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Eintrag 3669
Schlagworte Unwetter; Sturm; Blitz; Donner; Hagel; Schiffe, Schäden an; Bäume, entwurzelte; Fensterscheiben, eingeschlagene; Weinstöcke, Schäden an; Feldfrüchte, Schäden an
Ortsangaben Frankfurt am Main; Mainz; Hanau; Main, Fluss
Zeitangabe 29.7.1674
Quellenzeitangabe
Originaltext "(Franckfurt den 1. Augusti.) Am vergangenen Mitwoch hat uns der grosse GOtt ein erschröckliches Zeichen seines grim[m]igen Zorns sehen lassen/ indem sich früh Morgens schwartze finstere Wolcken am Himmel auffgezogen/ worauff es zwischen 8. und 9. Uhr auf einmal gantz finster/ und gleichsam Nacht worden/ daß man weder lesen noch schreiben können In selbigem Augenblick entstunde bey einem erschröcklichen Sturmwind von allen vier Enden ein so grausames Ungewitter mit Donner/ Blitz und Hagel/ dergleichen bey Menschen Gedencken nicht geschehen. Der Sturm hat viel Nachen am Mayn abgerissen/ daß die Bord wie Schneeflocken herum geflogen/ es hat auch der Mayn Manns hoch Wellen geworffen/ und sind die Kiesel auff demselben wie Eysschollen geschwummen/ daß davon 2. Schiffe an der Käiserl. Schiff-Brück zu Flersheim ruinirt sind. Unzählich viel Bäume sind sambt der Wurtzel aus der Erden gerissen/ wie dann allein vor dem Bockenheimer Thor beym Ketten-Hof etlich und dreissig/ worunter etliche so dick gewesen/ die 2. Männer nicht haben umfassen können. Der Wind hat sich hernach auff einmal gegen Westen gewendet/ und die Kiesel gegen die Fenster/ so auff selbiger Seiten gestanden/ dahin getrieben/ welche dieselbe alle eingeschlagen/ daß nicht ein einzige Scheiben gantz geblieben/ und mit etlich tausend Reichsthl. nicht wieder gemacht werden können. Ein noch viel grösserer und unaussprechlicher Schaden ist an dem Weinstock und Feldfrüchten geschehen/ indem dieselbe so klein zermalmet worden/ als wann man sie zerhackt hätte. Die Kiesel seynd an manchem Ort in der Stadt Knie tieff gelegen/ und so kalt gewesen/ daß keiner in der Hand geschmoltzen/ wie dann an etlichen Orten noch gestern dick über einander gesehen worden. Das Wetter hat sich zu Mayntz angefangen/ und biß über Hanau hinauff gezogen/ und ist alles in einer Viertelstund gethan gewesen."
Bemerkungen Mglw. Mittwoch der 19.7.1674 nach dem jul. Kalender, der 29.7.1674 nach dem greg. Kalender, das Theatrum Europaeum gibt allerdings den
Bearbeitungsstand   08.06.2012
Beleg Anonymer Druck: Grausame und unschätzbahre Wetter-Schäden/ So hin und wieder in Ober- und Nieder-Teutschland/ auch auf dem Schwartzen Meer/ und bey der Holländer Spanischen Schiff-Flotte im nechstverwichenen Heumonat und eingetrettenen August/ Durch Gottes sonderbahre Gerichte geschehen Allen Lebenden/ zur Errinnerung des letzten Donnerwetters/ zusammen gefasset, 1674 [VD17 12:000159B] -> http://www.gbv.de/vd/vd17/12:000159B.
Bearbeiter U. Volz
   
Eintrag 3670
Schlagworte Unwetter; Sturm; Blitz; Donner; Hagel; Schiffe, Schäden an; Bäume, entwurzelte; Fensterscheiben, eingeschlagene; Weinstöcke, Schäden an; Feldfrüchte, Schäden an
Ortsangaben Frankfurt am Main; Main, Fluss
Zeitangabe 29.7.1674
Quellenzeitangabe
Originaltext "Die Stadt Franckfurt muste gleichfalls solch erschröckliches Ungewitter über sich ergehen lassen. Dann es entstunde daselbst den 25. Julii (Alt. Kal.) ein dermassen grausamer Sturmwind von allen 4. Ecken mit Donner/ Blitz und Hagel/ dergleichen bey Menschen-Gedencken nicht geschehen. Der Sturm hatte viel Nachen am Mayn abgerissen/ daß die Borde wie Schneeflocken herum geflogen. Es hat auch der Mäyn die Wellen Manns hoch geworffen/ und sind die Kiesel auff demselben so dichte wie Eis-Schollen geschwummen/ daß davon 2. Schiffe an der Käyserl. Schiffbrücken zu Flersheim ruinirt worden. Unzehlich viel/ auch gar dicke Bäume wurden aus der Erden gerissen. Der Wind hatte sich hernach auff einmal gegen Westen gewendet/ daher die Kiesel die Fenster selbiger Seiten so getroffen/ daß fast nicht eine eintzige Scheibe gantz geblieben. Aber viel grösser war der Schade an den Weinstöcken und Feldfrüchten/ indem dieselbe so klein zermalmet worden/ als wann man sie zerhacket hätte. Die Kiesel sind dan manchem Ort in der Stadt Knie tieff gelegen/ und so kalt gewesen/ daß keiner in der Hand geschmoltzen/ wie sie dann an etlichen Orten noch 2. Tage hernach dick übereinander gesehen worden."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   08.06.2012
Beleg Theatrum Europaeum, Bd. 11, Frankfurt am Main 1682, S. 657. -> http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:384-uba000246-0742-2.
Bearbeiter U. Volz
   

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