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Eintrag 1435
Schlagworte Witterung; Schnee; Bewölkung
Ortsangaben Frauenstein
Zeitangabe 26.4.1835 - 26.4.1835
Quellenzeitangabe Weißensonntag
Originaltext Dann mögte ich ferner bemerken, daß dieses Jahr der Weisesontag auf den 26ten April fiel wo an diesem Tag alle Getreite Kirsche Zwetzschge Braume und Birn alles in Ihrer volle Weise Blüthe da stand, das merkwürdigste aber war, daß am Weisensontagmorgent ein solchen Schnee viel daß man der ville und gröse der Pflöcken wegen nicht mehr durch die Luft, das Gewölk sehen konnte die gröse der Pflocken war abbereits in der gröse wie hier diese aufgezeignet Fiegurt. Siehe (...)
Da konnte man mit recht sagen, Weise Sontag.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.11.2005
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein 1829 bis 1887, S. 4-5.
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1436
Schlagworte Frost; Schnee; Missernte
Ortsangaben Frauenstein
Zeitangabe 21.9.1835 - 21.12.1835
Quellenzeitangabe Herbst
Originaltext Ehe daß Jahr 1835 ganz zu ente geht, mögte ich noch hinzufügen, daß der Wein in diesem Jahr Zimlich gut war, der Herbst fing an den Tag nach Allerseelen als den 3te November. Die erste Tag ging es mit der Witterung zielich gut den 6ten fing es aber an zu frirn und frirte anhaltent fort, so heftig das die Kartoflen viele in den Keller und noch noch auf dem Felt zerfrohrn. Da mann aber am 12ten des Morgens aufstand um die Weinlese forzusetzen lag aber ein Schnee von ein Schuh hog und Schneite den ganzen Tag anhaltent heftig fort, so daß er bis den Abent 1 1/2 Schuh hoch lag, da waren die Leit genöthigt um ihre Trauben nach Haus zu schaffen, musten sie durch den dicken Schnee waten, die Kälte aber wehrte anhaltent Streng fort. Die leite namen sich Feuer mit Dippen und Pfannen in die Weinberg mit und Stellte von einem Stock an den andern, der Wein wurde zu Theil auf den Schlitten nach Haus gebracht.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   23.11.2005
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein 1829 bis 1887, S. 5-6
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1437
Schlagworte Gewitter; Unwetter; Überschwemmung; Hochwasser
Ortsangaben Frauenstein
Zeitangabe 16.8.1837
Quellenzeitangabe
Originaltext Den 16ten August 1837 des Abens um 10 Uhr hatten wir ein Starckes Gewitter wurde auch von allen seiten und Flüssen ein ausserordendliches Wasser herströmte welches alle Leite in bewegung setzte, so daß Sie ins Feld Liefen um den etwa verübten Schaden einzusehen. Sie waren aber kaum drause so überzog sich bei der dunkle Nacht der Himmel zum Zweiten mal, mit solchen Starcken Gewitter Wolke, und fing ein solches Donnern und Rasseln an das nicht allein den im Feld sondern, auch den Leiten in den Heusern Angst und Bang wurde. Es fing noch viel Härter und Stärker an zu Brausen und zu Regen wie zuvor. Bey dem ersten kam das Wasser in mein Vatters Haus nur 6 Zoll hog in den Hausgang, bey dem Zweiten aber war es binnen 3 Minutten das ganze Haus ein wie auswendich so mit Wasser angefült daß uns alle im Haus kein ander Rettungsmittel mer offen stand als sich mit weib und Kinder zu den Fenster hinauszuflüchten über die Stras wo uns das wasser auch bis an den Nabel ging. Durch das Adam Rheinbergers Keller in dasselbe Haus durch bei mein Schwager Joseph Reitz alwo die Kinder über nacht blieben. Ich hatte 4 Kinder Eines nahm meine Frau, eins mein Vatter 2 Meine Mutter alwo Sie aus der Stras von dem kelteren Wasser
Wasser umgerissen wurde. Den grösten Knaben Peter hat mein Vatter welchen in der Pufier auf der Straße in der mitte Wasserfluth abhahlte beite hatten beinahe Lebensgefahr da dem Meinigen alle ausgefluht waren. Kam der Andreas Sinz und die 2 Brüder Andreas und Valtin Rheinberger und halfen nur das Vieh durch Wasser führen, Welches bis in Halbe Leib im Wasser Stand, und so wehrte die ganze Nacht das Lammetieren und daß Geschrei unter den Menschen fort. Da es aber Tag wurd da sah man erst den dadurch verübten Schaden. In unsre Stube war der boden aufgehoben und mußte Sie gleich neu Borten und konnte Sie in 2 Monat nicht mehr bewohnen weil in dem ganzen Haus Stube und Keller _ Schuh hoger Schlamm Bis an das Valtin Rothe Haus war beinah ganz zusammen gerissen in dem Felt waren die Weinberg ganz tothal zusammengerissen so daß der Schaden in hiesiger Gemeinde 12 bis 15000 Gulden gerechnet wurde.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.11.2005
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein 1829 bis 1887, S. 8-11.
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1439
Schlagworte Mißernten
Ortsangaben Frauenstein
Zeitangabe 1.1.1816 - 31.12.1816
Quellenzeitangabe
Originaltext Das Jahr 1816 war ein ganz nasses Jahr das die Früchte die Ernte gar nicht konnte nach Haus gebracht werden da fing das Brod und die Früchte an aufzuschlagen
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   23.11.2005
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein 1829 bis 1887, S. 28.
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1440
Schlagworte Witterung; Frost; Schnee; Regen
Ortsangaben Frauenstein
Zeitangabe 11.1844 - 20.3.1845
Quellenzeitangabe
Originaltext Es war am 20te Merz auf Grün Donnerstag 1845 als ich etwas müßmuthisch gestimt hinter dem Ofen im Lehnstuhle saß, und den großen Schneeflocken welche sich in rascher Bewegung der Erde neherten, durch das Fenster zusah. Meine Gedanken beschäftigten sich, mit der länge des anhaltenten Winters. Ich nahm daher die Feder in die Hand um einigermaßen diesen unfreundlichen Gast in seinem umfange Darzustellen. Schon im November 1844 mußte mann sehr viel bei der Kartoffelärnte von diesem unfreundlichen Herscher empfinden. Es Regnethe fast immer, so daß das ganze Erdreich durchnetzt war, so daß mann beim Kartofel ausgraben nichts als einen Klumpen nasse Erde fand Durch eben den vielen Regen, kam man mit den Sant ganz zurück, so daß noch nach der Weinlese (welche auch am 4t und 5t Novemb. erst statt fand) sehr viel Korn und Weiz gesäht wurde. Der Wein war Mittelmäßig. mann verkaufte die Ohm Abgestoche zu 18 bis 20 fl.
Die Monathe November, Dez., und Januar, waren wechselnt Kalt, bald starker bald gelint, jedoch ohne Schnee, Mann vermuthete daher einen kurzen Winter. Allein man hat sich sehr getäuscht. Anfangs Februar bekamen wir den ersten Schnee, welcher von Tag zu Tag zunahm, so daß er die Oberfläche der Erde einen bis 1 _ fus höhe bedeckte, und immer sehr kalt den ganzen Feb. und Merz durch, so daß nicht die geringste Arbeiten im Felt verrichtet werden konnte.
Zimlich dick hate den alte Schnee die Oberfläche der Erde noch bedeckt, als in der Nacht vom Samstag auf Palm Sontag den Schnee auf der Straße wechschöpfen mußte, daß man in die Kirg gehen konnte. Nicht allein dieser Schnee, sondern die ganze Naturereichniß verdient auf diesen tag besondre Erwähnung.
Als der Schnee in obenbenannter Nacht gefallen war, fing es des Mittags an zu Regnen und gegen Abent zu friehre, so daß die ganze Oberfläche der Erde mit einem Spiegel = Eis bedeckt war. Dieses war eine Lust den Hasen im Felte zuzusehen, denn es war keiner im Stande auf diesem Eis zu laufen, diejenigen, welche auf etwas einem steilen abhang kamen stürtzte über und über, und rutschten von oben bis herunter, der welcher aber auf die Bergen oben dem Dorf kam vanzselte bis in die Höfe, morgens liefen viele im Dorf umher, den der Hunger trieb Sie in die umgebung des Dorfes. Dieser Akt währte drey Tag lang die Leute gingen in diesen Tagen hinaus, trutz aller Aufsicht, und fingen dieselbe, ja es hat beinah ein jede Fammiliie in unserem Dorfe 1,2,3, bis 4 Hase, ja einige auch 5 bis 6 auf die Ostern-Feiertäg zu Essen. Als ich eben mit diesem Schreiben auf Gründonnerstag beschäfticht war, so vernahm ich eben daß der Rhein aufgeprochen sei, des Morgens auf diesen Tag konnte mann aber noch darüber gehen. Den Osternsamstag war es aber wieder so kalt daß der Rhein noch einmahl hätte zufrühren können. Die Ostern Feiertag bekamen wir aber Tauwetter und der Schnee Schmitzte in einigen Tagen auf den meisten Plätzen wech. Das Waßer hate aber in hiesiger Gemarkung viele Schaden angerichtet und im Rhein stieg dasselbe bis in den Tag nach Weisesonntag so hog, als es seit 1784 noch nicht gewesen ist. Mann konnte in Biebrich am Herrngarten nichts mehr Auf der Schosse hinfahren denn das Wasser stant im Herrngarten, im Walluf sind die Leute weit ober der Kirg mit den Nachen gefahren.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   11.01.2006
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein, fortgeführt von Joseph Schneider, 1829 bis 1887. S. 36-40
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1441
Schlagworte Schnee
Ortsangaben Frauenstein
Zeitangabe 20.3.1845
Quellenzeitangabe
Originaltext "Es war am 20te Merz auf Grün Donnerstag 1845 als ich etwas müßmuthisch gestimt hinter dem Ofen im Lehnstuhle saß, und den großen Schneeflocken welche sich in rascher Bewegung der Erde neherten, durch das Fenster zusah. Meine Gedanken beschäftigten sich, mit der länge des anhaltenten Winters. "
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   11.01.2006
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein, fortgeführt von Joseph Schneider, 1829 bis 1887. S. 36-40.
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1442
Schlagworte Frost; Schnee; Regen
Ortsangaben Frauenstein
Zeitangabe 1.1.1845 - 31.1.1845
Quellenzeitangabe
Originaltext Es war am 20te Merz auf Grün Donnerstag 1845 als ich etwas müßmuthisch gestimt hinter dem Ofen im Lehnstuhle saß, und den großen Schneeflocken welche sich in rascher Bewegung der Erde neherten, durch das Fenster zusah. Meine Gedanken beschäftigten sich, mit der länge des anhaltenten Winters. Ich nahm daher die Feder in die Hand um einigermaßen diesen unfreundlichen Gast in seinem umfange Darzustellen. Schon im November 1844 mußte mann sehr viel bei der Kartoffelärnte von diesem unfreundlichen Herscher empfinden. Es Regnethe fast immer, so daß das ganze Erdreich durchnetzt war, so daß mann beim Kartofel ausgraben nichts als einen Klumpen nasse Erde fand Durch eben den vielen Regen, kam man mit den Sant ganz zurück, so daß noch nach der Weinlese (welche auch am 4t und 5t Novemb. erst statt fand) sehr viel Korn und Weiz gesäht wurde. Der Wein war Mittelmäßig. mann verkaufte die Ohm Abgestoche zu 18 bis 20 fl.
Die Monathe November, Dez., und Januar, waren wechselnt Kalt, bald starker bald gelint, jedoch ohne Schnee, Mann vermuthete daher einen kurzen Winter. Allein man hat sich sehr getäuscht. Anfangs Februar bekamen wir den ersten Schnee, welcher von Tag zu Tag zunahm, so daß er die Oberfläche der Erde einen bis 1 _ fus höhe bedeckte, und immer sehr kalt den ganzen Feb. und Merz durch, so daß nicht die geringste Arbeiten im Felt verrichtet werden konnte.
Zimlich dick hate den alte Schnee die Oberfläche der Erde noch bedeckt, als in der Nacht vom Samstag auf Palm Sontag
den Schnee auf der Straße wechschöpfen mußte, daß man in die Kirg gehen konnte. Nicht allein dieser Schnee, sondern die ganze Naturereichniß verdient auf diesen tag besondre Erwähnung.
Als der Schnee in obenbenannter Nacht gefallen war, fing es des Mittags an zu Regnen und gegen Abent zu friehre, so daß die ganze Oberfläche der Erde mit einem Spiegel = Eis bedeckt war. Dieses war eine Lust den Hasen im Felte zuzusehen, denn es war keiner im Stande auf diesem Eis zu laufen, diejenigen, welche auf etwas einem steilen abhang kamen stürtzte über und über, und rutschten von oben bis herunter, der welcher aber auf die Bergen oben dem Dorf kam vanzselte bis in die Höfe, morgens liefen viele im Dorf umher, den der Hunger trieb Sie in die umgebung des Dorfes. Dieser Akt währte drey Tag lang die Leute
gingen in diesen Tagen hinaus, trutz aller Aufsicht, und fingen dieselbe, ja es hat beinah ein jede Fammiliie in unserem Dorfe 1,2,3, bis 4 Hase, ja einige auch 5 bis 6 auf die Ostern-Feiertäg zu Essen. Als ich eben mit diesem Schreiben auf Gründonnerstag beschäfticht war, so vernahm ich eben daß der Rhein aufgeprochen sei, des Morgens auf diesen Tag konnte mann aber noch darüber gehen. Den Osternsamstag war es aber wieder so kalt daß der Rhein noch einmahl hätte zufrühren können. Die Ostern Feiertag bekamen wir aber Tauwetter und der Schnee Schmitzte in einigen Tagen auf den meisten Plätzen wech. Das Waßer hate aber in hiesiger Gemarkung viele Schaden angerichtet und im Rhein stieg dasselbe bis in den Tag nach Weisesonntag so hog, als es seit 1784 noch nicht gewesen ist. Mann konnte in Biebrich am Herrngarten nichts mehr Auf der Schosse hinfahren denn das Wasser stant im Herrngarten, im Walluf sind die Leute weit ober der Kirg mit den Nachen gefahren.

Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.12.2005
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein, fortgeführt von Joseph Schneider, 1829 bis 1887. S. 36-40.
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1443
Schlagworte Frost; Schnee; Regen
Ortsangaben Frauenstein
Zeitangabe 1.2.1845 - 28.2.1845
Quellenzeitangabe
Originaltext Es war am 20te Merz auf Grün Donnerstag 1845 als ich etwas müßmuthisch gestimt hinter dem Ofen im Lehnstuhle saß, und den großen Schneeflocken welche sich in rascher Bewegung der Erde neherten, durch das Fenster zusah. Meine Gedanken beschäftigten sich, mit der länge des anhaltenten Winters. Ich nahm daher die Feder in die Hand um einigermaßen diesen unfreundlichen Gast in seinem umfange Darzustellen. Schon im November 1844 mußte mann sehr viel bei der Kartoffelärnte von diesem unfreundlichen Herscher empfinden. Es Regnethe fast immer, so daß das ganze Erdreich durchnetzt war, so daß mann beim Kartofel ausgraben nichts als einen Klumpen nasse Erde fand Durch eben den vielen Regen, kam man mit den Sant ganz zurück, so daß noch nach der Weinlese (welche auch am 4t und 5t Novemb. erst statt fand) sehr viel Korn und Weiz gesäht wurde. Der Wein war Mittelmäßig. mann verkaufte die Ohm Abgestoche zu 18 bis 20 fl.
Die Monathe November, Dez., und Januar, waren wechselnt Kalt, bald starker bald gelint, jedoch ohne Schnee, Mann vermuthete daher einen kurzen Winter. Allein man hat sich sehr getäuscht. Anfangs Februar bekamen wir den ersten Schnee, welcher von Tag zu Tag zunahm, so daß er die Oberfläche der Erde einen bis 1 _ fus höhe bedeckte, und immer sehr kalt den ganzen Feb. und Merz durch, so daß nicht die geringste Arbeiten im Felt verrichtet werden konnte.
Zimlich dick hate den alte Schnee die Oberfläche der Erde noch bedeckt, als in der Nacht vom Samstag auf Palm Sontag
den Schnee auf der Straße wechschöpfen mußte, daß man in die Kirg gehen konnte. Nicht allein dieser Schnee, sondern die ganze Naturereichniß verdient auf diesen tag besondre Erwähnung.
Als der Schnee in obenbenannter Nacht gefallen war, fing es des Mittags an zu Regnen und gegen Abent zu friehre, so daß die ganze Oberfläche der Erde mit einem Spiegel = Eis bedeckt war. Dieses war eine Lust den Hasen im Felte zuzusehen, denn es war keiner im Stande auf diesem Eis zu laufen, diejenigen, welche auf etwas einem steilen abhang kamen stürtzte über und über, und rutschten von oben bis herunter, der welcher aber auf die Bergen oben dem Dorf kam vanzselte bis in die Höfe, morgens liefen viele im Dorf umher, den der Hunger trieb Sie in die umgebung des Dorfes. Dieser Akt währte drey Tag lang die Leute
gingen in diesen Tagen hinaus, trutz aller Aufsicht, und fingen dieselbe, ja es hat beinah ein jede Fammiliie in unserem Dorfe 1,2,3, bis 4 Hase, ja einige auch 5 bis 6 auf die Ostern-Feiertäg zu Essen. Als ich eben mit diesem Schreiben auf Gründonnerstag beschäfticht war, so vernahm ich eben daß der Rhein aufgeprochen sei, des Morgens auf diesen Tag konnte mann aber noch darüber gehen. Den Osternsamstag war es aber wieder so kalt daß der Rhein noch einmahl hätte zufrühren können. Die Ostern Feiertag bekamen wir aber Tauwetter und der Schnee Schmitzte in einigen Tagen auf den meisten Plätzen wech. Das Waßer hate aber in hiesiger Gemarkung viele Schaden angerichtet und im Rhein stieg dasselbe bis in den Tag nach Weisesonntag so hog, als es seit 1784 noch nicht gewesen ist. Mann konnte in Biebrich am Herrngarten nichts mehr Auf der Schosse hinfahren denn das Wasser stant im Herrngarten, im Walluf sind die Leute weit ober der Kirg mit den Nachen gefahren.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   23.11.2005
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein, fortgeführt von Joseph Schneider, 1829 bis 1887. S. 36-40
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1444
Schlagworte Frost; Schnee; Regen
Ortsangaben Frauenstein
Zeitangabe 1.3.1845 - 31.3.1845
Quellenzeitangabe
Originaltext Es war am 20te Merz auf Grün Donnerstag 1845 als ich etwas müßmuthisch gestimt hinter dem Ofen im Lehnstuhle saß, und den großen Schneeflocken welche sich in rascher Bewegung der Erde neherten, durch das Fenster zusah. Meine Gedanken beschäftigten sich, mit der länge des anhaltenten Winters. Ich nahm daher die Feder in die Hand um einigermaßen diesen unfreundlichen Gast in seinem umfange Darzustellen. Schon im November 1844 mußte mann sehr viel bei der Kartoffelärnte von diesem unfreundlichen Herscher empfinden. Es Regnethe fast immer, so daß das ganze Erdreich durchnetzt war, so daß mann beim Kartofel ausgraben nichts als einen Klumpen nasse Erde fand Durch eben den vielen Regen, kam man mit den Sant ganz zurück, so daß noch nach der Weinlese (welche auch am 4t und 5t Novemb. erst statt fand) sehr viel Korn und Weiz gesäht wurde. Der Wein war Mittelmäßig. mann verkaufte die Ohm Abgestoche zu 18 bis 20 fl.
Die Monathe November, Dez., und Januar, waren wechselnt Kalt, bald starker bald gelint, jedoch ohne Schnee, Mann vermuthete daher einen kurzen Winter. Allein man hat sich sehr getäuscht. Anfangs Februar bekamen wir den ersten Schnee, welcher von Tag zu Tag zunahm, so daß er die Oberfläche der Erde einen bis 1 _ fus höhe bedeckte, und immer sehr kalt den ganzen Feb. und Merz durch, so daß nicht die geringste Arbeiten im Felt verrichtet werden konnte.
Zimlich dick hate den alte Schnee die Oberfläche der Erde noch bedeckt, als in der Nacht vom Samstag auf Palm Sontag
den Schnee auf der Straße wechschöpfen mußte, daß man in die Kirg gehen konnte. Nicht allein dieser Schnee, sondern die ganze Naturereichniß verdient auf diesen tag besondre Erwähnung.
Als der Schnee in obenbenannter Nacht gefallen war, fing es des Mittags an zu Regnen und gegen Abent zu friehre, so daß die ganze Oberfläche der Erde mit einem Spiegel = Eis bedeckt war. Dieses war eine Lust den Hasen im Felte zuzusehen, denn es war keiner im Stande auf diesem Eis zu laufen, diejenigen, welche auf etwas einem steilen abhang kamen stürtzte über und über, und rutschten von oben bis herunter, der welcher aber auf die Bergen oben dem Dorf kam vanzselte bis in die Höfe, morgens liefen viele im Dorf umher, den der Hunger trieb Sie in die umgebung des Dorfes. Dieser Akt währte drey Tag lang die Leute
gingen in diesen Tagen hinaus, trutz aller Aufsicht, und fingen dieselbe, ja es hat beinah ein jede Fammiliie in unserem Dorfe 1,2,3, bis 4 Hase, ja einige auch 5 bis 6 auf die Ostern-Feiertäg zu Essen. Als ich eben mit diesem Schreiben auf Gründonnerstag beschäfticht war, so vernahm ich eben daß der Rhein aufgeprochen sei, des Morgens auf diesen Tag konnte mann aber noch darüber gehen. Den Osternsamstag war es aber wieder so kalt daß der Rhein noch einmahl hätte zufrühren können. Die Ostern Feiertag bekamen wir aber Tauwetter und der Schnee Schmitzte in einigen Tagen auf den meisten Plätzen wech. Das Waßer hate aber in hiesiger Gemarkung viele Schaden angerichtet und im Rhein stieg dasselbe bis in den Tag nach Weisesonntag so hog, als es seit 1784 noch nicht gewesen ist. Mann konnte in Biebrich am Herrngarten nichts mehr Auf der Schosse hinfahren denn das Wasser stant im Herrngarten, im Walluf sind die Leute weit ober der Kirg mit den Nachen gefahren.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.12.2005
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein, fortgeführt von Joseph Schneider, 1829 bis 1887. S. 36-40.
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1445
Schlagworte Schnee; Hitze
Ortsangaben Frauenstein
Zeitangabe 1.11.1864 - 6.5.1865
Quellenzeitangabe Winter
Originaltext Die Merkwürdiche Naturereichniß im Winter von 1864 auf 1865 verdienen daß mann Sie der Nachwelt hinterläst: Der benannte Winter fing schon die Allerheiligen an, es frohr und schneiete da schon zu, die ganze Oberfläche der Erde war fast den ganzen Winter mit Schnee bedeckt, in der zweite hälfte des Märzes fing er an zu Tauen so daß mann 2/3 Theil der Erde schon blas sah, da fiel aber wieder der Schnee so dick, daß er die Erde wieder einen fus hog bedeckte. Auf dem Westerwald wusten die Leuten in den letzten tagen des März noch Schnee schöpfen, daß der Eilwagen auf der Chause Passieren und ein Nachbar bei den Anderen gehen konnte. Der 31te März überlieferte dem 1te April einen hushohen Schnee den 2te April aber verlor der Winter seine Wirkung, und es fing an diesem Tag statt frühjahr, schon der helle Sommer an, es gab gleich eine solche Hitze, daß bis den 4ten April schon kein Schnee mehr in hiesicher gegend zu sehen war. Den 5te April waren die Wiesen schon krün der ewige Klee war schon 2 bis 3 zoll lang herausgetrieben, das ganze Feld war angefült mit Leuten welche ihre Oekonomischen Arbeiten verrichten weil mann sich wegen dem so schnellen unvermutheten Wuchs nicht genug beeillen konnte, denn mann sah alles übernacht herauswachsen. Den 15 + 16te April blüte schon die Kirschen und das sonstige Obst. Mit der Weinbergsarbeit konnte die Leute sich gar nicht beeilen genug. Den 20the April waren die Weinberg schon Fast ganz Krün und am 23 te April, auf Georgetag welcher gerade heut auf den Weisensontag viel, als ich dieses niederschrieb, hate die Kirschbäum fast ganz verblüht, und das Laub war schon so herausgewachsen, daß dieselbe nicht mehr weis sondern schon ganz Krün aussehen. Der Wald war schon so mit Mai bedeckt, daß er so Krün wie in mitte Sommer war. Der Ewige Klee welchen ich gestern selbst gemessen habe, war 1 _ fus lang. In den Wiesen konnte mann das Gras schon Mehen. Es war also kurz zu sagen, in einem Zeitraum von 20 Tagen, der Tiefste Winter, zu dem hellen Sommer übergegangen. Was nun weiter aus diesem so schnellen übergang werden wird, werde ich zu seiner zeit noch nachtragen, so weit also bis Heut, auf Georgetag.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   23.11.2005
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein, fortgeführt von Joseph Schneider, 1829 bis 1887. S. 55-57.
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1446
Schlagworte Ernte; Trauben; Kirschen
Ortsangaben Frauenstein
Zeitangabe 20.5.1865
Quellenzeitangabe 20. Mai
Originaltext "Am 20ten May hate man schon in den hiesichen Weinberg blühende Trauben, auch wurde da schon die früh Kir(sche) gebrochen."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   12.01.2006
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein, fortgeführt von Joseph Schneider, 1829 bis 1887. S. 58
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1447
Schlagworte Ernte; Kirschen; Trauben
Ortsangaben Frauenstein
Zeitangabe 3.7.1865
Quellenzeitangabe 3. Juni
Originaltext "Am 3te Juni wurde schon Hengelkirsche gebro(chen). Und die Trauben hatten schon fast alle verblüht, auch war die Blüth sehr günstig."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   11.01.2006
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein, fortgeführt von Joseph Schneider, 1829 bis 1887. S. 58
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1448
Schlagworte Hitze; Trockenheit; Missernte; Regen; Schädlingsbefall; Heu; Grumet; Klee; Steckrüben; Raupen
Ortsangaben Frauenstein
Zeitangabe 21.6.1865 - 21.9.1865
Quellenzeitangabe Sommer
Originaltext Vor allem will ich noch bemerken, daß alle Gewächse wie schon bemerkt, vier Wochen früher als sonst hervor wuchsen. Der Sommer war sehr trocken, und sehr heis und folche dessen tratt ein groser Futtermangel ein. Der erste Klee war so zimlich, der 2te und 3te Sch(nitt) ist ganz verdört. Heu und Grumet gab es wenig. Kurz vor der Ernte gab es Zimlich Regen da wurd viel Stegelrübe gesetzt, alle Rübe stanten sehr schöhn, als Sie aber ein wenig heraus gewachsen waren, sind zu folche der wieder eigefalene große hitze verdört und zuletzt noch ganz von den Raupen gefressen.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.12.2005
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein, fortgeführt von Joseph Schneider, 1829 bis 1887. S. 58-59
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1449
Schlagworte Witterung; Ernte; Kartoffeln; Dickwurz; Weiskraut; Stroh; Wein
Ortsangaben Frauenstein
Zeitangabe 10.1865
Quellenzeitangabe Nachsommer
Originaltext "Die Dickwurtz vielen mittelmässig aus, Weiskraut gab sehr wenig und schlecht, das 100 Faß (?) wo der Kopf so dick war wie ein Kaffekäppe kostettete 5 bis 7 fl. Und etwas dicker 8 bis 12 fl. Kartofle gab es zimlich viel, die Frucht ernte war in Körner gut, aber an Stroh sehr schlecht. Der Wein war ausgezeichnet gut, mann hätte schon anfang October lesen können wenn es geregnet hätte. es hat aber den ganzen Nachsommer nicht geregnet."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   11.01.2006
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein, fortgeführt von Joseph Schneider, 1829 bis 1887. S. 58-59.
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1450
Schlagworte Wein; Wein
Ortsangaben Frauenstein; Frauenstein
Zeitangabe 21.9.1865 - 21.12.1865
Quellenzeitangabe Herbst
Originaltext Der Wein wurde im Herbst die Ohm zu 58 – 60 bis 62 Gulden verkauft. Also der höchste preis der noch je hier erziehlt worden ist. Er war auch immer Zuckersüs bis zum Abstich. 1866 und 1867 waren mittelmäßige im Wein und sonstige gewächse. die Ohm Wein wurde zu 17 bis 18 fl. verkauft
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.12.2005
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein, fortgeführt von Joseph Schneider, 1829 bis 1887. S. 59
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1450
Schlagworte Wein; Wein
Ortsangaben Frauenstein; Frauenstein
Zeitangabe 21.9.1865 - 21.12.1865
Quellenzeitangabe Herbst
Originaltext Der Wein wurde im Herbst die Ohm zu 58 – 60 bis 62 Gulden verkauft. Also der höchste preis der noch je hier erziehlt worden ist. Er war auch immer Zuckersüs bis zum Abstich. 1866 und 1867 waren mittelmäßige im Wein und sonstige gewächse. die Ohm Wein wurde zu 17 bis 18 fl. verkauft
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.12.2005
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein, fortgeführt von Joseph Schneider, 1829 bis 1887. S. 59
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1451
Schlagworte Trockenheit; Wein; Ernte
Ortsangaben Frauenstein
Zeitangabe 1868
Quellenzeitangabe
Originaltext 1868 war wieder ein sehr drocken Jahr, Futter wenig, Früchte zimlich und sehr gut, der Wein erste Quallität, hat den ganzen Winter gegorn, war immer sehr süß, war in denen Schwöre Lettböden besser als in denen Trocken Schieferbergen.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.12.2005
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein, fortgeführt von Joseph Schneider, 1829 bis 1887. S. 58.
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1452
Schlagworte Regen
Ortsangaben Frauenstein
Zeitangabe 21.12.1868 - 1.3.1869
Quellenzeitangabe Winter
Originaltext Den Winter auf 1868/69 hat es nur ausnahmsweis einige Tag gefroren, Schnee gab es gar keinen, Statt Schnee hat es bis weilen gerechnet den 1ten Merz
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.12.2005
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein, fortgeführt von Joseph Schneider, 1829 bis 1887. S. 58
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1453
Schlagworte Schnee
Ortsangaben Frauenstein
Zeitangabe 1.3.1869 - 2.3.1869
Quellenzeitangabe Winter
Originaltext Desselben Winter gab es Schneegestöber die Nacht vom 1ten auf den 2te März 1869 warf es einen halben schuh hohen Schnee. Des Morgens desselben Tages Schien die Sonne sehr Warm bis 2 Uhr Mittags war fast der Schnee alle fort, da kann wieder eine starke Schneeschauer wobei es zweimahl sehr stark Donnerte, was nun daraus wurde werde ich später nach bemerken.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.12.2005
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein, fortgeführt von Joseph Schneider, 1829 bis 1887. S. 67.
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   
Eintrag 1454
Schlagworte Trockenheit; Wein
Ortsangaben Frauenstein
Zeitangabe 21.6.1868 - 21.9.1868
Quellenzeitangabe Sommer
Originaltext Die Ernte fiel zimlich gut aus, den Sommer über war es sehr trocken der Wein war ein Mittelwein.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.12.2005
Beleg Gerhard Jelen (Bearb.): Hausmanual des Anton Schneider aus Frauenstein, fortgeführt von Joseph Schneider, 1829 bis 1887. S. 67.
Bearbeiter Stephan Hagenbusch
   

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