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Eintrag 2241
Schlagworte Hitze; Gewitter; UnwetterHagel
Ortsangaben Stockhausen; Heisters; Altenschlirf; Zahmen; Weidmoos; Nösberts; Steinfurt; Ilbeshausen; Hörgenau; Hopfmannsfeld; Herbstein; Eichenrod; Engelrod; Eichelhain; Rebgeshain
Zeitangabe 28.6.1829
Quellenzeitangabe
Originaltext „Die Hitze am 28. Juni 1829 war beinahe unerträglich. Am Nachmittage zwischen 3 und 4 Uhr, stiegen im Osten und Norden schwere Gewitterwolken auf, die mit auffallender Schnelligkeit gegen den Vogelsberg zogen. Unterhalb desselben, zwischen Stockhausen, Heisters und Altenschlirf vereinigten sie sich, trennten sich, vereinigten sich wieder, und brachten, sich durchkreuzend und wirbelnd, Schrecken und Gefahr. In Nacht verwandelte sich der Tag, die Wolken schienen auf der Erde zu liegen, und begleitet vom heftigen Sturm und Platzregen, fiel, unter beständigem Blitzen und Donnern mit betäubendem Krachen, eine solche Masse von Hagel, daß die Erde einen halben Fuß hoch, an vielen Orten noch höher damit bedeckt, und die Oberfläche des Wasserstroms dem aufbrechenden Eisgange ähnlich war. Die ganze Schöpfung war im Aufruhr, alle Elemente schienen im Kampfe begriffen zu seyn, und auch der abgehärtetste Bösewicht jammerte, als sei der letzte seiner Tage erschienen. Beinahe eine halbe Stunde dauerte der Hagelschlag.
Wie schrecklich die Zerstörung und Verwüstung, wie groß der Schaden war, läßt sich schon daraus entnehmen, daß die kleinsten Hagelkörner die Größe von kleinen Kartoffeln hatten, und dabei von ungeheurer Härte waren. Noch am dritten Tage waren an vielen Orten solche vom Wasser zusammengetriebene Hagelmassen zu sehen, daß noch Wagen voll davon aufgeladen werden konnten. Menschen sind keine umgekommen, allein einige waren in Gefahr, und andere sind verwundet worden, aber Gänse, Tauben und andere Vögel wurden in den Feldern erschlagen gefunden. An vielen Häusern waren die Dächer zerrissen und theilweise abgehoben, die Gefache von der Oststeite ausgewaschen und zerlöchert, gleich als wäre Kugel neben Kugel geschossen, und alle der Wetterseite ausgesetzten Fenster waren zertrümmert.
Aber weit trauriger sahe es in den Feldern aus, wo alles, von der überaus günstigen Witterung so gesegnet dastand, und 16 Gemeinden waren so hart betroffen. Die Gemarkungen von Heisters, Zahmen, Waldmos, Rösberts, Stockhausen, Steinfurt, Ilbeshausen, Hörgenau und Hopfmannsfeld waren zum Theil, die von Herbstein, Altenschlirf, Eichelrod, Engelrod, Eichelhain und Rebgeshain aber ganz verheeret und verwüstet. Die Wald- und Obstbäume waren größtentheils entblättert und ihrer Früchte beraubt, die Winter- und Schotenfrüchte waren völlig zerstört, fast jeder Grashalmen war zahllos zerknickt, und von den Sommerfrüchten, Kartoffeln und Kraut war an vielen Orten kaum noch die Spur zu erkennen, wo sie gestanden. Das Wasser, das nach Aussage der ältesten Menschen, zu einer noch nie gesehenen Höhe gestiegen, hatte die Verwüstung vollendet, und den auf viele Jahre bleibenden Schaden noch vergrößert. Es hatte die Wiesengründe in offene Seen mit tobenden Wellen verwandelt, durch tiefe Gräben und Löcher die Aecker zerstört, hatte theilweise den Berg-Aeckern die gutr Erde weggeschwemmt und die Wiesen mit Schlamm und Steinen bedeckt. Nur der Schaden an den Feldfrüchten, wurde vorläufig an 200,000 Fl. angeschlagen.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   04.05.2014
Beleg Georg Wilhelm Justin Wagner: Hessisches Volksbuch oder Merkwürdigkeiten aus dem Vaterlande. Darmstadt 1834, S. 113ff.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2923
Schlagworte Unwetter; Gewitter
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 2.7.1772
Quellenzeitangabe
Originaltext Am 2. Juli ging ein großes Unwetter über Herbstein nieder, so daß überall, wo das Gewitter hergekommen, alles Getreide und sogar die Bäume und Fenster an den Gebäuden zerschlagen wurden, „wodurch dann Sr. Hochfürstlichen Gnaden, der Landesvater aus väterlicher Clementz bewogen worden, damit die Äcker wieder besamet werden konnten, 113 Malter Korn, die Mas zu einem Gulden, aus den Gerichten Hosenfeld, Neuhof und Uertzel anfahren zu lassen.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   04.06.2009
Beleg O. A.: 700 Jahre Stadtrecht Herbstein. Lauterbach 1962, S. 37.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2924
Schlagworte Schneesturm
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 19.1.1839
Quellenzeitangabe
Originaltext Der 19. Januar 1839 in der Geschichte der Stadt Herbstein

Kommt man auf der Bundesstraße 275 von Lauterbach in die Nähe von Herbstein, so sieht man links der Straße gegenüber einem Bauernhof, der ehemaligen Ziegelei, vor dem sogenannten Eichholzwasser auf einer Wiese nahe einem Weg einen Gedenkstein stehen. Man entziffert:

Achtzehnhundert neun und dreißig ging Samuel Ruhl sehr früh und fleißig um Garn zu kaufen aus, kam aber nicht nach Haus.

Auf seinem Weg nach Hause, wo Sturm und Schnee sehr brauste,
muß’t er nach langem Streben dem Sturm sein Garn hingeben.
Er kämpft im Schneesturm weiter fort bis hier an seinen letzten Ort.
Hier kurz vor seiner Vaterstadt, wo Sturm und Schnee gewütet hat;
ermüth´ ermatt an allen Gliedern sank er hier zur Erde nieder
und haucht sein Geist hier aus. Ach Gott, das ist ein Graus“.

Auf der Rückseite liest man weiter:

Als zweiundzwanzig ein halb Jahr mußt sein Geist zum Schöpfer fahren.
Ach, ihr Menschen all, bedauert diesen Fall.
Vom Schneesturm hergetrieben, ist er hier totgeblieben.
Ihr Jüngling und Jungfrauen, tut diesen Stein beschauen.
Er mußt sein junges Leben an diesem Orte aufgeben.
Ach, möchten doch nun alle, die an den Stein hier wallen,
für seine armen Seelen ein kurz Gebet erwählen.
Mutter und Geschwister, gute Nacht, ich will sehen, was mein Jesus macht“.

Bei Aufräumarbeiten auf dem Speicher eines Hauses in der Lindenstraße im Jahre 1965 wurde zu diesem Tage und traurigen Falle folgende Aufzeichnung des Leinenwarenhändlers Heinrich Leinberger aus dem Jahre 1839 gefunden:

„Samstag den 19. Januar reiste Mades Greb nach Lauterbach, er war ein Schneider, sein Handwerk, war 63 ½ Jahr. Es erhob sich ein „Schnöstorm“ dergleichen noch nicht gewesen ist seit Menschengetechnis. Mates Greb und Bonaventur Schneider, beide kamen next an die Herbsteiner „krenz“. Der Schnöstorm machte den Mates Greb fertig, sie brachten ihn nach „riecksfeld“, er lebte noch eine Stunde und starb in riecksfeld 1839.
Samstag den 19. Januar 1839 reisten beite nach Hosenfelt Wilhelm Schneider und Samuel Ruhl um garn zu kaufen, des abends gegen 4 Uhr kamen beite next an die Herbsteiner grenz an der felsbach hat der schnöstorm beide an keiler berg (Zwei Flurnamen) getrieben. Da lag ihr garn. Wilhelm Schneider nicht weit davon, war 38 Jahre 6 Monate. Samuel Ruhl lag etwas weiter davon, war 22 ½ Jahr 1839.
Die letzten beiden waren Leinenweber. Der Schnöstorm hat mehr als 30-40 Menschen um das Leben gebracht“.

Nach diesen Aufzeichnungen eines Herbsteiner Zeitgenossen haben also am 19. Januar 1839 drei Bürger der Stadt den Schneetod gefunden, nachdem sie – sozusagen vor den Toren ihrer Vaterstadt – von einem Sturm überrascht worden waren. Nach diesem traurigen Ereignis wurde zwischen der Stadt Herbstein und der katholischen Kirchengemeinde vereinbart, daß von November bis März allabendlich mit der sogenannten 8 Uhr Glocke am 20 Uhr geläutet wurde (Schneeläuten), damit Verirrte, des Weges unkundige dem Schalle nachgehen könnten. Dieser Brauch bestand bis 1939, da er abgeschafft wurde. Übrigens ist die Stelle, wo Schneider und Ruhl 1839 die Orientierung verloren, nicht weit von dort entfernt, wo am 1. Dezember 1965 ein Triebwagen zwischen Herbstein und Rixfeld im Schnee stecken blieb bzw. aus dem Geleise sprang.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   04.06.2009
Beleg Hermann Narz: Beiträge zur Geschichte der Stadt Herbstein. Lauterbacher Sammlungen, Heft 45. Lauterbach 1966, S. 63f.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2925
Schlagworte Gewitter; Blitzschlag
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 26.6.1841
Quellenzeitangabe
Originaltext Am 26. Juni wurde das Haus des Jakob Hautzenröder und des Christoph Vetten nächst dem alten Friedhof (Am Schlag) durch Blitzschlag angezündet.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   04.06.2009
Beleg Hermann Josef Narz: Herbstein in alten Aufnahmen. Texte und Bilder zur Geschichte der Stadt Herbstein. Lauterbach 1985, ohne Seitenangaben.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 2926
Schlagworte Gewitter; Blitzschlag
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 8.9.1889
Quellenzeitangabe
Originaltext Am 8. September wurde die alte Sparkasse Am Graben durch Blitzschlag zerstört.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   04.06.2009
Beleg Hermann Josef Narz: Herbstein in alten Aufnahmen. Texte und Bilder zur Geschichte der Stadt Herbstein. Lauterbach 1985, ohne Seitenangaben.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 3210
Schlagworte Schneesturm; Personenopfer; Gedenkstein; Schneeglocke
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 1839
Quellenzeitangabe Winter
Originaltext „Bei Herbstein steht in den Wiesen gegenüber der Einfahrt zum Thermalbad der Samuel-Ruhlstein, ein Denkmal, das an den frühen Tod des erst 22-jährigen Samuel Ruhl erinnert, der in einem Schneesturm im Winter 1839 von Lauterbach kommend kurz vor seinem Heimatort zu Tode kam. Der tragische Unfalltod rührte die Bürger der kleinen Stadt so sehr, dass in den Jahren zwischen 1839 und 1923 in den Abendstunden die so genannte „Schneeglocke“ läutete, um den Verirrten den Weg nach Hause zu weisen.“
„Die Inschrift am Stein (der im Rahmen des Ausbaus der B 275 von seinem ursprünglichen Ort versetzt werden mußte) lautet: Achtzehnhundert neun und dreißig ging Samuel Ruhl sehr früh und froh um Garn zu kaufen aus, und kam nicht nach Haus. Auf seinem Weg nach Hause, wo Sturm und Schnee sehr brauste, musst er nach langem Streben dem Sturm sein Garn hingeben. Er kämpft im Schneesturm weiter fort bis hier an seinen letzten Ort. Hier kurz vor seiner Vaterstadt, wo Sturm und Schnee gewütet hat, ermüth ermatt an allen Gliedern sank er hier zur Erde nieder und haucht sein Geist hier aus. Ach Gott, das ist ein Graus.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Anton Ruhl: Der Ruhlstein bei Herbstein, in: Buchenblätter, Beilage der Fuldaer Zeitung für Heimatfreunde 82 (2009), Nr. 13, S. 52.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3479
Schlagworte Schneesturm; Todesopfer
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 19.1.1839
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 19. Januar 1839 kam Samuel Ruhl in einem heftigen Schneesturm, nur 12 Minuten von der Stadt entfernt, um. Die Inschrift des Gedenksteines nahe der Bundesstraße 275, auf dem Wege nach Lauterbach, lautet:

„Achtzehnhundert neun und dreißig ging Samuel Ruhl sehr früh und fleißig
um Garn zu kaufen aus, kam aber nicht nach Haus.
Auf seinem Weg nach Hause, wo Sturm und Schnee sehr brauste,
mußt’ er nach langem Streben dem Sturm sein Garn hingeben.
Er kämpft im Schneesturm weiter fort bis hier an seinen letzten Ort.
Hier kurz vor seiner Vaterstadt, wo Sturm und Schnee gewütet hat;
ermüth’ ermatt an allen Gliedern sank er hier zur Erde nieder
und haucht sein Geist hier aus. Ach Gott, das ist ein Graus.“

Auf der Rückseite lesen wir weiter:

„Alt zweiundzwanzig ein halb Jahr mußt sein Geist zum Schöpfer fahren.
Ach, ihr Menschen all, bedauert diesen Fall.
Vom Schneesturm hergetrieben, ist er hier totgeblieben.
Ihr Jüngling und Jungfrauen, tut diesen Stein beschauen.
Er mußt sein junges Leben an diesem Ort aufgeben.
Ach, möchten doch nun alle, die an den Stein hier wallen,
für seine armen Seelen ein kurz Gebet erwählen.
Mutter und Geschwister, gute Nacht, ich will sehen, was mein Jesus macht.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg H. Narz: Unglücksfälle und Freveltaten, in: Bald u. a.: 700 Jahre Stadtrecht Herbstein – Geschichte und Entwicklung einer Stadt, Lauterbach/Hessen 1962, S. 124–125.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3484
Schlagworte Schneeläuten
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 11.11.1839
Quellenzeitangabe
Originaltext „Das Schneeläuten: Als Samuel Ruhl im Jahre 1839 im Schneesturm umkam, wurde allabendlich in der Zeit vom 11.November bis zum 19. März abends um 8 Uhr geläutet. Damit sollte verirrten Wanderern ein Zeichen der Stadtnähe gegeben werden. Nach genau 100 Jahren wurde mit Beginn des zweiten Weltkrieges im Jahre 1839 das Schneeläuten eingestellt.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Margarete Krauter und Johannes Talkberger: Herbsteiner Bräuche, in: Bald u. a.: 700 Jahre Stadtrecht Herbstein – Geschichte und Entwicklung einer Stadt, Lauterbach/Hessen 1962, S.106–113, hier S. 113.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3485
Schlagworte Sommer, verregneter
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 6.1882 - 9.1882
Quellenzeitangabe
Originaltext „Zum nassen Jahr 1882 schreibt der Chronist: „Heute verstarb nach dreimonatigem schweren Leiden, mein mißratener Sohn, der Sommer 1882, an einer permanenten Wassersucht. Es war mir nicht beschieden eine Freude an ihm zu haben. Die Flüche Tausender folgten nach und nur die Regenschirmfabrikanten segnen sein Andenken. Um stilles Beileid bittet das Jahr 1882.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg H. Narz: Herbstein unter hessischer Verwaltung, in: Bald u. a.: 700 Jahre Stadtrecht Herbstein – Geschichte und Entwicklung einer Stadt, Lauterbach/Hessen 1962, S. 48–57.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3487
Schlagworte Getreideausfuhrverbot; Missernte beim Flachs
Ortsangaben Fulda, Hochstift; Ürzel; Neuhof; Herbstein; Fürsteneck; Mackenzell; Geisa
Zeitangabe 1795
Quellenzeitangabe
Originaltext 1795 war ein Getreideausfuhrverbot erteilt worden (Quelle: Cab., Rescr. Clem., Dekret vom 23. Febr. 1795; vgl. auch Dekret vom 4. März 1795; P.S.A. LXVIII,22), das unmittelbar folgende Wirkungen zeigte: „Mit eben diesem Zeitpunkt (i.e. 1795) begannen darum auch die Klagen, zuerst vereinzelt, dann aber immer stärker werdend. Die Untertanen des Amtes Ürzel baten, ihr überschüssiges Getreide ins Ausland, ins Hanauische, Isenburgische und Mainzische bringen zu dürfen, da sie sonst keine Verkaufsmöglichkeiten besässen. Die Fahrt nach Fulda dauere drei Tage und die Fuldaer Bäcker hätten sich noch nie blicken lassen. Sie fügten die ernsten Worte bei, sie könnten bei Verneinung ihrer Bitte die Abgaben nicht weiter entrichten, zumal die Flachsernte seit zwei Jahren nicht mehr gediehen sei. Trotzdem lautete der Entscheid von Fulda negativ (Quelle: W. Reg. 311; vgl. noch W. Reg. 276). Ähnlichen Bittschriften widerfuhr das gleiche Schicksal. Darum setzte vielerorts ein reger Schmuggel ein, der vor allem in den Ämtern Ürzel, Neuhof, Herbstein, Fürsteneck, Mackenzell und Geisa blühte.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg P. Nicephorus Enneking OFM: Das Hochstift Fulda unter seinem letzten Fürstbischof Adalbert III. von Harstall. Quellen und Abhandlungen zur Geschichte der Abtei und Diözese Fulda. Im Auftrag des Historischen Vereins der Diözese Fulda, hg.v. Gregor Richter, Dr. der Theologie und Philosophie, Domkapitular, Prof. an der phil.-theol. Lehranstalt zu Fulda, Fulda, 1935, S. 127f.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3489
Schlagworte Unwetter; Gewitter; Feldschäden; Gebäudeschäden; Baumschäden; Hilfsmaßnahmen
Ortsangaben Herbstein; Hosfeld; Neuhof; Uertzel
Zeitangabe 2.7.1772
Quellenzeitangabe
Originaltext „1772. Am 2. Juli ging ein großes Unwetter über Herbstein nieder, so daß überall, wo das Gewitter hergekommen, alles Getreide und sogar die Bäume und Fenster an den Gebäuden zerschlagen wurden, „wodurch dann Sr. Hochfürstlichen Gnaden, der Landesvater aus väterlicher Clementz bewogen worden, damit die Äcker wieder besamet werden konnten, 113 Malte Korn, die Mas zu einem Gulden, aus den Gerichten Hosfeld, Neuhof und Uertzel anfahren zu lassen.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg H. Narz: Herbstein unter der Reichsabtei Fulda., in: Bald u. a.: 700 Jahre Stadtrecht Herbstein – Geschichte und Entwicklung einer Stadt, Lauterbach/Hessen 1962, S. 16–47, hier S. 37.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4084
Schlagworte Blitzschlag
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 22.9.1810
Quellenzeitangabe
Originaltext „Am 22. September 1810 wurde ein Sohn des Christoph Kaiser vom Blitz erschlagen und an dem Platz, wo es geschah, ein Denkstein gesetzt (Karlsspitz).“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   04.05.2014
Beleg H. Narz: Unglücksfälle und Freveltaten, in: 700 Jahre Stadtrecht Herbstein, Geschichte und Entwicklung einer Stadt, Lauterbach/Hessen 1962, S. 124-125, hier S. 124.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4416
Schlagworte Kältewelle; Bäume, erfrorene
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 11.11.1684 - 6.4.1685
Quellenzeitangabe
Originaltext „1684: War ein so kalter Winter, daß in allen umliegenden Orten großer Mangel an Mehrl war. Die Kälte dauerte von Martini bis 14 Tage vor Ostern. Viele Obst= und andere Bäume sind erfroren. Viele Menschen und Vieh haben großen Mangel gelitten. Am Sonntag vor Andre war ein groß Donnerwetter, daß die Heyßen gezittert.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   10.05.2017
Beleg Hans Reiter: Geschichtliches aus Herbstein. Unveröffentlichte Quellensammlung zur Herbsteiner Geschichte. Getipptes Manuskript, Blatt 15, Rückseite.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4417
Schlagworte Hitzewelle; Trockenheit; Missernte Sommerfrucht; Missernte Erbsen; Preise; Weinjahr, gutes
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 30.4.1685 - 29.9.1685
Quellenzeitangabe
Originaltext „1685. War ein so großer Sonnenschein von Walpurgis bis Michaelis, daß die Sommerfrucht und Erbsen gänzlich verdorben und alles Gartengewegs. Es hat gekostet:
1 Maß Korn 1 ½ Taler, 1 Maß Weizen 1 ½ Taler
1 Maß Gersten 20 Albus, 1 Maß Erbsen 1 Gulden
1 Maß Haber 10 Albus, 1 Zentner Heu 3 Kopfstück
Aber ein Wein ist gewachsen, daß in vielen Jahren nicht gewesen. Bürgermeister waren Heinrich Scheubelhut, Johannes Bullar, Statschreiber Johannes Zimmermann.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   10.05.2017
Beleg Hans Reiter: Geschichtliches aus Herbstein. Unveröffentlichte Quellensammlung zur Herbsteiner Geschichte. Getipptes Manuskript.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4418
Schlagworte Sommerhitze; Temperatur
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 20.7.1881
Quellenzeitangabe
Originaltext „1881. Vom 20. Juli meldet die Kirchenchronik eine Temperatur von 27 Grad Reaumur im Schatten, das sind 33,75 Grad Celsius.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   10.05.2017
Beleg Hans Reiter: Geschichtliches aus Herbstein. Unveröffentlichte Quellensammlung zur Herbsteiner Geschichte. Getipptes Manuskript, Blatt 25, Rückseite.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4428
Schlagworte Sammlung für Wettergeschädigte des Kreises Grünberg
Ortsangaben Grünberg; Herbstein
Zeitangabe 1840
Quellenzeitangabe
Originaltext Sa., den 25.1.1840: „An der Sammlung der Kreisgemeinden für die Wettergeschädigten des Kreises Grünberg beteiligte sich die Gemeinde Herbstein mit 34 fl. 23 ½ kr. Der Gesamtbetrag: 416 fl. 6 ¾ kr.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   01.12.2017
Beleg Lauterbacher Wochenblatt zur Belehrung, Erheiterung und Benachrichtigung für den Städter und Landmann, 7. Jahrgang, 1840
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4434
Schlagworte Sommerhitze; Trockenheit, langanhaltende; Heuernte, schlechte; Schulferien, Verlängerung
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 8.1781
Quellenzeitangabe
Originaltext „[17. August] 1781. In diesem Sommer waren die Wiesen durchgehends rot gebrannt, die Heuernte war sehr schlecht und Grummet überhaupt nicht zu erwarten. Die Fürstliche Schulkommission wurde deshalb gebeten, die Schulferien von nur 20 Tagen zu verlängern, da die Kinder unbedingt zum Ausfahren vonnöten seien. Die Ferien hätten übrigens auch zur unrechten Zeit begonnen, da man von der Kanzel herab sie bestimmt habe und niemand zu Rat gezogen worden wäre.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   01.12.2017
Beleg Im Nachlass des Anfang der 1950er-Jahre zur Herbsteiner Heimatgeschichte forschenden Herbsteiner Lehrers Hans Reiter, der in Plastikhüllen verwahrt wird, findet sich in der 40. Hülle ein Text „Unsere Stadt im 18. Jahrhundert“.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4435
Schlagworte Witterung, ungünstige
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 26.3.1853
Quellenzeitangabe
Originaltext Mittwoch, den 16.3.1853: „Ankündigung einer Holzversteigerung am 30.3. d. J. im Gemeindewald der Gemeinde Herbstein, Distrikt Struth. Es sollen 100 Kiefer-Stämme von 70.80 Fuß Länge und 10-20 Zoll Durchmesser versteigert werden. Bürgermeister J.A. Kübel“. Samstag, den 26.3.1853: „Die Holzversteigerung soll wegen ungünstiger Witterung auf den 6.4.1853 verschoben werden.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   01.12.2017
Beleg Lauterbacher Anzeiger
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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