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Eintrag 4223
Schlagworte Schneestürme; Eisenbahnverkehr, Einstellung; Ostwind; Zugausfälle; Postverkehr, Behinderung; Schneehöhe bis 3 Meter; Frost; -20° Celsius; Personen, verletzte
Ortsangaben Oberhessen; Lauterbach; Großenlüder; Alsfeld; Wallenrod; Vogelsberg; Lauterbach; Engelrod
Zeitangabe 8.2.1889 - 13.2.1889
Quellenzeitangabe
Originaltext "Seit Freitag, dem 8. Februar 1889, wüteten Schneestürme wie seit Jahren nicht in der Provinz Oberhessen. An diesem Freitag um zwei Uhr nachmittags passierte der letzte Eisenbahnzug den Bahnhof Lauterbach; der von Fulda um 6 Uhr 37 abgehende, aus drei Wagen bestehende Zug blieb bei Großenlüder im Schnee stecken. Am Sonnabend Morgen gelangte der von Alsfeld kommende Zug nur bis Wallenrod; die Reisenden mußten einen Tag und eine Nacht in dem vom eisigen Ostwind umbrausten Zug verleben und konnten am eigenen Leibe die schmerzliche Wahrheit des Wortes feststellen, der Vogelsberg sein „ein wahres Sibirien“; erst am Sonntag Mittag konnte der Zug nach Alsfeld zurückfahren. Der Schnee lag drei Meter hoch, auf der Lauterbacher Strecke bemühten sich 162 Mann um seine Beseitigung. Der Postverkehr war stark behindert, überall blieben die Schlitten stecken. Vielfach reichten die Schneedünen bis an die Telegrafendrähte. Am 13. Februar, nach fünftägiger Unterbrechung, konnte die Strecke nach Gießen, am nächsten Tage die nach Fulda, wieder werden. Bei zwanzig Grad Kälte schippten hunderte von Männern den Schnee beiseite. Bei Engelrod warf der Schneesturm am 9. Februar einen Postwagen um, wobei der Postillion verletzt wurde."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.10.2015
Beleg Karl Siegmar Baron von Galéra: Lauterbach in Hessen, Geschichte einer Stadt und ihrer Bürgerschaft. Band III. 1821–1945, Neustadt an der Aisch 1965, S. 335 f.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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