Datensätze

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Eintrag 2505
Schlagworte Hitze; Trockenheit; Dürre
Ortsangaben Bensheim; Frankfurt; Rod; Hanau; Heppenheim; Laudenbach
Zeitangabe 1719
Quellenzeitangabe
Originaltext „ist ein noch viel hitziger Sommer gewesen, als voriges Jahr, so heiß, daß es keinem Menschen gedenken tut. Wenig Heu, gar kein Ohmet, alles verdorrt. Das Erdreich ist an unterschiedlichen Orten angangen und hat gebrannt, wie bei Offenbach, auch im Frankfurter Wald, bei Rod, Hanau, auch zwischen Heppenheim und Laudenbach. Wo fettes Erdreich war, in sumpfigen Wiesen, hats unter der Erde gebrennt, daß man den Dampf aber hat sehen aufsteigen. Die Bäume sind verdorrt, es hat kein Kraut noch Rüben geben, aber ein Austich Wein, die Ohm 4-5 fl.“

[...]

„In diesem ganzen Jahr gabs nur 3 Regen. Das Erdreich war so trocken, daß man hin und wieder einen Bettag gehalten um Regen.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.03.2008
Beleg H. Henkelmann: Die Bensheimer Hauschronik des Joh. Math. Blesinger. In: Hessische Chronik 2 (1913), S. 168f.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2506
Schlagworte Gewitter; Unwetter; Überschwemmung
Ortsangaben Bensheim; Heppenheim; Eberstadt; Bergstraße; Odenwald
Zeitangabe 29.9.1732
Quellenzeitangabe
Originaltext „1732. Michaelistag ist ein Regenwetter mit Blitzen und Donner eingefallen und Wolkenbrüche hin und wieder, sowohl hier in der Bergstraße, als im Odenwald wie im Bauland, auch sonst, wo Flüsse gewesen sind, daß man gemeint, es wäre eine Sündflut, so einen unbeschreiblichen Schaden getan zu Heidelberg, Weinheim, Heppenheim, Bensheim, Eberstadt, zu Wertheim, im ganzen Taubergrund, zu Walldürn, im ganzen Odenwald. Die Orte sind nicht alle zu melden, sondern wo Täler, und wo Bäche geflossen, ward großer Schaden getan. Ich will hier nur melden die zwei Täler, das Zeller und Schönberger. Das Wasser war so groß, daß die Häuser, Ställe, Scheunen, so nahe beim Wasser gestanden, teils mit samt den Schweinen weggetrieben wurden, sowie Stege und Brücken, sie mochten so hoch sein, als sie wollten. Das Auen- und Rinnentor samt den Gattern, die Stadtmauer in der Vorstadt, hinter dem Spital und am Dillingerhaus sind an 2 Orten weggerissen worden, und wenn dieselben nicht umgefallen wären, wie auch das Rinnentor samt den Mauern und Gattern, so hätten wir kein Vieh in den Ställen davongebracht, indem so schon unterschiedlich viel Schwein und Kälber ersoffen sind, mehrere Leute sich aus den unteren Stuben in die oberen machen mußten. In allen Gassen ist das Wasser mannshoch geflossen mit Brausen und Sausen, daß man sich einander über die Gasse nicht hat verstehen können.
Das Wasser ist in der Stadt bis an den Springbrunnen gestiegen und in den Kellern ist viel Wein zu Grunde gegangen. So war der Wamboldsche Keller, der des Stadtschreibers, sogar der Faustkeller voll Wasser. Selbst über den Ziehbrunnen an der Scharn ist das Wasser weggeflossen.
Es hat die Bäume, so mannsdick waren, samt und sonders ausgerissen und alles verschleift, so daß man nicht mehr wußte, wo ein Garten an- oder abgehet. Auch hats einen Sand und Schlamm liegen lassen sowohl in den Gossen als in den Kellern, daß mancher Mann 8-10 Tage nur Wasser zu schöpfen und Grund hinauszutragen gehabt hat.
Die Fässer mußten alle umgebunden werden, mir hats bei 50 Rthlr. gekostet.
Des Johann Schulters Haus ist samt der Mittelbrücke bis auf den Boden weggeflossen und hätte allerdings des Dangels und Seifensieders Haus auch weggerissen. In den Häusern haben sich die Thüren und Stubenöfen gesenkt und sind zum Teil eingefallen. Die Brücken, Wege und Stege waren zerrissen, daß man sie in einem Jahr nicht mehr zurecht bringen können.
Die Keltern, Blanken, Fässer, Bäume hat man bis hinaus im Briebel und hinter den Kappesgärten suchen müssen. Wiesen und alles Feld war zugeschlämmt. Das Elend ist nicht alles zu schreiben.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.03.2008
Beleg H. Henkelmann: Die Bensheimer Hauschronik des Joh. Math. Blesinger. In: Hessische Chronik 2 (1913), S. 204f.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   

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