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Eintrag 4460
Schlagworte Regen, anhaltender; Hochwasser; Überschwemmung; Feldfrüchte, Schäden an; Bearbeitung der Felder, verhinderte; Sommergetreide, verspätete Aussaat; Früchte, ertrunkene
Ortsangaben
Zeitangabe 3.5.1837
Quellenzeitangabe
Originaltext „Kaum war es nun aber anders und die schon so lange ersehnte schöne Frühlingstage eingetreten, so wurden sie auch sogleich wieder von einem heftigen anhaltenden, mit großen Güssen angefüllten Regenwetter unterbrochen. Und ebenso geschah es denn auch, daß in Folge dieser starken Regengüsse, besonders in der Nacht vom 3ten zum 4ten Mai, sowie durch das Schmelzen der ungeheueren Schneemassen aus dem Thüringer Walde die Werra hoch aufschwoll, in die Felder floß und hier durch Überschwemmung großen Schaden an den Früchten that. Die Aussicht in die Zukunft war allenthalben sehr trübe und erregte daher viel Besorgnis in den Gemüther der Menschen. Denn der unaufhörliche Regen, das Austreten der Flüsse und Bäche, die Menge der Quellen, die selbst auf hoch liegenden Äcker hervorbrachen, verhinderten die Bearbeitung der Felder und verspätete die Aussaat des Sommergedreites oder machte sie auch gar unmöglich. Man säte deshalb noch Gerste und setzte Kartoffeln bis zum 15ten Juni. Und da auch jetzt noch alle Lachen und Tiefen voll von Wasser standen, so war auch des Einsäens derjenigen Länder, da die Früchte ertrunken waren, noch immerdar kein Ende. So hat man denn auch die Bemerkung gemacht, daß der Hafer, welcher schon aufgegangen war, als das Wasser kam, dasselbe besser vertragen konnte, als der, welcher noch in der Erde lag, und so auch die Bohnen besser als die Erbsen. Es hatte auch die schlechte Frühlingswitterung alles um vieles später als sonstens ins Leben gerufen und zur Reife gebracht. Das Korn schoß zu Anfangs Juni und die Bäume blühten um den 15ten des Monats. Erst in der letzten Hälfte des Junis nahm die schlechte Witterung eine andere Wendung.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   27.12.2017
Beleg Helmut Stück und York-Egbert König (Bearb.): Martin Menthe (1802–1889). Aufzeichnungen aus Grebendorf, Grebendorf [2015], S. 65.
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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