Datensätze

Seite: 1

Eintrag 3486
Schlagworte Getreidemangel; Verbot des Branntweinbrennens; Getreidepreise; Maßnahmen gegen Teuerung
Ortsangaben Fulda, Hochstift; Burghaun; Fürsteneck; Geisa; Mackenzell; Großenlüder
Zeitangabe 1789 - 1790
Quellenzeitangabe
Originaltext „In guten und auch mittelmässigen Erntejahren war das Hochstift imstande, sich selbst zu ernähren. Anders stand die Sache bei schlechten Ernten. Obwohl eine Missernte nicht vorlag, trat doch im Jahre 1789/90 Getreidemangel ein. … [Es folgt eine Beschreibung der Reaktionen der Regierung auf diese Lage und der dadurch ausgelösten Effekte.] … Von den Amtsvögten zog man zunächst Erkundigungen ein, wie die Ernte ausgefallen sei, wie hoch die Preise ständen, ob schon wirklicher Getreidemangel vorhanden sei oder noch eintreten könne. Die eingegangenen Berichte ergaben, dass die Wintersaaten im allgemeinen nur mittelmässig gediehen waren, man aber mit den Sommerfrüchten zufrieden war. Dreizehn Ämter gebrauchten noch einen Zuschuss, neun glaubten mit ihren Vorräten auskommen zu können, fünf, nämlich Burghaun, Fürsteneck, Geisa, Mackenzell und das Gericht Großenlüder hatten einen beträchtlichen Überschuss. Die Preise betrugen für Weizen 10–12 fl., für Roggen 7–9 fl. Und für Gerste 5–6 fl. Auch die beiden Fragen hatte man den Beamten vorgelegt, ob es wohl rätlich sei, zweitausend Malter Korn auf Staatskosten aufzukaufen und ein Verbot des Branntweinbrennens zu erlassen. Die meisten Beamten beantworteten die erste Frage mit Nein und die zweite mit Ja. Das Domkapitel, dem Adalbert im Herbstkapitel vom 21. September 1789 davon Mitteilung machte (Quelle: Prop. vom 21. Sept. 1789), sprach sich gegen den Getreidekauf aus… der Bischof endlich liess neun Wochen lang jedes Mal vier bis sechs Malter Korn von den herrschaftlichen Speichern auf den Wochenmarkt bringen und das Mass für 50 kr. an die Bedürftigen abgeben. Dadurch erreichte man – und das war neben der Versorgung der Armen der Hauptzweck -, dass die Kornpreise vorerst nicht weiter in die Höhe gingen. Auf diese Weise kam man über die Krise des Jahres 1789/90 glücklich hinweg. In der Folgezeit sollte vorerst kein Fruchtmangel eintreten.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg P. Nicephorus Enneking OFM: Das Hochstift Fulda unter seinem letzten Fürstbischof Adalbert III. von Harstall. Quellen und Abhandlungen zur Geschichte der Abtei und Diözese Fulda. Im Auftrag des Historischen Vereins der Diözese Fulda, hg.v. Gregor Richter, Dr. der Theologie und Philosophie, Domkapitular, Prof. an der phil.-theol. Lehranstalt zu Fulda, Fulda, 1935, S. 121–124.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3487
Schlagworte Getreideausfuhrverbot; Missernte beim Flachs
Ortsangaben Fulda, Hochstift; Ürzel; Neuhof; Herbstein; Fürsteneck; Mackenzell; Geisa
Zeitangabe 1795
Quellenzeitangabe
Originaltext 1795 war ein Getreideausfuhrverbot erteilt worden (Quelle: Cab., Rescr. Clem., Dekret vom 23. Febr. 1795; vgl. auch Dekret vom 4. März 1795; P.S.A. LXVIII,22), das unmittelbar folgende Wirkungen zeigte: „Mit eben diesem Zeitpunkt (i.e. 1795) begannen darum auch die Klagen, zuerst vereinzelt, dann aber immer stärker werdend. Die Untertanen des Amtes Ürzel baten, ihr überschüssiges Getreide ins Ausland, ins Hanauische, Isenburgische und Mainzische bringen zu dürfen, da sie sonst keine Verkaufsmöglichkeiten besässen. Die Fahrt nach Fulda dauere drei Tage und die Fuldaer Bäcker hätten sich noch nie blicken lassen. Sie fügten die ernsten Worte bei, sie könnten bei Verneinung ihrer Bitte die Abgaben nicht weiter entrichten, zumal die Flachsernte seit zwei Jahren nicht mehr gediehen sei. Trotzdem lautete der Entscheid von Fulda negativ (Quelle: W. Reg. 311; vgl. noch W. Reg. 276). Ähnlichen Bittschriften widerfuhr das gleiche Schicksal. Darum setzte vielerorts ein reger Schmuggel ein, der vor allem in den Ämtern Ürzel, Neuhof, Herbstein, Fürsteneck, Mackenzell und Geisa blühte.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg P. Nicephorus Enneking OFM: Das Hochstift Fulda unter seinem letzten Fürstbischof Adalbert III. von Harstall. Quellen und Abhandlungen zur Geschichte der Abtei und Diözese Fulda. Im Auftrag des Historischen Vereins der Diözese Fulda, hg.v. Gregor Richter, Dr. der Theologie und Philosophie, Domkapitular, Prof. an der phil.-theol. Lehranstalt zu Fulda, Fulda, 1935, S. 127f.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3488
Schlagworte Getreideausfuhrverbot, Aufhebung; Branntweinbrennens, Wiedergestattung des
Ortsangaben Fulda, Hochstift; Großenlüder
Zeitangabe 1801
Quellenzeitangabe
Originaltext Dem Vorschlag des Domkapitels zur Aufhebung des Ausfuhrverbotes von Getreide und zur Wiedergestattung des Branntweinbrennens von 1801 war eine Bittschrift der Großenlüderer Untertanen beigefügt, worin es u.a. hieß (H.C., Bl. zu den domk. Prot. Von 1801, Bl. 36): „Jeder von uns hat Getreide. Allein die Käufer fehlen und der Verkauf ins Ausland ist verboten.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg P. Nicephorus Enneking OFM: Das Hochstift Fulda unter seinem letzten Fürstbischof Adalbert III. von Harstall. Quellen und Abhandlungen zur Geschichte der Abtei und Diözese Fulda. Im Auftrag des Historischen Vereins der Diözese Fulda, hg.v. Gregor Richter, Dr. der Theologie und Philosophie, Domkapitular, Prof. an der phil.-theol. Lehranstalt zu Fulda, Fulda, 1935, S. 129.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

Seite: 1