Datensätze

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Eintrag 2231
Schlagworte Unwetter; Starkregen; Gewitter; Hagel; Sturm
Ortsangaben Biebesheim
Zeitangabe 4.3.1817
Quellenzeitangabe
Originaltext „Die Bewohner von Biebesheim, einem im Ried gelegenen Dorfe, wurden am 4. März 1817, Morgens 2 Uhr, in Angst und Schrecken gesetzt. Der heftige Wind der vorhergehenden Tage, begleitet von schwerem Regen, verwandelt sich in den heftigsten Sturm, es blitzt, donnert und hagelt, und der Sturmwind, aus Westen kommend, stürzt eine große gut gebaute Scheuer um, beschädigt viele Dächer und sprengt ein neues Thor aus Riegel und Angel, zugleich bemerken mehrere Einwohner in der Richtung des Sturms eine Bewegung der Erde und der Häuser, gleich einem Erdbeben. Die ältesten Leute des Dorfs erinnern sich nicht, einen solchen schrecklichen, furchtbaren Sturm erlebt zu haben.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.07.2007
Beleg Georg Wilhelm Justin Wagner: Hessisches Volksbuch oder Merkwürdigkeiten aus dem Vaterlande. Darmstadt 1834, S. 107.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3502
Schlagworte Hochwasser; Überschwemmung; Eisstand; Tauwetter; Kälteeinbruch
Ortsangaben Leeheim; Rhein, Fluss; Dornheim; Ried; Biebesheim; Crumstadt; Goddelau; Hofheim; Erfelden
Zeitangabe 1.1.1651 - 27.2.1651
Quellenzeitangabe
Originaltext „1651 eines der gefährlichsten Hochwasserjahre im Ried. Der Rhein war zugefroren. Neujahr trat aber Tauwetter ein. Der dreifußhohe Schnee schmolz, und der noch vom Herbst her hochgebliebene Wasserspiegel des Rheins stieg bis an den Damm. Bald strömte das Wasser über den Biebesheimer Landdeich. Mit Schnee wurde gedämmt. Schließlich wurde es empfindlich kalt. Am Freitag, den 27. Februar, waren Crumstadt, Goddelau und Hofheim (Philippshospital) unter Wasser. Noch immer stand das Rheineis. Erfelden wurde auf Befehl geräumt. Das Wasser stieg. Gegen Mittag schien Stillstand zu sein; doch gegen Abend schwoll es immer höher. Gegen 11 Uhr ertönte ein mächtiges Brausen. Das Wasser lief über die Dämme und setzte Erfelden und Leeheim unter Wasser.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Adam Weiss und Rudolf Schwartz: Heimatbuch der Gemeinde Leeheim, Griesheim 1966, S. 26f.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3586
Schlagworte Frost; Eisdecke, befahrbare; Tauwetter; Eisgang; Kälteeinbruch; Hochwasser; Deichbruch; Überschwemmung
Ortsangaben Rhein, Fluss; Mainz; Biebesheim; Stockstadt; Erfelden; Leeheim
Zeitangabe 9.12.1788 - 2.1789
Quellenzeitangabe
Originaltext „Von einem sehr kalten Winter wird 1788-89 berichtet. Bereits am 9. Dezember war die Eisdecke des Rheins so stark, daß „Lastwagen“ darüber fahren konnten. Am 27. Januar 1789 setzte Tauwetter ein. Mit Kanonenschüssen wurde die Bevölkerung des Rieds von Mainz aus gewarnt. Nach einem erneuten Kälteeinbruch stauten sich die Eismassen abermals, der Abfluß des Wassers wurde gehemmt. Die Flut durchbrach bei Biebesheim an 5 Stellen zugleich den Landdeich, und innerhalb von 10 Stunden stand das ganze Dorf (Biebesheim) vollständig unter Wasser. Stockstadt, Erfelden, Leeheim und andere Riedorte wurden von demselben Schicksal ereilt. Viele Gebäude standen ganz, andere bis an die Fenster unter Wasser. Die Leute jammerten nach Brot. Den meisten Menschen fehlte es an Holz zur Feuerung. Sie waren genötigt, die Fußböden aufzureißen und zu verbrennen. In manchen Stuben warn 20 Menschen zusammengedrängt, worunter sich Kranke und Wöchnerinnen befanden.
Eine besondere fürstliche Kommission wurde damals zur Hilfeleistung eingesetzt. Oppenheimer Schiffer brachten Lebensmittel. Im Laufe des Februar fiel der Rhein beträchtlich, und das Wasser in dem Überschwemmungsgebiet versickerte allmählich.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.09.2011
Beleg Gemeinde in Nöten. A. Wasser, Kälte, in: Adam Weiss und Rudolf Schwartz: Heimatbuch der Gemeinde Leeheim, Griesheim1966, S. 26-40, hier S. 29 f.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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