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Eintrag 2531
Schlagworte Wetter, schönes; Sonnenschein; Gewitter, fernes; Donner; Regen, leichter
Ortsangaben Altefeld; Gichebach; Dalherda; Reusendorf; Wildflecken; Kreuzberg
Zeitangabe 16.7.1856
Quellenzeitangabe
Originaltext „Immerwährend begünstigte uns das schöne Wetter und wir wunderten uns über die falschen Angaben, die wir in Fulda gehört hatten, daß die ganze Rhön auf mehrere Tage unpaßirbar sei, wenn es einige Tage geregnet habe, denn schon gestern, also am ersten Tag nach dem Regen hatten wir die schönsten und trockensten Wege. Die Milzeburg rauchte auch noch immer nicht, kochte nach dem bezeichnenden Volksausdruck keine Klöse und wir durften deshalb auch fernerhin auf gutes Wetter rechnen.“
Zunächst bestiegen sie den Ebersberg mit seiner Burg, die in Erwartung der Besichtigung durch das bayerische Königspaar, der an diesem Tag von Brückenau aus einen Ausflug hierher machen wollte, gesäubert und geschmückt war, von dort über Altefeld und Gichebach bis nach Dalherda. „Dalherda ist ein echtes Gebirgsdorf hoch auf baumloser Ebene gelegen, wo im Winter die Stürme arg genug brausen mögen. Jetzt schien die Sonne desto behaglicher und wir streckten uns … zur Erholung ins Gras hin“. Anschließend ging es auf die Kuppe des Dammersfeldes. „Auf der höchsten Spitze hat man zu Ehren der vor wenigen Tagen stattgefundenen Anwesenheit des Königspaares ein Paar Vogelbeer-Bäumchen gepflanzt und mit Stützen versehen. Es ist indessen sehr zweifelhaft, ob die zarten jungen Bäumchen dem Winter mit seinem Frost, Schnee und Sturm widerstehen können.
Die Aussicht ist von hier sehr umfaßend und hätte heute bei dem klaren Himmel nicht prächtiger sein können. … nach Südosten erhebt sich in nächster Nähe der Kreuzberg mit seiner kahlen Kuppe und den einzelnen auf der hellen Haidefläche zerstreuten Waldungen. In der entgegengesetzten Richtung sieht man weit in das heßische Land hinein bis in die Gegend von Marburg. Besonders schön breitete sich aber das ganze Fulder Ländchen aus. Im Südwesten zeigt sich wie ein blaßes Wolkenbild der hohe Taunus mit seinen schönen Conturen.“ Über Reusendorf, den Sinngrund nach Wildflecken, wo eingekehrt wurde. „Die Sonne stand schon tief am Himmel“, als der Aufbruch zum Kreuzberg erfolgte. Der Weg ging zunächst an der Sinn hinab, bis ein Steg über diese rechts in den Wald führte. „Als wir diesen Punkt erreicht hatten, erscholl ferner Donner und ein Gewitter zog langsam hinter uns auf. …Das Gewitter zog dann auch glücklicherweise nur wenige Tropfen im Vorbeigehen uns zusendend vorüber“.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   03.08.2008
Beleg Reinhard Heinrich Martin Bezzenberger: Reise nach Fulda und über die Rhön 1856, herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Günther E. Th. Bezzenberger, in: ZHG 100 (1995), S. 185-211, hier S. 197-200.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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