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Eintrag 20
Schlagworte Witterung; Preise
Ortsangaben Kurhessen; Grebendorf; Ebsdorf; Eschwege; Reichensachsen; Fulda; Ziegenhain; Ottrau; Landsburg; Röllshausen; Weißenborn; Görzhain
Zeitangabe 1.1.1824 - 30.6.1824
Quellenzeitangabe
Originaltext "Junius.

Die in den letzten Tagen des Mai's durch Nord- und Nordost-Winde gestörte druchtbare Witterung wurde durch die große mit vieler Feuchtigkeit verbundene Wärme der ersten Hälfte des Juni's wieder gut gemacht; die zweyte aber entsprach der erstern desto weniger. Sie war durchaus unfreundlich, regnerisch kühl. Es gab mitunter Schloßen, gegen das Ende Gewitter, und die Temperatur erhob sich bey Süd-West- und N. W. Winden nicht über + 14 bis 15° R.

Die Einflüsse, welche dieser im Allgemeinen angegebene Witterungsstand in der ersten Hälfte des Jahrs 1823 auf Land- und Hauswirthschaft äußerte, waren kürzlich in gedrängter Zusammenstellung folgende.

Die Bestellung der Winterfelder war im vorigen Jahre, unter Begünstigung des besten Wetters dazu, sehr gut von Statten gegangen, und das Samenkorn hatte von ausgezeichneter Güte gewählt werden können. Dieß hatte zur Folge, daß die Wintersaat herrlich auflief, und so (besonders die im Herbst sehr früh ausgesäete) der Anfangs Januar nachtheiligen Witterung Trotz bieten konnte. Der in der zweyten Hälfte dieses so äußerst strengen Wintermonats gefallene Schnee begünstigte noch vollends die kräftigste Bestaudung des Waizens und Roggens. Nur für Winterrübsamen und Klee war die wohlthätige Schneedecke zu lange ausgeblieben, daher auch beide Zweige des Pflanzenbaues fast gänzlich fehl schlugen. - Sowohl Klee als Raps- als Wintersamenstücken wurden an verschiedenen Orten von sehr thätigen Landwirthen, erstere nach aufgegangenem Froste durch kräftiges Überwalzen, und letztere, besonders da, wo sie nicht allzusehr der Kälte ausgesetzt waren, behackt (dieß namentlich von den Einwohnern der Gemeinde Grebendorf, Kreis Eschwege) und beyde Verfahrendarten brachten durch ihren guten Erfolg Vortheil. - Sie mögen daher in Fällen ähnlicher Art, vor denen uns aber der Himmel gnädig bewahren wolle! Zur Nachahmung dienen!

Sämmtliche Hausthiere befanden sich in gutem Gesundheitszustande, dahingegen verursachte Stroh- und Futter-Mangel Besorgniß für ihren Nahrungszustand, zumal, da viele Kartoffelvorräthe erfroren waren, welches besonders bey Schafen üblen Einfluß auf Wollgewinnung befürchten ließ. - Besorgte und gute Schafzüchter mußten daher mit der Futterung ihres Wollviehs den ganzen Winter hindurch sehr zu Rathe gehen, um wahrem Mangel vorzubeugen. Sie gaben entweder Häcksel, Heu und Kartoffeln (Heu und Häcksel von jedem 1 Pf. kurz geschnitten, die Kartoffeln gestoßen ebenwohl 1 Pf. Untereinander gemengt auf ein Landschaf) oder mit Grummet klein geschnittenes Waizen- oder Hafer-Stroh und laulich warmes Branntweinspülig (besonders den Mutterschafen), und kamen so glücklich und ohne Nachtheil für ihre Heerden bis zur Grünfütterung durch.

Andere haben starken Verlust an Lämmern gehabt, die wegen Futtermangel und zu frühem Austreiben stark fielen.

Auch war während der strengen Kälte nicht unbedeutender Verlust an jungen Ferken, welche, so bald sie geworfen waren, erfroren. Andern Nachtheil hat due Kälte auch dadurch gebracht, daß Kühe, welche mit erfrorenen und nicht zuvor wieder in kalten Wasser aufgethauten oder gekochten Kartoffeln gefüttert worden waren, häufig verkalbten.

Alle landwirthschaftlichen Erzeugnisse standen um diese Zeit sehr niedrig, und fast ohne Unterschied, wie zu Ende des vorigen Jahrs, viele unter dem Productionswerth, und dabey stockte, wie noch jetzt, fast gänzlich aller Verkehr mit denselben. Auf dem Ebsdörfer Pferdemarkt der Provinz Oberhessen standen 500 Pferde zum Verkauf und 80 wurden nur abgesetzt.

Nach heu, Stoh und Saatfrüchten, so wie nach jungen Schweinen war noch allein Frage, jedoch wenig Nutzen beym Verkauf dieser Gegenstände zu ziehen. Hülsenfrüchte zur Aussaat waren sehr rar, so wie der ärmere Landmann wahre Noth an Sommersaat und Brodfrüchten litt, welche ihm so viel als thunlich von denen herrschaftlichen Böden verabreicht wurden.

Feldmäuse, wo sie in den letzten Monaten des vorigen Jahrs als Landplage haußten, wurden durch Kälte und Nässe ziemlich gestört.

Die Wiesenkultur war bey dem allgemeinen Kleemangel fast überall emsiger, als je betrieben worden, und hoffen wir, daß der bemerkte gute Erfolg davon für die Zukunft dieselbe noch mehr in Aufnahme bringen wird.

Schon Mitte März fing man mit der Aussaat von Mengefrucht zur Futtergewinnung an; auch säete man Hafer zur Abhütung mit den hungrigen Lämmern. Gegen Ende des Monats wurde Hafer auf Körnerbau gesäet. Am Ausgang dieses Monats zeigte sich der früh, etwa 8 Tage nach Michaelis, in kräftigen Boden gesäete Roggen, und besonders da, wo er im Spätherbst wenig von den Mäusen heimgesucht worden war, kräftig bestaudet, üppig und grün, so daß er bey trockenem Wetter mit den Schafen behütet werden mußte.

Ebenso verhielt es sich mit dem Waizen, dahingegen der auf alten Kleeländern bestandene schlecht ausfiel. Alter Klee in feuchtem kräftigen Boden stand gut und versprach einigen Ertrag. Winterrübsamen auf Höhen, wo er mehr Schnee als in den Niederungen gehabt hat, und da, wo er gegen N. und N. O. Winde geschützt war, hauptsächlich dünn bestandener, zeigte sich gut. Der am üppigsten und dicht gestandene aber war gänzlich vom Froste vernichtet, wozu die leichtere Fäulniß der Wurzeln dieses Standes wegen viel beygetragen haben mag. Dieß giebt Winke, den Raps- und Wintersamenbau mehr durch's Pflanzen, statt der breitwüchsigen Aussaat, zu sichern.

Emsige Landwirthe haben auch dieses Frühjahr die verwinterten Stellen des Rapses, Tölpels und Winterrübsamens von den gut bestandenen mit bestem Erfolge auspflanzen lassen.

Die rauhe und trockene Witterung des Aprils benahm fast alle Hoffung - besonders auf frühe Futtergewinnung - wozu noch Ausgangs März im Felde für Menschen und Thiere Ursache genug vorhanden war; die Winterfrüchte verloren von ihrem guten Ansehen, die Wiesen blieben zurück, und der Futtermangel stieg aufs Höchste. - Rindvieh und besonders Schafe mußten ihre Zuflucht zu den Wiesen nehmen, welches denselben bey dem, durch Kälte zurückgehaltenen Graswachsthum ausnehmend schädlich war. Dadurch wurde die Emsigkeit der Landleute angespornt, sich im Brach- und Sommerfeld früher, als je zu zeigen, dieselben zur Saat und Pflanzung vorzubereiten und selbst mit bederley Arbeiten darin zu beginnen.

Viele Äcker verwinterten Waizens mußten mit sammt den verwinterten Kleeäckern umgepflügt werden; dagegen blieben in derselben Breite liegende gemergelte Waizenstücke ihres Guten Standes halber der Sichel aufbewahrt.

Die fortdauerende rauhe Witterung des Aprils hielt aber zugleich das frühzeitige Aufbrechen der Obst- und Waldbaumknospen zurück, und berechtigte zu der Hoffnung reicher Obst-Ernten und guter Waldmast.

Die fruchtbare Witterung der ersten Hälfte des Maimonats half den schwach bestandenen Winterfeldern wieder auf und vermehrte das üppigste Gedeihen der besser bestandenen. Der üppig gebliebene Wintersamen blühte schön, reich und die bey der begünstigendsten Witterung so äusserst gut hergerichteten Sommer- und Brachfelder grünten jetzt herrlich; auch der Frühlein stand gut, verlangte aber nach Regen. Ebenso der Klee unter Gerste, welcher wenig, der unter Hafer aber desto mehr Aussicht gewährte.

Gut gewässerte und gedüngte Wiesen versprachen reichliche Heuernte, schlecht bestellte sehr geringe. Im Ganzen hat sich der Klee, selbst auch bey fleißigem Gypsen, wenig erhalten, natürlich: denn wo alles Leben erstorben ist, kann auch der Gyps nichts nützen, kein neues hervorbringen. Die Hülsenfrüchte und der Hafer waren gut aufgelaufen.

Die Obstpflanzungen standen um diese Zeit gut. Pflaumen hatten etwas, Aprikosen, Pfirschen und Wallnüsse aber desto mehr gelitten. Alle Gartengewächse versprachen gute Ernte.

In einigen südlichen und fruchbaren Gegenden des Landes hatte der Roggen schon gegen den 8ten geschossen und war gegen den 21ten zum Blühen gekommen; anderwärts bemerkte man erst gegen den 29sten die ersten Blühten im Roggen. Er blühte gut ab und setzte vortrefflich an, so daß man sich eine ausgezeichnete Ernte und gute mehlreiche Körner versprechen konnte.

Nicht minder der Waitzen. Er trat gegen Ende des Monats in den Halm und blühte dann auch gut ab. Er ist nicht allenthalben gut gerathen, besonders hatte er auf kaltgründigen Thonboden und durch die Kühle und regnerische Juniwitterung gelitten, auch zeigte sich Brand in demselben.

Noch immer herrschte großer Futtermangel; auch litt der Aermere an Brotkorn Noth, was im Fuldaischen sogar aus dem Ausland hat bezogen werden müssen. Mengefrucht, auch Roggen und Hafer mußten theils den mangelnden Klee ersetzen. An vielen Orten bey geeigneter Behandlung und fruchtbarem Sandboden that dies mit großem Vortheil der Spörgel.

Der Stand der Sommer- und Brachfrüchte war im Laufe des Juni vortrefflich. Der lein und Sommerrübsamen versprachen reiche Ernten. Zu Kernobst war viel Hoffnung. Die schönen Aussichten auf ein reiches Weinjahr wurden aber schon durch das viele Regnen zur Blühtenzeit sehr getrübt. Der Hopfen wurde durch Mehlthau und Blattläuse heimgesucht und mißrieth. Die Heuernte fiel im Ganzen mittelmäßig aus; doch ging sie bey günstigem Wetter gut von Statten. - Viel Wiesengras hatte müssen grün verfuttert werden.

Die Anbauversuche mit der Kaffeewicke hatten guten Fortgang.

Die Bienen, welche sich so gut anließen, viel und frühe Schwärme versprachen, brachten erst der kalten Mainächte wegen nicht viel vor sich und wurden dann durch die Kühl regnerische Juniwitterung die ausgelaufenen Königinnen umzubringen bestimmt.

Die Schafschur war allenthalben, wenn auch der naßkalten Witterung und dem schlechten Nahrungsstand des Wollviehs wegen etwas spät, doch gut vollbracht worden, der Wollertrag war nicht unbeträchtlich, und überstieg die früher davon gehegten Erwartungen.

Der gesundheitszustand der Hausthiere zeigte sich im Ganzen genommen gut. - Im Kreise Ziegenhain, der Provinz Oberhessen, herrschte in einigen Schafheerden die Mundfäule. Auch äußerte sich hin und wieder unter den Schweinen die Bräune, welche aber in Folge der eingetretenen kühlen Witterung und des Regens in diesem Monat mit jener Krankheit bald wieder verschwand.

Unter den besondern Natur-Erscheinungen war in diesem ersten halben Jahre ein starkes Gewitter, welches mit Schloßen-Regen und Eisstücken vermischt, den Fluren von Ottrau, Kreis Ziegenhain, beträchtlichen Schaden zufügte, indem es fast das ganze Winter- und Sommerfeld zerstörte. Es stiegden 7ten Juni an der Landburg auf, zog links am Dorfe Röllshausen vorbey nach Osten, stellte sich bey der Ottrau einige Stunden fest und entlud sich daselbst unter den angegebenen Folgen. Von da zog sich das Hagelwetter nach Weißenborn und Görzhain und richtete daselbst ebenfalls, doch keinen so beträchtlichen Schaden, wie bey Ottrau an.

Die Klagen über beträchtlichen durch Wildfraß und dessen Verheerungen erzeugten Schaden in Felder und Gärten, waren groß und allgemein.

Wenn im Anfang des Jahres die Preiße der landwirthschaftlichen Erzeugnisse im Allgemeinen denen gleich blieben, welche diese am Ende des vorigen gehabt hatten, so erfolgte gegen Ablauf des 1sten und bis zur Mitte des 2ten Quartals einige Erhöhung derselben, besonders der Futtergewächse, des Strohes, der Saatfrüchte, des Mast- und Zug-Viehes, vorzüglich aber der Schweine. Dahingegen gingen dieselben gegen Ende des Halbjahres fast alle - mit Ausnahme der letztern - wieder beträchtlich herunter, so, daß fette Ochsen das Paar zu 1000 bis 1100 Pf. Nicht höher als 10 bis 12, 14 und 15 Carolins; ein Paar gutgehaltene Zugochsen zu 45 bis 48 Rthlr. Verkauft wurden. Gute, auf der Kunde stehende Geschirr-Pferde das Stück 20 bis 40 Rthlr. Eine junge Milchkuh 8 bis 14 Rthlr. Ein Kalb von 8 Tagen 1 1/2 Rthlr. Alte magere Weidehämmel in der Wolle das Paar 3 1/2 bis 4 Rthlr. Jährige Schweine 3 bis 4 Rthlr., Ferken 1 Rthlr. Auch 18 Ggr. Landwolle 3, 3 1/2 bis 4 Rthlr. Das Kleuder. Butter 7 bis 8 Pf. Für 1 Rthlr. Pottasche 10 1/4 Rthlr pr. Centner. Wintersamen 10 bis 12 Rthlr pr. Centner.

Die Branndeweinvorräthe häuften sich und wurden die 100 Maas, welche doch vor 6 bis 8 Wochen noch 28 bis 30 Rthlr. Kosteten, schon zu 19 bis 20 Rthlr verkauft.

Es war eine eigene Erfahrung, daß in diesem ersten Jahres-Abschnitt das Gypsen, womit Mehrere, unter Andern auch das sehr verdienstliche Vereinsmitglied von Eschwege zu Reichensachsen, Kreis Eschwege, bey mehreren Pflanzenbauarten, als Schotenfrüchten, (Oelgewächse mit eigeschlossen) Lein, Kraut etc. versuche anstellten, von wenig oder gar keinem Erfolg war, und verdiente die Wichtigkeit dieses Gegenstandes wohl genauer Beobachtung und Nachforschung der Ursachen.

In der Frühern trocknen Witterung scheint eine derselben zu finden zu seyn. Es kommt aber auch viel darauf an, wie man den Gyps anwendet. Wenn es bey der einen nothwendig ist, denselben auf die Blätter zu streuen, so verlangen andere Gewächsarten das Unterackern, und wieder andere das bloße Bestreuen des Bodens. Der Frühlein verlor durch das Gypsen seine Erdflöhe, die ihm schon hart zusetzten. Das Gypsen der Gartenerbsen hat sich schon von gutem Erfolge gezeigt."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   17.04.2004
Beleg Landwirtschaftliche Zeitung für Kurhessen, 2 (1824), S. 19-23.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 576
Schlagworte Frostschäden an Weinstöcken
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 1740
Quellenzeitangabe
Originaltext "Befinden sich bei dieser Gemeinde [Grebendorf] einige Weinberge. Es sind aber die Weinstöcke in anno 1740 größten Teils erfroren und bis dahin [1769/70] sehr wenige hinwiederum gepflanzet worden und werden zum Teil nunmehr zu Lande genutzet."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   01.12.2004
Beleg Grebendorf 1769/70, bearbeitet von Werner Simon, o. Ort und Jahr, masch. Manuskript.
Bearbeiter Ingrid Rogmann
   
Eintrag 789
Schlagworte Hochwasser; Überschwemmung
Ortsangaben Eschwege; Grebendorf; Werra
Zeitangabe 20.11.1740 - 24.12.1740
Quellenzeitangabe
Originaltext "Dann die Werra darauf so hoch aufgelaufen, daß solches in zwanzig Jahren nicht so groß gesehen worden, weilen alles vor den ganzen Brücken, die Vorstadt sowohl als alle Länderei bis nacher Grebendorf und andere benachbarte Örter, unter Wasser gestanden bis zum 24., da es wieder angefangen zu fallen, worauf die Winde immerhin continuieret ..."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   30.10.2013
Beleg Henrich Hoferock: Kurze Beschreibung der Stadt Eschwege von 1736, hrsg. von Otto Perst, Göttingen 1954, S. 41.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 3990
Schlagworte Weinernte, Ausfall
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 1633
Quellenzeitangabe
Originaltext Ausfall der Weinernte im landgräflichen Weinberg wegen Ungunst des Wetters, so dass die Dienstpflichtigen des Dorfes Grebendorf nicht bei der Weinlese zu helfen brauchten
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.06.2013
Beleg Karl Kollmann: Grebendorf im Dreißigjährigen Krieg, in: 750 Jahre Grebendorf. 1262–2012, Grebendorf 2012, S. 145
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4231
Schlagworte Gewitter; Regen, wolkenbruchartiger; Überschwemmung; Evakuierung des Viehs; Ernte, vernichtete
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 3.6.1803
Quellenzeitangabe
Originaltext "Am 3. Juni [1808; J.E.| kam über Grebendorf ein sehr starkes Gewitter auf, der Regen kam wolkenbruchartig, ein fürchterliches Gebrause, die meisten Gärten und Höfe waren überschwemmt. Das Vieh in den Ställen musste an andere Plätze gebracht werden, um es vor dem Ertrinken zu retten. Das Dorf war kaum wieder zu erkennen, die Straßen waren mit Schutt und Steinen angefüllt, ein großer Teil der Ernte war vernichtet."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.11.2015
Beleg 750 Jahre Grebendorf. 1262–2012, herausgegeben anlässlich des Jubiläums im Jahre 2012 vom Arbeitskreis „Geschichte Grebendorf“ und der Gemeinde Meinhard, Grebendorf 2012, S. 208.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4232
Schlagworte Teuerung; Überschwemmung; Hochwasser; Ernte, vernichtete
Ortsangaben Grebendorf; Werra, Fluss
Zeitangabe 1817
Quellenzeitangabe
Originaltext "1817 trat infolge der Missernte aus dem vorherigen Jahr eine große Teuerung ein. Die Werra trat über die Ufer, Felder und Wiesen waren überschwemmt, Heu und Früchte vernichtet, die Fruchtpreise stiegen enorm in die Höhe. Um die Ernährung der Bevölkerung sicher zu stellen, wurde auf dem Gelände des Eschweger Landgrafenschlosses ein Notspeicher angelegt."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.11.2015
Beleg 750 Jahre Grebendorf. 1262–2012, herausgegeben anlässlich des Jubiläums im Jahre 2012 vom Arbeitskreis „Geschichte Grebendorf“ und der Gemeinde Meinhard, Grebendorf 2012, S. 208.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4233
Schlagworte Sturm, heftiger; Orkan; Dächer, abgedeckte; Obstbäume, entwurzelte
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 31.12.1833 - 1.1.1834
Quellenzeitangabe
Originaltext "… in der Neujahrsnacht 1833/34 trat nochmals ein orkanartiger Sturm auf und blies die Ziegeln von den Dächern. Es entstand daraufhin ein Mangel an Ziegeln, sodass die Dächer vorübergehend mit Stroh abgedeckt wurden."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.11.2015
Beleg 750 Jahre Grebendorf. 1262–2012, herausgegeben anlässlich des Jubiläums im Jahre 2012 vom Arbeitskreis „Geschichte Grebendorf“ und der Gemeinde Meinhard, Grebendorf 2012, S. 208–209.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4234
Schlagworte Sturm, heftiger; Orkan; Dächer, abgedeckte; Bäume, entwurzelte
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 1833
Quellenzeitangabe
Originaltext "1833 wütete ein sehr heftiger Sturm, der schon fast einem Orkan glich, in unserer Gegend, sodass die Häuser umzustürzen drohten. Die Ziegeln flogen wie Spreu durch die Lüfte. Wo man auch hinsah, waren Höfe, Straßen, Gärten mit zerbrochenen Ziegeln bedeckt, Obstbäume wurden entwurzelt, Äste abgerissen."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.11.2015
Beleg 750 Jahre Grebendorf. 1262–2012, herausgegeben anlässlich des Jubiläums im Jahre 2012 vom Arbeitskreis „Geschichte Grebendorf“ und der Gemeinde Meinhard, Grebendorf 2012, S. 208.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4235
Schlagworte Sturm; Schneewehen, hohe; Verkehr, Behinderung des; Tote
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 8.8.1841
Quellenzeitangabe
Originaltext "Am 8. Januar [1841; J.E.] kam es zu stockwerkhohen Schneewehen, durch welche nicht nur allein alle Postwagen und sonstige Fuhrwerke gehemmt waren, sondern in denen auch viele Menschen ihren Tod fanden."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.11.2015
Beleg 750 Jahre Grebendorf. 1262–2012, herausgegeben anlässlich des Jubiläums im Jahre 2012 vom Arbeitskreis „Geschichte Grebendorf“ und der Gemeinde Meinhard, Grebendorf 2012, S. 209.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4236
Schlagworte Regen; Tauwetter; Hochwasser; Eisgang; Überschwemmung; Verkehr, Behinderung des
Ortsangaben Grebendorf; Werra, Fluss
Zeitangabe 16.1.1841 - 17.1.1841
Quellenzeitangabe
Originaltext "Am 16./17. Januar [1841; J.E.] trat Regen mit Tauwetter ein, Gewässer wurden zu Strömen, die Werra brachte große Eisschollen auf die Felder, das ganze Werratal erschien als ein See. Fuhrwerke und Postwagen mussten wegen der nicht befahrbaren Straßen einige Tage in Grebendorf anhalten und das Zurückgehen des Wassers abwarten."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.11.2015
Beleg 750 Jahre Grebendorf. 1262–2012, herausgegeben anlässlich des Jubiläums im Jahre 2012 vom Arbeitskreis „Geschichte Grebendorf“ und der Gemeinde Meinhard, Grebendorf 2012, S. 209.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4237
Schlagworte Regen, starker; Hochwasser; Überschwemmung; Gebäudeschäden; Straßenschäden; Feldschäden
Ortsangaben Grebendorf; Werra, Fluss
Zeitangabe 27.1.1846 - 2.1846
Quellenzeitangabe
Originaltext "Am 27. Januar [1846; J.E.], nachdem es schon 3 Tage Tag und Nacht geregnet hatte, stieg schnell die Werra über die Ufer und wurde zu einer großen Flut, an deren Ausmaß sich kaum jemand erinnern konnte. In viele Keller drang das Wasser ein. Am stärksten betroffen waren die Höfe am Weidenrain; in der Stengelsgasse stand das Wasser nicht nur in den Ställen und Kellern, sondern auch in den Hausfluren und Küchen. Das Vieh musste in andere Ställe im Dorf gebracht werden. Diese Wassermassen hatten an Straßen, Wegen und auf den Feldern großen Schaden hinterlassen; es dauerte 3 Wochen lang, bis es möglich war, trockenen Fußes nach Eschwege zu gehen."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.11.2015
Beleg 750 Jahre Grebendorf. 1262–2012, herausgegeben anlässlich des Jubiläums im Jahre 2012 vom Arbeitskreis „Geschichte Grebendorf“ und der Gemeinde Meinhard, Grebendorf 2012, S. 209.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4238
Schlagworte Teuerung; Notmaßnahmen
Ortsangaben Grebendorf; Eschwege
Zeitangabe 1847
Quellenzeitangabe
Originaltext "Infolge der Missernte im Jahre 1846 entstand 1847 in ganz Deutschland eine Teuerung. Die Fruchtpreise stiegen und erreichten eine nie da gewesene Höhe. Es erschien auch ein Gesetz von Kassel aus, welches allen Gemeindebehörden Kurhessens, sowohl in Städten als auch auf Dörfern, die Verköstigung der Armen bis zur
Ernte vorschrieb. Es wurde daher sogleich an allen Orten Frucht aufgekauft und in Magazinen aufgeschüttet, wie es auch bei uns geschah. Von den hiesigen Kaufleuten Würschmidt und Bödicker wurden 68 Malter (1Malter =17,5 Metzen =1.75 Hektoliter) Gerste und Korn übernommen. Dieses Getreide hatte man aus Russland kommen lassen, auf Kosten der Gemeinde gemahlen, danach gebacken und das Brot zu einem geringen Preis an die Bedürftigen abgegeben."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.11.2015
Beleg 750 Jahre Grebendorf. 1262–2012, herausgegeben anlässlich des Jubiläums im Jahre 2012 vom Arbeitskreis „Geschichte Grebendorf“ und der Gemeinde Meinhard, Grebendorf 2012, S. 209–210.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4239
Schlagworte Südwestwind, heftiger
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 6.8.1848
Quellenzeitangabe
Originaltext "Am 6. August [1848; J.E.] brach in der Lagerhalle der Kaufleute Würschmidt und Bödicker (heute: Fey, Hoffmann, Böttner, Stietz) Feuer aus, das infolge eines heftigen Südwestwindes innerhalb von drei Stunden fünf Bauernhöfe mit insgesamt 21 Gebäuden in Schutt und Asche legte. Es hat wohl kaum einen Brand in solchem Ausmaße jemals unser Dorf heimgesucht"
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.11.2015
Beleg 750 Jahre Grebendorf. 1262–2012, herausgegeben anlässlich des Jubiläums im Jahre 2012 vom Arbeitskreis „Geschichte Grebendorf“ und der Gemeinde Meinhard, Grebendorf 2012, S. 210.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4240
Schlagworte Gewitter; Hagel; Unwetter; Starkregen; Überschwemmung; Feldschäden; Baumschäden; Gebäudeschäden
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 2.5.1860
Quellenzeitangabe
Originaltext "Sonntag, den 2. Mai [1860; J.E.], und zwar des Abends von 20 bis 22 Uhr, wurde unsere Gegend von mehreren Gewittern hart heimgesucht und furchtbar ruiniert. Unter einem beständigen Donnern und Blitzen fiel der mit Hagel vermischte Regen in solchen Mengen hernieder, dass sogleich alle Gräben überfüllt und alle Tiefen überschwemmt
waren. Ebenfalls im Dorf waren die Wassermassen gewaltig, man sah Steine, Bäume, Holz, Stroh und Schlamm auf den Strassen und in den Höfen. Am Weidenrain war die Wasserleitung zerrissen, die Landwehr zugeschlämmt, besonders
die Riedwiesen glichen einem See. Daraufhin wurde für die am stärksten von dem Unwetter betroffenen Einwohner von
der Kurfürstlichen Regierung in Kassel in ganz Hessen eine Hauskollekte angeordnet."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.11.2015
Beleg 750 Jahre Grebendorf. 1262–2012, herausgegeben anlässlich des Jubiläums im Jahre 2012 vom Arbeitskreis „Geschichte Grebendorf“ und der Gemeinde Meinhard, Grebendorf 2012, S. 210.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4241
Schlagworte Regenfälle, anhaltende; Hochwasser; Überschwemmung; Feldschäden; Ernteverluste
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 25.6.1871 - 27.6.1871
Quellenzeitangabe
Originaltext "Aufgrund anhaltender Regenfälle vom 25. bis 27. Juni [1871; J.E.] trat die Werra über die Ufer und überschwemmte die Felder. Die Wassermassen waren so hoch, dass die Ähren von Korn und Weizen gerade noch über der Wasseroberfläche zu sehen waren. Der Schaden in und um Grebendorf wurde mit 35.000 Rth. veranschlagt. Es waren nicht nur die Höfe, die unter Wasser standen, sondern auch Keller und Ställe. Am allerschlimmsten war das Wasser in der Stengelsgasse, wo es bei den Familien Bebendorf und Neusüß im Hausflur, in der Küche und auf der Treppe vor der Stubentür stand."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.11.2015
Beleg 750 Jahre Grebendorf. 1262–2012, herausgegeben anlässlich des Jubiläums im Jahre 2012 vom Arbeitskreis „Geschichte Grebendorf“ und der Gemeinde Meinhard, Grebendorf 2012, S. 210–211.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4437
Schlagworte Gewitter; Blitz; Donner; Wolkenbruch; Überschwemmungen; Wege, zerstörte; Bäume, entwurzelte; Felder, überschwemmte; Gärten, überschwemmte; Häuser, beschädigte; Flutwelle; Wiesen, verschlämmte
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 3.6.1808
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Jahre 1808, den 3. Juni des Nachmittags um 2 Uhr wurden wir von einem starken Gewitter, welches von Süden her unter Blitz und Donner nördlich zu unsern Bergen hinzog, hart heimgesucht. Denn als dies furchtbare ewig denkwürdige Gewitter (von dem ein glaubhafter Augenzeuge sagt, dass es so tief gestanden habe, dass man von der Höhe des Meinhards herab, gleich auf einen im Thale gelegenen Nebel auf dasselbe hingesehen hätte), mit seinen immer größer und schwerer werdenden Wolken vor diesen hintrat, da entluden sich dieselben grausam, und in Folge eines noch nie gesehenen Regens (Wolkenbruch genannt) stürzten sogleich unsägliche Gewässer in Strömen die Berge herab den Thälern zu, zerrissen Gräben und Wege entzwei, und überschwemmten alle Tiefen, sowohl des Dorfs als die der Felder. In den Straßen sah man das Wasser beinah halbstockwerkshohe Wellen schlagen, Bäume mit fortführen und im fürchterlichsten Gebrause und dem tösenden Steingerappel sich gleich einer Werra nach unten des Dorfs hinwälzen, wo es die Deiche, die meisten Hofraiden und Gärten überschwemmte, ja sogar in die Gebäude eindrang und Küche, Keller und Ställe mit Wasser und Schlamm anfüllte. Auch über selbst hohe Mauern und Dämme floß es endlich hin und gab eine sogenannte Fluth, unter dessen Stande man 2 Stunden lang sich genöthigt sah, das Haus zu hüten. Viele Leute hatten ihr tief im Wasser stehendes Vieh an andere Plätze, ja sogar Kälber, wie man sagt, um dem Ertrinken zu entziehen, auf die Böden bringen müssen. Darum wäre denn auch gewiß, wenn dieses furchtbare Gewitter zur Nachtzeit kam, gar manches derselben ein Opfer des Todes in den Fluthen seines Schicksals geworden seyn!
Als es aber vorüber war, als sich das Wasser abgelaufen hatte und man wieder aus dem Hause kommen konnte, o! wie war es da so ganz anders als am Morgen geworden, o! wie sah man da so allenthalben nichts als lauter Verwüstungen, Jammer und Traurigkeit. Denn vieles von den Bergen war mit fortgenommen, die Wege entzweigerissen, und alle Tiefen gleich Seen mit Wasser angefüllt. Alle Flutgraben waren übergebrochen und hatten die Wiesen verschlämmt, sowie die Fluren ganzer Felder mit Kummer überschüttet (davon die vielen Steine, besonders auf den Ländereien des Diebgrabenfeldes auch noch in späteren Jahren ein Beweis sind). Ein großer Theil der Erndte war dahin. Anbau wie das Feld, so auch das Dorf, dieses erkannte man beinah nicht mehr. Hier waren die Straßen von Steinen und Schutt angefüllt, Ruinen gleich. Die Deiche bemerkte man kaum noch. Anstatt der blumigten Gärten war Kummer, und auf den Hofraiden, in Küchen, Kellern und Ställen war Wasser und Schlamm zu finden. 0, wie mußte nicht dieses alles unser Auge trüben, und unser Herz mit inniger Wehmuth erfüllen. Ja, und das auch umso mehr noch, da es schien, als wäre dieses furchtbare Gewitter gerade über unser Dorf und Felder zu kommen von der Vorsehung bestimmt gewesen sei, indem die Leute in der Umgegend nichts waren davon gewahren worden.
Doch der Herr hats gethan, und er wird es auch sein, welcher nach der Hoffnung, alle diese Verwüstungen wieder gutzumachen weiß. Denn wie viele große Revolutionen haben nicht schon von jeher die Erde verwüstet, und immer steht sie wieder neu erbaut, erhalten und vollkommen da. Dennoch soll uns aber dieser Tag im Gedächtnis eine bleibende Stelle finden, weil man sich an ein so fürchterliches Gewitter aus früherer Zeit, auch selbst die ältesten Leute, nicht zu erinnern vermag. O! möge doch Gott nie wieder ein solches Gewitter über unser Dorf und Felder kommen lassen wollen. 0, möge er uns doch stets mit seiner Güte schützend zur Seite seyn, und uns vor dessen Verderben bewahren, denn das wissen wir, dass die Güte des Herren es will, dass es mit niemandem gar aus sei und seine Barmherzigkeit kein Ende hat. (Klagelieder Jeremias 3, Vers 22)”
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   14.12.2017
Beleg Helmut Stück und York-Egbert König (Bearb.): Martin Menthe (1802–1889). Aufzeichnungen aus Grebendorf, Grebendorf [2015], S. 11–12.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4438
Schlagworte Komet; Trockenheit, große
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 1811
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Herbst des Jahres 1811 wurde ein Komet, auch Schwanzstern genannt, am nördlichen Himmel gesehen, welcher mit einem langen Schweife nach Südwest hinzeigte, und der, indes alle andere himmlische Lichter, als Sonne, Mond und Sterne, in immer gewohnter Weise von Osten nach Westen gehen, seinen Lauf von Westen nach Osten machte. Dieser Himmelsstern war lange Zeit nicht von unserer vaterländischen Welt gesehen worden, und man ging deshalb umso mehr hinaus und beobachtete und bewunderte ihn. Mit Anbruch der Nacht trat er hinter dem Königsberge hervor und entzog sich erst nach Mitternacht beim Greifenstein unserem Auge wieder. Und so eben wie er uns mit Anfang des Herbstes erschien und immer näher kam, Ebenso entfernte und verschwand er uns auch mit dessen Ende wieder. Sein schneller Lauf hatte ihn gar bald in die Räume weit entlegener Ferne geführt, und nur der Aberglaube wollte viel, sowohl Gegenwärtiges als auch Zukünftiges, in seinem Erscheinen ersehen haben. Er sollte es nehmlich sein, welcher an der großen Trockenheit dieses Jahres wie an den so häufig ausbrechenden Feuersbrünsten und der so heftig brennenden Kraft des Feuers dieses Herbstes schuld sey. Daß es nun auch sehr trocken war und viel und heftig brannte, ist gewiß, ob aber der jetzt am Himmel gestandene Komet mitgewirkt hat, läßt sich keineswegs behaupten noch erforschen.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   17.12.2017
Beleg Helmut Stück und York-Egbert König (Bearb.): Martin Menthe (1802–1889). Aufzeichnungen aus Grebendorf, Grebendorf [2015], S. 13.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4439
Schlagworte Regenwetter, anhaltendes; Feldschäden; Früchte, verdorbene
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 6.1811
Quellenzeitangabe
Originaltext „Die Früchte waren nehmlich von einem anhaltenden weit ausgedehnten Regenwetter in der Mitte Juni, sowohl auf Bergen als auch in den Thälern, dort durch die vielen Quellen und hier durch die Überschwemmung der ausgetretenen Flüsse, versoffen in Menge."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   17.12.2017
Beleg Helmut Stück und York-Egbert König (Bearb.): Martin Menthe (1802–1889). Aufzeichnungen aus Grebendorf, Grebendorf [2015], S. 21.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4440
Schlagworte Hochwasser; Überschwemmung; Felder, überschwemmte; Früchte, Ernteeinbußen; Heu, Ernteeinbußen
Ortsangaben Grebendorf; Werra, Fluss
Zeitangabe 24.6.1816
Quellenzeitangabe
Originaltext „Auch unser Fluß, die Werra, trat um Johannistag hoch über seine Ufer, überschwemmte das Feld, und ließ einen großen Schaden, sowohl an Heu als an Früchten zurück. Auch wir erndteten wenig, es war nur ein Drittel des sonstigen Erndteertrages.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   17.12.2017
Beleg Helmut Stück und York-Egbert König (Bearb.): Martin Menthe (1802–1889). Aufzeichnungen aus Grebendorf, Grebendorf [2015], S. 21.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4441
Schlagworte Teuerung; Fruchtpreise; Hungersnot; Gegenmaßnahmen, staatliche; Getreide, Zwangsablieferungen
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 1817
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Jahre 1817 war in Folge der Mißernde von 1816 eine große Theuerung. … Die Metze Korn kostete vor der Erndte noch 1 Rth., Weizen 1 Rth. und 4 gute Groschen, Gersten 15 und Erbsen 20 gute Groschen. Preise, welche der geringe rechtlich sich ernährende Mann nicht mehr zu bezahlen vermochte. Es wurde daher, um diesem so viel als möglich Linderung, ferner Nahrung zu verschaffen, auf Beschluß Kurfürstl. Verwaltungskommission zu Eschwege (Rath Möller) auf dem dortigen Schlosse ein Notspeicher aufgeschüttet und jenen auf Anweisungen für mindere Preise daraus zugewiesen. Nur zu bedauern war es aber in dieser Beziehung, daß man den Mittelmann, der doch kaum so viel gezogen hatte, als ihm wohl nöthig war, diese Kleinigkeit an Maltern gegen ihm angesetzte Taxa von höherer Hand dahin zu liefern zwang.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   17.12.2017
Beleg Helmut Stück und York-Egbert König (Bearb.): Martin Menthe (1802–1889). Aufzeichnungen aus Grebendorf, Grebendorf [2015], S. 21.
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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