Datensätze

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Eintrag 3063
Schlagworte Regen; Hochwasser; Überschwemmung
Ortsangaben Limburg; Runkel; Villmar; Diez
Zeitangabe 1.1643
Quellenzeitangabe
Originaltext $454 Lahnüberschwemmung 1643

Zu solchem Unheil kam im Jahre 1643 noch eine gewaltige Lahnüberschwemmung, die so groß war, dass sie alle Felder weithin mit ihren Fluten bedeckte. Eine in Stein gemeißelte Inschrift an der Diezer Pforte besagt das gleiche und bezeugt, die Lahn sei vier Fuß hoch über die Grundmauer der Pforte gestiegen. Über diese Überschwemmung hat das Villmarer Taufbuch folgendes vermerkt:

"Am Anfang dieses Jahres im Januar nach Epiphanieoktav kam es infolge anhaltender Regenfälle und der Schneeschmelze in dieser Gegend zu einer solchen Überschwemmung und Wasserüberflutung durch die Lahn, wie man sich seit Menschengedenken nicht erinnern kann, auch in keiner Chronik zu finden ist ..
Das Wasser ist hier Ellen hoch über das Mühltach gegangen. Die Ölmühle unterhalb der Mühle und Johann Schlags Bierhaus sind hinweg getrieben. Die Lahnbrücken - außer der Limburger, die jedoch auch nicht unbeschädigt geblieben ist - sind allenthalben zerstört, ebenso viele Häuser, Scheunen und Mühlen ..
Zu Runkel sind Brücke und Mühle zerstört, ebenso Häuser und Scheunen, die im Tal standen ..
Zu Diez war der Brückenpförtner noch auf dem Brückenturm gewesen; niemand hat ihm helfen können, und so ist er elendiglich umgekommen. Von Limburg hat man Schiff und Nachen auf Wagen nach Diez gebracht uns ist mit ihnen den Leuten in den Häusern zu Hilfe gekommen. Diez hat ganz und gar im Wasser gestanden bis an die 2. gebühn oder Speicher ...
Kurz, der angerichtete Schaden ist nicht zu ermessen, noch lässt sich sagen, welches Elend in diesem Heimatgebiet herrschte."

Bemerkungen
Bearbeitungsstand   20.06.2009
Beleg Ludwig Corden: Limburger Geschichte. Band III (1406 bis 1806). Aus dem Lateinischen übersetzt von Joseph Wingenbach, bearbeitet von Franz-Karl Nieder. Limburg 2004, S. 147.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3126
Schlagworte Hochwasser; Überschwemmung
Ortsangaben Runkel; Diez; Villmar; Limburg
Zeitangabe 1.1643
Quellenzeitangabe
Originaltext Das Jahr 1643 begann mit Erdbeben, Regengüssen und furchtbaren Stürmen. Die Lahn wuchs zu einer ungeheueren Höhe an. Bei Limburg und Diez nahm sie Häuser, Ställe und Mühlen, Menschen und Vieh, Früchte und Fütterung mit sich fort. In Diez ging die Lahn mannshoch über die Stadtmauer. Bei Dehrn trieb eine ganze Scheune an. Viele Menschen fanden in den Wellen den Tod. Das Hochwasser im Januar 1643 stand ellenhoch über dem Mühlenbach in Villmar. Es trieb die Ölmühle, die Mahlmühle und das Bierhaus in Villmar weg. In Arfurt riß das Wasser das Fährhaus um, in Aumenau fünf Häuser. In Runkel wurden Brücke und Mühle schwer beschädigt. In Diez kam der Brückenwächter elendig um, weil ihn niemand helfen konnte.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.01.2016
Beleg Ernst Zander: Schadeck über der Lahn. Ein Dorf in der Geschichte 1288-1988. Runkel 1988, S. 299.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 4383
Schlagworte Wasserguss; Starkregen; Sturm; Hochwasser; Überschwemmung; Gebäudeschäden; Brücken, zerstörte; Vieh, ersoffenes; Menschen, ertrunkene; Stadtmauern, eingestürzte; Erdrutsch
Ortsangaben Lahn, Fluss; Limburg; Diez; Hadamar; Gießen; Wanfried; Werra, Fluss; Treis an der Lumda; Herrenbreitungen; Fritzlar; Altenburg; Röhrenfurt; Rotenburg; Fulda, Fluss; Kassel
Zeitangabe 5.1.1643 - 6.1.1643
Quellenzeitangabe
Originaltext "Wie in ganz Italien, Deutschland und den Niederlanden dieses Jahr mit einem fürchterlichen Aufruhr aller Elemente, mit Erdbeben, Wassergüssen und geftigen Stürmen begann, so stieg auch in Ober- und Niederhessen durch angeschwollene und ausgetretene Flüsse die Gefahr der Ueberschwemmung bis zu einem erhöhten Grade. Die Lahn, welche in der Gegend von Limburg, Dietz und Hadamar Mühlen, Häuser, Menschen, Vieh und Früchte mit sich fortriß, überfluthete zuerst den niedrigen Wallgraben der Stadt Gießen; bei Wanfried zerborst der Felsen der Plesse und stürzte ins Thal; zu Treiß an der Lumbde, zu Herrenbreitungen, zu Fritzlar, Altenburg und Röhrenfurt stürzten Stadtmauern, Häuser und Brücken zusammen. Die Fulda, um Christtag bei Rotenburg drei Tage angeschwollen erreichte binnen zwei Tagen zu Cassel einen so hohen (noch jetzt durch mehrere Inschriften bezeichneten) Stand, daß die Kirchenkanzel der Unterneustadt bespült und der Hauptwall mit seinen neuen Gegenschaaren zerstört wurde; die in den oberen Geschossen des Nassauer Hofes, des Wohnsitzes der Landgräfin Juliane und ihrer Töchter, bedrohten fürstlichen Frauenzimmer konnten nur durch schleunig erbaute Gerüste gerettet werden."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.01.2016
Beleg Christoph von Rommel: Neuere Geschichte von Hessen, Achter Band, Cassel 1843,S. 639–640.
Bearbeiter Holger Hamecher
   

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