Datensätze

Seite: 1

Eintrag 3251
Schlagworte Wolkenbruch; Bäume, entwurzelte; Erosionsschäden; Wiesen, verwüstete; Felder, verwüstete; Vieh, ertrunkenes; Gebäudeschäden; Gebäude, zerstörte; Brücken, zerstörte
Ortsangaben Schlüchtern; Elmbach, Fluss; Hutten; Elm
Zeitangabe 19.7.1769
Quellenzeitangabe gegen Abend sechs Uhr
Originaltext „Anno 1769 den 19. Juli gegen Abend sechs Uhr ist oberhalb Hutten ein unsere Gegend noch nie betroffener und fürchterlicher Wolkenbruch (niedergegangen), und ohnerachtet sich das Wasser teilete, sodass es zur Hälfte nach der fuldischen Grenze zulief, so nahm die übrig Hälfte jedennoch zwischen Elm und Hutten mit einer erschrecklichen Wut viele Bäume und Felsen weg, verwüstete viele Wiesen und Felder. Das Dorf Elm war dieser Wut bloßgestellt, Menschen und Vieh waren ihrem Untergange nah. Von letzterem musste vieles ein Raub des Wassers werden und wurde mit einigen Gebäuden durch die Wellen … Viele sonderheitlich von kleinem Vieh fand seinen Tod im Wasser. Dasjenige, sonderheitlich Öl und Wein und andere Getränke und was sonsten in den Kellern verwahrt, ging bei diesem fürchterlichen Anblicke zu Grunde. Die Tore mit ihren Wachthäusern samt einigen bürgerlichen Häusern stürzten mit einem entsetzlichen Krachen ein. Die Brücken wurden niedergerissen, die Stege weggespült, unter vielen Häusern die Fundamente abgetrieben und die in der Krämer- und Wassergasse wohnenden Bürger verloren nebst anderen Sachen auch insgesamt ihre Treppen. Kurz dieses Unglück, so uns allen den Untergang zu drohen schien, ist kaum zu beschreiben und hat nach dem vorhergegangenen Krieg, der in 1762 hier gewesenen Viehseuche, den in 1768 erlittenen Hagelschlag die hiesigen Einwohner in solche betrübte und wehmutsvolle Umstände versetzt, dass sie wie billig, die züchtigende Hand Gottes erkennen werden, dieser helfe doch ins künftige einem jeden …“. Schwer betroffen wurde bei diesem Einsturz des Krämertores der sein Wachthaus bewohnende Feldschütz Jost Jöckel, der mit seiner Familie nur das nackte Leben retten konnte und seine ganze Habe verlor. Nach dem Siebenjährigen Krieg fehlte das Geld, das Tor wieder aufzubauen, und in einem Verzeichnis des städtischen Gebäude von 1791 wird das Krämertor gar nicht mehr genannt.“
„Das Untertor, danach nur notdürftig zusammengeflickt, blieb in einem solchen Zustand, „so dass sein gänzlicher Umsturz und wegen der sehr starken Passage das größte Unglück befürchtet werden musste.“ Endlich im November 1784 war es wieder hergestellt.“
Bemerkungen Der Autor zitierte aus einem zeitgenössischen Bericht, der nicht näher bezeichnet wurde.
Bearbeitungsstand   13.10.2013
Beleg Bernd Ullrich: Die Tore von Kloster und Stadt Schlüchtern, in: Unsere Heimat, Mitteilungen des Heimat- und Geschichtsvereins Bergwinkel e.V. Schlüchtern 24(2007), S. 105-116, hier S. 111 ff.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3349
Schlagworte Sperlingsplage
Ortsangaben Breitenbach; Breunings; Elm; Gundhelm; Herolz; Hintersteinau; Hutten; Kressenbach; Marborn; Neuengronau; Oberzell; Salmünster; Soden; Steinau; Weichersbach
Zeitangabe 10.1854
Quellenzeitangabe
Originaltext „Nachdem die Gemeindebehörden von Breitenbach, Breunings, Elm, Gundhelm, Herolz, Hintersteinau, Hutten, Kressenbach, Marborn, Neuengronau, Oberzell, Salmünster, Soden, Steinau und Weichersbach sich dahin ausgesprochen haben, daß in ihren Gemeinden die Sperlinge sich im Übermaße vermehrt hätten, so daß Maßregeln zu ihrer Verminderung ergriffen werden müssten, so wird hierdurch bis zu anderweitiger Verfügung Folgendes angeordnet:
1) In den obengenannten Gemeinden hat jeder Hauseigentümer, welcher Garten oder Feldgrundstücke besitzt, innerhalb des Zeitraums vom 1. Januar bis Ende März vier Sperlinge an den Ortsvorstand abzuliefern.
2) Die Ablieferung geschieht Sonnabends zwischen 11 und 12 Uhr.
3) Die Lieferung der am 31. März noch rückständigen Sperlinge ist vom Gemeinderathe Anfangs April unter Bestimmung eines kurzen Termins öffentlich zu verdingen und der Kostenbetrag gegen die Säumigen beitreiben zu lassen.
Die Herrn Bürgermeister der genannten Orte haben vorstehende Anordnung in üblicher Weise zur öffentlichen Kenntnis zu bringen, Bekanntmachungsbescheinigung binnen 8 Tagen einzusenden und über den gehörigen Vollzug zu wachen.
Sobald ein Übermaß von Sperlingen nicht mehr besteht, so ist die Zurückziehung der Anordnung zu beantragen.

Schlüchtern, den 16. October 1854
Cöster
Kurfürstliches Landraths-Amt“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   26.01.2010
Beleg So wieherte der Amtsschimmel!, in: Bergwinkel-Bote 26 (1975), S. 69.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

Seite: 1