Datensätze

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Eintrag 3346
Schlagworte Heuernte, Beginn; Wetter, trockenes; Wetter, sonniges
Ortsangaben Gundhelm
Zeitangabe 15.6.1871
Quellenzeitangabe
Originaltext „In einem alten Haushaltungsbuch unserer Familie von 1831 bis 1882 ist auf zwei Seiten folgendes eingetragen: ‚Gottfried und Lene geholfen im Jahre 1871‘. Mein Großvater, damals elfjährig, erzählte mir oft von Gottfried und Lene. … Vetter Fried arbeitete als Holzmacher und verdingte sich außerdem, wie auch seine Frau, als Tagelöhner. … Die Eintragungen über die Dienstleistungen beginnen im März und enden im November. So hat Gottfried im März zwei Tage geholfen, den Wassergraben aufzumachen. Das Bewässern der Wiesen mit Bachwasser versprach einen guten Graswuchs, Kunstdünger war noch unbekannt. Im Oktober endeten die Eintragungen mit ‚5 Tag helfen treschen‘. Die Arbeiten seiner Frau bestanden u.a. aus … im November 1 Tag Laubrechen für die Einstreu im Stall.
Am 15. Juni heißt es: ‚Gottfried ein Morgen gemäht und dabei geblieben. Lene ein dreiviertel Tag Heu helf mach.‘ Über diesen Arbeitstag erzählte mein Großvater folgendes: Vetter Fried war schon einen Tag vorher unruhig, gegen Mittag machte er sich Luft: ‚Hannes‘, sagte er zu meinem Urgroßvater, „murn hon mer der 15. Juni, ’s Wetter ist gut, on dr Luft noach hält sich’s noch e poar Toag, schick de Jong noach den Mähern, murn scheire mir die Neuweise oa.“ … Am 15. morgens um halb drei trafen sich die sechs Mäher in der Neuwiese. Vetter Fried hielt eine kurze Lagebesprechung: ‚Also, in diesem Joahr sen die Woalwertsreje (Walpurgisregen) ausgebliewe, mir müssen die Sense fest aufhall, doas mer jeren Hoalme mitkrieje. An der Bach sehts Groas bi oalle Joahr, doch mette in dr Wiese sen Stelle, bonn mer sich doa hinsetzt, geht’s Groas kaum bis an de Hosebure (Hosenboden).‘ …
(Nach dem Frühstück, das um 8 Uhr eingenommen wurde:) Vetter Fried beendete die Frühstückspause mit der Aufforderung: „Los, ihr Leute, eher die Sonn höher stiegt, wolle mer der letzte Schwanz noch oabmäh, on bann mer noch fönefmoal dro gehen, leit se bis Gehoannesdoag (Johannistag) ganz. Frah (Frau), du schaffst derweil ’s Groas önner der Erle (in deren Schatten die Frühstückspause gemacht worden war) in die Sonn. …
(Nach dem Mittagessen:) Das ganze Gras wurde noch einmal gewendet, dann war der erste Tag der Heuernte vorbei.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   26.01.2010
Beleg Hans-Walter Siemon: Beginn der Heuernte, in: Bergwinkel-Bote 41 (1990), S. 87–89.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3349
Schlagworte Sperlingsplage
Ortsangaben Breitenbach; Breunings; Elm; Gundhelm; Herolz; Hintersteinau; Hutten; Kressenbach; Marborn; Neuengronau; Oberzell; Salmünster; Soden; Steinau; Weichersbach
Zeitangabe 10.1854
Quellenzeitangabe
Originaltext „Nachdem die Gemeindebehörden von Breitenbach, Breunings, Elm, Gundhelm, Herolz, Hintersteinau, Hutten, Kressenbach, Marborn, Neuengronau, Oberzell, Salmünster, Soden, Steinau und Weichersbach sich dahin ausgesprochen haben, daß in ihren Gemeinden die Sperlinge sich im Übermaße vermehrt hätten, so daß Maßregeln zu ihrer Verminderung ergriffen werden müssten, so wird hierdurch bis zu anderweitiger Verfügung Folgendes angeordnet:
1) In den obengenannten Gemeinden hat jeder Hauseigentümer, welcher Garten oder Feldgrundstücke besitzt, innerhalb des Zeitraums vom 1. Januar bis Ende März vier Sperlinge an den Ortsvorstand abzuliefern.
2) Die Ablieferung geschieht Sonnabends zwischen 11 und 12 Uhr.
3) Die Lieferung der am 31. März noch rückständigen Sperlinge ist vom Gemeinderathe Anfangs April unter Bestimmung eines kurzen Termins öffentlich zu verdingen und der Kostenbetrag gegen die Säumigen beitreiben zu lassen.
Die Herrn Bürgermeister der genannten Orte haben vorstehende Anordnung in üblicher Weise zur öffentlichen Kenntnis zu bringen, Bekanntmachungsbescheinigung binnen 8 Tagen einzusenden und über den gehörigen Vollzug zu wachen.
Sobald ein Übermaß von Sperlingen nicht mehr besteht, so ist die Zurückziehung der Anordnung zu beantragen.

Schlüchtern, den 16. October 1854
Cöster
Kurfürstliches Landraths-Amt“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   26.01.2010
Beleg So wieherte der Amtsschimmel!, in: Bergwinkel-Bote 26 (1975), S. 69.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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