Datensätze

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Eintrag 1421
Schlagworte Mißernte; Hungersnot; Getreideimporte; Getreideverteilung
Ortsangaben Hessen
Zeitangabe 1846
Quellenzeitangabe
Originaltext „Die heimkehrenden Stände fanden das Land in schweren Sorgen über die Folgen der total verunglückten Ernte dieses Jahres. Die Preise der Lebensmittel stiegen ins Ungeheure, und die Regierung hatte alle Hände voll zu tun, um der ausbrechenden Hungersnot nach Kräften zu steuern. Die meisten Beamten erhielten außerordentliche Zulagen, und zur Beschaffung von Brotfrucht wurde überseeisches Korn für Millionen angekauft und im Lande verteilt. Eine sog. Schwerenotskommission bereiste das Land, um den Notstand zu prüfen und geeignete Mittel zur Linderung der schlimmsten Übelstände zu finden. Der Kurprinz wurde auf Wilhelmshöhe von Hilfesuchenden direkt belagert und mußte oft in seine Schatullkasse greifen, bis die neue reiche Ernte bessere Verhältnisse schuf.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   06.10.2005
Beleg Philipp Losch: Geschichte des Kurfürstentums Hessen 1803-1866, Marburg 1922, ND 1972, S. 225.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 2918
Schlagworte Trockenheit; Teuerung; mißernte Sommerfrüchte; Mißernte, Grummet; Getreideernte, späte; Kartoffelernte, späte; Getreideknappheit; Kartoffelknappheit; Getreideimporte; Hilfsprogramm, staatliches
Ortsangaben Ronshausen; Homberg; Rotenburg; Oberhessen; Hanau
Zeitangabe 1842
Quellenzeitangabe
Originaltext Anläßlich einer Reparatur im Jahre 1842 wurde im Turmknopf der Ronshäuser Kirche eine Urkunde hinterlassen. „Über die Ernährungssituation erfahren wir aus der Urkunde: „Dieses Jahr war ein so trockenes, wie es die ältesten Einwohner nicht erinnern konnten. Es hatte in einem Vierteljahr nicht geregnet, die Sommerfrüchte missrieten und Grummet wurde wenig oder nichts geerntet. Doch die Korn- und Kartoffelernte fiel gesegnet aus“. Das war allerdings eine sehr optimistische Aussage. Die Autoren informieren uns nämlich auch darüber, dass im Oktober und November des Jahres 1842 das Malter Korn Homberger Gemäs (Maß) 6-7 Thaler, Weizen 8 Thaler, Gerste 6 Thaler und Hafer 4 Thaler gekostet habe. Der Gemeinderechnung von 1834 kann man entnehmen, dass das Malter Korn damals mit 4 Thalern und das Malter Hafer mit 1 Thaler 26 Albus angesetzt war. Beim Korn gab es demnach innerhalb von acht Jahren eine Preissteigerung um 75%, beim Hafer um 100%. Das weist auf Knappheit hin. 1843 berichteten die Landräte von Homberg und Rotenburg an die Regierung in Kassel, dass in ihren Kreisen die Vorräte an Korn und Kartoffeln vollständig aufgezehrt waren (Seier, H. (Hg.): Akten und Eingaben aus dem kurhessischen Vormärz 1837-1848, 1996, Marburg, S. 463). Die üble Witterung habe zur Folge, dass eine ungewöhnliche Verspätung in der Kartoffel- und Fruchternte zu erwarten sei. Ähnliche Berichte lagen aus Oberhessen und aus Hanau vor. Die Kornpreise hätten danach eine unerhörte Höhe erreicht und oft war selbst für bares Geld kein Brot zu kaufen. Da die staatlichen Vorräte an sogenannten Dominalfrüchten erschöpft waren, wurde der Auftrag erteilt, auf Staatskosten 1.000 Viertel Roggen in Bremen möglichst billig zu kaufen. Weiter 1.000 Viertel Roggen sollten im Ausland zu einem möglichst niedrigen Preis gekauft werden. Das erforderliche Geld solle durch eine Anleihe beschafft werden, der Roggen sollte zum Kostenpreis abgegeben werden.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   16.04.2009
Beleg Fritz Rudolph: Ronshausen. Dorfgeschichte im Zusammenhang der Landesgeschichte, Kassel 2. Aufl. 2001 (Hessische Forschungen zur geschichtlichen Landes- und Volkskunde; Bd. 36), S. 225.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4018
Schlagworte Teuerung; Getreideimporte
Ortsangaben Lippoldsberg; Hessen-Kassel
Zeitangabe 1694
Quellenzeitangabe
Originaltext "Anno 1694 ist eine schwere theure Zeit eingefallen, auch also wenn der anjetzo noch regierende Landesfürst aus landesväterlicher hoher Vorsorge für seine getreuen Unterthanen keine Früchte über Bremen auf der Weser herauf von Dantzig kommen und in dero Städte und Ämter bringen lassen, eine sehr große Hungersnoth entstanden sein würde, zumalen das Viertel Korn bereits auf 10 und mehr rt. in dem Preis kommen, als aber die Früchte von Dantzig häufig ankommen, so ist der hohe Preis von 10 bis auf 4 2/3 rt. herunter gefallen."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   22.09.2013
Beleg Die Chronik des Lippoldsberger Amtsvogtes Itter von 1722, in: Jochen Desel: Das Kloster Lippoldsberg und seine auswärtigen Besitzungen, Melsungen 1967, S. 175–182, hier S. 180.
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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