Datensätze

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Eintrag 3382
Schlagworte Hungerjahr; Kriminalität
Ortsangaben Ahlersbach; Schlüchtern
Zeitangabe 1847
Quellenzeitangabe
Originaltext „Man schrieb das Jahr 1847, das unserer Heimat so viel Not und Elend brachte. Die Weiperzer Botenfrau, die zweimal wöchentlich den Weg durch Ahlersbach zur Kreisstadt (Schlüchtern) machte, befand sich auf dem Heimwege. Heue trug sie eine besonders kostbare Last: Vier Laib Brot! … Eben hatte sie unser Dörfchen hinter sich gelassen und begann … den letzten beschwerlichen Anstieg, die „Kniebreche“ zu überwinden. Da auf einmal sah sie sich auf einsamem Waldpfade einem Manne gegenüber, der ihr den Weg versperrte. Durch Ruß hatte er sich unkenntlich gemacht, und indem er ihr mit dem Messer drohte, forderte er das Brot. … Als sie es ihm weinend ausgehändigt hatte, verschwand er im Gebüsch. … Doch am nächsten Tag erschien sie mit ihrem Bürgermeister wieder in Ahlersbach. Der Täter mochte ihr trotz Verkleidung nicht ganz unbekannt vorgekommen sein. Die Vermutungen bestätigten sich bald. Die Kleider, die man in einem Zuber eingeweicht fand, verrieten ihn. Ein Leugnen war nicht möglich. Bald mußte er nach Ziegenhain abwandern, um dort vier Jahre zu verbüßen.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Ilse Werder und Susanne Gries-Engel: Frauen in Schlüchtern. Damals – heute. Ein Buch zur 1000jährigen Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung der Bergwinkelstadt, hrsg. vom Archiv Frauenleben im Main-Kinzig-Kreis e.V., Gelnhausen, 1993, S. 28.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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