Datensätze

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Eintrag 1337
Schlagworte Unwetter; Sturm; Hochwasser; Brücken, zerstörte
Ortsangaben Kirchlotheim; Eder, Fluss; Lahn, Fluss
Zeitangabe 1552
Quellenzeitangabe
Originaltext „Hoc anno [1552] ist die Eder und die Lahn so stark angewachsen, daß alle Brücken nieder und über den Haufen geworfen. Auch die Sturmwinde und Wetter unerhörten Schaden getan, der gleichen exempla (Anm.:Beispiele) man sonst selten erfahren.“
Bemerkungen Kirchenbuch Kirchlotheim
Bearbeitungsstand   15.09.2005
Beleg Helmut Göbel: Mehr als 100 Jahre Wetter in unserer Heimat, 1995, unveröffentlichtes Manuskript, S. 6.
Bearbeiter Karl-Hermann Völker
   
Eintrag 1361
Schlagworte Eisgang; Brücke, zerstörte; Schäden an angrenzenden Feldern
Ortsangaben Herzhausen; Kirchlotheim; Eder, Fluss
Zeitangabe 26.1.1864
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Jahre 1864, den 26 ten Januar setzte sich das Eis auf der Eder welches eine Sterke von 5 Fuß überreicht hatte durch die herandringende Waßer Maße in bewegung, das Eis staute sich an der Eder Brücke und das selbe wurde hirdurch gewaltsam aus dem Ederuferbett gedrückt und lagerte sich in gewaltigen Maßen auf das an das an die Eder grensende Feld ... (unleserlich!) der angrenzenden Gutsbesitzer ein nicht unbedeutender Schaden an ihren .... (unleserlich) entstand. Die Eisschollen hatten sich so weit vorgeschoben daß die selben bis an ein häusgen (Häuschen) Kinder den Ochsenbohl welches zirka 300 schridt von der Eder entfernt ist, aufgeschichten lagen was seidt Menschen Gedenken kaum der fal gewesen ist. bei dieser gelegenheit fingen zwei Arme Knaben von Schmidtlotheim einen Salm von 18 Pfund gewicht ganz na(h) an dem genannten häusgen, was gewiß eine ganse seldenheit ist.“
Bemerkungen Aufzeichnungen Georg Stiehl, 1867
Bearbeitungsstand   15.09.2005
Beleg Helmut Göbel: Mehr als 100 Jahre Wetter in unserer Heimat, 1995, unveröffentlichtes Manuskript, S. 8.
Bearbeiter Karl-Hermann Völker
   
Eintrag 1382
Schlagworte Hochwasserschutzmaßnahmen
Ortsangaben Herzhausen; Eder, Fluss
Zeitangabe 10.1888
Quellenzeitangabe
Originaltext „Da die Eder alljährlich bei Hochwasser aus ihren Ufern tritt, so werden gegenwärtig (Oktober) auf Staatskosten Dämme gbaut, die solche Überschwemmungen verhindern sollen. Die Gemeinde verdient dadurch c. 4000 M.“
Bemerkungen Schulchronik Herzhausen
Bearbeitungsstand   28.09.2005
Beleg Helmut Göbel: Mehr als 100 Jahre Wetter in unserer Heimat, 1995, unveröffentlichtes Manuskript, S. 12.
Bearbeiter Karl-Hermann Völker
   
Eintrag 1384
Schlagworte Hochwasser; Überschwemmung; Flurschäden
Ortsangaben Herzhausen; Eder, Fluss
Zeitangabe 11.1890
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im November dieses Jahres trat die Eder aus ihren Ufern aus, überschwemmte die anliegenden Länder und richtete großen Schaden an. Die ältesten Leute wissen sich eines solchen Hochwassers nicht zu erinnern.“
Bemerkungen Schulchronik Herzhausen
Bearbeitungsstand   28.09.2005
Beleg Helmut Göbel: Mehr als 100 Jahre Wetter in unserer Heimat, 1995, unveröffentlichtes Manuskript, S. 12.
Bearbeiter Karl-Hermann Völker
   
Eintrag 1407
Schlagworte Hochwasser; Brücke, zerstörte
Ortsangaben Schmittlotheim; Eder, Fluss
Zeitangabe 20.4.1898
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 20. April schwoll die Eder so sehr an, daß das Wasser die Brücke mitnahm. Die Hälfte derselben wurde bei Herzhausen und Asel aus dem Wasser gezogen.“
Bemerkungen Schulchronik Schmittlotheim
Bearbeitungsstand   28.09.2005
Beleg Helmut Göbel: Mehr als 100 Jahre Wetter in unserer Heimat, 1995, unveröffentlichtes Manuskript, S. 15.
Bearbeiter Karl-Hermann Völker
   
Eintrag 1628
Schlagworte Eisdecke, zu dünne; Pferde, ertrunkene
Ortsangaben Röddenau; Eder, Fluss
Zeitangabe 1.1589
Quellenzeitangabe
Originaltext Anfang Januar 1589 ertranken mehrere Pferde der Röddenauer Dienstleute in der Eder, als sie beim Überqueren des Flusses wegen zu dünnen Eises einbrachen. Da es in der Nähe ein Brücke gab, sie aber von dem Amtmann Christoph Kemmerer zur Überquerung des zugefrorenen Flusses gezwungen wurden, richteten einige Röddenauer Untertanen eine Bittschrift an Landgraf Ludwig v. Hessen-Marburg und baten um Ersetzung des entstandenen Schadens. Woraufhin der Landgraf den Beamten (Rentmeister, Schultheißen und Landsknecht) zu Wolkersdorf mitteilen ließ:
"Ludwig von Gottes Gnaden Landgraf
zu Hessen, Graf zu Katzenelnbogen
Liebe Getreue, wir haben euren Bericht wegen des Bittens unserer Untertanen zu Röddenau empfangen und was es mit ihrer Klage gegen Christ Kemmerer für eine Bewandnis hat, verstanden. Obwohl die armen Leute, die den Schaden an ihren Pferden erlitten haben, unrecht getan, daß sie trotz geschehenen Verwarnens mutwillig über das Eis gesetzt, da sie doch Brücken vor sich [gehabt], so befinden wir jedoch auch, daß beklagter Christ Kemmerer, ungeachtet des bei Strafe angelegten ernsten Gebots und Befehl unseres Landknechts, [er] den ihm gebührenden Dienst nicht selbst so bald verrichtet und dadurch solchen Unfall verursacht [hat], weswegen solche Strafe billigerweise auch von ihm erhoben und an uns eingebracht wird. Wie wir auch hiennit befohlen haben wollen, und sollet nichtsdestoweniger ihn auch anhalten, daß er den armen Leuten ihres erlittenen Schadens halber vor andern Erstattung tun helfen müsse. Und steht bei den anderen unserer Untertanen, daß sie ihnen auch etwas zu steuern und zustatten kommen. Was dann diejenigen anbelangt, welche die Bittschrift ohne Vorwissen der ganzen Gemeinde in ihrem Namen bestellt und machen Lassen, obwohl der gröflte Teil davon nichts weiß, dieselben sollet ihr gleichergestalt nach Gelegenheit in ziemliche Strafe nehmen und solche Strafe du unser Schultheiß uns künftig verrechnen. Das versehen wir uns also und sind euch mit Gnaden gewogen. Datum Marburg am 19. Januar Anno 1589."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   16.06.2006
Beleg Röddenau. Ein Dorf und seine Geschichte. Beginn 9. Jahrhundert - 2005. Festschrift zur 1200-Jahr-Feier, hrsg. vom Arbeitskreis Festschrift, Frankenberg-Röddenau 2005, S. 157 f.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1629
Schlagworte Eisgang; Brückenschäden
Ortsangaben Röddenau; Eder, Fluss
Zeitangabe 1804 - 1805
Quellenzeitangabe
Originaltext Im Winter 1804/5 wurde die „Rothen Brücke" bei Röddenau durch Eisgang zur Hälfte weggerissen.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   16.06.2006
Beleg Röddenau. Ein Dorf und seine Geschichte. Beginn 9. Jahrhundert - 2005. Festschrift zur 1200-Jahr-Feier, hrsg. vom Arbeitskreis Festschrift, Frankenberg-Röddenau 2005, S. 160.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1630
Schlagworte Eisgang; Brückenschäden
Ortsangaben Röddenau; Eder, Fluss
Zeitangabe 1809
Quellenzeitangabe
Originaltext 1809 wurde die „Rothen Brücke" bei Röddenau durch Eisgang vollständig zerstört. Ein Bericht der Frankenberger Beamten Giesler und Bellinger an die Kurfürstliche Ober-Rentkammer in Kassel vom 1. Oktober 1816 lässt die wirtschaftlichen Folgen des Wetterereignisses erkennen:
"Die sogenannte Rothebrücke bey Röddenau, die von unvordencklichen Jahren her bestanden hat und zu deren Herstellung die Zoll Casse 27/97, die Gemeinde 20/97, und die übrigen Ämter des Oberfürstenthums 50/97, der Kosten bezahlen müssen, ist eine der unentbehrlichsten der hiesigen Gegend. Vor der feindlichen Occupation des Landes wurde auf die Unterhaltung derselben alle mögliche Sorgfalt verwendet und noch im Jahr 1806 eine Hauptreparatur daran vorgenommen; allein unglücklicherweise wurde sie schon in 1809 durch die heftigste Eisfluth, die sich nur denken läßt, von Grund aus wieder zerstört. Eine Hauptursache dieses so höchst nachtheiligen Vorfalls scheint darin zu liegen, daß sich der Edderfluß seit einigen Jahren einen anderen Lauf gebildet hat und demnach in schräger Richtung zerstöhrend auf die Brücke würckte. Seit dieser Zeit sind nur noch die steinernen Pfeiler davon übrig geblieben und auch diese haben bisher sehr gelitten. Zwar hat sich die Gemeinde Röddenau sowohl als die hiesige Verwaltungsbehörde während der feindlichen Occupation alle mögliche Mühe gegeben, um die Herstellung der Brücke zu bewürken; allein vergebensj es ging hiermit wie mit vielen anderen Brücken, Wasserbrücken, eingestürzten Canälen und dergleichen - sie wurden 20 mal besehen, ausgemessen, gezeichnet, die Diäten davon genommen und gelassen, wie sie War. Indessen ist diese Brücke, wie gesagt, eine der unentbehrhchsten der ganzen hiesigen Gegend, denn nicht allein wird dadurch die Verbindung der Gemeinde Röddenau mit der Stadt Frankenberg, sondern auch die des Herzogthums Berg und der Siegener Landstraße mit den diesseitigen Staaten, bewürckt. Durch die Zerctöhrung derselben hat also ein bedeutendes Publicum sehr gelitten; der
Handelsverkehr aus jenen Gegenden mußte sich über Hallenberg durch das Herzogthum Westphalen in das Waldeckische ziehenj die Erwerbszweigevieler Menschen des hiesigen Amts gingen größtentheils verlohren und die Gemeinden Röddenau, Haina einige hierher zinsbare großherzogl. Hessische Ortschaften waren gezwungen, entweder die gefährlichsten Umwege hierher9 einzuschlagen, oder sich durch die Eder zu wagen, welches zu mancher Jahreszeiten ein lebensgefährliches unternehmen ist. Noch verwichenes Frühjahr verlohr ein Einwohner aus Röddenau auf diese Art ein Pferd und kaum konnte er der Gefahr entrissen werden, mit seinem übrigen Vieh selbst zu ertrincken. Dieser Nothstand der hiesigen Gegend wird noch dadurch erhöhet, daß eine der Frankenberger Brücken gänzlich eingestürzt ist, und die andere sich in einem so elenden Zustand befindet, daß sie keinen Lastwagen tragen kann, weshalb man auch von Polizey wegen genöthigt gewesen ist, zur Verhütung großer Unglücksfälle eine Barriere davor machen zu lassen. Aus diesen Umständen wird Kurfürstliche Oberrenth-Cammer zu entnehmen geruhen, daß die Herstellung der gedachten Brücke eine dringende Nothwendigkeit ist. Die ungeheuren Wasserbrüche über und unter dieser Brücke mit der Herstellung derselben
in Verbindung zu setzen, wird hoffentlich um so weniger Schwierigkeiten finden, da die hiesigen Amtsunterthanen nach so vielen vergeblich eingelegten Bitten und nach den in anderen Aemtern geleisteten unzähligen Wasserbaudiensten ebenfalls Hülfe erwarten dürfen. und wir müßten Pflichten halber unterthänig darauf antragen die gnädige Verfügung zu treffen, daß der Bau derselben kommendes Frühjahr vorgenommen würde."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   16.06.2006
Beleg Röddenau. Ein Dorf und seine Geschichte. Beginn 9. Jahrhundert - 2005. Festschrift zur 1200-Jahr-Feier, hrsg. vom Arbeitskreis Festschrift, Frankenberg-Röddenau 2005, S. 161 ff.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 2476
Schlagworte Hochwasser; Überschwemmung; Sturm; Erdbeben; Gebäudeschäden; Brücke, zerstörte; Bodenerosion
Ortsangaben Kassel; Fulda, Fluss; Altenburg; Fritzlar; Röhrenfurth; Eder, Fluss; Trubenhausen
Zeitangabe 16.1.1682 - 17.1.1682
Quellenzeitangabe
Originaltext „1682 am 16. Januar fand die größte Wasserfluth nach der des Jahres 1643 statt; sie war 3 Fuß 3 Zoll geringer als die vorgenannte, nichtsdestoweniger hat sie aber sehr bedeutenden Schaden angerichtet namentlich an den Festungswällen und den neuen Contreskarpen [=Schanzwerken; J.E.], welche zum größten Theil zusammen stürzten. Ein Augenzeuge, der damalige Unterneustädter Metropolitan Friedrich Juca an der Unterneustädter Kirche, hat uns davon folgende Aufzeichnung hinterlassen, welche wörtlich lautet: ‚Im Januar an einem Sonntag um 3 Uhr stieg die Fulda, daß sie die ganze Neustadt überschwemmte. In der Kirche stieg das Wasser 4 Ellen hoch und warf Stühle und Bänke um, da in der Sacristei die Fabrilianische Bibliothek stand, so that das Wasser daran großen Schaden. Im Pfarrhause, wo man die Bier- und Weinfässer aufgestaut hatte, floß alles umher. Auf den Straßen konnte kein Nachbar zum anderen kommen, in den niedrigen Häusern reterirten die Einwohner unter die Dächer. Hätte das Wasser die sehr dünne Stadtmauer (jedenfalls ist hierunter die Mauer an der Fulda her verstanden, da die Festung mit einem hohen Walle versehen war) umgerissen, wären viele Menschen versoffen. Des Nachts kam ein gewaltiger Sturmwind um 11 Uhr mit großem Brausen und man verspürte dabei ein Erdbeben. Die Fluth dauerte vom hellen Sonntag bis den Montag Abend, wo sich der Sturm legte. An der Festung und hohen Stadtwällen hat der Regen großen Schaden gethan.‘ Nach dem Wasserzeichen an der Ahnaberger Mühle erreichte die Fluth daselbst die Höhe von 14 Fuß 4 Zoll. […] Zu Altenburg, Fritzlar und Röhrenfurth wurden die Brücken durch die Fluth hinweggerissen, bei Trubenhausen, Amts Witzenhausen stürzte ein Berg zusammen … Während der Monat December mit Sturm, Regen und Gewittern abgewechselt hatte, trat hierauf nach der Ueberschwemmung im Monat Februar eine grimmige Kälte ein.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.02.2008
Beleg Die Ueberschwemmungen in früheren Zeiten zu Cassel (Schluß), in: Casseler Tagespost, Nr. 1094 vom 13. April 1865, S. 1-2, hier S. 1.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 3457
Schlagworte Hochwasser; Vollstreckung Todesstrafe
Ortsangaben Eder, Fluss; Gensungen
Zeitangabe 8.3.1695
Quellenzeitangabe
Originaltext "Der „Edderstrom“, die Eder, führte im März 1695 starkes Hochwasser. Damals wurde das Urteil gegen die 1694 wegen Kindesmordes und anderer Delikte zum mehrfachen Tode verurteilte Anna Christina X. aus Neuenbrunslar, „ein Eheweib“, vollstreckt „in und über dem Edderstrome“. Der Felsberger Amtsschultheiß Johann Conrad Crantz (1679–1738) hielt in einem genauen Protokoll das juristische Geschehen fest, … „Die X. ist dahingehend condemniret (verurteilt) worden, daß sie irer begangenen Übelthat wegen in einen Sack gestecket, ersäuffet und alßdann von dem Wasser an den Richtplatz geschleiffet, der Cörper hernach aufs Rad geleget und schließlich am Galgen aufgehänget werden soll.“ … So geschehen anno Domini 1695, am 8. Martii …“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Waltari Bergmann: Die letzte Hinrichtung in unserer Heimat. Auf dem Galgenberg bei Gensungen, in: Kalender im Jahrbuch des Kreises Melsungen 37 (1969), S. 148–150, hier S. 149f.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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