Datensätze

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Eintrag 769
Schlagworte Gewitter; Wetterleuchten; Donner
Ortsangaben Eschwege
Zeitangabe 1686
Quellenzeitangabe
Originaltext "Anno 1686 ist allhier [Eschwege; J.E.] ein starkes Gewitter entstanden, welches mit viel Wetterleuchten und harten Donnerschlägen endlich das Dünzbacher Tor geschlagen und selbiges angezündet, ist aber vom starken Zulauf vieles Volks bald gelöscht worden."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.05.2005
Beleg Henrich Hoferock: Kurze Beschreibung der Stadt Eschwege von 1736, hrsg. von Otto Perst, Göttingen 1954, S. 39.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 957
Schlagworte Donner; Temperaturanstieg; Hitze
Ortsangaben Rotenburg
Zeitangabe 22.6.1644 - 5.7.1644
Quellenzeitangabe
Originaltext "Donner, Hitze zugenommen."
Bemerkungen Wetteraufzeichnungen des Landgrafen Hermann IV.; Datumsangaben sind durch Zugabe von 10 Tagen vom Julianischen auf den Gregorianischen Kalender umgerechnet.
Bearbeitungsstand   08.07.2005
Beleg Lenke: Klimadaten, S. 40
Bearbeiter Kazim Eruensal
   
Eintrag 1653
Schlagworte Gewitter, schweres; Blitz; Donner; Kirchturm, zerstörter; Schäden an Gebäuden
Ortsangaben Spiesheim
Zeitangabe 23.1.1819
Quellenzeitangabe
Originaltext "Wunter bare geschichte
Im Jahr 1819 (den) 23 te Jenner Morgenes früh in der nacht gabs ein schwör gewitter mit donner und blüzen, das Wetter schlug in Werstatt in Kirchen thurm das er abbrende bis auf das Mauer werck zwey glocken sind verschmolzen die Weidre zwey sind aber ganz durch versprungen von der hietz"
Bemerkungen Spiesheim liegt nicht in den Grenzen des heutigen Hessens sondern in Rheinland-Pfalz, gehörte aber von 1803-1945 zum Großherzogtum Hessen (Darmstadt).
Bearbeitungsstand   26.06.2006
Beleg Aufzeichnung des Spiesheimer Schmiedemeisters Andreas Stephan, Privatbesitz.
Bearbeiter Ingolf Jung
   
Eintrag 2045
Schlagworte Wetter, schreckliches; Gewitter; Donner
Ortsangaben Brilon
Zeitangabe 17.8.1600
Quellenzeitangabe
Originaltext "Ist ein greuwlich wetter und schlecht einen der donner under der pforten zu todt."
Bemerkungen Tagebucheintragung des Bilsteiner Drosten Caspar von Fürstenberg (1545-1618)
Bearbeitungsstand   16.04.2007
Beleg Alfred Bruns: Die Tagebücher Kaspars von Fürstenberg. Teil 1: 1572-1599, Teil 2: 1600-1610, Münster 1985.
Bearbeiter Dr. Tobias A. Kemper
   
Eintrag 2130
Schlagworte Gewitter; Unwetter; Donner; Hagel
Ortsangaben Fredeburg
Zeitangabe 15.5.1609
Quellenzeitangabe
Originaltext "Ein erschrecklich donner und hagelwetter ist an etlichen ortern in ampt Fredeburgh negst freitag gewesen [= 15.5.1609]."
Bemerkungen Tagebucheintragung des Bilsteiner Drosten Caspar von Fürstenberg (1545-1618)
Bearbeitungsstand   16.04.2007
Beleg Alfred Bruns: Die Tagebücher Kaspars von Fürstenberg. Teil 1: 1572-1599, Teil 2: 1600-1610, Münster 1985.
Bearbeiter Dr. Tobias A. Kemper
   
Eintrag 2378
Schlagworte Wolkenbruch; Unwetter; Gewitter; Donner; Blitz; Feldfrüchte, Schäden an; Hochwasser; Überschwemmung; Gebäudeschäden; Personenopfer; Dämme, zerstörte; Vieh, ersoffenes
Ortsangaben Schwalm, Fluss; Reuters; Angersbach; Brauerschwend; Altenburg
Zeitangabe 26.5.1749 - 27.5.1749
Quellenzeitangabe 2. Pfingsttag 1749
Originaltext "Endlich verdient noch angemerkt zu werden, daß im oberen Schwalmtal am 26. Mai, als am anderen Pfingstfeiertag dieses jetzt laufenden 1749. Jahres ein großer Wolkenbruch, der mit Donner und Blitz gemischt gewesen, gefallen. Das Donnerwetter hat nicht allein an vielen Orten, wo der Strich hingegangen, an den Feldfrüchten großen Schaden getan, sondern es hat auch das Gewässer hin und wieder keine geringe Verwüstung angerichtet. Bei Reuters hat die Gewalt des Wassers den Damm eines Teichs zerrissen, worauf der sogenannte Schwalmfluß und andere kleine so hoch angeschwollen, daß sie aus ihren tiefen Ufern getreten sind, und durch den straken Strom an Häusern, Scheuern, Mühlen, Gärten, Äckern und Wiesen großen Schaden verursacht haben, wobei zugleich verschiedene Menschen und Vieh umgekommen sind. Zu Angerbach im Riedeselschen sind durch diese Flut einige Häuser weggespült worden, und man hat 14 derselben gezählt, welche dieses Unglück betroffen. Zu Bauerschwendt hat die Gewalt des Wassers eine Ölmühle nebst zwei Scheuern, und auf der Altenburg zwei Häuser mit sich fortgeführt, und zwar mit solchem Ungestüm, daß die Plätze, wo sie gestanden, nicht mehr kennbar gewesen, zumal da das Wasser große Steine dahingewälzt hatte. An diesem letzten Ort, wo noch ein ander Haus nur zur Hälfte stehen geblieben, ist eine Frau mit ihren zwei Enkeln von der Flut mitgenommen worden. Alle diese drei Personen haben in dieser Wassernot elendiglich umkommen müssen. Es sind noch zwei Schäfer, welche die Schafe schwemmen wollten, ertrunken, und zu Ziegenhain ist ein Kind im Wasser verunglückt. Den Schaden, den dieses außerordentliche Wetter hin und wieder verursacht hat, hat man über 20 000 Taler geschätzt."
Bemerkungen Der Autor zitiert aus
Bearbeitungsstand   04.05.2014
Beleg Julius Paulus: Das Wassernetz im Schwalmtal von Zella bis Treysa, in: ZHG 67 (1956), S. 119-129.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 2531
Schlagworte Wetter, schönes; Sonnenschein; Gewitter, fernes; Donner; Regen, leichter
Ortsangaben Altefeld; Gichebach; Dalherda; Reusendorf; Wildflecken; Kreuzberg
Zeitangabe 16.7.1856
Quellenzeitangabe
Originaltext „Immerwährend begünstigte uns das schöne Wetter und wir wunderten uns über die falschen Angaben, die wir in Fulda gehört hatten, daß die ganze Rhön auf mehrere Tage unpaßirbar sei, wenn es einige Tage geregnet habe, denn schon gestern, also am ersten Tag nach dem Regen hatten wir die schönsten und trockensten Wege. Die Milzeburg rauchte auch noch immer nicht, kochte nach dem bezeichnenden Volksausdruck keine Klöse und wir durften deshalb auch fernerhin auf gutes Wetter rechnen.“
Zunächst bestiegen sie den Ebersberg mit seiner Burg, die in Erwartung der Besichtigung durch das bayerische Königspaar, der an diesem Tag von Brückenau aus einen Ausflug hierher machen wollte, gesäubert und geschmückt war, von dort über Altefeld und Gichebach bis nach Dalherda. „Dalherda ist ein echtes Gebirgsdorf hoch auf baumloser Ebene gelegen, wo im Winter die Stürme arg genug brausen mögen. Jetzt schien die Sonne desto behaglicher und wir streckten uns … zur Erholung ins Gras hin“. Anschließend ging es auf die Kuppe des Dammersfeldes. „Auf der höchsten Spitze hat man zu Ehren der vor wenigen Tagen stattgefundenen Anwesenheit des Königspaares ein Paar Vogelbeer-Bäumchen gepflanzt und mit Stützen versehen. Es ist indessen sehr zweifelhaft, ob die zarten jungen Bäumchen dem Winter mit seinem Frost, Schnee und Sturm widerstehen können.
Die Aussicht ist von hier sehr umfaßend und hätte heute bei dem klaren Himmel nicht prächtiger sein können. … nach Südosten erhebt sich in nächster Nähe der Kreuzberg mit seiner kahlen Kuppe und den einzelnen auf der hellen Haidefläche zerstreuten Waldungen. In der entgegengesetzten Richtung sieht man weit in das heßische Land hinein bis in die Gegend von Marburg. Besonders schön breitete sich aber das ganze Fulder Ländchen aus. Im Südwesten zeigt sich wie ein blaßes Wolkenbild der hohe Taunus mit seinen schönen Conturen.“ Über Reusendorf, den Sinngrund nach Wildflecken, wo eingekehrt wurde. „Die Sonne stand schon tief am Himmel“, als der Aufbruch zum Kreuzberg erfolgte. Der Weg ging zunächst an der Sinn hinab, bis ein Steg über diese rechts in den Wald führte. „Als wir diesen Punkt erreicht hatten, erscholl ferner Donner und ein Gewitter zog langsam hinter uns auf. …Das Gewitter zog dann auch glücklicherweise nur wenige Tropfen im Vorbeigehen uns zusendend vorüber“.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   03.08.2008
Beleg Reinhard Heinrich Martin Bezzenberger: Reise nach Fulda und über die Rhön 1856, herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Günther E. Th. Bezzenberger, in: ZHG 100 (1995), S. 185-211, hier S. 197-200.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 2613
Schlagworte Gewitter; Donner; Blitz
Ortsangaben Veckerhagen
Zeitangabe 20.1.1863
Quellenzeitangabe
Originaltext "1863 auf den 20. Januar hatten wir den ganzen Tag ein hartes Gewitter mit Donner und Blitz."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   05.02.2009
Beleg Willy Gerth: Wetter und Ernten vor etwa 100 Jahren in Veckerhagen, in: Veckerhagen - zwischen Weser und Reinhardswald. Die Geschichte eines Oberweserdorfes, Veckerhagen 1965, S. 178-185, hier S. 179.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 2624
Schlagworte Blitz; Donner
Ortsangaben Friedewald
Zeitangabe 1551
Quellenzeitangabe Herbst
Originaltext „Hier (im Friedewälder Schloß) war es auch, wo 1551 das geschichtlich merkwürdige Bündnis gegen Carl V zur Rettung Philipps aus schmählicher Gefangenschaft berathen und befestigt wurde. Als nämlich in genanntem Jahre der Herbst bereits die Blätter zu färben begann, … wurde es auch einmal rege und lebendig im einsamen Schlosse zu Friedewald, … Es war ja daselbst eben der Moriz, Kurfürst von Sachsen, erschienen, … Hier erschien denn auch, … Markgraf Albrecht von Brandenburg Culmbach … daß bei dieser Berathung der nicht fehlen durfte, welcher sie besonders betrieben hatte, Wilhelm IV von Hessen, das würde sich von selbst verstehen … jetzt galt es ja, den Vater zu befreien! – Aber die Seele der ganzen Verhandlung war doch Jean de Fresse (Joannes Frarineus) Bischof zu Bájonne, Gesandter Königs Heinrich II von Frankreich ... [.] [A]ls die Fürsten zur Berathung sich versammelt hatten, erschütterte plötzlich ein Blitz und Donnerschlag bei heiterem Himmel das Gebäude so sehr, daß jene erschrocken von ihren Sitzen aufsprangen und bei einer solchen Unglück verkündenden Vorbedeutung von ihrem Vorhaben abstehen wollten. Nur der Bischof nahm an der allgemeinen Bestürzung keinen Antheil, bewies vielmehr mit heiterer Miene, daß gerade dieser Blitz- und Donnerschlag einen glücklichen Ausgang verkünde, und bekräftigte diese Behauptung durch mehrere Beispiel aus der Geschichte. – Der Erfolg der Unterhandlung ist bekannt."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   09.03.2009
Beleg Franz Carl Theodor Piderit: Das Schloß Friedewald im Kreis Hersfeld, in: Buchonia, eine Zeitschrift für vaterländische Geschichte, Alterthums-Kunde, Geographie, Statistik und Topographie, 2. Band (1827), S. 131-150, hier S. 136-139.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3203
Schlagworte Hitze; Gewitter; Blitz; Donner; Wolkenbruch; Starkregen; Überschwemmung; Gebäudeschäden; Menschen, ertrunkene; Tote; Brücken, eingestürzte; Vieh, ertrunkenes; Erosionserscheinungen; Wiesen, weggespülte
Ortsangaben Eschenrod; Ober-Schmitten; Eicheltal; Wingershausen; Eichelsachsen; Eichelsdorf; Unter-Schnitten; Nidda
Zeitangabe 3.6.1826
Quellenzeitangabe Pfingstsamstag
Originaltext "Das Eicheltal wird von einer Wasserflut schwer heimgesucht. Ich will dazu einen Bericht über das Unwetter aus dem Kreisanzeiger zitieren, der es treffend beschreibt:
Ein denkwürdiger Tag für Eschenrod:
Verheerendes Wasser vor 150 Jahren Männer, Frauen und Kinder wurden ein Opfer der rasenden Fluten.
Die Chronik berichtet, dass es am Morgen des 3. Juni 1826 sehr heiß gewesen war. Gegen Mittag entstanden Gewitter, die sich unter fürchterlichem Donner und Blitzen des Nachmittags um vier Uhr nach dem Bilstein zogen und dort eine Zeit lang hängen blieben, bis sie, den Tag zur düsteren Nacht verwandelnd, in einem Wolkenbruch sich entluden. Da dieses am Fuße des Bilsteines stattfand, so schossen die Wassermassen rasch ins enge Tal herab nach Weidmühle zu und bildeten bald einen mehr denn fünfzehn Fuß tiefen Strom, der alles Gestein und Gehölz, das er unterwegs antraf samt der Scheune des Weidmüllers Johs. Buß mit unwiderstehlicher Gewalt mit sich fortriss. Wäre nun das Bett des Baches durch Eschenrod weiter und tiefer gewesen, so hätten die Wassermassen leichter abfließen können allein, dasselbe war leider nur ein schmaler Graben, gar noch mit Steinen hier und dort versperrt, berichtet die Chronik weiter.
Die mehr denn 20 Fuß Höhe angeschwollene Flut warf sich auf die unter der Brücke am Eingang ins Dorf stehende Scheuer des Johs. Böcher, welche in den engen Bachlauf stützte. Da teilte sich der Strom. Er trat zur Hälfte in die Obergasse ein und nahm zuerst das Zöllersche Haus mit. Das in den Strom stürzende Haus gab den wütenden Wassern die Richtung nach dem unter dem Wege jenseits des Baches stehenden Hauses des Johann Heinrich Heun, das alsbald zusammenbrach und den Eigentümer nebst seiner Frau, vier Kindern und einer Pflegetochter unter seinen Trümmern begrub. Da dieses Haus rasch von den Fluten in das Bett des Baches gerissen wurde, so ging die größere Flut die Strasse herab und stürzte sich auf die unterhalb des Schulhauses quer stehende Wohnung des Johann Heinrich Hermann. Auch dieses Haus stürzte bald zusammen und es fand darunter die hochschwangere Ehefrau des Hermann, seine drei Kin­der, sein Knecht und der Sohn eines Nachbarn den Tod. Hermann selbst war abwesend im Feld.
Das Pfarrhaus schien nun die nächste Beute des furchtbaren Elementes werden zu sollen. Allein Gottes gnädige Hand, so berichtet der Pfarrer, führte die Wasser von demselben ab und rettete den alten Pfarrer, seine Frau, Schwiegermutter und Magd, die sich einander die Hände reichend, betend, dem Willen Gottes befahlen. Schon wankte nämlich das Haus, da ward vorn Strome die Gartenmauer hinweggerissen und das entfesselte Element prallte wider das unter dem Pfarrgarten stehende Haus des Johann Georg Buß. Pfarrer Köhler und die Seinigen sahen die in die obere Stube und auf den Boden geflüchteten Nachbarsleute die Hände flehend ausstrecken, das Haus unter furchtbaren Krachen zusam­menbrechen, eine Staubwolke aufsteigen und dann das Haus von den Wellen fortreißen. Buß selbst, seine Frau und vier Kinder fanden in den Fluten den Tod. Die dem Bußschen Haus gegenüber stehende Kirche schützte die vor ihr stehende dicke Linde, an welcher sich Bauholz und Steine festsetzten, die die Wellen abwendeten.
Am Ende des Dorfes nahm der Strom noch das fast am Bache stehende Haus des Georg Weigand mit, in welchem sich des Eigentümers Gattin und einzige 20 jährige Tochter befanden. Alle kamen um,
Außerdem waren noch 30 Gebäude in Eschenrod mehr oder weniger beschädigt, drei Backhäuser und zwei Brücken völlig weggerissen. Und alles dieses war in weniger als einer halben Stunde geschehen.
Ein schreckliches Bild bot sich den Eschenrödern dar, als sie anfingen, sich von ihrem Schrecken zu erholen. Man eilte zur Rettung, sobald das Gewässer zu sinken begann. Allein von den unter den eingestürzten Häusern Begrabenen war niemand mehr zu retten. Die Wellen hatten sie mit sich fortgerissen oder sie lagen dort unter Balken und Steinen. Die Ehefrau des Johann Heinrich Heun hing 18 Fuß hoch tot in den Ästen des hinter dem Pfarrhaus am Stege stehenden Nußbaumes. Der größere Teil der Verunglückten war bis Eichelsachsen, einige sogar bis Eichelsdorf und Ober- Schmitten geflossen, wo sie auch beerdigt wurden. Im Wiesengrund und Wingershausen lag ertrunkenes Vieh, das nicht von den Ketten hatte loskommen können, noch an den Futterkrippen hängend. Haus und Küchengeräte, Werkzeug und Kleidungsstücke, Laibe Brot, Stücke von geräucherten Schweinefleisch, Wagen, Pflüge und so weiter lagen verstreut im Grund bis Eichelsachsen und selbst in Eichelsdorf. Felder und Wiesen waren vom Wasser zerrissen und die Ortsgasse in Eschenrod in einen tiefen und weiten Bach verwandelt, während das frühere Bett des Baches gänzlich verschüttet und teilweise mit Steinen gefüllt war.
Zu diesem Bericht braucht es wohl keinen Kommentar, ich will ihn aber trotzdem noch erweitern mit Teilen eines Berichtes über das übrige Eicheltal, verfasst von Jean Diehl, Ober-Schmitten: Die Schaf- und Viehherden vom Gebiet des Bilstein heimkehrend fanden den Dorfeingang von Busenborn durch eine wogende Wasserfläche versperrt. Auf weitem Umweg über Breungeshain kamen sie später heim in die Ställe. Übergehen wir jetzt Eschenrod. In Wingershausen, das sich mehr an den Hang anlehnt, fordert die Flut nur ein Todesopfer. Frau Johanna Eliesabetha Löwener, die wertvolle Habe retten will aus dem Haus, wird vor den Augen ihres Mannes niedergerissen und fortgespühlt. 4 Ställe und 1 Scheune verschwinden spurlos. 6 Gebäude werden mehr oder weniger stark beschädigt. Eichelsachsen beklagt 5 Tote. Das Wohnhaus der Wwe. Johanna Eliesabetha Rau weicht den Fluten, die Frau mit ihren 4 Kindern findet in den Wellen ihr Grab. Die Zehntscheuer wird z.T. von den Fluten weggerissen. In den talwärts gelegenen Gemeinden mit breitem Talgrund vermögen die Wassermassen, die erheblich an Gefälle eingebüßt haben, nicht so großen Schaden anzurichten. Menschenleben sind dort nicht mehr zu beklagen. Wohl steht in Eichelsdorf die gurgelnde Wasserflut mannshoch über der Straße, reißt das Gemeindebrau- und Backhaus fort, aber ihre mörderische Gewalt ist gebrochen. Das Wasser überschwemmt die weiten Wiesengründe westlich des Dorfes, dringt in die tief gelegenen Teile Ober- und Unter-Schnitten ein, auch in Nidda, ohne beträchtlichen Schaden anzurichten. Gegen 7 Uhr abends hellt der Himmel auf, das Wasser fällt. Die Nacht breitet ihren Schleier über ein Trümmer- und Leichenfeld. Es ist Pfingstsamstag, alles hatte sich auf das Fest vorbereitet, aber das Schicksal wollte es anders.
Pfingstsonntag 1826: Die Wasser haben sich verlaufen. Das überschwemmte Gebiet bietet einen Anblick des Entsetzens und Grauens. In Eschenrod sind 26 Gebäude vernichtet, 29 mehr oder weniger beschädigt. Klaftertief ist der Boden ausgerissen. Die chaussierte Dorfstraße ist unpassierbar, das Wasser hat breite Spalten in ihren Leib gerissen. Die Leiche der Mutter Heun hängt fast 7 m. hoch in den Ästen eines Nußbaumes. Eine ihrer Töchter ist in den Georg Theisschen Hausflur in Wingershausen geschwemmt, eine nach Eichelsachsen und die Pflegetochter bis nach Eichelsdorf geschwemmt. Verängstigte Bewohner aus dem schwer heimgesuchten Gebiet, noch ganz im Banne des Schreckens, durcheilen den verwüsteten Wiesengrund, entführte Habe zu suchen. Schutt, Steine, Geröll, Bau- und Brennholz, Kleider, Acker-, Küchen- und Hausgerät, Pfosten, Balkenwerk, aufgetriebene Tierleichen und entstellte Menschenleiber sperren den Weg. 26 Tote werden am Pfingstsonntag geborgen, am Pfingstmontag der Erde übergeben. Die Eichelsächser begraben 12, die Eichelsdorfer 8 auf eigenem Friedhof. Nach der 27. Leiche sucht man vergebens, erst nach Wochen entdeckt man sie im Talgrund von Eichelsachsen von Schutt und Geröll verdeckt. So ist das Leben, nur 2 Stunden hat der Spuk gedauert, aber unsägliches Leid und Schaden angerichtet. Was Generationen aufgebaut, ein böser Hauch, Minuten und alles ist dahin. "
Bemerkungen Text von Oliver Lein unter Verwendung von: 800 Jahre Eichelsdorf 1187-1987, zusammengestellt von Hans- Werner Knaus und Bruno Plitzkow auf Basis der Sammlung des Heimatforschers Wilhelm Würz.
Bearbeitungsstand   22.07.2009
Beleg http://www.nidda-eichelsdorf.de/eichelsdorf.html [22.07.2009]
Bearbeiter Dieter Wunder
   
Eintrag 3209
Schlagworte Gewitter; Blitz; Donner; Wolkenbruch; Hagel; Sturzflut; Bodenerosion; Vieh, verendetes; Gebäudeschäden; Personenopfer; Wiesen, überschwemmte; Grummeternte, gute; Bäume, entwurzelte; Brücken, zerstörte; Straßen, ausgehöhlte; Freilegung eines Braunkohlelagers
Ortsangaben Rhön; Birx; Seiferts; Thaiden; Hilders; Findlos; Reulbach
Zeitangabe 26.7.1834
Quellenzeitangabe
Originaltext „Der Eisgraben bildet die Abflussrinne des Schwarzen Moores. Wie er vor 1834 ausgesehen hat, ist nicht mehr zu erkennen, wohl war er wesentlich flacher und mit weniger steilen Hängen in den Basaltkörper an der Südflanke der Langen Rhön eingeschnitten. … Katastrophale Witterungsbedingungen wie Wolkenbrüche und Starkregen, die tobende Sturzfluten auslösen, können besonders in steilen Hanglagen durch die gewaltige Erosionskraft des fließenden Wassers, das Steinmaterial mit sich führt, tiefe Geländeeinschnitte und Bergstürze verursachen, … Außergewöhnliche Wetterereignisse finden auf der Rhön immer dann statt, wenn im Sommer von Süden feuchtwarme Trossenluft auf kühlere Luftmassen des Berglandes aufgleitet. Die Folge sind kräftige Gewitter mit sintflutartigen Niederschlägen in Form von Regen und Schlossen. Chroniken machen besonders auf den Annatag 1834. So berichtet der Rhönbauer Joseph Wehner aus Reulbach „Am 26. Juli, morgens um 10 Uhr erhob sich auf der Rhön ein förtiges Gewitter, ein Wolkenbruch, der sich über der Rhön teilte. Er fiel auf den Ort Hausen zu, richtete großen Schaden an. Große Steine wurden von der Rhön mitgerissen. Auf der Rhön befindliche Viehherden gingen zugrunde. Die Schlossen lagen fünf Schuh hoch. Das Gewitter fiel dann auf Birx zu, dann auf Seiferts, wo es große Verwüstungen anrichtete, an dem kleinen Birxwasser gelegene Häuser nieder riss. Als ein Mann, der betrunken war, sein Geld holen wollte, stürzte durch das Wasser das Haus ein und er ertrank. Eine schwangere Frau, die mit ihren kleinen Kindern auf das Zureden der Leute nicht flüchtete, ertrank ebenfalls. So sind im Orte Seiferts acht Personen ersoffen, in dem Orte Thaiden fünf Personen. In Hilders wurde die steinerne Ulsterbrücke weggerissen. Dasselbe Gewitter erschlug im Orts Findlos im Stall drei Stück Vieh. Im Orte Reulbach hatte es ein sehr großes Wasser. Die Wiesen waren überschwemmt, wonach es aber bedeutend viel Grummet gab.“ (Chronik eines Rhönbauern [1613-1868], vermutlich Joseph Wehner aus Reulbach [orthographisch angepasst]):
Valentin Mauer schreibt zu dem Ereignis in der unterfränkischen Presse (Valentin Mauer, Beschreibung der am 26. Juli 1834 durch ein Ungewitter verursachten ungeheuern Verwüstung auf der Rhöne. Herausgegeben vom historischen Vereine des Untermainkreises, Würzburg 1934):
„Am 26. Juli 1834 früh 10 Uhr bemerkte man, dass eine schwere Gewitterwolke sich ganz auf das Rhöngebirge niedergelassen hatte. Um 11 Uhr fing es zu blitzen und zu donnern an. Um halb 12 Uhr fielen, nach Aussage eines alten Hirten, auf der Rhöne sehr große Schlossen, und die Wolken haben sich nicht sowohl ergossen als ausgeschüttet. Alles Vieh zerstreute sich und suchte Schutz im nahen Walde. Um 12 Uhr fing das Wasser im Eisgraben an zu wachsen. Um halb 1 Uhr kam der Strom aus dem Eisgraben 6 Schuh hoch hervor, führte eine unzählige Menge von 6 bis 20 Zentner schweren Wackensteinen mit sich und stürzte sich auf das Örtchen Hausen vor der Rhön. Die Wackensteine füllten in einer Zeit von 10 Minuten das Flussbett in Hausen, worauf das Wasser schrankenlos durch zwei Drittheiles des Dorfes alles verwüstete. Entwurzelte starke Baumstämme, ungeheure Wackensteine durchbrachen die Wohnhäuser, stießen Schweineställe um, rissen Scheunen darnieder, töteten eine Frau mit ihrem Kinde, höhlten die Straßen zu Gruben aus, und überführten Gärten und Wiesen, die auf lange Zeit öde und wüst bleiben müssen. Ja, wäre der lange, sich bis zum Gipfel der Rhöngebirge aufwärts ziehende und mehr einem engen Tale gleichende, Eisgraben nicht mit mehreren tausend großen Buchenstämmen und schönen Stangen bewachsen gewesen, so wäre Hausen nunmehr ein schauerlicher Steinhügel, und kein Mensch wäre zu retten gewesen. Die Bäume, die sämtlich ausgerissen oder doch sehr beschädigt sind, haben die Wut des Wassers und der Steine in so weit gemindert, dass das Unglück nicht himmelschreiend geworden ist. Vor Hausen liegt ein Stein von 160 Zentnern hingewälzt, welchen alle Einwohner in Hausen kennen. Dieser lag vor dem oben auf der Rhön, und das Wasser hat ihn in 5 Viertelstunden weit herabgewälzt und ein hoher Steinhaufen nahe an dem Ort Hausen hat ihn gehemmt, sich weiter fort zu wälzen.“ … An anderer Stelle des Eisgrabens schnitt die reißende Flut das unter dem Basalt verdeckt liegende Braunkohlenlager an. Schon 1846 wird von einem Abbau im Hermann- und Antonstollen berichtet. Doch 1858 musste die Förderung eingestellt werden. … Offenbar hat aber die gesamte Grube fortgesetzt mit starken Wassereinbrüchen zu kämpfen gehabt, die den Abbau ständig bedrohten und die Rentabilität mittelfristig in Frage stellten.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Heribert Kramm: Als der Eisgraben entstand. Großes Unwetter über der Rhön vor 175 Jahren, in: Buchenblätter, Beilage der Fuldaer Zeitung für Heimatfreunde 82 (2009), Nr. 13, S. 49 f.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3458
Schlagworte Beerenernte, überdurchschnittliche; Hagelschläge; Blitz; Donner; Getreidepreise
Ortsangaben Marjoß; Sterbfritz; Steinau; Niederzell; Schlüchtern; Creßenbach; Breidenbach
Zeitangabe 1781
Quellenzeitangabe
Originaltext „Also wurden unter der Leitung des Ädilen – und des deswegen jetzt überaus namhaften und bedeutenden Mannes – Herrn J. Adam Schmidt, Rat in unserer Präfektur und Quästor in Schwarzenfels, das Kreuz des Turmes zusammen mit der Kugel, (in der jedoch nichts Schriftliches und keine Dokumente enthalten waren) von dem Dachdecker J. Friedrich Herold aus Schwarzenfels am 15. August des genannten Jahres zuerst abgenommen und , nachdem die schadhaften Stellen des ganzen Daches mit … ausgebessert waren, dem Turm wieder aufgesetzt. So geschehen in dem jetzt gegenwärtigen Jahr 1781 im Monat August an seinem 21. Tage. […] In welchem Jahr obendrein die größte Beerenernte zu erwarten war, - jedenfalls so groß wie im ganzen Jahrhundert kaum zuvor; in welchem selben Jahr aber auch Hagelschläge, Blitz und Donner gab. – sie erreichten hier nicht nur die Größe von Nüssen, sondern öfters von Eiern, (Gewitter) von hier, (Gewitter) von überall und grassierten in unserer Nachbarschaft, z.B. in Marjoß, Steinau, Niederzell und Schlüchtern, Creßenbach, Breidenbach, und vor wenigen Schäden an: Wir aber hier im Orte – woran sich gewiß die einzigartige Gnade Gottes zeigte – sind mit Ausnahme eines einzigen Blitzschlages vor kurzem, der hinter dem Dorf einen Birnbaum traf, bis jetzt unverletzt, unberührt und unversehrt geblieben. In welchem Jahr sich übrigens Roggen 48–50, Weizen 60, Gerste 36 und Hafer bis 48,50–60 für die Kreuzträger (Christen) ergab.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Alfred Kühnert: Ältestes Dokument in der Sterbfritzer Kirchturmkugel, in: Bergwinkel-Bote. Heimatkalender 49 (1998), S. 43–51, hier s. 48f.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3570
Schlagworte Gewitter; Donner; Blitz; Blitzeinschlag; Gebäudeschäden
Ortsangaben Marburg
Zeitangabe 31.5.1813
Quellenzeitangabe
Originaltext „Der elfjährige Friedrich Bickell hat im Mai 1813 […] Brände beobachtet. […] Am 31. notierte Friedrich in seinem Tagebuch: Heute war ein sehr heftiges Gewitter, so daß es einmal einen so fürchterlichen Donner thut, als ich und meine Mutter nie gehört hatte. Verschiedene Menschen sind vor Schrecken auf die Erde gefallen, denn Blitz und Donner war ganz zu derselben Minute. Auch hatte es in die lutherische Kirche eingeschlagen und verschiedene Steine zerschmettert, doch zum Glück war der Blitz kalt.“ (StA MR 340 Bickell Nr. 20: Tagebuch I von Friedrich Bickell, 31.5.1813)
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.09.2011
Beleg Heinrich Meyer zu Ermgassen: Marburgbilder in Bickell-Briefen, in: ZHG 110 (2005), S. 193–229, hier S. 221.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3669
Schlagworte Unwetter; Sturm; Blitz; Donner; Hagel; Schiffe, Schäden an; Bäume, entwurzelte; Fensterscheiben, eingeschlagene; Weinstöcke, Schäden an; Feldfrüchte, Schäden an
Ortsangaben Frankfurt am Main; Mainz; Hanau; Main, Fluss
Zeitangabe 29.7.1674
Quellenzeitangabe
Originaltext "(Franckfurt den 1. Augusti.) Am vergangenen Mitwoch hat uns der grosse GOtt ein erschröckliches Zeichen seines grim[m]igen Zorns sehen lassen/ indem sich früh Morgens schwartze finstere Wolcken am Himmel auffgezogen/ worauff es zwischen 8. und 9. Uhr auf einmal gantz finster/ und gleichsam Nacht worden/ daß man weder lesen noch schreiben können In selbigem Augenblick entstunde bey einem erschröcklichen Sturmwind von allen vier Enden ein so grausames Ungewitter mit Donner/ Blitz und Hagel/ dergleichen bey Menschen Gedencken nicht geschehen. Der Sturm hat viel Nachen am Mayn abgerissen/ daß die Bord wie Schneeflocken herum geflogen/ es hat auch der Mayn Manns hoch Wellen geworffen/ und sind die Kiesel auff demselben wie Eysschollen geschwummen/ daß davon 2. Schiffe an der Käiserl. Schiff-Brück zu Flersheim ruinirt sind. Unzählich viel Bäume sind sambt der Wurtzel aus der Erden gerissen/ wie dann allein vor dem Bockenheimer Thor beym Ketten-Hof etlich und dreissig/ worunter etliche so dick gewesen/ die 2. Männer nicht haben umfassen können. Der Wind hat sich hernach auff einmal gegen Westen gewendet/ und die Kiesel gegen die Fenster/ so auff selbiger Seiten gestanden/ dahin getrieben/ welche dieselbe alle eingeschlagen/ daß nicht ein einzige Scheiben gantz geblieben/ und mit etlich tausend Reichsthl. nicht wieder gemacht werden können. Ein noch viel grösserer und unaussprechlicher Schaden ist an dem Weinstock und Feldfrüchten geschehen/ indem dieselbe so klein zermalmet worden/ als wann man sie zerhackt hätte. Die Kiesel seynd an manchem Ort in der Stadt Knie tieff gelegen/ und so kalt gewesen/ daß keiner in der Hand geschmoltzen/ wie dann an etlichen Orten noch gestern dick über einander gesehen worden. Das Wetter hat sich zu Mayntz angefangen/ und biß über Hanau hinauff gezogen/ und ist alles in einer Viertelstund gethan gewesen."
Bemerkungen Mglw. Mittwoch der 19.7.1674 nach dem jul. Kalender, der 29.7.1674 nach dem greg. Kalender, das Theatrum Europaeum gibt allerdings den
Bearbeitungsstand   08.06.2012
Beleg Anonymer Druck: Grausame und unschätzbahre Wetter-Schäden/ So hin und wieder in Ober- und Nieder-Teutschland/ auch auf dem Schwartzen Meer/ und bey der Holländer Spanischen Schiff-Flotte im nechstverwichenen Heumonat und eingetrettenen August/ Durch Gottes sonderbahre Gerichte geschehen Allen Lebenden/ zur Errinnerung des letzten Donnerwetters/ zusammen gefasset, 1674 [VD17 12:000159B] -> http://www.gbv.de/vd/vd17/12:000159B.
Bearbeiter U. Volz
   
Eintrag 3670
Schlagworte Unwetter; Sturm; Blitz; Donner; Hagel; Schiffe, Schäden an; Bäume, entwurzelte; Fensterscheiben, eingeschlagene; Weinstöcke, Schäden an; Feldfrüchte, Schäden an
Ortsangaben Frankfurt am Main; Main, Fluss
Zeitangabe 29.7.1674
Quellenzeitangabe
Originaltext "Die Stadt Franckfurt muste gleichfalls solch erschröckliches Ungewitter über sich ergehen lassen. Dann es entstunde daselbst den 25. Julii (Alt. Kal.) ein dermassen grausamer Sturmwind von allen 4. Ecken mit Donner/ Blitz und Hagel/ dergleichen bey Menschen-Gedencken nicht geschehen. Der Sturm hatte viel Nachen am Mayn abgerissen/ daß die Borde wie Schneeflocken herum geflogen. Es hat auch der Mäyn die Wellen Manns hoch geworffen/ und sind die Kiesel auff demselben so dichte wie Eis-Schollen geschwummen/ daß davon 2. Schiffe an der Käyserl. Schiffbrücken zu Flersheim ruinirt worden. Unzehlich viel/ auch gar dicke Bäume wurden aus der Erden gerissen. Der Wind hatte sich hernach auff einmal gegen Westen gewendet/ daher die Kiesel die Fenster selbiger Seiten so getroffen/ daß fast nicht eine eintzige Scheibe gantz geblieben. Aber viel grösser war der Schade an den Weinstöcken und Feldfrüchten/ indem dieselbe so klein zermalmet worden/ als wann man sie zerhacket hätte. Die Kiesel sind dan manchem Ort in der Stadt Knie tieff gelegen/ und so kalt gewesen/ daß keiner in der Hand geschmoltzen/ wie sie dann an etlichen Orten noch 2. Tage hernach dick übereinander gesehen worden."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   08.06.2012
Beleg Theatrum Europaeum, Bd. 11, Frankfurt am Main 1682, S. 657. -> http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:384-uba000246-0742-2.
Bearbeiter U. Volz
   
Eintrag 3671
Schlagworte Unwetter; Sturm; Blitz; Donner; Hagel
Ortsangaben Fritzlar
Zeitangabe 2.4.1631
Quellenzeitangabe
Originaltext "Ao 1631 ahm 2ten Aprilis Abents vmb 7 Vhr ist ein sehr grosses Vngewitter mit Donner, Plitzen vndt schlossen entstanden, welches auff ein gude stunde gewehret. Weil aber alle baum vndt andere frucht noch nicht herfohr kommen, stehet man in Hoffnung, es werde solches vngewitter nicht zu grossen schaden thun oder gethan haben".
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   08.06.2012
Beleg Karl Bernhard Nicolaus Falckenheiner: Geschichte hessischer Städte und Stifter, Bd. 1, Kassel 1841, S. 285 f. FN. 443 (m. Nachw.: „Memorialbuch Bl. 43., S. 2“). -> http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10019037_00293.html?zoom=0.8500000000000003.
Bearbeiter U. Volz
   
Eintrag 3672
Schlagworte Unwetter; Gewitter; Donner
Ortsangaben Alsfeld
Zeitangabe 13.7.1664
Quellenzeitangabe
Originaltext „Apotheker Kleppe ist citirt, dieweil er unter dem grausamen Donnerwetter am 13. Julii [1664] grausames Fluchen geführt, sich selbsten verflucht und gesagt: O Donner, schlag drein, erschlag mich, meine Frau, mein Kind, verbrenne Haus und Hof. Item andern Tags hat er Weib und Kind aus dem Haus gejagt, und als ich, der Inspector, von Reiberteroda kommen und vor der Apotheken fürüber passiret, hab ich gehört, daß er mit Blut, Sacrament, Donner, Hagel und gräulichen Flüchen tumultuiret, habe derentwegen, im Fürübergehen ihm in Güte zugeredet: Ei ei, Herr Apotheker, das seind ja schreckliche Reden, das lautet übel.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   08.06.2012
Beleg Wilhelm Gottlieb Soldan, Zur Geschichte der Stadt Alsfeld. Fortsetzung und Schluß, in: Landgraf-Ludwigs-Gymnasium: Programm des Großherzoglich-Hessischen Gymnasiums zu Gießen, [...] Schulprüfungen, Gießen 1862, S. 42 FN. 34 [Quelle: Universitätsbibliothek Gießen] -> http://digisam.ub.uni-giessen.de/diglit/gi-llg-1862-04/0044.
Bearbeiter U. Volz
   
Eintrag 4134
Schlagworte Gewitter; Sturm; Donner
Ortsangaben Rhön; Kreuzberg; Weißbach; Gefäll; Bremich; Riedenberg; Oberbach; Burgwallbach; Schmalwasser; Sandberg; Langenleiten; Gersfeld; Oberthulba; Stangenroth
Zeitangabe 2.1809
Quellenzeitangabe
Originaltext "Am 14 Februar Fastnachts=Dinstage 1809 Abends 8-9 erhob sich auf dem Kreuzberge bis auf 6 Stunden in seinem Umkreise bei rabenschwarzer Finsterniß ein schreckbares Donnerwetter mit tosendem Sturmwinde und mit so heftigen Schlägen, daß die Fenster erzitterten und die Häuser erkrachten. Die Bewohner der Dörfer Weißbach, Gefäll, Bremich, Riedenberg, Oberbach, Burgwallbach, Schmalwasser, Sandberg, Langenleiten, Gersfeld, Oberthulba und Stangenroth glaubten nicht anders, als der jüngste Tag sei herangekommen. Sie flohen aus den Wirthshäusern vom Tanze in ihre Wohnungen, wo sie heulend und jammernd betheten, und sich der Barmherzigkeit Gottes empfahlen. Zum Unglücke war dieses Ungewitter eingetroffen, nachdem schon im vorhergehenden Monate November ein Sächsischer Kalenderverkäufer unter den dasigen Einwohnern die traurige Prophezeiung von dem nahen Ende der Welt verbreitet hatte, und in allen furchtsamen Gemüthern herrschte der schreckhafte Gedanke, daß durch Erdbeben und Vulkane die Berge und Felsen zerschmettert werden, Städte und Dörfer versinken, oder durch den Schwefelgestank die Menschen und Thiere ersticken würden.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   16.11.2014
Beleg Beschreibung des heiligen Kreuzberges und seiner Umgebungen, in Hinsicht auf die Erzeugnisse und Schönheiten der Natur, mit statistischen, geschichtlichen und religiösen Bemerkungen von Franz Nikolaus Baur, Dom=Vicar zu Würzburg, gedruckt auf Kosten der Freunde des Verfassers bei Johann Stephan Richter, Würzburg 1816, Nachdruck 1988, S. 35–26
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4386
Schlagworte Hochwasser; Überschwemmung; Brücken, zerstörte; Häuser, zerstörte; Menschen, ertrunkene; Vieh, ertrunkenes; Unwetter; Sturm; Donner; Blitzeinschläge; Türme, zerstörte; Häuser, entzündete
Ortsangaben Kassel; Filda, Fluss; Hessen
Zeitangabe 10.1.1552 - 11.1.1552
Quellenzeitangabe
Originaltext "An der Neustädter Kirche zu Kassel findet sich auf einer Tafel, die so hoch stehet, als damals das Wasser gegangen, folgender Bericht:
Anno domini 1552 den 10. Jan. ist in der Nacht
ein Groß unversehen Gewäßer kommen, und so hoch
aufgelaufen, daß es unten Haus hoch in den Predigt-
stuhl gegangen, und ist jetzt 5/4 einer Elln höher
gewesen als vor 210 Jahren (im J. 1342). Diese
Fluth hat an vielen Brücken und Häusern die Fulda
herab schaden gethan, auch an vielen Orten Lethe
und Vieh ersäuft. Die andere Nacht ist ein großer
Ungestumer wind, mit Donnerwetter kommen, an vie-
len abgelegenen Orten in Thüren und Ställe geschla-
gen, die Thürne verbrannt und Häuser angesteckt. Der
Allmächtige verleyhe Bußfertig Leben und Beße-
rung
–"
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   21.01.2016
Beleg Karl Wilhelm Justi: Große Wasserfluthen in Hessen im 14. 16. u. 17. Jahrhunderte, in: Die Vorzeit. Ein Taschenbuch für das Jahr 1838, Marburg 1823, S. 387–388, hier S. 387.
Bearbeiter Holger Hamecher
   
Eintrag 4403
Schlagworte Gewitter; Blitz; Donner
Ortsangaben Michelsrombach
Zeitangabe 6.11.1807
Quellenzeitangabe
Originaltext „1807 Den 6. November hat es gedonnert und geblitzt, da war die Sonne verregnet.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   10.05.2017
Beleg Das alte Tagebuch anno 1750 im Besitz von August Becker, Illertissen 2001, S. 31.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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