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Eintrag 2378
Schlagworte Wolkenbruch; Unwetter; Gewitter; Donner; Blitz; Feldfrüchte, Schäden an; Hochwasser; Überschwemmung; Gebäudeschäden; Personenopfer; Dämme, zerstörte; Vieh, ersoffenes
Ortsangaben Schwalm, Fluss; Reuters; Angersbach; Brauerschwend; Altenburg
Zeitangabe 26.5.1749 - 27.5.1749
Quellenzeitangabe 2. Pfingsttag 1749
Originaltext "Endlich verdient noch angemerkt zu werden, daß im oberen Schwalmtal am 26. Mai, als am anderen Pfingstfeiertag dieses jetzt laufenden 1749. Jahres ein großer Wolkenbruch, der mit Donner und Blitz gemischt gewesen, gefallen. Das Donnerwetter hat nicht allein an vielen Orten, wo der Strich hingegangen, an den Feldfrüchten großen Schaden getan, sondern es hat auch das Gewässer hin und wieder keine geringe Verwüstung angerichtet. Bei Reuters hat die Gewalt des Wassers den Damm eines Teichs zerrissen, worauf der sogenannte Schwalmfluß und andere kleine so hoch angeschwollen, daß sie aus ihren tiefen Ufern getreten sind, und durch den straken Strom an Häusern, Scheuern, Mühlen, Gärten, Äckern und Wiesen großen Schaden verursacht haben, wobei zugleich verschiedene Menschen und Vieh umgekommen sind. Zu Angerbach im Riedeselschen sind durch diese Flut einige Häuser weggespült worden, und man hat 14 derselben gezählt, welche dieses Unglück betroffen. Zu Bauerschwendt hat die Gewalt des Wassers eine Ölmühle nebst zwei Scheuern, und auf der Altenburg zwei Häuser mit sich fortgeführt, und zwar mit solchem Ungestüm, daß die Plätze, wo sie gestanden, nicht mehr kennbar gewesen, zumal da das Wasser große Steine dahingewälzt hatte. An diesem letzten Ort, wo noch ein ander Haus nur zur Hälfte stehen geblieben, ist eine Frau mit ihren zwei Enkeln von der Flut mitgenommen worden. Alle diese drei Personen haben in dieser Wassernot elendiglich umkommen müssen. Es sind noch zwei Schäfer, welche die Schafe schwemmen wollten, ertrunken, und zu Ziegenhain ist ein Kind im Wasser verunglückt. Den Schaden, den dieses außerordentliche Wetter hin und wieder verursacht hat, hat man über 20 000 Taler geschätzt."
Bemerkungen Der Autor zitiert aus
Bearbeitungsstand   04.05.2014
Beleg Julius Paulus: Das Wassernetz im Schwalmtal von Zella bis Treysa, in: ZHG 67 (1956), S. 119-129.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 2476
Schlagworte Hochwasser; Überschwemmung; Sturm; Erdbeben; Gebäudeschäden; Brücke, zerstörte; Bodenerosion
Ortsangaben Kassel; Fulda, Fluss; Altenburg; Fritzlar; Röhrenfurth; Eder, Fluss; Trubenhausen
Zeitangabe 16.1.1682 - 17.1.1682
Quellenzeitangabe
Originaltext „1682 am 16. Januar fand die größte Wasserfluth nach der des Jahres 1643 statt; sie war 3 Fuß 3 Zoll geringer als die vorgenannte, nichtsdestoweniger hat sie aber sehr bedeutenden Schaden angerichtet namentlich an den Festungswällen und den neuen Contreskarpen [=Schanzwerken; J.E.], welche zum größten Theil zusammen stürzten. Ein Augenzeuge, der damalige Unterneustädter Metropolitan Friedrich Juca an der Unterneustädter Kirche, hat uns davon folgende Aufzeichnung hinterlassen, welche wörtlich lautet: ‚Im Januar an einem Sonntag um 3 Uhr stieg die Fulda, daß sie die ganze Neustadt überschwemmte. In der Kirche stieg das Wasser 4 Ellen hoch und warf Stühle und Bänke um, da in der Sacristei die Fabrilianische Bibliothek stand, so that das Wasser daran großen Schaden. Im Pfarrhause, wo man die Bier- und Weinfässer aufgestaut hatte, floß alles umher. Auf den Straßen konnte kein Nachbar zum anderen kommen, in den niedrigen Häusern reterirten die Einwohner unter die Dächer. Hätte das Wasser die sehr dünne Stadtmauer (jedenfalls ist hierunter die Mauer an der Fulda her verstanden, da die Festung mit einem hohen Walle versehen war) umgerissen, wären viele Menschen versoffen. Des Nachts kam ein gewaltiger Sturmwind um 11 Uhr mit großem Brausen und man verspürte dabei ein Erdbeben. Die Fluth dauerte vom hellen Sonntag bis den Montag Abend, wo sich der Sturm legte. An der Festung und hohen Stadtwällen hat der Regen großen Schaden gethan.‘ Nach dem Wasserzeichen an der Ahnaberger Mühle erreichte die Fluth daselbst die Höhe von 14 Fuß 4 Zoll. […] Zu Altenburg, Fritzlar und Röhrenfurth wurden die Brücken durch die Fluth hinweggerissen, bei Trubenhausen, Amts Witzenhausen stürzte ein Berg zusammen … Während der Monat December mit Sturm, Regen und Gewittern abgewechselt hatte, trat hierauf nach der Ueberschwemmung im Monat Februar eine grimmige Kälte ein.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.02.2008
Beleg Die Ueberschwemmungen in früheren Zeiten zu Cassel (Schluß), in: Casseler Tagespost, Nr. 1094 vom 13. April 1865, S. 1-2, hier S. 1.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4383
Schlagworte Wasserguss; Starkregen; Sturm; Hochwasser; Überschwemmung; Gebäudeschäden; Brücken, zerstörte; Vieh, ersoffenes; Menschen, ertrunkene; Stadtmauern, eingestürzte; Erdrutsch
Ortsangaben Lahn, Fluss; Limburg; Diez; Hadamar; Gießen; Wanfried; Werra, Fluss; Treis an der Lumda; Herrenbreitungen; Fritzlar; Altenburg; Röhrenfurt; Rotenburg; Fulda, Fluss; Kassel
Zeitangabe 5.1.1643 - 6.1.1643
Quellenzeitangabe
Originaltext "Wie in ganz Italien, Deutschland und den Niederlanden dieses Jahr mit einem fürchterlichen Aufruhr aller Elemente, mit Erdbeben, Wassergüssen und geftigen Stürmen begann, so stieg auch in Ober- und Niederhessen durch angeschwollene und ausgetretene Flüsse die Gefahr der Ueberschwemmung bis zu einem erhöhten Grade. Die Lahn, welche in der Gegend von Limburg, Dietz und Hadamar Mühlen, Häuser, Menschen, Vieh und Früchte mit sich fortriß, überfluthete zuerst den niedrigen Wallgraben der Stadt Gießen; bei Wanfried zerborst der Felsen der Plesse und stürzte ins Thal; zu Treiß an der Lumbde, zu Herrenbreitungen, zu Fritzlar, Altenburg und Röhrenfurt stürzten Stadtmauern, Häuser und Brücken zusammen. Die Fulda, um Christtag bei Rotenburg drei Tage angeschwollen erreichte binnen zwei Tagen zu Cassel einen so hohen (noch jetzt durch mehrere Inschriften bezeichneten) Stand, daß die Kirchenkanzel der Unterneustadt bespült und der Hauptwall mit seinen neuen Gegenschaaren zerstört wurde; die in den oberen Geschossen des Nassauer Hofes, des Wohnsitzes der Landgräfin Juliane und ihrer Töchter, bedrohten fürstlichen Frauenzimmer konnten nur durch schleunig erbaute Gerüste gerettet werden."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.01.2016
Beleg Christoph von Rommel: Neuere Geschichte von Hessen, Achter Band, Cassel 1843,S. 639–640.
Bearbeiter Holger Hamecher
   
Eintrag 4488
Schlagworte Gewitter; Unwetter; Regen, heftiger; Wolkenbruch; Hagel; Hochwasser; Überschwemmung; Todesopfer; Schäden an Gebäuden; Schäden an Vieh; Schäden an Feldfrüchten
Ortsangaben Brauerschwend; Altenburg; Alsfeld; Dotzelrod; Eudorf; Hattendorf; Schwalm, Fluss
Zeitangabe 26.5.1749
Quellenzeitangabe
Originaltext "Notabilia
Anno 1749 den 26ten May war der zweyte Pfingst[t]ag, entstunde nachmittags ein sehr starkes Donnerwetter mit einem heftigen Regen und über Brauerschwend gefallenen Wolkenbruch, worauf die Gewalt deß Wassers daselbsten 2 Scheuren und eine Öel-Mühle mit fortgeführet, welches auch auf der Altenburg geschehen, allwo ein Hauß gäntzl. weggespület worden mit einer Frau nebst ihren 2 Enkeln, welche in der Wut deß Waßers elandiglich umgekommen, worauf das gröste Kind bey Alßfeld auf einem Waydenbaum, die Frau den dritten Pfingsttag zu Dötzelrode [=Dotzelrod] und das andere noch säugende Kind acht Tage hernach auf den Eudorfer Wießen in einem Waßergraben tod gefunden worden. Vor Alßfeld hat die große Wasserfluth geziemertes Holtz zu einem neuen Bau nebst anderem Gehöltze fortgeführet, dergleichen auch zu Eudorf geschehen, allwo nicht nur Jacob Geiseln seine Wohnung sondern auch die Gartenzäune im Dorf darnieder gerissen, Garten und Wießen überschwemmet und beschlammet, an bey den meisten Einwohnern Mist und Holtz, sowohl Bren[n-] als großes Bauholtz mit weggeführet worden. Zu Dotzelrodda sind dem damahligen Hofmann Joh. Faul [?] Stiere und Schweine ersoffen, und daselbsten wie auch zu Hattendorf von denen gefallenen großen Schlossen die Früchte darnieder geschlagen worden, daß die Leute solche müssen abmähen. Dieses entsetzliche Wetter und überschwemmende reißende Waßerfluth war wohl eine rechte particular Sündfluth, dergleichen die älteste Leute nie erlebt haben. Was die Ursache der ellgemeinen ersten Welt-Sündfluth war, das ist auch noch häutzutage die Ursache aller sonderbahren Sündfluth und Überschwemmungen, nemlich die Sünde."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   05.09.2018
Beleg Kirchenbuch Eudorf 1725–1800
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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