Datensätze

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Eintrag 2350
Schlagworte Eichelernte, sehr gute; Mastjahr
Ortsangaben Schwebda; Kella
Zeitangabe 10.1747
Quellenzeitangabe Herbst
Originaltext "Im Herbst des Jahres 1747 gerieten die Eicheln in den Waldungen von Schwebda sehr gut, so dass die von Keudell eine große Anzahl von Schweinen mästen ließen. Hirten wie Förster berichteten schon bei Beginn der Mast, dass an verschiedenen Stellen Eicheln von fremden Personen aufgelesen, ja sogar mit Stangen von den jungen Bäumen abgeschlagen würden. Auf diese Weise würden sie der Schweinemast entzogen und außerdem die jungen Eichenbäume sehr beschädigt. Bei Androhung des Prangers oder Halseisens sei das schädliche Eichelschlagen und -auflesen in vergangenen Zeiten verboten gewesen und die Strafe auch vollstreckt worden. Das Verbot war im vorigen Herbst erneut ausgesprochen worden.
Aufmerksam geworden, brachte der Förster in Erfahrung, dass Einwohner von Kella dieses Eichelschlagen in der Schwebdaischen Waldung „bey nächtlicher Zeit und Mondenschein betrieben, und darauf bey anbrechendem Tage sich troupps-weise in dem Walde einzufinden und die abgeschlagenen Eicheln mit Säcken voll aufzulesen sich unterstanden". Daraufhin wurde dem Förster befohlen, den Eichelschlägern aufzulauern und sie mit nach Schwebda zu bringen. Der Förster entschuldigte sich mit der Lebensgefahr und berichtete, dass er schon früher die Einwohner von
Kella bei nächtlicher Zeit beim gewöhnlichen Holzdiebstahl und beim Absägen der jungen Eichelhege zwar beobachtet hätte, diese aber nicht anzugreifen wagte, weil sie in starker Zahl vorgingen und er, statt einen davon festzunehmen, sich bis in das Schwebdaische Feld unter harter Bedrohung verfolgen lassen musste."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.09.2007
Beleg Ulrich Hussong: "Waldfrevel" von Einwohnern aus Kella im Jahre 1747, in: Eichsfelder Heimatzeitschrift 51 (2007), S. 41-43, hier S. 41.
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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