Datensätze

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Eintrag 24
Schlagworte Witterung
Ortsangaben Kurhessen; Aue
Zeitangabe 1.7.1824 - 31.7.1824
Quellenzeitangabe
Originaltext "Julius.

Dieser Monat war im Allgemeinen warm und trocken. Es zeigten sich einigemal Morgennebel. Welche die Sonne aber schnell zerstreute. Auch die Gewitter gingen schnell vorüber. Westwind war vorherrschend; er wechselte mit N. W. und S. W. Gegen die Mitte desselben brachten gedeihliche Gewitterregen den Spätlein, Kraut-, Wurzel- und Kartoffelpflanzungen die nöthige Hülfe zu ihrem Wachsthum. Sommer- und Brachfrüchte zeigten sich fortwährend in besten Zustande.

Die Bohnen litten Anfangs durch schädlichen Regen und wurden schwarz; die gedeihliche Witterung trieb an denselben noch viele untere Blühthen hervor, welche alle vollkommen Hülsen ansetzten. Sämmtliche Feldfrüchte versprachen sowohl an Körner als Stroh reiche Ernte. In den letzten Tagen dieses Monats wurde aus wahrer Brodnoth mit Roggenschneiden auf sonnigen Höhen schon früher der Anfang gemacht. Der probeausdrusch desselben ist nach allen eingegangenen Nachrichten im Allgemeinen sehr reichhaltig ausgefallen und hat den vorjährigen Körnerertrag nahe um 1/3 übertroffen. Auch die Gebunde-Zahl war sehr reich.

Die Heuernte auf zweyschürigen Wiesen wurde fortgesetzt, und das Brachfeld zur Winteraussaat vorbereitet. Die geringe Rübsamen-Ernte wurde gut vollbracht, so auch eine reiche Frühleinernte. Taback und Hirse versprachen guten Ertrag.

Der vor dem, um Johannis ausgesäeten hatte, und wünschte, daß die Versuche hiermit fortgesetzt und vom Erfolge öffentlich in diesen Blättern NachrichtSpörgel stand an eben so vielen Orten vorzüglich gut, als er an andern, wo ihm der Boden nicht angemessen war und er nicht die erforderliche Behandlung genoß, zu keinem gedeihen kommen konnte. Er wurde gemäht und gab viel und treffliches Futter, auch ein vorzüglich gutes Heu.

Die verschiedenen Anbauversuche mit der Himmelsgerste waren bis dahin sehr günstig ausgefallen.

Der Sommersamen blühte ganz vorzüglich reich und gleichmäßig, besonders der früh gesäete; der spät gesäete versprach nicht so viel. Das sehr einsichtsvolle Vereinsmitglied Bartels zu Aue, Kreis Eschwege, machte überhaupt auf das Frühsäen des Sommersamens und der daraus entspringenden guten Folgen aufmerksam, indem er bemerkte, daß man ja jetzt in der Regel auch den Witerrübsamen bey weitem früher als sonst säete. Er hat beobachtet, daß der diesjährige sogar an vielen Orten schon im Mai gesäete Sommerrübsamen einen auffallenden Vorzug vor dem, um Johannis ausgesäeten hatte, und wünschte, daß die Versuche hiermit fortgesetzt und vom Erfolg öffentlich in diesen Blättern Nachricht gegeben werden möge, welchem Wunsche wir vollkommen beytreten.

An Winter- und Sommerfrüchten, besonders Gerste und Hafer der letztern, zeigte sich Rost, doch nur an Blätter und Halme; welches aber eben keinen Schaden gebracht hat. - Von einem anderwärts bemerkten Insekt, welches die Aehren und Halme aushöhlt und verderben macht, ist bey uns nichts bemerkt worden.

Es fielen auch noch immer viele Schafe in Folge des kalten und trocknen Frühjahrs und des gewesenen Futtermangels."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   21.04.2004
Beleg Landwirtschaftliche Zeitung für Kurhessen, 2 (1824), S. 24.
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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