Datensätze

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Eintrag 3457
Schlagworte Hochwasser; Vollstreckung Todesstrafe
Ortsangaben Eder, Fluss; Gensungen
Zeitangabe 8.3.1695
Quellenzeitangabe
Originaltext "Der „Edderstrom“, die Eder, führte im März 1695 starkes Hochwasser. Damals wurde das Urteil gegen die 1694 wegen Kindesmordes und anderer Delikte zum mehrfachen Tode verurteilte Anna Christina X. aus Neuenbrunslar, „ein Eheweib“, vollstreckt „in und über dem Edderstrome“. Der Felsberger Amtsschultheiß Johann Conrad Crantz (1679–1738) hielt in einem genauen Protokoll das juristische Geschehen fest, … „Die X. ist dahingehend condemniret (verurteilt) worden, daß sie irer begangenen Übelthat wegen in einen Sack gestecket, ersäuffet und alßdann von dem Wasser an den Richtplatz geschleiffet, der Cörper hernach aufs Rad geleget und schließlich am Galgen aufgehänget werden soll.“ … So geschehen anno Domini 1695, am 8. Martii …“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Waltari Bergmann: Die letzte Hinrichtung in unserer Heimat. Auf dem Galgenberg bei Gensungen, in: Kalender im Jahrbuch des Kreises Melsungen 37 (1969), S. 148–150, hier S. 149f.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4539
Schlagworte Witterung, nasse; Bodenerosion; Zugunglück
Ortsangaben Gensungen
Zeitangabe 19.12.1880
Quellenzeitangabe
Originaltext "Mainz, 20. Dec.[1880] Der gestern Abend nach 7 Uhr von Frankfurt am Main nach Kassel abgehende Nachtschnellzug war es, welcher von dem Unglück erreicht wurde. In der Nähe der Station Gensungen (bei Kassel) hatte sich wahrscheinlich in der Folge der langanhaltenden nassen Witterung, ein großes Felsstück von einer Anhöhe losgelöst und war auf die Schienen gefallen. Leider konnte dem Schnellzuge von dem verderbenbringenden Felststurze nicht mehr rechtzeitig Kenntniß gegeben werden, und mit voller Dampfkraft brauste die Locomotive gegen die Felsmasse. Locomotive und Tender stürzten um und wurden zertrümmert, ebenso der Postwagen, während die meisten Personenwagen und der Gepäckwagen große Beschädigungen erlitten. Der Locomotivführer ist arg verbrüht und überdies an der linken Seite schwer verletzt; desgleichen haben der Heizer und ein Postschaffner erhebliche Verletzungen davongetragen, Aerztliche Hülfe wurde sofort requirirt und zur Stelle geschafft. Der Verkehr ist natürlich gestört und wird für die Personenzüge erst durch Umsteiger vermittelt. Es soll schreckliche Scenen abgesetzt haben, doch hat bis jetzt über die Anzahl der Todten und Verwundeten nichts Bestimmtes verlautet."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   25.03.2020
Beleg Lauterbacher Anzeiger vom Sa., den 25.12.1880 S. 2–3
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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