Datensätze

Seite: 1

Eintrag 1157
Schlagworte Sommer, heißer; Trockenheit; Niedrigwasser; Missernte; teuerung; Getreideausfuhrverbot
Ortsangaben Lippoldsberg; Weser, Fluss; Hessen-Kassel; Herstelle
Zeitangabe 1719
Quellenzeitangabe
Originaltext "Anno 1719 ist abermals ein sehr trockener hitziger Sommer gewesen, daß der Weserstrom mehr eingetrocknet, ais derselbe anno 1684 eingetrocknet gewesen, wie solches ein bey Herstelle in der Weser gefundener Stein, woran die Jahreszahl des vor Einhundert und sieben Jahr gewesenen trockenen Sommers eingehauen gewesen, gezeiget, inmaßen dann die Jahreszahl dieses trockenen Sommers, indem das Wasser einen halben Schuh tiefer, als vor 107 Jahren eingetrocknet gewesen, darunter gehauen worden. Auf diese trockene Zeit ist abermal eine schweere theure Zeit erfolget, welche doch Sachsen und Thüringen härter als diese Lande betroffen, zumalen an statt bei guten Jahren vor angeführte Landte diese Lande mit Westpfalen preißen und erhalten müssen, so haben diese Landte Sachsen und Thüringen preißen und erhalten müssen, in maßen als aus landesväterlicher Vorsorge, daß durch die starke Abfuhre der Früchte Mangel vorfallen möchte, die Ausfuhre verboten worden, so haben sich viele vornehme Familien von Mühlhausen und Thüringen nach Eschwege begeben, ihre Familien daselbsten zu erhalten."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   22.09.2013
Beleg Die Chronik des Lippoldsberger Amtsvogtes Itter von 1722, in: Jochen Desel: Das Kloster Lippoldsberg und seine auswärtigen Besitzungen, Melsungen 1967, S. 175–182, hier S. 181.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 3487
Schlagworte Getreideausfuhrverbot; Missernte beim Flachs
Ortsangaben Fulda, Hochstift; Ürzel; Neuhof; Herbstein; Fürsteneck; Mackenzell; Geisa
Zeitangabe 1795
Quellenzeitangabe
Originaltext 1795 war ein Getreideausfuhrverbot erteilt worden (Quelle: Cab., Rescr. Clem., Dekret vom 23. Febr. 1795; vgl. auch Dekret vom 4. März 1795; P.S.A. LXVIII,22), das unmittelbar folgende Wirkungen zeigte: „Mit eben diesem Zeitpunkt (i.e. 1795) begannen darum auch die Klagen, zuerst vereinzelt, dann aber immer stärker werdend. Die Untertanen des Amtes Ürzel baten, ihr überschüssiges Getreide ins Ausland, ins Hanauische, Isenburgische und Mainzische bringen zu dürfen, da sie sonst keine Verkaufsmöglichkeiten besässen. Die Fahrt nach Fulda dauere drei Tage und die Fuldaer Bäcker hätten sich noch nie blicken lassen. Sie fügten die ernsten Worte bei, sie könnten bei Verneinung ihrer Bitte die Abgaben nicht weiter entrichten, zumal die Flachsernte seit zwei Jahren nicht mehr gediehen sei. Trotzdem lautete der Entscheid von Fulda negativ (Quelle: W. Reg. 311; vgl. noch W. Reg. 276). Ähnlichen Bittschriften widerfuhr das gleiche Schicksal. Darum setzte vielerorts ein reger Schmuggel ein, der vor allem in den Ämtern Ürzel, Neuhof, Herbstein, Fürsteneck, Mackenzell und Geisa blühte.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg P. Nicephorus Enneking OFM: Das Hochstift Fulda unter seinem letzten Fürstbischof Adalbert III. von Harstall. Quellen und Abhandlungen zur Geschichte der Abtei und Diözese Fulda. Im Auftrag des Historischen Vereins der Diözese Fulda, hg.v. Gregor Richter, Dr. der Theologie und Philosophie, Domkapitular, Prof. an der phil.-theol. Lehranstalt zu Fulda, Fulda, 1935, S. 127f.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

Seite: 1