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Eintrag 4167
Schlagworte Futtermangel; Verfall der Rinderpreise; Anstieg der Futtermittelpreise; Kartoffeln, erfrorene; Brennholzmangel; Verfeuerung der Bausubstanz
Ortsangaben Rhön
Zeitangabe 1815 - 4.1816
Quellenzeitangabe
Originaltext Großes Elend erzeugt dieser Winter in den hiesigen Gegenden. Wegen Mangels an Futter frißt das Vieh die Waldheide oder so genannte Heidekraut (Erica sylvestris oder vulgaris) gierig, wenn es nur genug gäbe. Dreijährige Stiere, welche im vorigen Jahre mit 190 fl. und darüber verkauft wurden, gelten jetzt kaum die Hälfte. Das Geschock Stroh kostet 14 fl., der Zentner Heu 2 fl. und darüber, und ist schwer zu haben. Die Kartoffeln sind großen Theils erfroren und so selten, daß die Metze um 30 kr. verkauft wird. Wegen Mangels an Brennholz sägen die Leute in ihren Scheuern die Gerüststangen oder Balken ab, um sich und ihre armen Kinder bei der grimmigen Kälte nur ein wenig wärmen zu können. Wenn sie nur nahe Aussicht hätten, daß ihr Vieh die Weide bald begehen könne!
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   16.11.2014
Beleg Beschreibung des heiligen Kreuzberges und seiner Umgebungen, in Hinsicht auf die Erzeugnisse und Schönheiten der Natur, mit statistischen, geschichtlichen und religiösen Bemerkungen von Franz Nikolaus Baur, Dom=Vicar zu Würzburg, gedruckt auf Kosten der Freunde des Verfassers bei Johann Stephan Richter, Würzburg 1816, Nachdruck 1988, S. 268–269
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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