Datensätze

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Eintrag 1509
Schlagworte Getreidemangel; Getreideteuerung; Brotpreisanstieg
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 5.1662
Quellenzeitangabe
Originaltext Im Mai 1662, als der Preis für ein Pfund Brot wegen der Getreideteuerung auf acht Hlr. gestiegen war, befürchteten Bürgermeister und Rat, das landesherrliche Verbot, Getreide ins Ausland zu verkaufen, könne sich für die Stadt negativ auswirken. In Hersfeld reichte der Getreidevorrat nur noch für vier Wochen aus. In den Ämtern des Fürstentums gab es keinen mehr. Auch das von der Landesherrschaft eingelagerte Getreide war schon fast völlig an arme Leute verkauft worden. Es wurde befürchtet, man könne vier Wochen lang kein Bier mehr brauen. Das wäre mit Einnahmeverlusten für die Stadtkasse verbunden gewesen. Die Einwohner gingen dazu über, in den benachbarten Territorien, dem Stift Fulda und den sächsischen Herzogtümern, Korn zu kaufen. ‚Diejenige aber, so kein Geld haben, zu ihrer Nahrung Hafer backen und brauen müssen.’ Die städtische Obrigkeit, der die Hände gebunden waren, hatte Angst, das hessische Edikt könne in den Nachbarterritorien Nachahmer finden und dadurch die Möglichkeit, Korn im Ausland zu kaufen, völlig wegfallen.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   09.01.2006
Beleg Jörg Witzel: Hersfeld 1525 bis 1756. Wirtschafts-, Sozial- und Verfassungsgeschichte einer mittleren Territorialstadt, Marburg 1994 (Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte; Bd. 14), S. 272.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1510
Schlagworte Getreidemangel; Getreideteuerung; Brotpreisanstieg
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 1673
Quellenzeitangabe
Originaltext „Von welchen Faktoren die Getreideversorgung Hersfelds abhing, verdeutlicht ein Vorfall, der sich 1673 abspielte. Der Hersfelder Bürger Volkmar Ellinger beschwerte sich bei der Kasseler Regierung, Bürgermeister und Rat hätten ihm bei einer Strafe von 50 Goldfl. verboten, 40 Viertel im Stift Fulda aufgekauften Weizens nach Kassel transportieren zu lassen und den dortigen Bäckern zu verkaufen. Außerdem sei ihm befohlen worden, den Weizen so lange zu behalten, bis die Hersfelder Bäcker etwas davon brauchten. Er vermutete, hinter diesen Anordnungen steckten die im Rat vertretenen Bäcker und Branntweinbrenner. Bürgermeister und Rat rechtfertigten sich in einem ausführlichen Antwortschreiben, das die besondere wirtschaftliche Situation Hersfelds und seine Abhängigkeit vom Umland schildert. Ellinger, zwei weitere Hersfelder Bürger, Eschweger Bürger und Juden aus Schenklengsfeld hätten im Fürstentum Hersfeld und im Stift Fulda soviel Getreide aufgekauft und nach auswärts gehandelt, daß fast kein Roggen mehr in Hersfeld zu erträglichen Preisen zu erhalten sei. Die ‚arme und ohnedas ganz erschöpfte Bürgerschaft’ beklagte sich deshalb. Die Einwohner des Amtes Obergels, aus Frielingen und dem Thalhäuser Grund lieferten der Stadt kein Korn, sondern bezögen es selbst aus Hersfeld. Auch die übrigen hessischen Dörfer könnten Hersfeld weder halb noch ganz mit Getreide versorgen. Folglich müsse es aus den Ämtern Landeck und Niederaula, aus dem Haunegrund und den angrenzenden fuldischen Dörfern gekauft werden. Daher fänden sich auf den Sonnabend- und Jahrmärkten mehr fuldische als hessische Bauern ein. Der Rat befürchtete erneut, der Fuldaer Abt könne wegen Teuerung und Einquartierung im eigenen Land den Getreideverkauf nach Hersfeld ganz verbieten. Ganz blutarme Leut bildeten die Mehrheit der Hersfelder Bürgerschaft, die nicht in der Lage seien, sich einen eigenen Getreidevorrat anzulegen, sondern von Woche zu Woche kleine Mengen kaufen müßten. Schließlich bat der Rat, die mutwilligen Vorkäufer zu bestrafen. Die Kasseler Regierung ging darauf jedoch nicht ein, sondern befahl Bürgermeistern und Rat, Ellinger die Ausfuhr seines Getreides zu erlauben. Abermals wird bestätigt, daß Hersfeld als Grenzstadt nicht nur im gewerblichen Bereich vom Handel mit dem benachbarten Stift Fulda abhing, sondern auch in seiner Getreideversorgung. Aus der unmittelbaren Umgebung der Stadt mit vorwiegend sandigen Böden und niedrigen Ernteerträgen konnte ihr Getreidebedarf nicht gedeckt werden.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   09.01.2006
Beleg Jörg Witzel: Hersfeld 1525 bis 1756. Wirtschafts-, Sozial- und Verfassungsgeschichte einer mittleren Territorialstadt, Marburg 1994 (Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte; Bd. 14), S. 272-273.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1511
Schlagworte Getreidemangel; Getreideteuerung; Brotpreisanstieg
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 1684
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Jahr 1684, als die Getreidepreise wieder in die Höhe stiegen, erließ der Rat im Oktober nicht nur das bereits erwähnte Vorkaufsverbot, sondern schrieb allen Bauern, die Getreide brachten, vor, sich auf dem Markt zu versammeln. Dort sollten die Marktmeister einen einheitlichen Preis festsetzen. Das Getreide war zunächst an diejenigen Einwohner abzugeben, die es am dringendsten benötigten. Die Bürger durften bei hoher Strafe Bauern, die ihre Feldfrüchte nicht für den festgelegten Preis verkaufen wollten, kein Getreide heimlich abkaufen.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   09.01.2006
Beleg Jörg Witzel: Hersfeld 1525 bis 1756. Wirtschafts-, Sozial- und Verfassungsgeschichte einer mittleren Territorialstadt, Marburg 1994 (Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte; Bd. 14), S. 273.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1512
Schlagworte Getreidemangel; Getreideteuerung; Brotpreisanstieg; Errichtung von Fruchtmagazinen
Ortsangaben Hersfeld; Kassel; Marburg; Wanfried; Ziegenhain; Schmalkalden
Zeitangabe 1721
Quellenzeitangabe
Originaltext „1721, als die Getreide- und Brotpreise gerade wieder ein Maximum erreicht hatten, wurde auf landesherrlichen Befehl außer in Kassel, Marburg, Schmalkalden, Wanfried und Ziegenhain auch in Hersfeld ein herrschaftliches Fruchtmagazin eingerichtet, um darin einen Getreidevorrat zu lagern, mit dessen Hilfe in Notzeiten der Preis reguliert werden sollte.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   09.01.2006
Beleg Jörg Witzel: Hersfeld 1525 bis 1756. Wirtschafts-, Sozial- und Verfassungsgeschichte einer mittleren Territorialstadt, Marburg 1994 (Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte; Bd. 14), S. 273.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1513
Schlagworte Getreidemangel; Getreideteuerung; Brotpreisanstieg; Getreideausfuhrverbote
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 1741
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Jahr 1741 hatte die Stadt unter einer im Vorjahr vom Stift Fulda verhängten Frucht- und Viktualiensperre sehr zu leiden. Sie war offenbar wegen der gestiegenen Getreidepreise verhängt worden. Ihre Wirkung zeigt wiederum, wie sehr Hersfeld in der Lebensmittelversorgung von seinem südlichen Nachbarn abhing. Man hatte kein Gegenmittel zur Hand, um Fulda zur Aufgabe dieser Maßnahme bewegen zu können.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   09.01.2006
Beleg Jörg Witzel: Hersfeld 1525 bis 1756. Wirtschafts-, Sozial- und Verfassungsgeschichte einer mittleren Territorialstadt, Marburg 1994 (Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte; Bd. 14), S. 273.
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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