Datensätze

Seite: 1

Eintrag 3191
Schlagworte Gewitter; Blitzschlag; Gebäudeschäden; Brand; Feuer
Ortsangaben Gelnhausen
Zeitangabe 15.8.1736
Quellenzeitangabe
Originaltext „Was am 15. August 1736 geschah, ist jedem Gelnhäuser bekannt, denn alljährlich wird am Hageltag an dieses Ereignis erinnert. Am Abend zwischen 9 und 10 Uhr wurde die Stadt von einem Sommergewitter heimgesucht, wobei ein Blitz in das Türmchen des Rathauses einschlug. Da sich auf dem Dachboden ein Lager mit Tabakblättern befand, geriet das Haus sehr schnell in Brand. Zudem wurden brennende Teile aufgewirbelt, die auf die Umgebung niedergingen. Es bestand also die Gefahr, dass sich der Brand über große Teile der Stadt ausdehnen könne, was zum Glück nicht der Fall war. Das Rathaus, die Waage und das Biedenbänder’sche Haus brannten vollständig nieder. Da aber sonst nicht geschah, waren die Gelnhäuser im Unglück doch noch froh und richteten bereits 1737 den Gedenktag ein. Die Urkunde hierzu lautet:
‚Anno 1736, den 15. August, schlug das Wetter abenst um 9 Uhr in das Rathauß, verzehrte nicht allein dasselbe meistentheilst, samt dem obersten Theil von dem neuen Bau, sondern die ganze Stad war in der augenscheinlichsten Gefahr, in die Asche gelegt zu werden. Der barmherzige Gott aber schonete gnädiglich. Es kam das gantze umliegende Land zu helfen. Gott schickte auch gegen den Morgen ein wenig Regen, obwohl dadurch die Feuersbrunst nicht gelöscht wurde. Verhütete es doch die anderweitigen Entzündungen und blieb dahero bey diesen zwei Gebäuden. Gott lasse diese Realbuspredigt die Unbusfertigen erwecken zur Buse und verschone unser gnädiglich, bewahre vor dem leiblichen allermeist ewigen Feuer.’“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   01.07.2009
Beleg Knut Himstedt: 100 Jahre Stadtgeschichte – Kommunalpolitik in Gelnhausen in der Zeit von 1730 bis 1835, in: Geschichtsblätter für Stadt und Altkreis Gelnhausen 2000/01, S. 22-59, hier S. 30-31.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3192
Schlagworte Missernte, Folgen
Ortsangaben Gelnhausen
Zeitangabe 1833
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 1.6.1833 erschien die erste Zeitung in der Stadt Gelnhausen. 1794 war der kaiserlich-österreichische Oberleutnant Johann von Janda nach Gelnhausen gekommen und hatte sich im „Weißen Ross“ niedergelassen. E verliebte sich in die Tochter des Wirtes, Karoline Machenhauer. Nach dem Abschied vom Militär heiratete er und kam nach Gelnhausen. 1797 wurde der Sohn Johann Carl geboren. Dieser erlernte den Beruf des Buchdruckers und erhielt 1830 eine Lizenz der Stadt für den Betrieb einer Buchdruckerei. Seine erste Zeitung war ein „Wöchentliches Unterhaltungsblatt“. Leider erfolgte der Start zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. Nach einer Reihe von Missernten herrschte große Not, weshalb die Bürger andere Sorgen hatten und einer Zeitung wenig Interesse entgegenbrachten. So gab es zu Beginn nur eine sehr kleine Auflage."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   01.07.2009
Beleg Knut Himstedt: 100 Jahre Stadtgeschichte – Kommunalpolitik in Gelnhausen in der Zeit von 1730 bis 1835, in: Geschichtsblätter für Stadt und Altkreis Gelnhausen 2000/01, S. 22-59, hier S. 52.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3193
Schlagworte Sommer, kalter; Sommer, nasser; Mißernte; Hungersnot
Ortsangaben Gelnhausen
Zeitangabe 1816
Quellenzeitangabe
Originaltext „Nach all dem Elend, das die Menschen hinter sich hatten, hofften sie nun, ihre Gebäude wieder in Ordnung zu bringen, Landwirtschaft, Handel und Gewerbe zu regeln und sich wieder einmal satt essen zu können. Und schon kam die nächste Katastrophe. Auf Grund eines außergewöhnlich kalten und nassen Sommers 1816 gab es eine vollständige Missernte. Der Hafer mußte grün geerntet werden, die Menschen hatten wieder nichts zu essen. Das Gespenst des Hungers ging durch das Land, Kartoffelbrot oder ein Gebäck von verdorbenem Korn mit Eichenmehl versetzt bildete die Nahrung der Armen. Die Teuerung wuchs in Ungeheure. Die Hanauer Regierung kaufte auswärts und errichtete Notspeicher. Zum Glück brachte das kommende Jahr 1817 wieder eine reichhaltige Ernte, sodass im Sommer dieses Jahres die schlimmste Not überwunden war. Als am 28. Juli 1817 die ersten Wagen Korn unter dem Geläute der Glocken und blumengeschmückt in feierlichem Zug in die Stadt Hanau gebracht wurden, hielt auf dem Neustädter Markt der Pfarrer Heinemann vor einer unübersehbaren Volksmenge einen Dankgottesdienst ab. "
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   01.07.2009
Beleg Knut Himstedt: 100 Jahre Stadtgeschichte – Kommunalpolitik in Gelnhausen in der Zeit von 1730 bis 1835, in: Geschichtsblätter für Stadt und Altkreis Gelnhausen 2000/01, S. 22-59, hier S. 49-50.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3194
Schlagworte Dauerregen
Ortsangaben Gelnhausen
Zeitangabe 25.7.1881
Quellenzeitangabe
Originaltext „Die 47. Jahres-Versammlung des VHG wurde vom 24.-26. Juli des Jahres 1881 in Gelnhausen ausgerichtet. … Die Veranstaltung hatte das folgende Presse-Echo:
'Die am Sonntag, den 24. und Montag, den 25. Juli hier stattgehabte 47. Hauptversammlung des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde war von allen Seiten unserer Provinz sehr besucht und nahm einen durchaus befriedigenden Verlauf. Nur war es schade, daß der in der Schießheeg dem Allgemeinen zugedachte Montag Abend zu Wasser geworden, es regnete so ganz sinnig aber ohne Aufhören, und trotzdem waren Viele da, um bei einem guten Glas Bier die tüchtige Hanauer Regimentsmusik zu hören, die schön mit Lampions beleuchteten Anlagen zu sehen und dann auch vor allem wegen der bengalisch zu beleuchtende Kirche. Es wurde vielfach bezweifelt, ob die Beleuchtung des Regens wegen gelingen würde, es mag auch Sorgfalt genug gekostet haben, aber auf einmal flammte ein farbiger Ton auf, weiß, grün, dann wunderschön rosa. Es war etwas Herrliches, die Beleuchtung des Prachtbaues, und wie ergreifend wurde es noch, als die Musik „Lobet den Herrn“ spielte, das verlieh erst noch dem Schönen einen zauberhaften Eindruck. Da nach der Beleuchtung der Regen immer noch fortdauerte, gingen Viele weg und nach einigen Stücken auch die Musik, um in den eleganten Localitäten des Geselligen Vereins – wo es gerade auch nicht fehlte an Anfeuchtemitteln, jedoch mehr willkürlichen – noch einige Stunden zu verweilen.'"
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   01.07.2009
Beleg Heinrich Horst, Gerhard Dinges: Der Geschichtsverein Gelnhausen und die in Gelnhausen ausgerichteten Versammlungen des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, in: Geschichtsblätter für Stadt und Altkreis Gelnhausen 2000/01, S. 108-124, hier S. 110-111.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4103
Schlagworte Hitze, große; Korn, reifes; Ernte, Beginn; Flachsbrechen; Hanfbrechen
Ortsangaben Hünfeld; Fulda; Neuhof; Schlüchtern; Saalmünster; Gelnhausen; Hanau
Zeitangabe 25.7.1814 - 28.7.1814
Quellenzeitangabe
Originaltext Am 28. Juli 1814 schrieb Johann Wolfgang von Goethe an seine Frau Christine einen Brief, aus dem folgende wetterbezogene Angaben entnommen sind:
„Zuvörerst also muß ich die charmante Person loben, welche mich das Fahrhäuschen zu betreten bewog, bei der großen Hitze, dem Staub und dergleichen wäre ich sonst vergangen.
Den 25: … Mittags Gotha im Mohren war’s behäglich. … Um sechs Uhr in Eisenach, vom Schloßvogt wohlempfangen, regalierte mich selbst mit einer Kaltschale, deren Ingredienzien jedem Reisenden empfehle. …
Den 26. fünf Uhr von Eisenach. Herrlicher Duftmorgen um die Wartburg. Köstlicher Tag überhaupt. In Hünfeld fand ich Jahrmarkt und bemerkte einige Späße. Um sechs Uhr im Posthaus zu Fulda. Ließ mir erzählen und erquickte mich. …
Den 27. verließ ich Fulda beim heitersten Himmel, … Bei Neuhof reifes Korn. Zwischen Schlüchtern und Saalmünster Flachs und Hanfbrechen durch Städtchen und Dörfer, Haus an Haus. Der erste Storch auf der Wiese und erstes Kornernten. Weiter nach Gelnhausen zu. … Ich besuchte die Burg Kaiser Friedrich des Rotbarts. … Um sieben in Hanau. Jene Burg (ehemalige Kaiserpfalz von Gelnhausen) liegt ein Viertelstunde von Gelnhausen … Mein Weg zu und von der Burg, in der größten Hitze, setzte mich in Wasser, ich mußte mich umkleiden und war sehr zufrieden, als ich in Hanau ankam, wo ich mich wiederherstellte.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   02.08.2014
Beleg Heribert Kramm: Goethes Aufenthalt vor 200 Jahren in Hünfeld, in: Buchenblätter 87/14 (2014), S. 53.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4541
Schlagworte Nordostwind; Sicht, klare
Ortsangaben Frankfurt; Hanau; Gelnhausen
Zeitangabe 7.1880
Quellenzeitangabe
Originaltext Bericht eines Herrn Theil über seine Ballonfahrt mit Frau Securius vom Zoologischen Garten Frankfurt im Juli 1880:
"Mein zweifelhaften Gefühle, mit denen ich unten als Neuling den Ballon bestieg, wurden sehr rasch durch das resolute kampfessichere Wesen meiner Begleiterin in sehr zuversichtliche umgewandelt und selbst in dieser Region, in welcher der Korb einige Schaukelbewegungen machte, empfand ich keine Spur von Angst oder Schwindel. Die Windströmung drehte sich, nachdem wir einige hundert Fuß weiter gestiegen waren, in eine ruhigere entgegengesetzte Richtung, wie wir es schon unten durch den kleinen Probeballon prophezeit bekommen hatten. Nun glitt der Ballon so ruhig, daß wir nicht die geringste Bewegung spürten. Wir passirten noch einmal den Zoologischen Garten, dessen Weiher von dieser Höhe aus wie eine Pfütze aussah, und befanden uns auf halbem Weg nach Offenbach in einer Höhe von 2500 Fuß. Hier war die Aussicht wo möglich noch schöner als die vorherige. Der Lauf des Mains trat hier schon in weiter gezogenen Umrissen auf und gegenüber in gleicher Höhe grüßte uns das höchste Wahrzeichen der Taunusgegend, das Feldberghaus. 20 Minuten nach 7 Uhr zeigte das Manometer den Höhenstand von 5000 Fuß und stolz ob des errungenen Sieges konnten wir nun auf das Feldberghaus hinunterblicken, sogar von recht beträchtlicher Höhe. Der Anblick, der sich jetzt bot, ist schwer zu beschreiben, ein Anblick, wie er nur Wenigen vergönnt ist, nur solchen, die sich eben einer Luftballonfahrt anvertrauen, weil man von einem Berge nie eine so nach allen Seiten gleichzeitig ungeschmälerte Aussicht genießen kann.
Wir näherten uns jetzt der Stadt Hanau. Menschen konnten wir von dieser Höhe aus nicht mehr erkennen. Der gleichzeitige Anblick der Städte Frankfurt, Offenbach und Hanau mit den übrigen Ortschaften hatte etwas ungemein Interessantes. Diese drei Städte sahen ungefähr aus wie drei in einer Entfernung von einem bis zwei Schuh daliegenden offenen Spielschachteln mit Häuschen, aus denen einige Klötzchen herausgefallen sein mußten, was die kleinen Ortschaften vorstellte. Der Ballon hatte noch nicht genug und hob sich immer noch. Bald hatten wir, es war etwas über halb 8 Uhr, unsere höchste Höhe von etwas über 7000 Fuß erreicht. Das Thermometer zeigte hier eine Temperatur von 5 Grad R. über Null. Wir passiren Hanau und trieben noch der Gegend von Gelnhausen zu, indem der Ballon nun stetig zu fallen anfing. (Auf einer Wiese kam der Ballon sammt seinen Insassen glücklich zur Erde.) (O.R.)"
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   25.03.2020
Beleg Lauterbacher Anzeiger vom Samstag, den 24.7.1880, S. 2–3
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4550
Schlagworte Wolkenbruch; Sturm
Ortsangaben Frankfurt; Hanau; Gelnhausen
Zeitangabe 26.7.1880
Quellenzeitangabe
Originaltext "Frankfurt, 27 Juli [1880]. (Turnfest) Gestern Mittag wüthete, ähnlich wie bei dem Schützenfeste, ein von wolkenbruchartigen Regengüssen begleiteter heftiger Sturm, der mannigfaches Unheil in der Stadt und auf dem Festplatz zur Folge hatte. Gegen Abend klärte sich jedoch der Himmel wieder auf."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   25.03.2020
Beleg Lauterbacher Anzeiger vom Samstag, den 31.7.1880, S. 2
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

Seite: 1