Datensätze

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Eintrag 1564
Schlagworte Wetterumschwung; Sturm; Dunkelheit wegen Sturm
Ortsangaben Marburg
Zeitangabe 11.2.1566
Quellenzeitangabe
Originaltext "Da wir die Braut endtpfiengen, wars gar schon Wetter und scheine die Sonne, sobaldt aber die Endtpfengnus geschehen, erhub sich in einem Augenblick ein so grausamb ungestumer Windt, dergleichen kein Mentsch die Tag seines Lebens erhort oder gesehen, dan er zerris die Feddern und andern Geschmuck, so die Fürsten und Graven uff iren Hüten fürtten an kleine Stucken und magk E[uer] L[iebden] doch im Vertrawen schreiben, daß er mich mit Gaul und allem wol sechs Schritt weit hinweggewehet, darzu gegen Berge, das, wo meine Laggeyen nit gewesen, und dargegen gelauffen, er mich hett mit Gaul und allem umbgeworffen, Summa es
wardt ein solches Wetter und Windt, das viel Leutte glauben, er nit naturlich gewsen sey. Darüber sich auch der Eintzog biß in die finster Nacht verzogen, dan zwischen acht und newnen kamen wir erstlich herauf und obschon viel Fackeln und Bechpfannen angezündt, lies doch der grausam Windt keine prennen, sondern wir musten im Finstern herauf ziehen, darüber es so gar lang wart." Landgraf Wilhelm IV. an seine Schwester Christine über den Brautempfang unweit von Marburg und den Einzug in die Stadt und auf das Schloss anläßlich seiner Heirat mit Sabina von Württemberg in einem Brief vom 4. März 1566.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   17.02.2006
Beleg Uta Löwenstein: Gros Gut ward darzu ungewandt. Die Hochzeit des Landgrafen Wilhelm IV. in Marburg im Jahre 1566, in: Marburg-Bilder, Bd. 1, hrsg. von Jörg Jochen Berns, Marburg 1995 (Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur; Bd. 1), S. 165-183,
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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