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Eintrag 2581
Schlagworte Regenwitterung, unaufhaltsame; Ernte, schlechte; Kartoffeln, missratene; Heu, verschlammtes; Lebensmittelpreise; Branntwein, schlechter; Bier, ungenießbar
Ortsangaben Hessen; Hersfeld; Gittersdorf
Zeitangabe 6.1816 - 9.1816
Quellenzeitangabe Sommer
Originaltext Bei Renovierungsarbeiten der Kirche im Jahre 1912 wurde ein Dokument aus dem Jahre 1816 entdeckt, das der damalige Pfarrer des Kirchspiels Obergeis am 11.10.1816 aufgezeichnet hatte und das in einer Abschrift in die Schulchronik übernommen wurde. „… Das Jahr 1816, worinnen wir uns jetzt befinden, scheint übrigens rücksichtlich seiner Fruchtbarkeit und Gedeihlichkeit ein wenig gesegnetes Jahr zu sein. Wegen der fast beispiellosen unaufhaltsamen Regenwitterung in diesem Sommer ist die diesjährige Ernte beinahe in jeder Hinsicht schlecht ausgefallen. Die Kartoffeln, bekanntlich das Hauptnahrungsmittel für Menschen und Vieh, sind in sehr vielen Gegenden unseres deutschen Vaterlandes hin und wieder völlig missraten. Das Heu ist in vielen Orten teils verschlammt, teils sehr schlecht gemacht worden. Kurzum, wenn der gütige Gott in das Wenige, was verhältnismäßig eingeerntet worden ist, nicht einen besonderen Segen legt oder uns nicht noch einen schönen guten Herbst schenkt, wozu es aber jetzt ‚Gottlob’ den Anschein hat, so dürfte es leider vorauszusagen sein, dass Menschen und Vieh besonders auch im künftigen Frühjahr und vor der Ernte ihre schwere Last haben werden, sich durchzubringen. …
Die damaligen Fruchtpreise sind: Das Hersfelder Würfelkorn 8 - 9 Taler, Weizen 12 - 13 Taler, Gerste 4 ½ - 5 Taler, der Hafer 2 Silbergroschen und noch mehr , das Maß Branntwein (oft schlecht genug) 16 – 18 Albus, das Maß Bier (oft kaum genießbar) 1 Silbergroschen, das Maß Samenfett 1 Silbergroschen. Wenig teurer sind sogenannte Luxusartikel, wie das Pfund Zucker und 'Caffe’ (Kaffee) jedes 12 Albus, der Franzbranntwein 8 Albus …“.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   16.01.2009
Beleg Gittersdorfer Dorfgeschichte(n) 1356-2006, hg. v. Heimatverein Gittersdorf, S. 72-73.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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