Datensätze

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Eintrag 3254
Schlagworte Kälte, große; Heizprobleme; Erkrankung, wetterbedingte
Ortsangaben Schlüchtern
Zeitangabe 16.2.1719
Quellenzeitangabe
Originaltext „Anno 1719 den 16. Februar habe das erstemahl in diesem Jahr, weilen bisher wegen allzu vieler Arbeit, da noch keinen Collegen gehabt, nicht gekönt, beyde teutsche Schulen. Herr Schulmeister Weitzel hatte eine ziemliche Anzahl Kinder, Jungffer Geißin aber noch mehr, die sich anbey beklagte, daß sie weder Holz noch Geld bekommen, und große Kälte ausstehen mußte, wodurch sie auch krank geworden, wie ich sie dann auch im Bett angetroffen; Ich ermahnete die Kinder nicht allein zum fleiß und gehorsam, sondern auch ihren Eltern zu sagen, daß sie das schuldige Schulgeld ohne weiteren anstand zahlen möchten, und dabei auch das gehörige Holtz brächten; widrigenfalls Jungffer Geißin die Schul auffgeben müsste.“
Darstellung des Zusammenhangs des Zitats: Im Abschnitt über die Entwicklung der Stadtschule Schlüchtern nach dem Dreißjährigen Krieg heißt es, daß erst im Jahre 1671 eine Lehrerin für die Mädchen genannt wurde. Es war die Junger Geißin. Sie unterrichtete in der Schule der reformierten Kirchengemeinde. Etwa gleichzeitig wurde noch eine Stadtschule der lutherischen Kirchengemeinde eröffnet, die ebenfalls hauptsächlich Mädchen unterrichtete. Im Gegensatz zu einer Lateinschule wurden sie als deutsche Schulen bezeichnet. Beide Schulen machten sich gegenseitig Konkurrenz. 1710 wurde für letztere Schule ein Johann Heinrich Weitzel als „Mägdelein-Lehrer“ eingestellt. Beide Schulen wurden durch die Schlüchterner Pfarrer regelmäßig visitiert, worüber Berichte verfasst wurden.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   27.08.2009
Beleg Marianne Schubert: Geschichte der Stadtschule Schlüchtern, in: Unsere Heimat, Mitteilungen des Heimat- und Geschichtsvereins Bergwinkel e.V. 5 (1989), S. 3-57, hier S. 9.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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