Datensätze

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Eintrag 1956
Schlagworte Gewitter, starkes; Hochwasser; Veränderung des Flusslaufes; Erosionserscheinungen
Ortsangaben Fischbach, Gewässer
Zeitangabe 6.1709
Quellenzeitangabe
Originaltext Am 30.6.1709 informierte der Schultheiß des Gerichtes Johannesberg bei Hersfeld die hessische Regierung, daß es ein "starckes ungewitter und große waßerfluth" gegeben hätte, welches die Fischbach, den Grenzfluß zwischen Hessen-Kassel und Fulda sehr zerrissen und verändert hätte. Der Bach hatte seinen Lauf verändert und war auf bislang hessisches Territorium getrieben worden, wodurch schon länger stattfindende Grenzstreitigkeiten zwischen beiden Gebieten erneut aufflammten. Eine Kommission aller Beteiligten einigte sich schließlich auf eine von nun an verbindliche Grenzsteinsetzung.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   15.04.2007
Beleg Die Geschichte des Dorfes Bodes (1396-1996), hg. v. Harald Neuber, Hauneck, 1996, S. 41f.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 2377
Schlagworte Unwetter; Gewitter; Starkregen; Hagel; Überschwemmung; Erosionserscheinungen; Vieh, ertrunkenes; Schäden an Feldern und Wiesen
Ortsangaben Schlierbach
Zeitangabe 28.5.1826
Quellenzeitangabe
Originaltext Von einem der größten Unwetter, die wohl je über die hiesige Gegend niedergegangen sind, berichtet der damalige Bürgermeister Rink von Schlierbach in seinen chronikalischen Aufzeichnungen (im Besitz der Gemeinde Schlierbach). die Spuren dieses Unwetters sind heute noch an den Bodeneinschnitten oberhalb des Dorfs, die durch das weggeschwemmte Erdreich entstanden sind, zu erkennen. "Schlierbach, den 2 ten Juny 1826. Ich unterzeichneter ortsvorstand will hiermit nachstehendes in das gemeinde verordnungs Buch: Sämtliche gemeinde nach Kömliche zur wissenschaft und erkundlich zu jedermans Einsicht hierdurch Ertheilen, wegen des Im Jahr 1826 d. 28 ten May, Sonntags nachmittags von 3 Biss 6 uhr, Gottes allmacht und wunderthaten, welche In unserer Gegend, wahrscheinlich zeit diese welt gestanden nochnirgends von Gott dem allmächtigen geschehen und offenbahrt, um zu daraus zu ersehen, was der Mensch hier auf Erde gegen die allmacht Gottes sey. 1.) Liess sich Gott durch ein gewitter hören, und die Blitze häufig Strahlten, nachdem Es um 3 uhr hat angefangen zu Kieseln, dass dieselbe so dick wie tauben Eyer gefallen sind, Dass der Erd Boden damit Ettliche Schuh hoch Bedeckt war, dabey hat sich der Himmel aufgethan, und 3 Stunden lang geregnet, und das wasser Kam mit So großen Strömen, dass die Einwohner mehrentheils Ihr Vieh in die Stuben und sonst auf anhöhen mit gefahr Ihres Lebens Schleppen müssen, und auch mehrere Stück Rind Vieh und Schweine auf dem wasser geschwommen Kamen, wo jedoch Ettliches gerettet wurde, und 5 Kleine Schweine und Ein Rind sind durch Wasser umgekommen.
2.) Zum näheren Beweiss hat sich in dem sogenannte henness garte in der seite der graben gebildet, war 2 Schu weit und hoch und haben Ferner auf den höffen der orts Bürger Joh. Jac. Debus und Adam Debus, Johans, und Jacob Müller die Steine hauffen ein Stockwerck hoch durchs Wasser hin geschwemmt gelegen und zum Beyspiel der grösse mit der Runte wie ein Sitt Kessel.
3.) Ist die Erde von den Bergen des ackers in die Wiesenthäler herunter geschossen, dass es auf vielen Plätzen graben in die äcker und zwar auch Steibfelsen gerissen, dass der größte man hinein Stehen konte und derselbe nicht die Erde gleich hervor gieng. Zum Fernern angedencken will ich Bemerken, dass wegen des grossen Einreissens des Wassers zwischen dem Backhaus und wirth Georg Stoll hauss die Schaafe gewaschen worden sind, noch zum angedenken, hat das Sämtliche Gebäude der gemeinde Schlierbach, welche in 22 hauss bestehet, in wasser gestanden, dass niemand aus den Obertheilen des hausses im Stande war, Etwas zu erretten. Es sind höltzer mit geflossen, wie ein Paar ochen von der Besten art nicht im Stande sind, dasselbige anzuziehen. Ferner haben von dem Ereignis des gewitters, nemlich vom 28. ten May Biss den 20. ten Juni die Kieseln hauffen weiss auf mehrere Plätzer gelegen. Was nun die Ernte anbelangt, So ist Kaum 1/3 theil derselben mit Sämtlicher Frucht und Häu zu erwarten. Weil nun wir Bey unserer Lebzeiten nicht die Enstandene graben in früheren Stand und ordnung und wegschaffung im Stande sind. Desswegen den nach Kömmliche dieses vorige Ereignis Ertheilt wird. Ich will nun hier Bey stehen Bleiben und der weiteren verhältnisse und furcht der menschen nicht anführen. Wir haben es Sämtliche Gott zu danken, dass doch Kein Mensch hierbey umgekommen sey, wenn es aber Bey nacht geschehen wäre, So wäre allerdings viele menschen und vieh umgekommen: Joh. Jakob Rink."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.09.2007
Beleg Chronikalischen Aufzeihnungen des Schlierbacher Bürgermeisters Johann Jakob Rink
Bearbeiter Alexander Ceres
   
Eintrag 3200
Schlagworte Starkregen; Wolkenbruch; Überschwemmung; Schafe, ertrunkene; Erosionserscheinungen; Gebäudeschäden
Ortsangaben Schotten; Rainrod; Eschenrod; Busenborn; Eichelsdorf
Zeitangabe 10.10.1720
Quellenzeitangabe
Originaltext "10.10.1720 wieder über Schotten, Rainrod, Eschenrod, Busenborn, Eichelsdorf ein großer Wolkenbruch. Das Wasser stand fast so hoch wie 1674, stand auch wieder im Pfarrhaus. Joh. Peter Götz 8 Schafe ertrunken, Joh. Peter Würz dasselbe. Hat alle Stege im Dorf weggeschwemmt und auch einige Mauern eingerissen. Großer Jammer im Dorf."
Bemerkungen Text von Oliver Lein unter Verwendung von: 800 Jahre Eichelsdorf 1187-1987, zusammengestellt von Hans- Werner Knaus und Bruno Plitzkow auf Basis der Sammlung des Heimatforschers Wilhelm Würz.
Bearbeitungsstand   22.07.2009
Beleg http://www.nidda-eichelsdorf.de/eichelsdorf.html [22.07.2009]
Bearbeiter Dieter Wunder
   
Eintrag 3203
Schlagworte Hitze; Gewitter; Blitz; Donner; Wolkenbruch; Starkregen; Überschwemmung; Gebäudeschäden; Menschen, ertrunkene; Tote; Brücken, eingestürzte; Vieh, ertrunkenes; Erosionserscheinungen; Wiesen, weggespülte
Ortsangaben Eschenrod; Ober-Schmitten; Eicheltal; Wingershausen; Eichelsachsen; Eichelsdorf; Unter-Schnitten; Nidda
Zeitangabe 3.6.1826
Quellenzeitangabe Pfingstsamstag
Originaltext "Das Eicheltal wird von einer Wasserflut schwer heimgesucht. Ich will dazu einen Bericht über das Unwetter aus dem Kreisanzeiger zitieren, der es treffend beschreibt:
Ein denkwürdiger Tag für Eschenrod:
Verheerendes Wasser vor 150 Jahren Männer, Frauen und Kinder wurden ein Opfer der rasenden Fluten.
Die Chronik berichtet, dass es am Morgen des 3. Juni 1826 sehr heiß gewesen war. Gegen Mittag entstanden Gewitter, die sich unter fürchterlichem Donner und Blitzen des Nachmittags um vier Uhr nach dem Bilstein zogen und dort eine Zeit lang hängen blieben, bis sie, den Tag zur düsteren Nacht verwandelnd, in einem Wolkenbruch sich entluden. Da dieses am Fuße des Bilsteines stattfand, so schossen die Wassermassen rasch ins enge Tal herab nach Weidmühle zu und bildeten bald einen mehr denn fünfzehn Fuß tiefen Strom, der alles Gestein und Gehölz, das er unterwegs antraf samt der Scheune des Weidmüllers Johs. Buß mit unwiderstehlicher Gewalt mit sich fortriss. Wäre nun das Bett des Baches durch Eschenrod weiter und tiefer gewesen, so hätten die Wassermassen leichter abfließen können allein, dasselbe war leider nur ein schmaler Graben, gar noch mit Steinen hier und dort versperrt, berichtet die Chronik weiter.
Die mehr denn 20 Fuß Höhe angeschwollene Flut warf sich auf die unter der Brücke am Eingang ins Dorf stehende Scheuer des Johs. Böcher, welche in den engen Bachlauf stützte. Da teilte sich der Strom. Er trat zur Hälfte in die Obergasse ein und nahm zuerst das Zöllersche Haus mit. Das in den Strom stürzende Haus gab den wütenden Wassern die Richtung nach dem unter dem Wege jenseits des Baches stehenden Hauses des Johann Heinrich Heun, das alsbald zusammenbrach und den Eigentümer nebst seiner Frau, vier Kindern und einer Pflegetochter unter seinen Trümmern begrub. Da dieses Haus rasch von den Fluten in das Bett des Baches gerissen wurde, so ging die größere Flut die Strasse herab und stürzte sich auf die unterhalb des Schulhauses quer stehende Wohnung des Johann Heinrich Hermann. Auch dieses Haus stürzte bald zusammen und es fand darunter die hochschwangere Ehefrau des Hermann, seine drei Kin­der, sein Knecht und der Sohn eines Nachbarn den Tod. Hermann selbst war abwesend im Feld.
Das Pfarrhaus schien nun die nächste Beute des furchtbaren Elementes werden zu sollen. Allein Gottes gnädige Hand, so berichtet der Pfarrer, führte die Wasser von demselben ab und rettete den alten Pfarrer, seine Frau, Schwiegermutter und Magd, die sich einander die Hände reichend, betend, dem Willen Gottes befahlen. Schon wankte nämlich das Haus, da ward vorn Strome die Gartenmauer hinweggerissen und das entfesselte Element prallte wider das unter dem Pfarrgarten stehende Haus des Johann Georg Buß. Pfarrer Köhler und die Seinigen sahen die in die obere Stube und auf den Boden geflüchteten Nachbarsleute die Hände flehend ausstrecken, das Haus unter furchtbaren Krachen zusam­menbrechen, eine Staubwolke aufsteigen und dann das Haus von den Wellen fortreißen. Buß selbst, seine Frau und vier Kinder fanden in den Fluten den Tod. Die dem Bußschen Haus gegenüber stehende Kirche schützte die vor ihr stehende dicke Linde, an welcher sich Bauholz und Steine festsetzten, die die Wellen abwendeten.
Am Ende des Dorfes nahm der Strom noch das fast am Bache stehende Haus des Georg Weigand mit, in welchem sich des Eigentümers Gattin und einzige 20 jährige Tochter befanden. Alle kamen um,
Außerdem waren noch 30 Gebäude in Eschenrod mehr oder weniger beschädigt, drei Backhäuser und zwei Brücken völlig weggerissen. Und alles dieses war in weniger als einer halben Stunde geschehen.
Ein schreckliches Bild bot sich den Eschenrödern dar, als sie anfingen, sich von ihrem Schrecken zu erholen. Man eilte zur Rettung, sobald das Gewässer zu sinken begann. Allein von den unter den eingestürzten Häusern Begrabenen war niemand mehr zu retten. Die Wellen hatten sie mit sich fortgerissen oder sie lagen dort unter Balken und Steinen. Die Ehefrau des Johann Heinrich Heun hing 18 Fuß hoch tot in den Ästen des hinter dem Pfarrhaus am Stege stehenden Nußbaumes. Der größere Teil der Verunglückten war bis Eichelsachsen, einige sogar bis Eichelsdorf und Ober- Schmitten geflossen, wo sie auch beerdigt wurden. Im Wiesengrund und Wingershausen lag ertrunkenes Vieh, das nicht von den Ketten hatte loskommen können, noch an den Futterkrippen hängend. Haus und Küchengeräte, Werkzeug und Kleidungsstücke, Laibe Brot, Stücke von geräucherten Schweinefleisch, Wagen, Pflüge und so weiter lagen verstreut im Grund bis Eichelsachsen und selbst in Eichelsdorf. Felder und Wiesen waren vom Wasser zerrissen und die Ortsgasse in Eschenrod in einen tiefen und weiten Bach verwandelt, während das frühere Bett des Baches gänzlich verschüttet und teilweise mit Steinen gefüllt war.
Zu diesem Bericht braucht es wohl keinen Kommentar, ich will ihn aber trotzdem noch erweitern mit Teilen eines Berichtes über das übrige Eicheltal, verfasst von Jean Diehl, Ober-Schmitten: Die Schaf- und Viehherden vom Gebiet des Bilstein heimkehrend fanden den Dorfeingang von Busenborn durch eine wogende Wasserfläche versperrt. Auf weitem Umweg über Breungeshain kamen sie später heim in die Ställe. Übergehen wir jetzt Eschenrod. In Wingershausen, das sich mehr an den Hang anlehnt, fordert die Flut nur ein Todesopfer. Frau Johanna Eliesabetha Löwener, die wertvolle Habe retten will aus dem Haus, wird vor den Augen ihres Mannes niedergerissen und fortgespühlt. 4 Ställe und 1 Scheune verschwinden spurlos. 6 Gebäude werden mehr oder weniger stark beschädigt. Eichelsachsen beklagt 5 Tote. Das Wohnhaus der Wwe. Johanna Eliesabetha Rau weicht den Fluten, die Frau mit ihren 4 Kindern findet in den Wellen ihr Grab. Die Zehntscheuer wird z.T. von den Fluten weggerissen. In den talwärts gelegenen Gemeinden mit breitem Talgrund vermögen die Wassermassen, die erheblich an Gefälle eingebüßt haben, nicht so großen Schaden anzurichten. Menschenleben sind dort nicht mehr zu beklagen. Wohl steht in Eichelsdorf die gurgelnde Wasserflut mannshoch über der Straße, reißt das Gemeindebrau- und Backhaus fort, aber ihre mörderische Gewalt ist gebrochen. Das Wasser überschwemmt die weiten Wiesengründe westlich des Dorfes, dringt in die tief gelegenen Teile Ober- und Unter-Schnitten ein, auch in Nidda, ohne beträchtlichen Schaden anzurichten. Gegen 7 Uhr abends hellt der Himmel auf, das Wasser fällt. Die Nacht breitet ihren Schleier über ein Trümmer- und Leichenfeld. Es ist Pfingstsamstag, alles hatte sich auf das Fest vorbereitet, aber das Schicksal wollte es anders.
Pfingstsonntag 1826: Die Wasser haben sich verlaufen. Das überschwemmte Gebiet bietet einen Anblick des Entsetzens und Grauens. In Eschenrod sind 26 Gebäude vernichtet, 29 mehr oder weniger beschädigt. Klaftertief ist der Boden ausgerissen. Die chaussierte Dorfstraße ist unpassierbar, das Wasser hat breite Spalten in ihren Leib gerissen. Die Leiche der Mutter Heun hängt fast 7 m. hoch in den Ästen eines Nußbaumes. Eine ihrer Töchter ist in den Georg Theisschen Hausflur in Wingershausen geschwemmt, eine nach Eichelsachsen und die Pflegetochter bis nach Eichelsdorf geschwemmt. Verängstigte Bewohner aus dem schwer heimgesuchten Gebiet, noch ganz im Banne des Schreckens, durcheilen den verwüsteten Wiesengrund, entführte Habe zu suchen. Schutt, Steine, Geröll, Bau- und Brennholz, Kleider, Acker-, Küchen- und Hausgerät, Pfosten, Balkenwerk, aufgetriebene Tierleichen und entstellte Menschenleiber sperren den Weg. 26 Tote werden am Pfingstsonntag geborgen, am Pfingstmontag der Erde übergeben. Die Eichelsächser begraben 12, die Eichelsdorfer 8 auf eigenem Friedhof. Nach der 27. Leiche sucht man vergebens, erst nach Wochen entdeckt man sie im Talgrund von Eichelsachsen von Schutt und Geröll verdeckt. So ist das Leben, nur 2 Stunden hat der Spuk gedauert, aber unsägliches Leid und Schaden angerichtet. Was Generationen aufgebaut, ein böser Hauch, Minuten und alles ist dahin. "
Bemerkungen Text von Oliver Lein unter Verwendung von: 800 Jahre Eichelsdorf 1187-1987, zusammengestellt von Hans- Werner Knaus und Bruno Plitzkow auf Basis der Sammlung des Heimatforschers Wilhelm Würz.
Bearbeitungsstand   22.07.2009
Beleg http://www.nidda-eichelsdorf.de/eichelsdorf.html [22.07.2009]
Bearbeiter Dieter Wunder
   

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