Datensätze

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Eintrag 3097
Schlagworte Starkregen; Erdrutsch
Ortsangaben Bicken
Zeitangabe 5.1824
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Frühjahr Monat May 1824 fiel, nach einem zweitägigen starken Regen obig Bicken, am Mosgesberg, einem Berg, welcher den vorhergehenden Winter seiner Bäume, als Eichen und Buchen durch abhauen zu Gemeinde Klafterholz entledigt worden war, ein großer Theil zusammen, mit solcher Gewalt, daß viele grüne Stöcke von den gefällten Bäumen, und dicke Wurzeln von einander gerissen, so wie eine ungeheure Masse Erde und Steine mit Stöcken herunter auf die Chaussee geworfen wurde. Am Berg selbst hatte die Erde sich so von einander getheilt und erniedrigt, daß man mehrere Klafter Holz hätte hinein legen können.
Was mag dieses gewesen seyn?“
Bemerkungen Aus der Schulchronik Bicken.
Bearbeitungsstand   27.08.2009
Beleg Helmut Groos: Mittenaar. Ein Heimatbuch. Mittenaar 1988, S. 365.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3098
Schlagworte Starkregen; Hochwasser; Überschwemmung
Ortsangaben Bicken
Zeitangabe 14.11.1824
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 14 ten Nov. d.J. es war ein Sonntag, schwoll der Aarfluß, durch einen sehr starken Regen dergestalt an, daß manche Einwohner in Kleinbicken ihr Vieh aus den Ställen in die Häuser thun mußten. Das Wasser floß durch die Höfe des Johannes Thielmann und durch den des Johann Gibb, daß es über 2 Schuh hoch floß, und in den Viehställen und Kellern eben so hoch und noch höher war. Gartenzäune, Bohlen von Brücken, Tannenstämme, Mist aus den Höfen, schwamm fort. Kein Mensch will sich eines Winterschnees wie in dem Jahr 1796; erinnern. Doch hat es keinen Schaden verursacht, weder im Dorf noch in Feldern und Wiesen. Die ganze Aar obig und unterm Dorf glich einem großen See, vom Ackerfeld bis an die Chause war alles wie im Wasser. Heute Nacht hatten wir beinahe ein ähnliches, denn die Schulkinder aus Kleinbicken konnten wegen dem Wasser nicht herüber in die Schule kommen. Den 24 ten November 1824.“
Bemerkungen Aus der Schulchronik Bicken.
Bearbeitungsstand   22.06.2009
Beleg Helmut Groos: Mittenaar. Ein Heimatbuch. Mittenaar 1988, S. 365.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3099
Schlagworte Kälte; Trockenheit; Schneeschmelze; Hochwasser; Überschwemmung
Ortsangaben Bicken
Zeitangabe 12.1840 - 3.1841
Quellenzeitangabe
Originaltext „So wenig tiefer Schnee und große Kälte zu den Seltenheiten der hiesigen Gegend gehören, so verdient doch der Winter 1840/41 mit seinen ungewöhnlichen Erscheinungen der Art, einer Erwähnung und Beschreibung.
Mit dem Monat December 1840 trat eine große Kälte ein und dauerte bis zum Schluße des Monats. Es lag kein Schnee, darum drang der Frost zwei Fuß tief in die Erde.
Am Schluße des Monats ließ die große Kälte nach, und in den ersten 10 Tagen des Januar 1841 schneiete es fast beständig, daß der Schnee, Windwehen abgerechnet, zwei Fuß tief lag.
Den 14 ten Januar stellte sich Thauwetter ein, und man befürchtete, nicht ohne Grund, ein großes Gewässer, welches sich am 15 ten einstellte.
Am Abend des 15 ten trat wieder Frost ein und das Wasser fiel.
Aber am 16 ten wehte der Wind aus Südwest begleitet mit Regen. Jetzt schmolz die Schneemasse zusehends, dass den 17 ten um 3 Uhr morgens das Wasser eine bedeutende Höhe erreicht hatte.
Mehrere Einwohner in Kleinbicken mußten um diese Zeit schon ihr Vieh aus den Ställen schaffen.
Vormittags 10 Uhr kam die Weidbach gebraust. Die Gewölbe und Brücken über die selbe faßten die Wassermasse nicht mehr, sie verbreitete sich über die Chaussee bis vor die Schule und füllte alle niederen Höfe und Stallungen aus, daß ich, Herr Pfarrer Jöckel und viele andern Einwohner bis über die Knie durchs Wasser waten mußten, um unser Vieh aus den Ställen zu retten.
Das vor der Schule über die Chaussee fließende Wasser hatte den da befindlichen Brunnen ganz bedeckt und die Wohnstübe des Johann Philipp Enners 1 ½ Fuß hoch gefüllt. Der höchste Wasserstand war am 17 ten Januar Mittags um ein Uhr.
Kleinbicker hatten ihre Schafe, weil keine Ausflucht mehr war, auf die Speicher getragen; ein Mann, Heinrich Weber hatte seine Kuh in der Stube.
Abends um 8 Uhr war das Wasser beinahe um 2 Fuß gefallen.

[…]

Vom 17 ten bis 31 ten Januar gelindes Wetter. Der Februar begann wieder mit sehr strenger Kälte bis zum 13 ten. Von da gelinde bis zum Schluße.
Der März hatte uns mit ausgezeichnet schönem Wetter erfreut, welches uns in Freie lockte, und unsere Gartenarbeiten beginnen ließ.

Geschrieben am 22 ten März 1841
Schilling Schullehrer“
Bemerkungen Aus der Schulchronik Bicken.
Bearbeitungsstand   22.06.2009
Beleg Helmut Groos: Mittenaar. Ein Heimatbuch. Mittenaar 1988, S. 365f.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3100
Schlagworte strenger Frost; Schnee; Schneeschmelze; Hochwasser; Regen; Überschwemmung
Ortsangaben Bicken
Zeitangabe 19.12.1848 - 13.1.1849
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 19 ten December 1848 kündigte sich der Winter durch Eintritt einer strengen Kälte an, welche ununterbrochen bis zum 13 ten Januar 1849 anhielt. Den 27 ten December schneite es, jedoch nicht bedeutend, weil die Ost- und Nordostwind über 14 Tage scharf und schneidend waren, wodurch das Erdreich über zwei Fuß tief fror. Es war unterdessen allmählich die Schneemasse bis zu 1 ½ Fuß Tiefe angewachsen. In der Nacht vom 13 ten auf den 14 ten Januar schlug der Wind um und wehte am 14 ten heftig aus Westen mit starkem Regen begleitet. Dadurch schmolz die Schneemasse zusehens, daß die Bäche anschwollen und schon Nachmittags 3 Uhr aus ihren Ufern traten. Von nunan wuchs die Fluth von Minute zu Minute, daß die tiefer wohnenden Einwohner ihr Vieh: Schweine, Schafe und Rindvieh aus den Ställen bringen mußten. Auch ich war wie 1841 genöthigt, mein in den Pfarrställen befindliches Vieh in Sicherheit zu bringen.
Das Wasser stand bedeutend höher als in 1841; es bedeckte den vor der Schule gefindlichen Brunnen, strömte 1 ½ Fuß tief zwischen der Schule und der Pfarrscheune über die Straße, und durch die Thüre des Pfarrhauses und füllte den dabefindlichen Keller in einigen Augenblicken bis oben an. Von 6 bis 7 Uhr Abends war die Weidbach u. die Aar vor Johannes Ludwig Bernhammers Hause ein Wasserspiegel. Um dieselbe Zeit sah man mehrmals Blitzen. Ob die Blitze von Donner begleitet waren, konnte ich wegen den tosenden Wogen nicht hören. Andere wollen auch Donner gehört haben. Unglücke sind indessen bei dem Ganzen dahier nicht vorgekommen.“
Bemerkungen Aus der Schulchronik Bicken.
Bearbeitungsstand   22.06.2009
Beleg Helmut Groos: Mittenaar. Ein Heimatbuch. Mittenaar 1988, S. 366.
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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