Datensätze

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Eintrag 2634
Schlagworte Unwetter; Hagel
Ortsangaben Allendorf (Lumda)
Zeitangabe 18.7.1680
Quellenzeitangabe
Originaltext „Eure fürstliche Durchlaucht geben wir Arme und wenige Bürgerschaft in dero Stätgen Allendorf unterthänigst, wehmütigst und clagents zu vernehmen, wie daß leider Gott erbarms, der Allerhöchste dieses Stätgen verstrichenen Donnerstag, den 8. Monat July mit einem Donnerhagel, fallenden Kissel und Schloßenwetter sehr hart daheim gesucht, indeme mehreren teils das Korn, absonderlichen aber die lieben Sommerfrüchte, Gersten, Hafer, Bohnen, Flachs, Kraut, Inback, Hopfen und Sommersamen in Grund biß uf das grimmigste folge, so auch über die Hälfte zum Boden, wie leyder Gott sey es dem hohen Himmel geklagt, der betrübe Augenschein mehr als zu viel an Tag gibt, wodurch denn die arme erschöpfte Bürgerschaft in das äußerste Armut versetzt worden, auch sogar, daß wenige Bürger allhier sein werden, die ihr liebes Brot uffs Jahr haben werden, will geschweigen, Ihro fürstlichen Durchlaucht stendige Renten, Zinsen und Gefällen und darneben die monatliche Contribution uffzubringen, denn mancher armer Bürger seinen Säesamen schwerlich haben wirdt, will geschweigen das liebe tägliche Brot das Jahr über, denn an diesem geringen Ort sonsten keine Handlung noch Parthirung im Schwange gehet, als was sich nur der arme Bürgersmann und Witiben , kümmerlichen an den Hopfen, Flachs sich nähren und die monatliche Contribution darvon entrichten müssen, so vor diesmal durch Gottes Schickung fast ganz entzogen und wenig übrig geblieben ist.

Als ist und gelangt an Eure fürstliche Gnaden unser unterthänigstes flehentliches fleißiges Bitten, Eure Durchlaucht wollen doch allergnädigst geruhe und die Werke der Barmherzigkeit über uns sehr wenige arme Bürgerschaft, Witiben und Waisen umb dises von Gott uns zugeschickten großen Unglücks und verderbten Zustand die monatliche Contribution also lindern, mindern und verringern, daß die arme Bürgerschaft solche Gelder bezahlen und abtragen könnten, damit wir mit unseren armen Weibern und Kindern bei Haus und Hof bleiben könnten. Ein solches würde der Allerhöchste Eure Gnaden anderwärts reichlich belohnen, und wir seint als getreue pflichtschuldige gehorsame Unterthanen mit einem andächtigen demütigen Gebett bei Gott dem allmächtigen zue Tag und Nacht gegen Ihro Fürstliche Durchlaucht jeder Zeit ohne Vergessen. Eure gnädige Resolution unterthänigst erwartend

Bürgermeister, Rath, Vierer und Gemeine der Stadt Allendorf an der Lumbda.“
Bemerkungen Aus einem Schreiben der Stadt an die Landgräfin. Datum auf den greogrianischen Kalender umgerechnet.
Bearbeitungsstand   16.03.2009
Beleg Stadt Allendorf an der Lumda (Hrsg.): Allendorf an der Lumda. Chronik zur 1200-Jahrfeier. Allendorf 1988, S. 112.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2635
Schlagworte Hochwasser
Ortsangaben Allendorf (Lumda)
Zeitangabe 5.9.1826 - 6.9.1826
Quellenzeitangabe
Originaltext In der Nacht vom 5. auf den 6. September 1829 brachte die Lumda so großes Hochwasser, daß weite Strecken innerhalb der Gemarkung überschwemmt waren. Die Gesamtschäden an Grummet, Kartoffeln, Korn, Erbsen, Hafer, Weizen und Kraut betrugen 2429 Gulden.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   16.03.2009
Beleg Stadt Allendorf an der Lumda (Hrsg.): Allendorf an der Lumda. Chronik zur 1200-Jahrfeier. Allendorf 1988, S. 113.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2636
Schlagworte Unwetter; Hagel
Ortsangaben Allendorf (Lumda)
Zeitangabe 13.6.1839
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am gestrigen Tage erhob sich von Nordwest aus ein Anfangs unbedeutend scheinendes Gewitter, das aber bald nach Vereinigung mit einem mehr von Norden kommenden Gewitter nicht ohne Besorgnis von unserer Seite, unserer Gemarkung sich nahte, und diese Besorgnise waren nicht unbegründet, denn kaum hatte das Gewitter unsere Gegend erreicht, so entlud es sich zuerst unter schwerem Regen, welcher einen Theil unserer Wiesenfluren überschwemmte, das Land zerflößte und so nicht unbedeutend schadete. Ja, das Wasser war in einer solchen Menge vorhanden, daß von Allertshausen Bauholz und dergleichen bis hierher geflößt wurde. In dem von der Gemarkung Allertshausen bis hierher ziehenden sogenannten Klingelsgraben liegen fast sämtliche die daran befindlichen Erlenbäume auf dem Boden und es sind mit den daran befindlichen großen Erdstocken ausgerissen und bis auf die Wiesen geschwemmt. Eine Menge dicke Steine befinden sich auf den in dessen Nähe liegenden Wege und Wiesen. Zugleich entlud sich das Gewitter auch unter Hagel, welcher den Obstbäumen, der jungen Saat und noch mehr den schon herangewachsenen Winterfrüchten Schaden brachte. Der mit diesem Gewitter verbundene Sturm hat in seiner ganzen Heftigkeit unsere Waldungen getroffen und soviel Bäume umgeworfen, daß wohl 200 Stecken Holz davon aufgesetzt werden können. Da das Gewitter unserer Gemarkung von Nordost nach Süden und von da nach Osten hin in der Länge getroffen hat, so glauben wir die Ansicht aussprechen zu müssen, daß der Schaden so bedeutend sei, daß wir auf gesetzliche begründete Wege auf Steuernachlaß und Collektenerhebungen Anspruch mach dürften.“
Bemerkungen Aus einem Bericht des Bürgermeisters an das Kreisamt Gießen.
Bearbeitungsstand   16.03.2009
Beleg Stadt Allendorf an der Lumda (Hrsg.): Allendorf an der Lumda. Chronik zur 1200-Jahrfeier. Allendorf 1988, S. 113f.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   

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