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Eintrag 3561
Schlagworte Eisgang; Überschwemmung; Eissprengung; Wehr, beschädigtes
Ortsangaben Werra, Fluss; Wanfried; Völkershausen; Heldra; Großburschla; Altenburschla
Zeitangabe 25.1.1891 - 28.1.1891
Quellenzeitangabe
Originaltext 1891, Wanfried: "Der am 25. Januar beginnende Eisgang der Werra setzte sich in der Werrakrümmung zwischen hier und Völkershausen fest und drängte das Wasser aus dem Flußbette heraus, so daß das Werratal auf einer Strecke von fast fünf Kilometer einen großen See bildetete, während sich infolge des Waserdruckes von oberhalb Heldra die mächtigen Eisschollen im Flußbett immer höher türmten und die Großburschlaer Werrabrücke fast aus dem Grunde hoben. Die für die Dörfer Altenburschla, Völkershausen, Großburschla und Heldra drohende Gefahr erkennend und würdigend, wandte sich der Königliche Kammerherr von Scharfenberg an den Königlichen Herrn Landrat in Eschwege, der von dem Pionier-Bataillon Nr. 10 in Minden eine Abteilung zwecks Vornahme von Eis-Sprengungen erbat. Am Kaisers-Geburtstag, den 27. Januar vormittags, traf ein aus 1 Offizier, 2 Unteroffizieren und 12 Mann bestehendes Kommando des genannten Bataillons hier ein und begann alsbald im Verein mit der hiesigen freiwilligen Feuerwehr die Sprengungsarbeiten. Diese hatten am ersten Tage wenig Erfolg und wurden am 28. morgens wieder aufgenommen. Plötzlich um 11 Uhr vormittags, gerade in dem Augenblick, als ein weiteres Pionierkommando von einem Hauptmann und ein Zug einrückte, kam Bewegung in die Eismasse und nun spielte sich vor den Augen der nach Hunderten zählenden Zuschauer ein Schauspiel ab, das gewiß allen unvergeßlich bleiben wird. Eisschollen über ein halb Meter stark und mehrere Meter im Umfang überschlugen sich, tanzten und wirbelten zu Hunderten und Tausenden durcheinander und trieben in wirrem Durcheinander das Flußbett hinab, dabei ein Getöse verursachend, daß es nicht möglich war, Worte eines in der Nähe stehenden zu vernehmen. Leider verursachten diese mächtigen Eisschollen auch einen recht erheblichen Schaden an dem hiesigen Wehr, das sie zum Teil zerstörten."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   10.03.2011
Beleg Reinhold Strauss: Chronik der Stadt Wanfried, Wanfried 1908, S. 197f.
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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