Datensätze

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Eintrag 36
Schlagworte Witterung; Überschwemmung; Eis
Ortsangaben Limburg/Lahn; Lahn
Zeitangabe 1317
Quellenzeitangabe
Originaltext Vor dem untern gen[annten] Jahr lag das Kl[oster] Windsbach auf der Insel an der Brücke und wurde lateinisch genannt "domus fratrum ordninis sancti Wilhelmi pomtis beate Marie virginis de Limpurg". Es ging eine hölzerne Brücke vom Spital aus über die Lahn und auf das Kloster zu. Weil das Wasser und Eis das Kloster sehr beschädigten und damit der Stadt L[imburg] kein Schade aus dem Kloster durch Fehde und Heerlager geschah, wurde es mit Wissen und Willen der Herrschaft von L[imburg] abgebrochen und an der Stätte, wo es jetzt steht, im Jahre 1417 wieder erbaut
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   20.07.2004
Beleg Wolf Heino Struck: Quellen zur Geschichte der Klöster und Stifte im Gebiet der mittleren Lahn bis zum Ausgang des Mittelalters 1: Das St. Georgenstift, die Klöster, das Hospital und die Kapellen in Limburg an der Lahn. 1956. Nr. 1458. S. 639
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1730
Schlagworte Wintereinbruch; Eis; Schnee
Ortsangaben Spiesheim
Zeitangabe 18.11.1849
Quellenzeitangabe
Originaltext "Nofemb. d. 18t hat der Winter angefangen mit Eis duscht(?) und Schnee"
Bemerkungen Spiesheim liegt nicht in den Grenzen des heutigen Bundeslandes Hessen, sondern in Rheinland-Pfalz, gehörte aber von 1803-1945 zum Großherzogtum Hessen (Darmstadt).
Bearbeitungsstand   04.08.2006
Beleg Hausbuch des Spiesheimer Schmiedemeisters Andreas Stephan, Privatbesitz
Bearbeiter Ingolf Jung
   
Eintrag 2588
Schlagworte Neuschnee; Schneedecke, geschlossene; Frost; Eis
Ortsangaben Veckerhagen
Zeitangabe 13.11.1854
Quellenzeitangabe
Originaltext "Am 13. Nov. [1854] gab es eine Schneedecke und an den Fenstern dickes Eis."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.01.2009
Beleg Willy Gerth: Wetter und Ernten vor etwa 100 Jahren in Veckerhagen, in: Veckerhagen - zwischen Weser und Reinhardswald. Die Geschichte eines Oberweserdorfes, Veckerhagen 1965, S. 178-185, hier S. 178.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 2617
Schlagworte Eis; Kälte; Heu, Missernte; Heu, Teuerung; Stoh, Missernte
Ortsangaben Veckerhagen
Zeitangabe 3.5.1864 - 5.1864
Quellenzeitangabe
Originaltext "Den 3. Mai [1864] hatten wir noch dickes Eis und so noch lange nachher. Das Heu war so teuer und war beinahe keins mehr anzuschaffen. Mit Stroh ging es ebenso."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   05.02.2009
Beleg Willy Gerth: Wetter und Ernten vor etwa 100 Jahren in Veckerhagen, in: Veckerhagen - zwischen Weser und Reinhardswald. Die Geschichte eines Oberweserdorfes, Veckerhagen 1965, S. 178-185, hier S. 179.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 3142
Schlagworte Kälte; Eis
Ortsangaben Schlitz
Zeitangabe 12.1762 - 1.1763
Quellenzeitangabe
Originaltext „Vom 1. Advent 1762 bis 31. Januar 1763 ist eine große Kälte gewesen, kein Schnee gelegen. Bei der Bachmühle hat das Eis gelegen, daß fast kein Wagen bey das Brauhaus konnt kommen.“
Bemerkungen Aus der Chronik des Braumeisters Johann Adolph Weissbeck.
Bearbeitungsstand   25.06.2009
Beleg Heinrich Sippel: Notizen aus der Reichsgrafschaft 1755-1772. Nach einem alten Tagebuch. Schlitz im Spiegel der Geschichte, Heft 22. Schlitz 1992, S. 8.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3320
Schlagworte Witterung; Neuschnee; Schneedecke, geschlossene; Frost; Eis
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 18.11.1884 - 20.11.1884
Quellenzeitangabe
Originaltext „20. November [1884]: Seit vorgestern haben wir den ersten bleibenden Schnee. Heute steht der Thermometer auf 0 Grad; leichtes Eis. Im Oktober und auch in dem verstrichenen Teil des laufenden Monats hatten wir sehr schönes Herbstwetter, mitunter bis zu 12 Grad Wärme. Am 27. Oktober nachmittags ein Gewitter.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   26.11.2009
Beleg Louis Demme: Nachrichten und Urkunden zur Chronik von Hersfeld, Bd. 4, zusammengestellt und bearbeitet von Dieter Handtke, Bad Hersfeld 2006, S. 97.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3660
Schlagworte Schnee, tiefer; Eis
Ortsangaben Hohe Rhön; Hausen; Frankenheim
Zeitangabe 12.1789
Quellenzeitangabe
Originaltext „Fürst Franz Ludwig ließ aus dieser Ursache, um dergleichen Unglücksfälle [das Menschen sich im hohen Schnee und bei Nebel verirrten und erfroren; F.R.] zu verhindern, an den zu gehenden Fußwegen alle dreißig Schritte hohe Pflöcke setzen, die den Wanderer zurechtweisen sollen; und es gibt wirklich seit jener Zeit nicht mehr so viele Beispiele von erfrorenen Menschen, weswegen es zu bedauern ist, daß man für die Unterhaltung dieser Pflöcke so wenig Sorge trägt. Allein es fehlt doch – auch bei aller kluger Vorsorge nicht an solchen traurigen Ereignissen, indem nur zu oft ein dichter Nebel die Stöcke verbirgt und der Wind alle Bahnen verweht, daß der Wanderer aus der Fassung kommt und sich seinem Untergange naht.
Ich übertreibe hier die Schilderung nicht, denn ich schreibe aus eigener Erfahrung. Schon um halb drei Uhr des Nachmittags, wo es noch ziemlich hell war, kam ich auf die Hohe Rhön, und ich hatte nur eine Viertelmeile auf das nächstgelegene Frankenheim. Es war eben in der Mitte des Dezembers 1789, als ich diese Reise unternehmen mußte. Ich hatte zur Gesellschaft einen Chirurgen aus Neustadt an der Saale, einen Wegweiser, den ich aus Hausen mitnahm, meinen Kutscher mit zwei Pferden an einem leichten Schwimmer und meinem kleinen Hund. Der Weg von Hausen bis zur Höhe war außerordentlich schlimm. Ich ging zu Fuß, da ich den Wagen von allem, so viel möglich, zu erleichtern suchte, mit einem starken Stab, meinem nachher gewöhnlichen Rhönpferd, an dem ein großes spitzes Eisen befestigt war und der mir nachher sehr gute Dienste tat, indem er mich gegen das Abgleiten und Rückwärtsfallen schützte. Oft sank ich bis an den halben Leib in den Schnee, wovon man am Fuß des Berges nur wenige Spuren fand, und oft gleitete ich, ungeachtet meines Wanderstabes, auf den Knien eine ganze Strecke über Eis zurück. Den Pferden ging es noch weit schlimmer. Mehr als zehnmal mussten wir den Wagen aus dem tiefen Schnee heben, und oft waren die Pferde nicht im Stande, ihn auf dem glatten Eis zu halten. Alles strengte seine äußersten Kräfte an. Das Rad und die Waage zerbrachen; mit Stricken wurde alles wieder zusammengebunden, und ganz abgemattet kamen wir endlich bis zur Oberfläche. Nun waren wir alle getröstet. Wir hatten die Pflöcke vor den Augen und zweifelten nicht, uns nach einer Viertelstunde in Frankenheim zu befinden. Allein, wir betrogen uns sehr! Ein dichter, auf fünfzehn Schritte undurchsehbarer, stinkender Nebel lag auf der Oberfläche, ein heftiger Wind, der zu meinem Glück nicht schneidend und kalt war, wehte die von uns gemachte Bahn hinter uns wieder mit Schnee zu; wir verloren die Pflöcke aus unseren Augen, indem wir wegen des schlimmen Weges davon abweichen mussten, und wir kamen zu weit links auf das Schwarze Moor. Zwei Stunden kreuzten wir auf dieser großen Ebene, unbewusst, wo wir uns befanden und wo wir uns hinwenden sollten. Mein Wegweiser erblasste, als ich ihn zur Rede stellte, wo er mich hingeführt habe, und mit zitternder Stimme bekannte er, daß er selbst nicht mehr wüsste, wo wir uns befänden. Die Nacht war allbereits über uns gekommen, und mit ihr Furcht und Schrecken überfallen. Der Nordwind blies heftiger, die Kälte nahm zu; wir waren alle ringsum beduftet und gefroren, und wir sahen nichts als den Tod vor Augen. Der Chirurg weinte um seine Frau und Kinder, die er nun nicht mehr sehen sollte; mit ihm schluchzte mein Wegweiser aus gleicher Ursache. Aus dem Munde meines Kutschers strömte eine Litanei von Flüchen und Verwünschungen, und ich, in meinen Mantel gehüllt, machte Glossen über all die Begebenheiten, watete durch den Schnee mit Anstrengung meiner letzten Kräfte und rief aus vollem Halse nach Rettung. Alles schien vergeblich. Mir war gar nicht wohl bei der Sache, doch hatte ich meine Fassung nicht verloren. Da ich wußte und auch, nach dem Wind zu urteilen, annehmen konnte, daß wir zu weit links gekommen waren, wendeten wir uns nun rechts und fuhren eine lange Strecke, bis die Pferde, zu sehr abgemattet, den Wagen nicht weiter fortbringen konnten. Wir teilten uns, gingen nach verschiedenen Seiten und schrieen nochmals aus vollem Hals um Rettung. Allein, nirgends hörten wir den Laut von einem Sterblichen. Allenthalben herrschte Totenstille. Ganz entkräftet sank ich endlich auf den Schnee nieder, faltete meine Hände, dachte bald zu viel, bald gar nichts, und sah dem Tod entgegen. Ich weiß nicht, ob man in ein traurigeres Schicksal versetzt werden kann. Grausender wenigstens kann ich mir keine Szene im menschlichen Leben denken. Als ich so abgemattet und im Mantel eingehüllt saß und kein Schall mehr aus meinem Munde gehört wurde, lief der Chirurg, der in meiner Nähe stand, auf mich zu, riß mich von meinem Sitz auf und erweckte mich durch die frohe Nachricht, daß Menschenstimmen von fern sich nahten.
Plötzlich wallte mein Blut wieder durch die Adern, und neues Leben durchströmte meine Glieder. Wir hatten uns nicht getäuscht. Der Barmherzige hatte uns bemerkt in unserem Elend, und Engel des Himmels retteten uns vom nahen Tode. Die Einwohner Frankenheims hatten bei stiller Nacht unser klägliches Rufen gehört, und sie eilten uns zur Hilfe.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   08.06.2012
Beleg Heribert Kramm: Eine winterliche Reise über die Rhön vor 200 Jahren. Berichtet von Franz Anton Jäger, 1803, Kaplan in Simmershausen, in: buchenblätter 83 (2010), Nr. 26, 20.12.2010, S. 103–104.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4163
Schlagworte Schnee; Eis
Ortsangaben Rhön; Kreuzberg
Zeitangabe 2.4.1816 - 5.4.1816
Quellenzeitangabe
Originaltext "Vom 2-5 April war der Untergang der Sonne täglich ein Gegenstand der Bewunderung. Einige Minuten vor ihrem Unsichtbarwerden (5 April) stand sie im hellsten schwefelfarbigen Glanze, welcher langsam mit matter Wasserfarbe wechselte. Allmählich, unten anfangend, erschien sie in Pomeranzenfarbe, endlich im Pupurrothe, bis sie im lieblichen Karmosingewande beim freudigen Gesange der auf entblätterten und beeiseten Bäumen sitzenden Walddrosseln, 49 Minuten auf 7 Uhr nächst dem Dammersfelde unsern Augen entschwand. Noch 17 Minuten nach 7 Uhr bis zur eintretenden Dämmerung war der ganze westliche Gesichtskreis mit den schönsten für die Mahlerkunst unnachahmlichen Farbmischungen überzogen. So nahe uns aber die Sonne schon war, so erblickten wir doch ringsum nichts als Eis und Schnee. Der grausamste Winter lag noch auf unserm Kreuzberge. Im Kloster mußten wir wegen Holzmangel frieren, und besonders den alten Herren war die Kälte am empfindlichsten, weil ihre Schlafstätte in ungeheizten Zellen bloß aus einem Strohsacke mit wollener Decke besteht. Bedenklich schauten wir einander an, als wollten wir uns fragen: Kann wohl diese ungeheure Schneemasse auf dem Kreuzberge dem erwärmenden Süd=Westwinde weichen? Und wann?"
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   16.11.2014
Beleg Beschreibung des heiligen Kreuzberges und seiner Umgebungen, in Hinsicht auf die Erzeugnisse und Schönheiten der Natur, mit statistischen, geschichtlichen und religiösen Bemerkungen von Franz Nikolaus Baur, Dom=Vicar zu Würzburg, gedruckt auf Kosten der Freunde des Verfassers bei Johann Stephan Richter, Würzburg 1816, Nachdruck 1988, S. 266–267
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4181
Schlagworte Schnee; Eis; Nebel
Ortsangaben Rhön; Kreuzberg
Zeitangabe 14.5.1816
Quellenzeitangabe
Originaltext "Den 14 Mai stand der Lufwäger auf 11° und 12°. Wir sahen Mittags noch den Schnee und die ellenlangen Eiszapfen an den Dächern. Nachmittags umhüllten uns dicke Nebel."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   16.11.2014
Beleg Beschreibung des heiligen Kreuzberges und seiner Umgebungen, in Hinsicht auf die Erzeugnisse und Schönheiten der Natur, mit statistischen, geschichtlichen und religiösen Bemerkungen von Franz Nikolaus Baur, Dom=Vicar zu Würzburg, gedruckt auf Kosten der Freunde des Verfassers bei Johann Stephan Richter, Würzburg 1816, Nachdruck 1988, S. 281
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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