Datensätze in der Wetterdatenbank

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Eintrag 4455
Schlagworte Sturm
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 1.1.1834
Originaltext ”So auch die Neujahrsnacht 1834 zeigte sich denn auch nicht minder heftig durch das Brausen dieses Elementes aus. Denn gerade zu der Stunde, als man in der Stille mit den Seinen den Wechsel der Jahre beging, da drohte der Sturm ganze Häuser umzustürzen und erfüllte bange Gemüther durch seine Stöße mit Sorgen an.“
   
Eintrag 4454
Schlagworte Regen, beständiger; Hochwasser; Überschwemmung; Sturm; Dächer, beschädigte; Gebäudeschäden; Bäume, beschädigte
Ortsangaben Grebendorf; Werra, Fluss; Eschwege
Zeitangabe 12.1833 - 18.12.1833
Originaltext „Und wie auch endlich das Jahr dem Herbste zugeeilt war, so schien der Wind auch hier noch zu verwüsten, war er bisher verschonet hatte. Unter viel und fast beständigem Regen, davon die Werra drei Wochen lang ins Feld trat, sauste und brauste in gewohnter Weise immerfort, und erreichte dann abermals den 18ten December dieses Jahres den schon oben erwähnten Grad der Forsche, durch die auch wieder die traurigsten Verwüstungen, sowohl an Gebäuden als an den Bäumen entstanden. (Bei diesem Sturm sollen allein von der Neustädter Kirche zu Eschwege an 1000 Stück Ziegeln herabgestürzt seyn.)“
   
Eintrag 4453
Schlagworte Sturm; Dächer, abgedeckte; Obstbäume, entwurzelte; Obstbäume, beschädigte
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 2.1833 - 15.2.1833
Originaltext „Der erste Sturm war im Winter des Jahres 1833, und wie schrecklich war er, denn als dieser schon einige Tage lang unaufhörlich stark gewüthet hatte, da wurde er den 15ten Februar des Nachmittags so stark, daß er um 1 Uhr gleich einem Orkan furchtbar brausend Häuser umzustürzen drohte, daß man wohl die letzte Stunde zu sehen fürchtete. Die Ziegeln flogen wie Spreu durch die Lüfte hin und ihr grausendes Gerappel erregte allenthalben große Gefahr, um im Freien davon erschlagen zu werden. Selbst die festeren Gebäude erbebten von den so furchtbar tobenden Wirbelstößen, sie deckten halbe Dächer ab und ließen auch nicht ein einziges ganz unbeschädigt. Es lagen die Straßen, alle Hofraiden, Gärten, ja, wo man nur hinsah, voll von Stückern zerbrochener herabgestürzter Ziegeln. Denn wir allein hatten an diesem Tage einen Schaden von 100 Stück erlitten. Und wie dieser Sturm an den Gebäuden gewüthet hatte, ebenso war er auch ein schadbarer Würger an den Obstbäumen geworden, indem er denselben ihre Aeste zerbrach, alt und jung aus der Erde riß und darnieder warf. Die Wege, Graben und Felder lagen allenthalben voll davon, so daß viele Fuder Holz nach Haus gefahren wurden.“
   
Eintrag 4452
Schlagworte Nordlicht
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 7.1.1831 - 8.1.1831
Originaltext „Im Jahre 1831, Abends den 7ten Januar, als sich kaum der Tag geendet und die Nacht mit ihrem schwarzen Fittig alle Tiefen der Erde überzogen hatte, da erblickte man fern, in der Höhe des nördlichen Himmels, die seit 30 Jahren nicht gesehene prächtige Erscheinung eines wunderschönen Nordlichts. […] Man sah nehmlich, wie schon um 6 Uhr helle Strahlen, gleich denen einer Sonne, in der Höhe der Luft, von Norden aus, südlich nach dem Mittelpunkt hinströmten, wie sie das Firmament erleuchteten, daß es davon auf Erden zu dämmern anfing, und das Bild des Schattens nach Süden warfen. Man sah, wie diese allmählich wieder verschwanden und der Himmel feuerroth erschien, jedoch weit, weit in der Ferne. Nach einer Stunde war auch dieses nicht mehr, und man gewahrte nun an gedachter Stelle, nehmlich länglich von Osten nach Westen, zwei hintereinander stehende Luftwölkchen, durch die die Sterne schimmerten, die auch einen sehr hellen Schein auf die Tiefen der Erden machten. Doch auch sie verschwanden, gleich den ersten, wieder. Endlich aber um 9 Uhr wiederholte sich diese Erscheinung weit heftiger als vorhin, und der Himmel erschien auch viel röther als vorher, welches letztere 3 Stunden dauerte, und nun, nach einem allmählichen Abnehmen, um 12 Uhr gänzlich ein Ende hatte. Weiter hin nach Mitternacht sah man nichts mehr davon, denn der Himmel war wieder heHe und klar wie am Abend.“
   
Eintrag 4451
Schlagworte Winter, strenger; Schnee, dauerhafter; Frost, dauerhafter; Kartoffeln, erfrorene; Obst, erfrorenes; Holzmangel; Holzdiebstahl; Eisdecke, dicke; Obstbäume, abgestorbene; Wild, dezimiertes
Ortsangaben Grebendorf; Werra, Fluss
Zeitangabe 12.11.1829 - 26.2.1830
Originaltext „Der Winter in den Jahren von 1829 auf 1830 wird mit Recht der kalte Winter genannt, denn er war nicht nur allein der allerlängste, sondern auch der allerstrengste dieses 19. Jahrhunderts. […] Ihm ging ein nasses Jahr voran, worauf er sich schon mit dem 12ten November des Jahres 1829 einstellte, und zwar vollkommen mit Schnee und Frost und ununterbrochen bis zum 26sten Februar des Jahres 1830 anhielt. Die Kälte, welche schon einige Mal die Grade 13 am Thermometer erreicht hatte, stand jetzt vom 29sten Januar 1830 an beständig darunter und war ferner den 1. Februar auf die noch niemals bei uns erreichte Tiefe von 16 Grad gesunken. Nun waren alle bereits angewandten, dem Eindringen der Kälte in Gebäude und Keller zu widerstehende Mittel vergebens, denn es frohr nun allenthalben Eis. Es mußte daher das Vieh in den Ställen viel leiden. Die Kartoffeln in den Kellern und das Obst auf den Kammern erfrohr in Menge. Das Holz war nicht mehr anzuschaffen. Aus allen Gegenden hörte man über dessen Mangel klagen und griff von der Noth getrieben zu verbotenen Mitteln, und es wurden ganze Wälder schädlich danieder gehauen und keiner Strafe achtend davon getragen. Zwar war nun diese ebenso gut wie ein anderer Diebstahl strafbar, allein da durch den harten Winter Holzmangel entstanden war, und diese Holzentwendung aus Noth geschah, um nicht todt zu frieren, so sah dieses auch die Landesregierung ein und erließ auf Bitten der Betheiligten aus Einsicht und Milde die Rüge des ersten Strafquartal diese Jahres von den herrschaftlichen Forsten. Endlich den 26. Februar, da seit dem Anfange dieses so harten Winters zum erstenmal Thauwetter eintrat, war dessen ein Ende.
Das Eis auf der Werra war sehr dicke geworden und sein Fortgang that allenthalben großen Schaden. Die Schafe hatten eine geraume Zeit, nehmlich vom 13ten November 1829 bis zum 30ten März 1830 auf dem Stalle gestanden. So hatte denn dieser Winter volle 14 Wochen gedauert und hatte nicht nur nachtheilige Folgen für Menschen und Thiere herbeigeführt, denn Hasen und Rebhühner sah man beinah keine mehr, sondern er hatte auch den Obstbäumen, besonders Quetschen, welche noch viele Jahre nachher trauerten und abstarben, viel Schaden gethan.“
   
Eintrag 4450
Schlagworte Gewitter; Blitze; Donner; Regen, schwacher; Regen, kurzer
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 13.1.1829
Originaltext „Im Jahre 1829, den 13. Januar des Abends um 5 Uhr, hatten wir die seltene Erscheinung des Winters: ein Gewitter. Hell leuchtende Blitze durchkreuzten die Luft, und der rollende Donner brüllte furchtbar über das schlummernde Erdreich. Der Regen war jedoch nicht stark und kurz, dahingegen verloren sich erst die Blitze nach Mitternacht im Osten.“
   
Eintrag 4449
Schlagworte Ernte, reiche; Getreidepreise, niedrige; Preise
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 1824
Originaltext „Im Jahre 1824 geriethen alle Früchte sehr wohl, die Erndte war sehr segensreich, und so stand es denn dem vorstehenden Jahre 1823, von dem noch alle Fruchtböden voll von Vorräthen lagen, vollkommen gleich. Eben daher kam es denn nun auch, daß die Früchte einen äußerst billigen Preis erhielten, den nicht nur die jetzt lebenden Menschen sich so niedrig zu erinnern wußten, sondern den auch, nach öffentlichen Berichten, selbst die ältesten Rentbücher nicht einmal aufzuweisen hätten, denn es kostete das Malter Korn 2 Rth 8 ggr, Weizen 2 Rth 20 ggr, Gerste 2 Rth 12 ggr, Hafer 16 ggr und Erbsen 2 ggr. Ob nun gleich auch der Ökonom bei solchen Fruchtpreisen nicht gut bestehen konnte, so hatte er doch auf der anderen Seite jetzt auch viel mehr als sonstens, und die segende Hand des Herrn wurde so gut Reichen als Armen zutheil.“
   
Eintrag 4448
Schlagworte Eisgang; Überschwemmung; Straßen, unbefahrbare
Ortsangaben Grebendorf; Werra, Fluss
Zeitangabe 12.1822 - 2.2.1823
Originaltext „Dahingegen wurde aber doch, bei aller dieser Trockenheit, dennoch ein Theil unserer Felder durch den Eisgang unter Wasser gesetzt. Denn das auf der Werra 2 Fuß dick gewordene Eis hatte sich unter dem Leuchtberge festgestellt, trieb das Wasser über die Ufer und bedeckte unsere Länder, besonders auch den Appenborn und Jonasgraben mit großen Eisschollen, welches ein schauerlicher Anblick anzusehen war. (Ja, es hatten auch die ältesten Leute, welche schon so vielmal Eisdämme erlebt, jedoch nicht ein solches Eis auf dem Felde liegen gesehn). Auch die Chaussee war bevor einer Eisräumung nicht mehr fahrbar. Zwar hatte man auch großen Schaden an den Früchten, darauf diese so ungeheuren Eisschollen lagen, zu haben befürchtet, allein dieses war nicht der Fall, sondern die Sonne hatte sie früher als man es dachte hinweg gezehrt, und es war, ohne den geringsten Nachtheil zu hinterlassen, eine sehr fruchtbare Emde die Folge.“
   
Eintrag 4447
Schlagworte Winter, strenger; Frost; Trockenheit; Wassermangel; Mühlenstillstand
Ortsangaben Grebendorf; Eschwege
Zeitangabe 12.1822 - 2.2.1823
Originaltext „Im Jahre 1823 gehörte der Winter hinsichtlich seiner Strenge und Trockenheit zu den Wintern ersten Ranges dieses Jahrhunderts. Denn eben wie sich auf den vom Jahre 1822 immer trockenen Herbst schon mit Anfangs December voller Winter eingestellt hatte, ebenso hielt er auch ununterbrochen bis zum 2. Februar (Lichtmess) 1823 an. Vom 13. bis zum 16. Januar war die Kälte am größten, das Thermometer zeigte 13 Grade unter Null. Hierdurch stieg aber auch der bisherige Wassermangel auf höchste. Es gab viel Noth darin, denn es wurden viele Bäume, Quellen und Bäche trocken. Das Mahlen war allenthalben schon gehemmt, und Mühlen an großen Flüssen konnten nur noch, jedoch zur Noth noch Mehl liefern. Doch versagten auch diese bisweilen ihre Dienste. (Ja, man sagt, daß Leute über 4 Stunden Weges her nach Eschwege gekommen sind, um hier in der Werramühle Mehl zu Brod, das ihnen so Noth that, zu erhalten.) Desgleichen durchfloß auch unser Bach das Dorf nicht mehr. Er, welcher wohl sonstens im Winter außen blieb, ließ jetzt auch im ausgehenden Frühling keine Spur von Wasser von sich sehen.”
   
Eintrag 4446
Schlagworte Trockenheit; Sommerfrüchte, Ernteeinbuße; Obsternte, gute; Wassermangel
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 7.1822 - 12.1822
Originaltext „… dahingegen blieben Sommer- und Brachfrüchte von der großen Trockenheit leidend, kurz und waren wenig. Obst gabs dieses Jahr genug und die Fülle. Am allermeist zu bewundern waren die Quetschenbäume, deren Äste allenthalben von der Last der Früchte zerbrachen und von den Bäumen zur Erde fielen. Eben so wie nun dieses 1822ste Jahr im ganzen überhaupt sehr trocken war, aber so war es auch der Herbst, obgleich täglich man auch auf Regen hoffen that, bis zu Ende, und es trat daher großer Wassermangel “
   
Eintrag 4445
Schlagworte Winter, milder; Frühlingswitterung, warme; Baumblüte, frühe; Getreidereife, frühe
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 1821 - 25.7.1822
Originaltext „Im Jahre 1822 hat sich der Winter mit seinen Eigenschaften, als Schnee und Frost, ganz unbezeugt gelassen, denn Frost war wenig und Schnee kannte man beinah nicht. Im ausgehenden Winter war schon schön warme Frühlingswitterung, wodurch dieses Jahr auch alle Blüten und Gewächse um vieles früher als sonstens ins Leben gerufen wurden. Die Bäume und der Wintersamen blühten schon im März, das Korn schoß im Aprill und wurde auch noch vor Jacobitag (25. Juli) reif. Die Winterfrüchte wurden lang an Stroh und geriethen wohl …“
   
Eintrag 4444
Schlagworte Hitze, große
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 7.7.1819
Originaltext „Anno 1818, den 26ten (Juli), und 1819, den 7ten Juli, zeigte das Thermometer 31 Grad Wärme im Schatten, eine Hitze, welche als Seltenheit für unser europäisches norddeutsches Klima galt, und daher sowohl für Menschen, Vieh, als für Pflanzen drückend und unerträglich war. Der Himmel war an diesen Tagen ganz von Wolken frei, und die heißen Strahlen der Mittagssonne sprühten sengend auf das heißgewordende Erdreich herab. Die Steine wurden davon wie glühend, und man hatte noch um 6 Uhr abends eine Wärme wie sonstens mittags um 12 Uhr, daß sowohl Menschen als Vieh der Schweiß noch immerdar zur Erde träufte und das Pflanzenreich verwelkt darnieder lag, auch viele der Letzteren verbrandt und dürr geworden waren. Zwar waren denn nun auch die folgenden Tage noch heiß genug, allein es erschienen doch wieder mehr und mehr Wolken am Himmel, und der Herr milderte durch einen sanften Regen die erhitzten Lüfte und erfrischte das ausgebrannte Erdreich.“
   
Eintrag 4443
Schlagworte Hitze, große
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 26.7.1818
Originaltext „Anno 1818, den 26ten (Juli), und 1819, den 7ten Juli, zeigte das Thermometer 31 Grad Wärme im Schatten, eine Hitze, welche als Seltenheit für unser europäisches norddeutsches Klima galt, und daher sowohl für Menschen, Vieh, als für Pflanzen drückend und unerträglich war. Der Himmel war an diesen Tagen ganz von Wolken frei, und die heißen Strahlen der Mittagssonne sprühten sengend auf das heißgewordende Erdreich herab. Die Steine wurden davon wie glühend, und man hatte noch um 6 Uhr abends eine Wärme wie sonstens mittags um 12 Uhr, daß sowohl Menschen als Vieh der Schweiß noch immerdar zur Erde träufte und das Pflanzenreich verwelkt darnieder lag, auch viele der Letzteren verbrandt und dürr geworden waren. Zwar waren denn nun auch die folgenden Tage noch heiß genug, allein es erschienen doch wieder mehr und mehr Wolken am Himmel, und der Herr milderte durch einen sanften Regen die erhitzten Lüfte und erfrischte das ausgebrannte Erdreich.“
   
Eintrag 4442
Schlagworte Regenwetter, dauerhaftes; Dauerregen; Felder, augeweichte; Hochwasser; Überschwemmungen; Felder, beschädigte
Ortsangaben Grebendorf; Werra, Fluss
Zeitangabe 9.5.1818 - 17.5.1818
Originaltext „Im Jahre 1818 (obgleich sonstens mehr trocken als naß) waren die Tage des Frühlings, nehmlich vom 9ten bis zum 17ten Mai, von einem solchen anhaltenden, heftig ununterbrochenen Regenwetter angefüllt, desgleichen sich noch niemand zu denken wußte. Die Erde schien gleichsamst davon als von Wasser eingeweicht zu seyn. … Es waren ferner die Bäche zu Strömen und die Flüsse zu Fluten geworden, welche ganze Felder überschwemmten und zu Seen machten. Auch that dies die Werra in unserem Felde, und auch noch in einem weit höheren Wasserstande als 1816. Doch war aber der Schaden jetzt nicht so groß wie damals. Denn die nun eingetretene schöne Sonnenwitterung verwischte viel der Ereignisse und machte, daß man baldigst (ob es gleich auch schon Johannistag war) wieder Gerste säen und Kartoffeln setzen konnte.“
   
Eintrag 4441
Schlagworte Teuerung; Fruchtpreise; Hungersnot; Gegenmaßnahmen, staatliche; Getreide, Zwangsablieferungen
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 1817
Originaltext „Im Jahre 1817 war in Folge der Mißernde von 1816 eine große Theuerung. … Die Metze Korn kostete vor der Erndte noch 1 Rth., Weizen 1 Rth. und 4 gute Groschen, Gersten 15 und Erbsen 20 gute Groschen. Preise, welche der geringe rechtlich sich ernährende Mann nicht mehr zu bezahlen vermochte. Es wurde daher, um diesem so viel als möglich Linderung, ferner Nahrung zu verschaffen, auf Beschluß Kurfürstl. Verwaltungskommission zu Eschwege (Rath Möller) auf dem dortigen Schlosse ein Notspeicher aufgeschüttet und jenen auf Anweisungen für mindere Preise daraus zugewiesen. Nur zu bedauern war es aber in dieser Beziehung, daß man den Mittelmann, der doch kaum so viel gezogen hatte, als ihm wohl nöthig war, diese Kleinigkeit an Maltern gegen ihm angesetzte Taxa von höherer Hand dahin zu liefern zwang.“
   
Eintrag 4440
Schlagworte Hochwasser; Überschwemmung; Felder, überschwemmte; Früchte, Ernteeinbußen; Heu, Ernteeinbußen
Ortsangaben Grebendorf; Werra, Fluss
Zeitangabe 24.6.1816
Originaltext „Auch unser Fluß, die Werra, trat um Johannistag hoch über seine Ufer, überschwemmte das Feld, und ließ einen großen Schaden, sowohl an Heu als an Früchten zurück. Auch wir erndteten wenig, es war nur ein Drittel des sonstigen Erndteertrages.“
   
Eintrag 4439
Schlagworte Regenwetter, anhaltendes; Feldschäden; Früchte, verdorbene
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 6.1811
Originaltext „Die Früchte waren nehmlich von einem anhaltenden weit ausgedehnten Regenwetter in der Mitte Juni, sowohl auf Bergen als auch in den Thälern, dort durch die vielen Quellen und hier durch die Überschwemmung der ausgetretenen Flüsse, versoffen in Menge."
   
Eintrag 4438
Schlagworte Komet; Trockenheit, große
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 1811
Originaltext „Im Herbst des Jahres 1811 wurde ein Komet, auch Schwanzstern genannt, am nördlichen Himmel gesehen, welcher mit einem langen Schweife nach Südwest hinzeigte, und der, indes alle andere himmlische Lichter, als Sonne, Mond und Sterne, in immer gewohnter Weise von Osten nach Westen gehen, seinen Lauf von Westen nach Osten machte. Dieser Himmelsstern war lange Zeit nicht von unserer vaterländischen Welt gesehen worden, und man ging deshalb umso mehr hinaus und beobachtete und bewunderte ihn. Mit Anbruch der Nacht trat er hinter dem Königsberge hervor und entzog sich erst nach Mitternacht beim Greifenstein unserem Auge wieder. Und so eben wie er uns mit Anfang des Herbstes erschien und immer näher kam, Ebenso entfernte und verschwand er uns auch mit dessen Ende wieder. Sein schneller Lauf hatte ihn gar bald in die Räume weit entlegener Ferne geführt, und nur der Aberglaube wollte viel, sowohl Gegenwärtiges als auch Zukünftiges, in seinem Erscheinen ersehen haben. Er sollte es nehmlich sein, welcher an der großen Trockenheit dieses Jahres wie an den so häufig ausbrechenden Feuersbrünsten und der so heftig brennenden Kraft des Feuers dieses Herbstes schuld sey. Daß es nun auch sehr trocken war und viel und heftig brannte, ist gewiß, ob aber der jetzt am Himmel gestandene Komet mitgewirkt hat, läßt sich keineswegs behaupten noch erforschen.“
   
Eintrag 4437
Schlagworte Gewitter; Blitz; Donner; Wolkenbruch; Überschwemmungen; Wege, zerstörte; Bäume, entwurzelte; Felder, überschwemmte; Gärten, überschwemmte; Häuser, beschädigte; Flutwelle; Wiesen, verschlämmte
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 3.6.1808
Originaltext „Im Jahre 1808, den 3. Juni des Nachmittags um 2 Uhr wurden wir von einem starken Gewitter, welches von Süden her unter Blitz und Donner nördlich zu unsern Bergen hinzog, hart heimgesucht. Denn als dies furchtbare ewig denkwürdige Gewitter (von dem ein glaubhafter Augenzeuge sagt, dass es so tief gestanden habe, dass man von der Höhe des Meinhards herab, gleich auf einen im Thale gelegenen Nebel auf dasselbe hingesehen hätte), mit seinen immer größer und schwerer werdenden Wolken vor diesen hintrat, da entluden sich dieselben grausam, und in Folge eines noch nie gesehenen Regens (Wolkenbruch genannt) stürzten sogleich unsägliche Gewässer in Strömen die Berge herab den Thälern zu, zerrissen Gräben und Wege entzwei, und überschwemmten alle Tiefen, sowohl des Dorfs als die der Felder. In den Straßen sah man das Wasser beinah halbstockwerkshohe Wellen schlagen, Bäume mit fortführen und im fürchterlichsten Gebrause und dem tösenden Steingerappel sich gleich einer Werra nach unten des Dorfs hinwälzen, wo es die Deiche, die meisten Hofraiden und Gärten überschwemmte, ja sogar in die Gebäude eindrang und Küche, Keller und Ställe mit Wasser und Schlamm anfüllte. Auch über selbst hohe Mauern und Dämme floß es endlich hin und gab eine sogenannte Fluth, unter dessen Stande man 2 Stunden lang sich genöthigt sah, das Haus zu hüten. Viele Leute hatten ihr tief im Wasser stehendes Vieh an andere Plätze, ja sogar Kälber, wie man sagt, um dem Ertrinken zu entziehen, auf die Böden bringen müssen. Darum wäre denn auch gewiß, wenn dieses furchtbare Gewitter zur Nachtzeit kam, gar manches derselben ein Opfer des Todes in den Fluthen seines Schicksals geworden seyn!
Als es aber vorüber war, als sich das Wasser abgelaufen hatte und man wieder aus dem Hause kommen konnte, o! wie war es da so ganz anders als am Morgen geworden, o! wie sah man da so allenthalben nichts als lauter Verwüstungen, Jammer und Traurigkeit. Denn vieles von den Bergen war mit fortgenommen, die Wege entzweigerissen, und alle Tiefen gleich Seen mit Wasser angefüllt. Alle Flutgraben waren übergebrochen und hatten die Wiesen verschlämmt, sowie die Fluren ganzer Felder mit Kummer überschüttet (davon die vielen Steine, besonders auf den Ländereien des Diebgrabenfeldes auch noch in späteren Jahren ein Beweis sind). Ein großer Theil der Erndte war dahin. Anbau wie das Feld, so auch das Dorf, dieses erkannte man beinah nicht mehr. Hier waren die Straßen von Steinen und Schutt angefüllt, Ruinen gleich. Die Deiche bemerkte man kaum noch. Anstatt der blumigten Gärten war Kummer, und auf den Hofraiden, in Küchen, Kellern und Ställen war Wasser und Schlamm zu finden. 0, wie mußte nicht dieses alles unser Auge trüben, und unser Herz mit inniger Wehmuth erfüllen. Ja, und das auch umso mehr noch, da es schien, als wäre dieses furchtbare Gewitter gerade über unser Dorf und Felder zu kommen von der Vorsehung bestimmt gewesen sei, indem die Leute in der Umgegend nichts waren davon gewahren worden.
Doch der Herr hats gethan, und er wird es auch sein, welcher nach der Hoffnung, alle diese Verwüstungen wieder gutzumachen weiß. Denn wie viele große Revolutionen haben nicht schon von jeher die Erde verwüstet, und immer steht sie wieder neu erbaut, erhalten und vollkommen da. Dennoch soll uns aber dieser Tag im Gedächtnis eine bleibende Stelle finden, weil man sich an ein so fürchterliches Gewitter aus früherer Zeit, auch selbst die ältesten Leute, nicht zu erinnern vermag. O! möge doch Gott nie wieder ein solches Gewitter über unser Dorf und Felder kommen lassen wollen. 0, möge er uns doch stets mit seiner Güte schützend zur Seite seyn, und uns vor dessen Verderben bewahren, denn das wissen wir, dass die Güte des Herren es will, dass es mit niemandem gar aus sei und seine Barmherzigkeit kein Ende hat. (Klagelieder Jeremias 3, Vers 22)”
   
Eintrag 4436
Schlagworte Schneemassen; Schneeräumarbeiten; Schneedecke, geschlossene
Ortsangaben Darmstadt; Bessungen; Traisa
Zeitangabe 29.12.1886
Originaltext „Darmstadt: Ein hübscher Zug wird von unserm Großherzog gemeldet. Mittwoch voriger Woche befuhr der Bessunger Gemeindeschlitten, den der Straßenmeister geliehen hatte, die Kreisstraße, um die Fahrbahn vom Schnee zu befreien. Kurz vor Traisa begegnete dem Schlitten eine Bauernfrau mit einem Korbe auf dem Kopf, die, mochte sie wollen oder nicht, in den massenhaft angehäuften Schnee zur Seite treten mußte. Kaum war der Schlitten vorbei, so kam der Großherzog per Schlitten desselben Wegs gefahren und die Frau mußte abermals in den Schnee ausweichen. Der hohe Herr ließ jedoch, bei der Frau angekommen, still halten, der Lakai mußte den Korb in den Schlitten heben und schließlich auch der Frau hineinhelfen. So beladen fuhr des Großherzogs Schlitten nach Traisa hinein und setzte seine Begleiterin dort ab.“
   

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