wasser stand. Erst trockene, dann zu lang feuchte kalte Witterung sezten den Grasboden so zurück, daß dis Jar kaum über den dritten Teil Heu gegen gute Jahre gemacht wurde. Winter- und Sommerfrüchte zeigten sich vorzüglich schön. Ehe die Heu Ernde ganz vollendet war, fiel Regenwetter ein, daß um den 22ten Jul. Die Schwalm übergieng. Am 11ten Aug. fieng man an, hie und da Korn zu schneiden, d. 14ten ej. fieng es an zu regnen bis d. 16ten ej., doch so abwechselnd, daß man es wagte, nun ernstlich Korn fort zu schneiden; d. 17ten ej. hellte es sich morgens auf, und es konnten einige Fuder hie und da gebunden werden; Abends um 5 Uhr fiengs mit Gewittern an, und regnete fort bis auf d. 26ten Aug. morgens, daß am 22ten * schon die Schwalm hoch übergieng, und da sie etwas * laufen war, am 25ten ej. In der Nacht * aufs neue austrat, und das Wasser bis ahn die unterste Häuser des Dorfs herauf trieb. Das ganze Kornfeld lag ge*tet oder einiges stand in unbedeckten Haufen, und fieng an überall so zu wachsen daß manche Pläze von ferne einer Wiese gleich sahen. Endlich hellte sich d. 26ten ej. der Himmel auf, und d. 5ten Sept. war Korn und Weizen fast all in den Scheuren. Diese Woche durch wechselte es mit Sonne und Regen, daß keine Sommerfrucht nach Haus kam, die onehin auch vorher noch nicht geschnitten werden konnte. Durch etliche Regen war das neulich überschwemmte Gras weiter abgewaschen, und d. 9 et 10ten Sept. wurde in einigen Wiesen gemähet. Mitten in dieser Hofnung fiel in der Nacht vom 10ten bis 11ten Sept. etliche Stunden von hier ein Wolkenbruch, der eine solche Ueberschwemmung im ganzen Schwalmgrund verursachte, daß das liegende Grummet weg und der Grasboden so sehr mit *wasser überschwemmt war, daß man * d. 20ten ej. an einigen wenigen Fleken Gras holen konnte, welches izt die Noth heischte, und vom Vieh doch nicht gefressen ward. Ueberhaupt dis ganze Jar her war das Gras immer fast ganz unbrauchbar. Nach stand also der größte Teil des Grunds naß oder gar im Wasser, und einige gute Tage halfen, daß den 20ten die meiste Sommerfrüchte (welche aber nicht so gut, wies im Frühjar schien, ausfiel) nach Hause kam, und man nun auf Zeit und Wetter zum Grummet hoffete, als es d. 21ten morgens wider anfieng zu regnen, und eod. um Mitternacht die Schwalm abermal austrat, und alles überschwemmete. Dis war also seit dem April die sechste Ueberschwemmung, und die vom 10ten Sept. soll jener bekannten des Jars 1749 gleichkommen sein. Diese sechste aber (vom 21ten Sept.) hat in der Höhe und Breite des Wassers jene vorherige noch übertroffen. Der Regen dauerte fort, jedoch mit geringerer Gewalt, daß den 24ten S. das Wasser wider gefallen war. Den Nachmittag dieses 24ten schien die Sonne einige Stunden, gegen Abend aber trübte es sich wieder, regnete die Nacht hindurch, und d. 25ten morgens war abermal alles umher wie von einer Sündflut überschwemmet; den Tag über blieb halb trüber Himmel mit Wind ohne Regen, und die Nacht hindurch von Abends 7 Uhr an tobte der Wind, wie der Sturm eines Erdbebens, auch furen bei dem Anfang desselben zerschiedene Blitze durch die Luft. Morgens d. 26ten lies die Wärme etwas nach und die Sonne drang durch die Windwolken; bald abergieng der Wind immer stärker, und bis Mittag war alles lauter Regen und Sturm. Abwechselnd war nun die Witterung. D. 10ten Oct. hellte sichs auf, in der Nacht vom 11ten bis 12ten ej. entstund wider heftiger Wind, der one Regen nachlies, und hie u. da einen schönen Tag nach sich zog, so dass man allmälig die Aussaat besorgen konnte. Zu Grummet bleib der Schwalmgrund zu nass, umso mehr, da es in der Nacht vom 20ten bis 21ten Oct. stark reifete, auch den Tag über schon ziemliche Kälte unter Schneegestöber sich einstellte. Die Witterung wechselte, und hie und da wurde noch etwas Grummet getroknet, das aber zur Fütterung erst besonders bereitet werden mus.
D. 12 et 13ten Dec. war so schönes Wetter, als im schönsten Merz."
   
Eintrag 4488
Schlagworte Gewitter; Unwetter; Regen, heftiger; Wolkenbruch; Hagel; Hochwasser; Überschwemmung; Todesopfer; Schäden an Gebäuden; Schäden an Vieh; Schäden an Feldfrüchten
Ortsangaben Brauerschwend; Altenburg; Alsfeld; Dotzelrod; Eudorf; Hattendorf; Schwalm, Fluss
Zeitangabe 26.5.1749
Originaltext "Notabilia
Anno 1749 den 26ten May war der zweyte Pfingst[t]ag, entstunde nachmittags ein sehr starkes Donnerwetter mit einem heftigen Regen und über Brauerschwend gefallenen Wolkenbruch, worauf die Gewalt deß Wassers daselbsten 2 Scheuren und eine Öel-Mühle mit fortgeführet, welches auch auf der Altenburg geschehen, allwo ein Hauß gäntzl. weggespület worden mit einer Frau nebst ihren 2 Enkeln, welche in der Wut deß Waßers elandiglich umgekommen, worauf das gröste Kind bey Alßfeld auf einem Waydenbaum, die Frau den dritten Pfingsttag zu Dötzelrode [=Dotzelrod] und das andere noch säugende Kind acht Tage hernach auf den Eudorfer Wießen in einem Waßergraben tod gefunden worden. Vor Alßfeld hat die große Wasserfluth geziemertes Holtz zu einem neuen Bau nebst anderem Gehöltze fortgeführet, dergleichen auch zu Eudorf geschehen, allwo nicht nur Jacob Geiseln seine Wohnung sondern auch die Gartenzäune im Dorf darnieder gerissen, Garten und Wießen überschwemmet und beschlammet, an bey den meisten Einwohnern Mist und Holtz, sowohl Bren[n-] als großes Bauholtz mit weggeführet worden. Zu Dotzelrodda sind dem damahligen Hofmann Joh. Faul [?] Stiere und Schweine ersoffen, und daselbsten wie auch zu Hattendorf von denen gefallenen großen Schlossen die Früchte darnieder geschlagen worden, daß die Leute solche müssen abmähen. Dieses entsetzliche Wetter und überschwemmende reißende Waßerfluth war wohl eine rechte particular Sündfluth, dergleichen die älteste Leute nie erlebt haben. Was die Ursache der ellgemeinen ersten Welt-Sündfluth war, das ist auch noch häutzutage die Ursache aller sonderbahren Sündfluth und Überschwemmungen, nemlich die Sünde."
   

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