Datensätze

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Eintrag 1875
Schlagworte Unwetter; Hagel; Überschwemmung
Ortsangaben Bad Endbach
Zeitangabe 28.5.1826
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 28. Mai 1826, einem Sonntag, ging nachmittags zwischen 3 und 6 Uhr über Schlierbach ein Unwetter nieder, von dem sich die alten Leute heute noch erzählen. Es begann mit einem Hagel, dessen Körner so dick wie Taubeneier waren und dem Erdboden einige Schuh hoch bedeckten. Anschließend regnete es drei Stunden so heftig, daß die Bewohner sich veranlaßt sahen, ihr Vieh in die Stuben oder auf die Anhöhen zu treiben – unter eigener Lebensgefahr – wobei doch einige Kühe und Schweine von dem sonst so harmlosen Bächlein, das mit Schlierbach gleichen Namens den Ort durchfließt, das jetzt aber zu einem wütenden Strom angewachsen war, mitgerissen wurden. Ein Stockwerk hohe Steinhalden wurden bei den Höfen von Johann Jakob Debus, Johann und Jakob Müller angeschwemmt, wobei sich Steine von der Größe eines menschlichen Kopfes befanden. Von den Äckern an den Berghalden wurde die Erde fortgeschwemmt, so daß dort Gräben entstanden, so tief, daß ein Mann sich darin stellen konnte. Nicht nur das damals aus 22 Häusern bestehende Schlierbach stand restlos unter Wasser, nein, es wurden Stämme mitgerissen, >wo ein Paar Ochsen von den Besten noch nicht im Stande waren, dasselbige zu ziehen<. >Bis zum 20. Juni lagen haufenweise die Hagelkörner überall herum und diese kaum jemand imstande war, vor Kälte anzugreifen.< Die Ernte war zu zwei Drittel vernichtet. Mit einem Lobpreis Gottes schließt dennoch der Chronist, der damalige Bürgermeister, seinen Bericht, weil er gewiß ist, daß Gott auch wieder den doppelten Segen geben wird denen, die seine Geschichte bußfertig annehmen. Aufgeschrieben habe er überhaupt die ganze Sache nur, damit spätere Geschlechter nicht die Väter der Mißwirtschaft beschuldigen. Denn die Schäden seien wirklich nur durch dieses Unwetter gekommen und seien so groß, daß unmöglich eine Generation sie beseitigen könnte.“
Bemerkungen Aus dem Hinteländer Anzeiger von 1950:
Bearbeitungsstand   14.08.2006
Beleg Karl Huth: Die Gemeinde Bad Endbach und ihre 8 Ortsteile im Wandel der Jahrhunderte. Bad Endbach 1985, S. 177.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   

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