Datensätze

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Eintrag 3144
Schlagworte Hagel; Unwetter; Gewitter
Ortsangaben Schlitz; Fraurombach; Hartershausen; Bernshausen
Zeitangabe 28.8.1765
Quellenzeitangabe
Originaltext „Es ist ein warmer Sommer gewesen. Das Korn ersoffen, weil der vorige Winter sehr naß war. Es gab wenig im Geschock. Die Gerste auch nicht viel, Kartoffel wenig. Es fiel ein Hagelschlag am 28. August sehr erschrecklich. Es war der Himmel schön anzusehen. Es war sehr warm. Ich schnitt Gerste am Gänsrasen. Ich hatte zwei Schnitter und meine Frau, da wir in einem Tag fertig werden wollten. Es standen zwei Wolken gerade über Parders Haus ... Es war, als wenn zwei Berge am Himmel hingen, aber schneeweiß. Vor 2 Uhr waren wir fertig Gerste schneiden. Als wir zuhause gessen hatten, kam ein Gewitter von Frau Rombach über den Berg, auch ein Gewitter von Hartershausen, daß die zwei Gewitter zusammen mit großem Donnerschlag. Ich guckte dem Fenster hinaus, ob ein Regen käm. Aber es fuhren einige Schlossen. Es brauste sehr. Es fing an um 4 Uhr Nachmittags, dauerte ¾ Stund, daß man meinte, es bleibe keine Kolbenfrucht im Feld. Die Schlossen lagen einen Schuh hoch in der Stadt. Ihre Größe wie dicke Welschnüsse, waren eckig, lauter Eis, daß es viele Fenster entzwei schlug. Ich machte meine Schalle vor, daß es mir keine Scheibe zerbrochen. Der Schaden an Fenstern ist nicht mit 1000 Gulden zu bezahlen. Meine Frau wollte kleingläubig werden. Sie sprach, es kommt der jüngste Tag. Ich hatte an ihr zu trösten. Ich wurde auch erschreckt. Als der Hagel vorbei war, kam das Wasser von den Bergen. Hat wie ein Fluß die Wiesen überschwemmt, die Wege zerrissen, alles in den Grund geschlagen. Auch die Obstbäume waren erbärmlich.

Ich ging nach dem Wetter auf die Hall. Da hatte ich Sommerweizen stehen. Er war zerschlagen, doch nicht wie die Gerste. Was geschnitten war, hatte nicht so viel Schaden gelitten, als was auf der Halm stand. Hier mußte ich erstaunen, als ich bei der Meisterei vorbeikam, was der große Gott für ein Helfer ist wider allen menschlichen Vermutens, denn der Hagelschlag war über die Pfannmüll-Hall stadtgerade gezogen in die Seelbitt, der herrschaftliche Krautacker auf die Blum. Hernach hat es nicht mehr geschloßt. In das große Gerstenfeld als bei den Schindrasen auch nicht viel verderbt. Hartershausen hat es großen Schaden gegeben. Üllershausen nicht so viel, Bernshausen etwas am Wald. – Es will alles Hungers sterben, was Bauern sind.“
Bemerkungen Aus der Chronik des Braumeisters Johann Adolph Weissbeck.
Bearbeitungsstand   25.06.2009
Beleg Heinrich Sippel: Notizen aus der Reichsgrafschaft 1755-1772. Nach einem alten Tagebuch. Schlitz im Spiegel der Geschichte, Heft 22. Schlitz 1992, S. 16f.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3145
Schlagworte Hagel
Ortsangaben Schlitz; Hartershausen; Hemmen; Üllershausen; Pfordt
Zeitangabe 28.5.1769
Quellenzeitangabe
Originaltext „Des Abends am 28. Mai 1769 ist nach 6 Uhr ein Hagelschlag gefallen in Schlitz; hat großen Schaden getan am Korn zu Hemmen, Hartshausen, Üllershausen und Pfordt im Fuldischen.“
Bemerkungen Aus der Chronik des Braumeisters Johann Adolph Weissbeck.
Bearbeitungsstand   04.05.2014
Beleg Heinrich Sippel: Notizen aus der Reichsgrafschaft 1755-1772. Nach einem alten Tagebuch. Schlitz im Spiegel der Geschichte, Heft 22. Schlitz 1992, S. 28.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   

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