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Eintrag 3652
Schlagworte Hochwasser; Überschwemmung; Anstieg der Lebensmittelpreise; Hilfsmaßnahmen
Ortsangaben Leeheim; Rhein, Fluss
Zeitangabe 1867
Quellenzeitangabe
Originaltext „1867 hatte der Rhein in den ersten Tagen des Februar den Sommerdamm abermals überstiegen und die niedrig gelegenen Teile der Gemarkung Leeheim – ca. 2000 Morgen – unter Wasser gesetzt. Der größte Teil des zum Kammerhof gehörenden Feldes sowie ein erhebliches Gebiet der zum Bensheimer Hof gehörenden Äcker standen unter Wasser. Für die Tagelöhner begann eine bittere Zeit. Die Preise für die Lebensmittel stiegen: Ein 5-Pfund-Brot kostete 18, bald danach 20 Kreuzer. Die Ärmeren schickten ihre Kinder betteln; man wußte sich nicht anders zu helfen. Solches hatte man bis dahin noch nicht beobachtet.
Der Kartoffelvorrat war während der Notzeit von den arbeitslos gewordenen Tagelöhnern völlig aufgezehrt worden; selbst die Saatkartoffeln wurden angegriffen. Als dann nach dem Verlaufen des Wassers die Möglichkeit bestand, Kartoffeln zu stecken, fehlte das Saatgut. Aus Mitteln der Gemeindekasse wurden 100 Malter Kartoffeln, das Malter zu 4 fl. 50 Kr., angekauft und den Armen als Saatkartoffeln zugeteilt, wobei sich der Gemeinderechner vorbehielt, die Kosten ganz oder teilweise – je nach Ausfall der Ernte – zurückzufordern. In der Tag wurde die Hälfte des Preises von jedem Empfänger zurückerhoben.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   08.06.2012
Beleg Adam Weiss und Rudolf Schwartz: Heimatbuch der Gemeinde Leeheim, Griesheim 1966, S. 35.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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