Datensätze

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Eintrag 2929
Schlagworte Unwetter; Hagel
Ortsangaben Roßbach; Wilsbach; Erda
Zeitangabe 2.9.1771
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 2. September 1771 ging ein furchtbares Hagelwetter über unsere Fluren nieder. Die Dörfer Roßbach, Wilsbach und Erda wurden am stärksten davon betroffen. Während sich der Himmel am hellen Tage unheilverkündend verfinsterte, peitschten Sturmböen Regen und Eis über die Erde, Bäume wurden entwurzelt, die Ackerkrume weggeschwemmt, das auf Hausten stehende Getreide zerschlagen. Ängstlich verkrochen sich die Menschen in ihren Wohnungen, jeden Augenblick gewärtig, daß Dach und Fenster der Gewalt der Elemente nbicht standhielten. Als sich das Wetter verzogen hatte, bot sich ihnen ein Bild der Verwüstung. Die Ernte war vernichtet, Wege und Brücken zertsört, die Wiesen voll Schlamm, die Wälder verwüstet und die Gebäude beschädigt. In ihrer Rat- und Hilflosigkeit sahen die Menschen das unheimliche Naturgeschehen als Strafe Gottes an. Am 9. September hielt Pfarrer Köhler einen Sühne- und Gedenkgottesdienst im Betsaal der Roßbacher Schule ab, wie in dem Buch „Im Quellgebiet der Aar“ berichtet wird. Man beschloß, den Tag des Unheils jährlich als Feiertag zu halten, unm Gott zu versöhnen. So wurden denn der 2. September für die drei Dörfer ein Sonntag, bis nach etlichen Jahrzehnten zufällig der Gießener Markt auf diesen Tag fiel. Nun war aber für die Erdaer der Marktbesuch wichtig, da er ihnen eine der wenigen Gelegenheiten zum Verkauf landwirtschaftlicher Produkte bot. Also machten sie sich, ungeachtet des Feiertages, auf den Weg. Als sie abends heimkehrten, wurde ihnen das Verwerfliche ihres Tun bewußt: Während ihrer Abwesenheit war wieder ein Unwetter über das Dorf gezogen und hatte sie um die Früchte ihrer Arbeit gebracht. Damit glaubten sie den Willen Gottes deutlich zu erkennen und wagten von nun an nicht mehr, den Hagelschlagstag zu verlegen.“


„Der Hagelschlagstag war bis in die jüngste Vergangenheit einer der beschaulichsten Sonntage des Jahres. Niemand arbeitete im Feld, die Kinder brauchten nicht zur Schule, und wenn um 10 Uhr die Glocken läuteten, so ging alles feiertäglich gekleidet zur Kirche. Da ja rundum Werktag war, an dem weder Tanzvergnügen noch Familienfeste stattfanden, so hatten die Leute Zeit füreinander. Sie gingen im Feld spazieren oder saßen vor den Haustüren und unterhielten sich. Ein Bild echten, bäuerlichen Dorffriedens. Mit dem Einbruch der technisierten Arbeitswelt ließ sich das allerdings nicht mehr vereinbaren. Daher suchte man nach einem Kompromiß. Neuerdings hat man den Gottesdienst auf den Abend verlegt, die Arbeiter fahren wie immer zur Schicht, und nur diejenigen, die nicht in den Alltag eingespannt sind, halten noch den traditionellen Feiertag aufrecht. Hoffentlich gerät er nicht eines Tages ganz in Vergessenheit!“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   04.06.2009
Beleg Arbeitskreis für Dorfchronik (Hrsg.): Heimatbuch der Gemeinde Erda. Erda 1971, S. 115f.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2930
Schlagworte Unwetter
Ortsangaben Erda
Zeitangabe 10.1812
Quellenzeitangabe
Originaltext Unwetter im Oktober 1812: das Kreuz vom Trinkbrunnen wurde fortgeschwemmt.
Bemerkungen Aufzeichnung von Johannes Niklas in einem Gebetbuch.
Bearbeitungsstand   04.06.2009
Beleg Arbeitskreis für Dorfchronik (Hrsg.): Heimatbuch der Gemeinde Erda. Erda 1971, S. 116.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2931
Schlagworte Unwetter; Hagel
Ortsangaben Erda
Zeitangabe 1818
Quellenzeitangabe
Originaltext Bedeutender Schaden durch Hagelschlag im Jahr 1818
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   04.06.2009
Beleg Arbeitskreis für Dorfchronik (Hrsg.): Heimatbuch der Gemeinde Erda. Erda 1971, S. 116.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2933
Schlagworte kalter Winter, Vereisung
Ortsangaben Erda
Zeitangabe 1845
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Jahre 1845 war ein sehr kalter Winter. Da hat man am 19. März eine Bahn in die Eichenhardt geschöpft und Holz nach Hause geschliddert.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   04.06.2009
Beleg Arbeitskreis für Dorfchronik (Hrsg.): Heimatbuch der Gemeinde Erda. Erda 1971, S. 116.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2934
Schlagworte Wärme; Nässe
Ortsangaben Erda
Zeitangabe 15.5.1862 - 16.10.1862
Quellenzeitangabe
Originaltext „Das Jahr 1862 war ein sehr frühes Jahr. Man kam sehr zeitlich ins Feld, immer sehr fruchtbares, warmes Wetter. Am 15. Mai blühte das Korn, und es stand so vollkommen, daß sich die ältesten Leute nicht zu erinnern wußten, daß sie ein solches Korn auf den Äckern gesehen hatten. Da kann man Gottes Allmacht und Güte erkennen. Ein großer Teil Kartoffeln wurde schon im Mai gehackt. Im Mai fand man schon im Walde reife Beeren, auch gab es reife Kirschen. Den Tag vor Pfingsten, 7. Juni, fuhr man Samen nach Hause. Darauf gab es sehr viel nasses Wetter, daß die Früchte doch erst zur gewöhnlichen Zeit reif wurden. Es gab ungeheuer viel Hafer und Gerste. Die Kartoffeln waren fast alle faul. Der Herbst war sehr schön, jeden Tag wie im Sommer. Den 16. Oktober war noch ein schweres Gewitter.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   04.06.2009
Beleg Arbeitskreis für Dorfchronik (Hrsg.): Heimatbuch der Gemeinde Erda. Erda 1971, S. 117.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2935
Schlagworte Hagel; Unwetter; Gewitter; Blitzschlag; Sturm
Ortsangaben Erda
Zeitangabe 22.7.1867
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 22. Juli zerschlug der Hagel einen großen Teil unserer Früchte, über dem großen Graben Korn und Weizen, am Brühlweg, an den Scherers Äckern, vor der Eichenhardt und den Stecken der Hafer und die Gerste fast gänzlich. Dabei war ein solcher Sturm, daß im Dorf mehr als hundert der schönsten und stärksten Bäume umgeworfen und zerrissen wurden. Die schwersten Eichen und Buchen waren aus der Wurzel gerissen, im Berg allein mehr als 30 alte Eichen. Das Kreuz auf dem Kirchturm war durch den Blitz verbogen. In der alten Schule warenb durch das Unwetter 12 Fensterscheiben, in der Kirche deren 6 eingeschlagen worden. Windfall fand statt in folgenden Schlägen: Eichenhardt, Schnepfenhain, Hain, Berg, Stecken, Ebersthal, Pfaffenhardt, Hollerberg, Karlsloh, Thalberg. Noch heutzutage (1894) erkennt man an den Narben der Bäume in der Eichenhardt die wunden Stellen, welche durch den Aufprall der Hagelkörner erzeugt wurden.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   04.06.2009
Beleg Arbeitskreis für Dorfchronik (Hrsg.): Heimatbuch der Gemeinde Erda. Erda 1971, S. 117.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2936
Schlagworte Wärme; Hitze; Dürre
Ortsangaben Erda
Zeitangabe 4.1868 - 7.1868
Quellenzeitangabe
Originaltext „Dieses Jahr war ein Jahr, wie es nicht viele Menschen erleben. Man kam im Frühjahr zeitlich ins Feld, der April war so gut, wie man selten einen Mai hat. Die Kartoffeln wurden alle im Mai gehackt. Jeden Tag warmes Wetter und warmen Regen. Darauf gab es aber sehr große Dürre, und die Ernte war sehr früh. Vor Jakobi waren Korn und Weizen schon sämtlich ab. Den 3. August fuhr ich den letzten Weizen nach Hause. Gerste und Hafer waren auch fast alle ab. Es war jeden Tag eine furchtbare Hitze, für das Vieh war auch keine Hand voll grünes Futter zu kriegen. – Den 25. Juli auf Jakobi brannte die Eichenhardtswarte ab. Das war ein fürchterliches Feuer, es waren auf Stunden alle Ortschaften auf dem Weg. Es brannte ein Stück von 30 Morgen ab. Auf welche Weise es angegangen ist, ist nicht herausgekommen ...“
Bemerkungen Aufzeichnungen des Vorstehers Dörr.
Bearbeitungsstand   04.06.2009
Beleg Arbeitskreis für Dorfchronik (Hrsg.): Heimatbuch der Gemeinde Erda. Erda 1971, S. 117f.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2937
Schlagworte Gewitter; Starkregen
Ortsangaben Erda
Zeitangabe 22.9.1892
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 22. September 1892 um 4 Uhr früh strömte während eines starken Gewitters ein heftiger Regen hernieder, so daß plötzlich der Freie Platz vor den Schulhäusern in einen See verwandelt wurde. Am hellen Morgen sah man auf diesem Platz außer Holz, Sand und Steinen auch alte Gießkannen, Kaffeekessel, zerbrochene Flaschen und Krüge, alte Schuhe, Schuhsohlen und Lederwerk kunterbunt umherliegen. Beim Andrang der Wassermassen wurde der Merkegraben in der Nähe der Kirche vonb seinem Unrat, in Sonderheit von alten Schuhen, welche jahrelang in den Löchern lagen, tüchtig gesäubert. Der Volkswitz wußte dann von einem eigenartigen Regen zu erzählen, wobei es Schlappschuhe geregnet hätte.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   04.06.2009
Beleg Arbeitskreis für Dorfchronik (Hrsg.): Heimatbuch der Gemeinde Erda. Erda 1971, S. 118.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 4384
Schlagworte Sturm; Starkregen; Hochwasser; Überschwemmung
Ortsangaben Erda; Gießen
Zeitangabe 5.1.1643
Quellenzeitangabe
Originaltext Memorabilie im Erdaer Kirchenbuch
"Anno 1644 den 5ten Januar sind bei zwei und drei Tage große Sturmwinde und Wassergüsse gewesen, daß das Wasser in die Stadt zu Gießen gelaufen und etliche Stock hoch gewesen. Summa, das Wasser ist so groß gewesen, daß bei Menschen Tagen nicht größer im Lande gesehen worden."
Bemerkungen Die Jahresangabe ist offensichtlich falsch. Vermutlich ein Druckfehler. Es müsste 1643 heißen.
Bearbeitungsstand   19.01.2016
Beleg Karl Wilhelm Justi: Stürme in der Natur und politischen Welt, zur Zeit des dreißigjährigen Krieges, in: Die Vorzeit. Ein Taschenbuch für das Jahr 1823, Marburg 1823, S. 323–324, hier S. 323.
Bearbeiter Holger Hamecher
   
Eintrag 4385
Schlagworte Sturm; Erdbeben
Ortsangaben Erda
Zeitangabe 23.1.1643 - 25.1.1643
Quellenzeitangabe
Originaltext Memorabilie im Erdaer Kirchenbuch
"Anno 1644 … Den 23, 24. 25. sind auch große Sturmwinde und Erdbeben gewesen. Die Bedeutung ist Gott bekannt!"
Bemerkungen Die Jahresangabe ist offensichtlich falsch. Vermutlich ein Druckfehler. Es müsste 1643 heißen.
Bearbeitungsstand   19.01.2016
Beleg Karl Wilhelm Justi: Stürme in der Natur und politischen Welt, zur Zeit des dreißigjährigen Krieges, in: Die Vorzeit. Ein Taschenbuch für das Jahr 1823, Marburg 1823, S. 323–324, hier S. 323.
Bearbeiter Holger Hamecher
   

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