Datensätze in der Wetterdatenbank

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Eintrag 4567
Schlagworte Tage, warme; Baumblüte
Ortsangaben Felsberg
Zeitangabe 31.3.1755 - 15.4.1755
Originaltext "U[nd] da mit dem Ende des Martii [1755] gar feine warme Tage kamen und fortwehreten, so wurden in der Helfte des Aprilis fast alle Baume außer den Apfelbaumen in der angenehmsten Blüte gesehen."
   
Eintrag 4566
Schlagworte Tauwetter; Hochwasser; Überschwemmung
Ortsangaben Felsberg; Eder, Fluss
Zeitangabe 15.3.1755
Originaltext "Als nun medio Martii [1755] das Thauwetter beständig anhieIte. verursachte die angelaufene Edder zwar eine ziemliche Überschwemmung, unterdessen, weil kein Regen dazu kam, verlief sich das Wasser in wenig Tagen wiederum, daß der Schaden an den Winterfeldern eben so merckl[ich] nicht seyn wird."
   
Eintrag 4565
Schlagworte Kälte; Schnee, tiefer; Wild, hungerndes
Ortsangaben Felsberg
Zeitangabe 1.12.1754 - 15.3.1755
Originaltext "1754 d. 1. Xbris nahm eine ungemeine Kälte den Anfang, welche mit darzwischen zuweilen eingefalIenen Thautagen bis in die Halfte des Martii 1755 anhielte, dabey ein so tiefer Schnee fiel und auch beständig dauerte, dergleichen sich die altesten Leute nicht erinnern konnen gesehen und erlebt zuhaben. Darüber ein solcher Hunger unter dem Wilde entstanden, daß es sich nicht scheuete, gegen Abend in die Stadt zukommen und seine Nahrung hier u. a. in den Gärten und um die Scheuren zusuchen."
   
Eintrag 4564
Schlagworte Hitze; Unwetter; Gewitter
Ortsangaben Felsberg
Zeitangabe 17.5.1754
Originaltext "d. 17. Maji entstunde nach der etliche Tage über gewesenen großen Hitze ein starckes Wetter, welches mit Donnern und Blitzen etliche Stunden heftig anhielte, bis es des Abends urn 7 Uhr mit entsetzlichtem Krachen in den Schloßthurn einschluge und die ganze Stadt in großen Schrecken setzte. Inzwischen war durch die Gute des Allrnächtigen Gottes der Schlag kalt gewesen, sonsten würde durch das neben dem Thurn stehende Pulver-Magazin eine erbärmliche Verwüstung seyn angerichtet worden."
   
Eintrag 4563
Schlagworte Himmelszeichen; Polarlichter
Ortsangaben Dannenrodt
Zeitangabe 1721
Originaltext In einem Attest, das der Physicus Dr. J. O. Wegehausen aus Homburg an der Ohm am 12. Februar 1737 nach der Untersuchung des ins Delirum gefallenen Bildwebers Johann Jost Kister aus Dannenrodt im Amt Homberg an der Ohm verfasste, schreibt er, dass die Erkrankung 1721 "durch einen gehabten grosen Schrecken über den damahlen im Frühjahr sich gezeigten starcken Nordtschein oder feurige Phaenomenon am Himmel" ausgelöst worden sei.
   
Eintrag 4562
Schlagworte Eislaufen; Frost
Ortsangaben Darmstadt
Zeitangabe 8.1.1824
Originaltext "Glück hatte ein Kupferstecher namens Felsing, der am 8. Januar 1824 beim Eislaufen auf dem Großen Woog in Darmstadt ins Eis einbrach. Er wurde durch den mutigen Einsatz des im 2. Garderegiment stehende Hornisten Odé gerettet, der kurzerhand ins Wasser sprang, den Verunglückten „mit der einen Hand bey den Haaren“ fasste und „mit der andern Hand aber das Eis vor sich aufgeschlagen“ hat, unterstützt durch den (Lehr-)Kandidaten Kahl (HStAD Best. D 12 Nr. 8/12, Digitalisat online)."
   
Eintrag 4561
Schlagworte Kälte; Frost; Wintervergnügungen; Schlittschulaufen
Ortsangaben Wilhelmsthal
Zeitangabe 12.1810 - 1.1811
Originaltext Katharina schilderte die im Schloss Wilhelmsthal verbrachten Feiertage in ihrem Tagebuch: "Wir sind im Moment zusammen achtzig Personen, mit dem König, meinem Bruder und mir. Wir essen um elf Uhr, mit allen Damen und meinem Bruder. Nach dem Essen spielen wir eine Stunde lang Federball, um uns aufzuwärmen, denn es ist sehr kalt. Danach ziehe ich mich zurück um zu lesen, zu schreiben oder zu arbeiten. Um fünf Uhr mache ich mich fertig, denn um sechs Uhr essen wir alle zusammen. Nach dem Essen spiele ich zwei oder drei Partien Wolf mit dem König, das Gleiche mit dem Justizminister Simeon oder dem Großstallmeister Morio. Zu Sylvester haben wir allen möglichen Unsinn getrieben, zum Beispiel einen goldenen Ring in einer Mehlschüssel suchen. Es ist fast unmöglich, den Ring mit dem Mund zu finden. Und am 1. Januar kamen alle Herren und Damen, um dem König und mir und dann meinem Bruder Glück zu wünschen. Sie waren ganz einfach in Jagdkleidung erschienen. Dann haben wir gegessen. Es war zu kalt, um spazieren zu gehen. Also haben wir Federball gespielt. Dann haben wir bis Mitternacht kleine Spiele organisiert und sind danach zu Bett gegangen."
Am folgenden Tag wurden die Vergnügungen draußen fortgesetzt: "Auf dem großen Becken vor dem Schloss fing der König an, auf dem Eis zu gleiten. Er ermunterte mich, das gleiche zu tun, aber ich hatte den Mut dazu nicht. Als der König sah, dass er mich nicht überreden konnte, ließ er im Dorf kleine Holzschlitten holen. Man fand aber nur einen etwas zu großen. Die Soldaten der Garde zogen den Schlitt en auf dem Eis, um zu prüfen, ob es tragfähig wäre. Denn der König wünschte, dass ich mich darauf setzte, falls das Eis fest war. Kaum hatten die armen Kerle zwanzig Schritte getan, brach das Eis, und zwei rutschten ins Wasser. Gott sei Dank war das Wasser nicht so tief, so dass man die Unglücklichen herausholen konnte. Ich war durch diesen
Unfall sehr erschrocken. Der König ließ diesen guten Soldaten jede Menge Schnaps geben und einige Münzen, so dass sie auf diese Weise entschädigt wurden."
   
Eintrag 4560
Schlagworte Frost
Ortsangaben Kassel
Zeitangabe 21.11.1813
Originaltext Über den Einzug von Kurfürst Wilhelm I. in Kassel nach Ende des Königreichs Westphalen berichtete der preußische Bergrat Karl von Raumer in seinen Erinnerungen: "Vor dem Kurfürsten
her zog eine Menge Bauern zu Pferde, zum Theil angetrunken,
dann Förster, eine Schar weißgekleideter, vor Frost
zitternder Mädchen, Schulmeister mit angestrengt schreienden
Chorschülern, Nationalgarden zu Pferde und zu Fuß. Endlich
kam der Kurfürst selbst …"
   
Eintrag 4559
Schlagworte Frost; Kälte, große
Ortsangaben Kassel
Zeitangabe 23.11.1811 - 24.11.1811
Originaltext In der In der Nacht zum 24. November 1811 brach im Südflügel des Kasseler Stadtschlosses ein Feuer aus. Ursache des Brandes war eine Fußbodenheizung, die König Jérôme hatte einbauen lassen. Das Feuer breitete sich rasch aus, da die Löscharbeiten u.a. witterungsbedingt nicht schnell genug in Gang kamen. Wegen der großen Kälte gefror das Wasser in den Feuerspritzen.
   
Eintrag 4558
Schlagworte Winterzeit, Beginn
Ortsangaben Lauterbach
Zeitangabe 11.1879
Originaltext "Bekanntmachung.
… Mit Rücksicht auf den Eintritt der Winterszeit bringen wir die Bestimmungen der Local=Reglements vom … 27. October 1856 in Erinnerung. Lauterbach, den 25. November 1879. …
Reglement, Behängen der Schlitten und Chaisen mit Schellen betreffend.
Auf Grund des Art. 273 des Polizeistrafgesetzes wird mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern (Rescript vom 7. Augsut 1856 zu Nr. M.d. I.11339) Folgendes verordnet:
Zur Zeit, wenn die Straßen mit Schnee bedeckt sind, müssen die an Schlitten oder Chaisen angespannten Pferde mit Schellen behängt werden, bei Meidung der im Art. 273 des Polizeistrafgesetzes angedrohten Strafe.
Lauterbach, am 27. October 1856."
   
Eintrag 4557
Schlagworte Nachtfrost
Ortsangaben Lauterbach
Zeitangabe 12.1879
Originaltext "Wasserleitung. Da bei dem andauernden Froste viele Wasserconsumenten aus der herrschaftlichen Leitung, zur Verhütung des Einfrierens, das Wasser Tag und Nacht laufen lassen und hierdurch Wassermangel eingetreten sit, so sehen wir uns veranlaßt, darauf aufmerksam zu machen, daß wir, sollte dieser Wasserverschwendung nicht Einhalt geboten werden, genöthigt wären, die Leitung für die Nachtzeit zu schließen.
Bei dieser Gelegenheit empfehlen wir wiederholt das Anbringen von Abstellhähnen mit Entleerungsvorrichtung, wodurch dem Einfrieren des Wassers vorgebeugt werden kann.
Lauterbach, den 5. Dezember 1879
Freiherrlich Riedeselische Renteiverwaltung
Weil. Werner."
   
Eintrag 4556
Schlagworte Nacht, kalte
Ortsangaben Lauterbach
Zeitangabe 7.12.1879 - 8.12.1879
Originaltext "Lauterbach, 8. Dec.: Die heutige Nacht war bis jetzt die kälteste in diesem Winter. Das Thermometer zeigte um 8 Uhr Morgens 20° R."
   
Eintrag 4555
Schlagworte Wettereinflüsse; Planetenkonstellation
Ortsangaben
Zeitangabe 1880
Originaltext "Die eigenthümlichen Wetterverhältnisse dieses Jahres haben selbstverständlich schon mehrfach Veranlassung gegeben, die Ursachen derselben zu ergründen. Der deutsche Forscher Dr. Knapp leitet dieselben aus kosmischen Verhältnissen her, nämlich aus der Stellung der vier größten Planeten unsers Sonnensystems, welche während der Jahre 1880–1885 zu gleicher Zeit nicht weit von ihrer größten Sonnennähe sein, mithin auch in größte Erdnähe kommen werden und somit wohl einen Einfluß auf unsere irdischen Verhältnisse ausüben können. Dr. Knapp prophezeite daher auch für die nächsten fünf Jahre ähnliche Witterungszustände wie die diesjährigen."
   
Eintrag 4554
Schlagworte Weinernte, Ausfall
Ortsangaben Wiesbaden
Zeitangabe 10.1879
Originaltext "Wiesbaden, 23. Oct. [1879]: Die diesjährige Weinernte auf dem Neroberg fällt so schlecht aus, daß der größte hiesige Weinbergsbesitzer nächst der Domäne, Herr, C. Christmann, gar nicht lesen läßt. Es dürfte das seit 50 Jahren nicht vorgekommen sein."
   
Eintrag 4553
Schlagworte Traubenreife, frühe
Ortsangaben Rüdesheim; Rauenthal; Bingen; Rheingau; Hochheim
Zeitangabe 28.8.1880
Originaltext "Die Entwicklung des Weinstockes macht in Folge des anhaltend guten Wetters, namentlich in den höheren Lagen, die erfreulichsten Fortschritte. In Rüdesheim, Rauenthal, Bingen und in vielen anderen Gemarkungen findet man schon reife Trauben, so frühzeitig demnach, wie es seit langer Zeit nicht vorgekommen ist. Die Rieslinger sind selbstverständlich noch zurück. Auch in Hochheim rechnet man auf einen halben Herbst."
   
Eintrag 4552
Schlagworte Weinernte, erwartete
Ortsangaben Rheingau; Bingen
Zeitangabe 1880
Originaltext Bingen. (Weinernte im Rheingau.) Erfreuliches meldet die Weinhalle über die zu erwartende Weinernte aus dem Rheingau. „Die Trauben,“ schreibt das Blatt, „haben bis jetzt schöne Fortschritte gemacht und berechtigen zu der besten Hoffnung, nur schade, daß es so wenig gibt. Das schlechte Wetter während der Blüthe hat viel geschadet, denn es sind viele Gescheine zu Grunde gegangen und andere sind stark durchgefallen. Es gibt wohl einzelne Weinberge und auch ganze Distrikte, in welchen noch ziemlich viele Trauben hängen, aber im Durchschnitt fällt der Ertrag gering aus; dagegen kann die Qualität, wie bemerkt, recht gut werden, wenn der Aug. u. Septbr. entsprechendes Wetter bringen, denn auf diese zwei Monate kommt viel an. Die Aussicht gewährt wenigstens den Trost, daß für die kleine Quantität hohe Preise bezahlt werden, wenn die Qualität gut wird. Weiterhin ist dann die Hoffnung, daß die Weinberge fürs nächste Jahr wieder vollständig ertragsfähig werden. Es ist ganz erstaunlich, wie selbst Stöcke, die man für verloren hielt, wieder ein junges kräftiges Holz getrieben haben; für dieses ist gutes Wetter nöthig, damit es vollständig reif ist, wenn der Winter eintritt.“
   
Eintrag 4551
Schlagworte Gewitter; Gebäudeschäden
Ortsangaben Lauterbach; Maar
Zeitangabe 29.7.1880
Originaltext "Lauterbach, 30 Juli [1880]. Gestern zog ein heftiges Gewitter über unsere Stadt und Umgebung und zündete der Blitz in dem Hause des früheren Bürgermeisters Walter zu Maar. Das Feuer konnte jedoch von der eigenen Feuerwehr bewältigt werden. Wir verfehlen nicht, an dieser Stelle die Benutzung der Feuerversicherungen in genügender Weise zu empfehlen."
   
Eintrag 4550
Schlagworte Wolkenbruch; Sturm
Ortsangaben Frankfurt; Hanau; Gelnhausen
Zeitangabe 26.7.1880
Originaltext "Frankfurt, 27 Juli [1880]. (Turnfest) Gestern Mittag wüthete, ähnlich wie bei dem Schützenfeste, ein von wolkenbruchartigen Regengüssen begleiteter heftiger Sturm, der mannigfaches Unheil in der Stadt und auf dem Festplatz zur Folge hatte. Gegen Abend klärte sich jedoch der Himmel wieder auf."
   
Eintrag 4549
Schlagworte Kirschenernte, reiche
Ortsangaben Friedberg
Zeitangabe 1881
Originaltext "Im Kreise Friedberg sieht man dieses Jahr einer überaus reichen Kirschenernte entgegen."
   
Eintrag 4548
Schlagworte Wolkenbruch; Überschwemmungen; Hochwasser; Gebäudeschäden
Ortsangaben Wetterau; Taunus; Usabach, Fluss; Usingen; Ziegenberg; Obermörlen; Nauheim; Friedberg; Ossenheim; Wetter, Fluss; Fauerbach; Niedermörlen; Seebach, Fluss
Zeitangabe 3.3.1880 - 4.3.1880
Originaltext "Friedberg, 4. März [1880]. In Folge eines in der verflossenen Nacht im vorderen Taunus gefallenenen Wolkenbruchs ist unsere ganze Umgegend in einen großen See verwandelt. Der sonst so harmlose Usabach, welcher hinter Usingen entspringt und das romantische Thal von Usingen über Ziegenberg, Obermörlen, Nauheim und Friedberg durchfließt und bei Ossenheim in die Wetter mündet, wälzt sich wie ein breiter reißender Strom durch das Thal, auch die Nebenflüßchen sind hoch angeschwollen und haben Felder und Wiesen überschwemmt. Nach den bis jetzt hier eingelaufenen Nachrichten hat die plötzliche Hochfluth erheblichen Schaden angerichtet, indem sie Brücken u. Stege wegriß, Mühlen und Gebäude beschädigte. In Fauerbach v.d.H., Ober= und Niedermörlen wurde das Vieh aus den Ställen geschafft, in Nauheim stehen die Gärten, ein großer Theil des Parkes und Badehäuser unter Wasser, eine der Brücken im Park, sowie mehrere kleine Uebergänge sind fortgeschwemmt worden, der große Teich ist übergetreten. Hier wurde eine an der Usa gelegene Sägemühle von dem Wasser demolirt und in dem städtischen Brunnenhause durch den von Ockstadt kommenden, in gewöhnlicher Zeit ganz unbedeutenden Seebach, die Fundamentmauern weggerissen, so daß das Gebäude abgesperrt werden mußte."
   

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