Datensätze

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Eintrag 1350
Schlagworte Gewitter; Unwetter; Regen, starker; Hochwasser; Überschwemmung; Wiesen, verschlammte; Getreidemangel; Teuerung, vor Ernte; Roggenpreis
Ortsangaben Kirchlotheim; Ittergrund; Itter, Fluss
Zeitangabe 1720
Quellenzeitangabe
Originaltext „1720 im Junio und abermals den 2. Julii auf das Fest Maria Heimsuchung ein starkes Donnerwetter entstanden, mit solchem Anlauf des Gewässers, daß die Itter ungemein groß worden und solchergestalt angelaufen, daß damit der ganze Ittergrund bedeckt, alle Stege, Wehre und Brücken weggeflößt, das ganze Gras mit Sand und Steinen zugeflößt, daß man weder abmähen noch mit Hacke und Schüppe hat wegbringen können, das Gemähte ist mit fort geführt und Frucht zugeschlemmt. Der Ittergrund lag voll Klötze und Bauhölzer. Dies Jahr war vor der Erndte ein großer Brodtmangel und galt das Mütte Korn l0 fl.“
Bemerkungen Kirchenbuch Kirchlotheim
Bearbeitungsstand   15.09.2005
Beleg Helmut Göbel: Mehr als 100 Jahre Wetter in unserer Heimat, 1995, unveröffentlichtes Manuskript, S. 7.
Bearbeiter Karl-Hermann Völker
   
Eintrag 1509
Schlagworte Getreidemangel; Getreideteuerung; Brotpreisanstieg
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 5.1662
Quellenzeitangabe
Originaltext Im Mai 1662, als der Preis für ein Pfund Brot wegen der Getreideteuerung auf acht Hlr. gestiegen war, befürchteten Bürgermeister und Rat, das landesherrliche Verbot, Getreide ins Ausland zu verkaufen, könne sich für die Stadt negativ auswirken. In Hersfeld reichte der Getreidevorrat nur noch für vier Wochen aus. In den Ämtern des Fürstentums gab es keinen mehr. Auch das von der Landesherrschaft eingelagerte Getreide war schon fast völlig an arme Leute verkauft worden. Es wurde befürchtet, man könne vier Wochen lang kein Bier mehr brauen. Das wäre mit Einnahmeverlusten für die Stadtkasse verbunden gewesen. Die Einwohner gingen dazu über, in den benachbarten Territorien, dem Stift Fulda und den sächsischen Herzogtümern, Korn zu kaufen. ‚Diejenige aber, so kein Geld haben, zu ihrer Nahrung Hafer backen und brauen müssen.’ Die städtische Obrigkeit, der die Hände gebunden waren, hatte Angst, das hessische Edikt könne in den Nachbarterritorien Nachahmer finden und dadurch die Möglichkeit, Korn im Ausland zu kaufen, völlig wegfallen.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   09.01.2006
Beleg Jörg Witzel: Hersfeld 1525 bis 1756. Wirtschafts-, Sozial- und Verfassungsgeschichte einer mittleren Territorialstadt, Marburg 1994 (Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte; Bd. 14), S. 272.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1510
Schlagworte Getreidemangel; Getreideteuerung; Brotpreisanstieg
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 1673
Quellenzeitangabe
Originaltext „Von welchen Faktoren die Getreideversorgung Hersfelds abhing, verdeutlicht ein Vorfall, der sich 1673 abspielte. Der Hersfelder Bürger Volkmar Ellinger beschwerte sich bei der Kasseler Regierung, Bürgermeister und Rat hätten ihm bei einer Strafe von 50 Goldfl. verboten, 40 Viertel im Stift Fulda aufgekauften Weizens nach Kassel transportieren zu lassen und den dortigen Bäckern zu verkaufen. Außerdem sei ihm befohlen worden, den Weizen so lange zu behalten, bis die Hersfelder Bäcker etwas davon brauchten. Er vermutete, hinter diesen Anordnungen steckten die im Rat vertretenen Bäcker und Branntweinbrenner. Bürgermeister und Rat rechtfertigten sich in einem ausführlichen Antwortschreiben, das die besondere wirtschaftliche Situation Hersfelds und seine Abhängigkeit vom Umland schildert. Ellinger, zwei weitere Hersfelder Bürger, Eschweger Bürger und Juden aus Schenklengsfeld hätten im Fürstentum Hersfeld und im Stift Fulda soviel Getreide aufgekauft und nach auswärts gehandelt, daß fast kein Roggen mehr in Hersfeld zu erträglichen Preisen zu erhalten sei. Die ‚arme und ohnedas ganz erschöpfte Bürgerschaft’ beklagte sich deshalb. Die Einwohner des Amtes Obergels, aus Frielingen und dem Thalhäuser Grund lieferten der Stadt kein Korn, sondern bezögen es selbst aus Hersfeld. Auch die übrigen hessischen Dörfer könnten Hersfeld weder halb noch ganz mit Getreide versorgen. Folglich müsse es aus den Ämtern Landeck und Niederaula, aus dem Haunegrund und den angrenzenden fuldischen Dörfern gekauft werden. Daher fänden sich auf den Sonnabend- und Jahrmärkten mehr fuldische als hessische Bauern ein. Der Rat befürchtete erneut, der Fuldaer Abt könne wegen Teuerung und Einquartierung im eigenen Land den Getreideverkauf nach Hersfeld ganz verbieten. Ganz blutarme Leut bildeten die Mehrheit der Hersfelder Bürgerschaft, die nicht in der Lage seien, sich einen eigenen Getreidevorrat anzulegen, sondern von Woche zu Woche kleine Mengen kaufen müßten. Schließlich bat der Rat, die mutwilligen Vorkäufer zu bestrafen. Die Kasseler Regierung ging darauf jedoch nicht ein, sondern befahl Bürgermeistern und Rat, Ellinger die Ausfuhr seines Getreides zu erlauben. Abermals wird bestätigt, daß Hersfeld als Grenzstadt nicht nur im gewerblichen Bereich vom Handel mit dem benachbarten Stift Fulda abhing, sondern auch in seiner Getreideversorgung. Aus der unmittelbaren Umgebung der Stadt mit vorwiegend sandigen Böden und niedrigen Ernteerträgen konnte ihr Getreidebedarf nicht gedeckt werden.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   09.01.2006
Beleg Jörg Witzel: Hersfeld 1525 bis 1756. Wirtschafts-, Sozial- und Verfassungsgeschichte einer mittleren Territorialstadt, Marburg 1994 (Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte; Bd. 14), S. 272-273.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1511
Schlagworte Getreidemangel; Getreideteuerung; Brotpreisanstieg
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 1684
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Jahr 1684, als die Getreidepreise wieder in die Höhe stiegen, erließ der Rat im Oktober nicht nur das bereits erwähnte Vorkaufsverbot, sondern schrieb allen Bauern, die Getreide brachten, vor, sich auf dem Markt zu versammeln. Dort sollten die Marktmeister einen einheitlichen Preis festsetzen. Das Getreide war zunächst an diejenigen Einwohner abzugeben, die es am dringendsten benötigten. Die Bürger durften bei hoher Strafe Bauern, die ihre Feldfrüchte nicht für den festgelegten Preis verkaufen wollten, kein Getreide heimlich abkaufen.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   09.01.2006
Beleg Jörg Witzel: Hersfeld 1525 bis 1756. Wirtschafts-, Sozial- und Verfassungsgeschichte einer mittleren Territorialstadt, Marburg 1994 (Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte; Bd. 14), S. 273.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1512
Schlagworte Getreidemangel; Getreideteuerung; Brotpreisanstieg; Errichtung von Fruchtmagazinen
Ortsangaben Hersfeld; Kassel; Marburg; Wanfried; Ziegenhain; Schmalkalden
Zeitangabe 1721
Quellenzeitangabe
Originaltext „1721, als die Getreide- und Brotpreise gerade wieder ein Maximum erreicht hatten, wurde auf landesherrlichen Befehl außer in Kassel, Marburg, Schmalkalden, Wanfried und Ziegenhain auch in Hersfeld ein herrschaftliches Fruchtmagazin eingerichtet, um darin einen Getreidevorrat zu lagern, mit dessen Hilfe in Notzeiten der Preis reguliert werden sollte.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   09.01.2006
Beleg Jörg Witzel: Hersfeld 1525 bis 1756. Wirtschafts-, Sozial- und Verfassungsgeschichte einer mittleren Territorialstadt, Marburg 1994 (Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte; Bd. 14), S. 273.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1513
Schlagworte Getreidemangel; Getreideteuerung; Brotpreisanstieg; Getreideausfuhrverbote
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 1741
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Jahr 1741 hatte die Stadt unter einer im Vorjahr vom Stift Fulda verhängten Frucht- und Viktualiensperre sehr zu leiden. Sie war offenbar wegen der gestiegenen Getreidepreise verhängt worden. Ihre Wirkung zeigt wiederum, wie sehr Hersfeld in der Lebensmittelversorgung von seinem südlichen Nachbarn abhing. Man hatte kein Gegenmittel zur Hand, um Fulda zur Aufgabe dieser Maßnahme bewegen zu können.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   09.01.2006
Beleg Jörg Witzel: Hersfeld 1525 bis 1756. Wirtschafts-, Sozial- und Verfassungsgeschichte einer mittleren Territorialstadt, Marburg 1994 (Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte; Bd. 14), S. 273.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1514
Schlagworte Getreidemangel; Belieferung der Bäcker aus herrschaftlichen Vorräten
Ortsangaben Hersfeld; Johannesberg; Niederaula; Ziegenhain
Zeitangabe 1754
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Jahr 1754, als erneut Getreidemangel herrschte, gab man den Bäckern Frucht aus herrschaftlichen Vorräten in Johannesberg, Niederaula und Ziegenhain. Sie mußten dafür nicht nur den Einwohnern der Stadt, sondern auch Leuten aus der näheren Umgebung, die ein halbes oder ganzes Viertel Korn nicht bezahlen konnten, täglich Brot und Mehl zum Kochen gegen Bezahlung abgeben.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   09.01.2006
Beleg Jörg Witzel: Hersfeld 1525 bis 1756. Wirtschafts-, Sozial- und Verfassungsgeschichte einer mittleren Territorialstadt, Marburg 1994 (Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte; Bd. 14), S. 273.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1616
Schlagworte Missernte; Mäusefrass; Schneckenfrass; Getreidemangel; Reduzierung der Grundzinsen um ein Drittel; Getreideeinfuhr aus dem Bistum Paderborn
Ortsangaben Trendelburg, Domäne; Trendelburg, Amt; Eberschütz; Sielen; Deisel
Zeitangabe 1564 - 1566
Quellenzeitangabe
Originaltext Bericht des Trendelburger Rentschreibers Heinrich Hesse vom 1. Oktober 1567: "Es haben dise geswinden jar her zu zeiten die snegell, der ein jar uber aus vile gewesen, die frucht hefffig verderbet, dar zu die meusse darin grossen schaden getain. Zu zeiten und gemeinlig dise negesten jarher ist die frucht hefffig ausgewormet, welchs die underthanen in den dorffern alle bekennen mossen. Und ist alßo durch solchs ungluck, wie obstat, die frucht also verdorben, das in den grossen breiden offt vile pletze umbgerissen, darin widder haffer oder gerst der lantknecht geseheet hait, das je geseheen worden und offentlig moeß bekandt werten. Und seindt gemeinlig durch solch unglucke, welchs allein godt zugefugt, mhererteill blumen uff den wolbereiteden eckern gewachssen, das es zuerbarmen gewesen. [... Daß alle Ertrage im Amt schlecht waren,] erscheinet ja hir aus, das unser g[nedtger] h[er] godtseltger auff anhalten der armen leut, weill sein f[urstltche] g[nad] irer g[naden] eigenen mangell der frucht erkant, inen die meir- und metzenhur zum dritten teill quidt geben, deren dise, so bericht getain, selbst je mit genossen haben. So mossen auch die drescher und alle bauren im ampt sagen, das ich und alle amptknecht groß klagen gehabt solches miswachs halber und besorget, ich kondt am stro das viehe nit erhalten."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   28.03.2006
Beleg Kersten Krüger: Frühabsolutismus und Amtsverwaltung. Landgraf Wilhelm IV. inspiziert 1567 Amt und Eigenwirtschaft Trendelburg, in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Bd. 25 (1975), S. 117-147, hier S. 143.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 2919
Schlagworte Getreidemangel; Teuerung; Konflikte um Lebensmittel; Brotherstellung aus Trespenmehl; Verwendung des Saatgetreides als Lebensmittel
Ortsangaben Hersfeld; Friedewald
Zeitangabe 10.1847
Quellenzeitangabe
Originaltext „L.F.W. Boette, der um die Jahrhundertwende als Pfarrer in Friedewald tätig war, berichtet von den Erzählungen alter Leute über die Notsituation um die Mitte des 19. Jahrhunderts. ,Die jetzt leben, wissen gar nit, wie sie leben“, heißt es da. „In dem Jahre (1847) wars ganz schlimm. Der Laib Brot von 6 Pfund kostete 20 Silbergroschen (der stärkste Mann verdiente am Tag 7 Silbergroschen) und derbei konnte man ihn noch nit einmal krieg fürs Geld. In Lollz (Hersfeld) standen die Leut von hier vor dem Backofe, hatten das Geld in der Hand und konnten doch kein Brot krieg. Ohne Brot mussten sie wieder heim. Geschmissen haben sie sich vor dem Backofe, dass das Blut ist geflosse. Das Korn war meist Drespen, gemahlen und gebacken wurde es deswegen doch. Die Wicken zum Aussäen haben sie müss fress.‘ “

Erklärung: Lolls = Lullusfest; das ist die Woche Mitte Oktober, in die der Todestag des Gründers des Klosters Hersfeld am 16. Oktober fällt.
Bemerkungen nach: Boette, L.W.F.: Aus einer vergessenen Ecke, Band 1, 1909 (5. Aufl. 1925), Langensalza, S. 25.
Bearbeitungsstand   26.11.2009
Beleg Fritz Rudolph: Ronshausen. Dorfgeschichte im Zusammenhang der Landesgeschichte, Kassel 2. Aufl. 2001 (Hessische Forschungen zur geschichtlichen Landes- und Volkskunde; Bd. 36), S. 226.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3486
Schlagworte Getreidemangel; Verbot des Branntweinbrennens; Getreidepreise; Maßnahmen gegen Teuerung
Ortsangaben Fulda, Hochstift; Burghaun; Fürsteneck; Geisa; Mackenzell; Großenlüder
Zeitangabe 1789 - 1790
Quellenzeitangabe
Originaltext „In guten und auch mittelmässigen Erntejahren war das Hochstift imstande, sich selbst zu ernähren. Anders stand die Sache bei schlechten Ernten. Obwohl eine Missernte nicht vorlag, trat doch im Jahre 1789/90 Getreidemangel ein. … [Es folgt eine Beschreibung der Reaktionen der Regierung auf diese Lage und der dadurch ausgelösten Effekte.] … Von den Amtsvögten zog man zunächst Erkundigungen ein, wie die Ernte ausgefallen sei, wie hoch die Preise ständen, ob schon wirklicher Getreidemangel vorhanden sei oder noch eintreten könne. Die eingegangenen Berichte ergaben, dass die Wintersaaten im allgemeinen nur mittelmässig gediehen waren, man aber mit den Sommerfrüchten zufrieden war. Dreizehn Ämter gebrauchten noch einen Zuschuss, neun glaubten mit ihren Vorräten auskommen zu können, fünf, nämlich Burghaun, Fürsteneck, Geisa, Mackenzell und das Gericht Großenlüder hatten einen beträchtlichen Überschuss. Die Preise betrugen für Weizen 10–12 fl., für Roggen 7–9 fl. Und für Gerste 5–6 fl. Auch die beiden Fragen hatte man den Beamten vorgelegt, ob es wohl rätlich sei, zweitausend Malter Korn auf Staatskosten aufzukaufen und ein Verbot des Branntweinbrennens zu erlassen. Die meisten Beamten beantworteten die erste Frage mit Nein und die zweite mit Ja. Das Domkapitel, dem Adalbert im Herbstkapitel vom 21. September 1789 davon Mitteilung machte (Quelle: Prop. vom 21. Sept. 1789), sprach sich gegen den Getreidekauf aus… der Bischof endlich liess neun Wochen lang jedes Mal vier bis sechs Malter Korn von den herrschaftlichen Speichern auf den Wochenmarkt bringen und das Mass für 50 kr. an die Bedürftigen abgeben. Dadurch erreichte man – und das war neben der Versorgung der Armen der Hauptzweck -, dass die Kornpreise vorerst nicht weiter in die Höhe gingen. Auf diese Weise kam man über die Krise des Jahres 1789/90 glücklich hinweg. In der Folgezeit sollte vorerst kein Fruchtmangel eintreten.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg P. Nicephorus Enneking OFM: Das Hochstift Fulda unter seinem letzten Fürstbischof Adalbert III. von Harstall. Quellen und Abhandlungen zur Geschichte der Abtei und Diözese Fulda. Im Auftrag des Historischen Vereins der Diözese Fulda, hg.v. Gregor Richter, Dr. der Theologie und Philosophie, Domkapitular, Prof. an der phil.-theol. Lehranstalt zu Fulda, Fulda, 1935, S. 121–124.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4106
Schlagworte Sommer, dürrer; Wassermangel; Getreidemangel; Teuerung
Ortsangaben Schlitz; Fulda; Wetterau
Zeitangabe 1765 - 1766
Quellenzeitangabe
Originaltext „Nach diesem turbulenten Jahr 1765 ,haben die Bauer im Herbst geblut, weil es ein dürrer Sommer war; es ist auch Mangel an vielen Orten an Wasser gewesen.‘
In dieser Not entschloß sich (der arbeitslose Brauer) Weisssbeck zur Aufnahme einer artfremden Tätigkeit: Am 12. März 1766 ,bin ich mit einem Schleifkarren das erste Mal auf Fulda gegangen.‘ Der 37jährige Braumeister war also zum Scherenschleifer geworden.
Der Hunger in Schlitz war so groß, da Brot von Fulda geholt werden mußte: ,Von Fulda ist ein Wagen voll auf Schlitz geschickt worden … Ist große Noth an Brodt und Gelt. Kein Korn ist zu kriegen bei unsern Bauern. Das Hessengeld ist auch abgesetzt (= abgewertet). Bauern aus der Wetterau mit ganzen Wagen voll Korn kommen zu uns. Gilt die Mest 1 Gulden 5 Kreuzer … Die Bauern aus der Wetterau brachten Korn, Weizen und Gerste, alles, was zu unserer Nahrung nötig war.‘“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   02.08.2014
Beleg Aus der Chronik des Braumeisters Johann Adolph Weissbeck, in: Heinrich Sippel: Notizen aus der Reichsgrafschaft 1775–1772. Nach einem alten Tagebuch. Schlitz im Spiegel der Geschichte, Heft 22, Schlitz 1992, S. 18.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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