Datensätze

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Eintrag 2450
Schlagworte Mondschein; Himmel, klarer; Kälte
Ortsangaben Kassel; Eschwege
Zeitangabe 18.12.1655 - 19.12.1655
Quellenzeitangabe
Originaltext Nach dem Tode des Landgrafen Friedrich, Sohn des Landgrafen Moritz des Gelehrten, im Herbst 1655 im Rahmen des schwedischen Einfalls in Polen war es zwischen seiner Witwe Eleonora Catharina und seinen Brüdern Hermann und Ernst zu Auseinandersetzungen um die Nachlass- und die Unterhaltsregelungen gekommen. Die Witwe ließ sich dabei auch von schwedischer Seite beraten. Am 18. November schrieb Landgraf Hermann in Rotenburg an seinen Bruder Landgraf Ernst in Rheinfels, die kurz zuvor gemeinsam bei ihrer Schwägerin gewesen waren und gemeint hatten, Übereinkommen mit ihr erzielt zu haben, einen Brief. Darin beklagte er sich über neue Einwände seiner Schwägerin, worüber er sich ärgere und ihr eine entsprechende Antwort zukommen lassen wollte. Bevor er besagten Brief fertigstellen konnte, erschien ein Amtmann aus Eschwege und berichtete ihm vertraulich davon, daß dort am Vorabend ein Gesandter des Königs von Schweden erschienen sei. Landgraf Hermann saß in diesen Tagen ohne Hofstaat da, weil alle maßgeblichen Leute auswärts waren, und die Hälfte des Tafelsilbers war in Reparatur. Er wollte sich die Blamage ersparen, von dem Gesandten kurzerhand ebenfalls besucht zu werden und ihn nicht protokollgerecht empfangen zu können. Er kam dem durch eine Reise nach Eschwege zuvor. Deswegen brach er "... nachts um drei Uhr noch bei Mondschein auf, um unvermutet und unter dem Vorwand, mit Eleonora Catharina über ihr unfreundliches Schreiben, das ihn nicht habe schlafen lassen, reden zu müssen, morgens um 10.00 Uhr in Eschwege aufzutauchen. Die Überraschung gelang. [Später] ... gelang es ihm, mit dem schwedischen Gesandten ins Gespräch zu kommen und ihn in dem ihm in Eile zugewiesenen, noch unbeheizten Gemach zu einer ersten Audienz zu empfangen. "
In der Nacht vom 18./19. Dezember 1655 schien der Mond , so daß der Himmel klar war, was die Nachtreise wohl erleichterte. Aber in solch klaren Dezembernächten kühlt es nachts entsprechend ab. Im Eschweger Schloß wurden nur die Räume beheizt, die gerade im Gebrauch waren. Da Landgraf Hermann morgens früh ohne Ankündigung erschien, hatte man einen passenden Raum für ihn noch nicht vor- oder anheizen können, so daß die Audienz äußerlich kühl ablief, was aber dem Erfolg dieser Verhandlungen keinen Abbruch tat.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   21.01.2008
Beleg Uta Löwenstein: Ein Drittel vom Viertel - Hessen-Eschwege in der Quart, in: ZHG Band 94 (1989), S. 101-123, hier S. 116.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 2532
Schlagworte Himmel, klarer; Sonnenschein
Ortsangaben Kreuzberg; Oberbach; Oberriedenberg; Niederriedenberg; Römershag; Brückenau
Zeitangabe 17.7.1856
Quellenzeitangabe
Originaltext „Als wir heute Morgen aufstanden, war es bei völlig klarem Himmel sehr kalt, wie etwa bei uns an einem schönen Januartage. Kein Wunder, denn das Kloster liegt gerade an der Nordwestseite des Berges.“ Von der Kuppe des Berges konnte man zwar weit ins Fränkische sehen, aber wegen der Frühe der Zeit keine Einzelheiten erkennen „... und zogen uns dann fast zitternd vor Kälte in das warme Kloster zurück.“
Die Wanderung ging über Oberbach, Ober- und Niederriedenberg, Römershag nach Brückenau, wo aktuell König Max von Bayern samt Gemahlin weilte. Gegen 18 Uhr fand ein kleines Fest anläßlich des Geburtstages der Königin statt, an dem die Wanderer mit der übrigen Öffentlichkeit als Zuschauer teilnahmen, wobei eine uralte Eiche in der Nähe des Bades am Waldende Richtung Eckards ihr zu Ehren eingeweiht wurde. „Unterdeßen sank der Sonnenball immer tiefer in das Sinnthal hinab, welches sich gerade zu unsern Füßen ausbreitete. Die Musik spielte die schönsten Weisen und nur ungern trennten wir uns von der heiteren Sonne“ und kehrten ins Gasthaus im Bad zurück. Bei Tisch erhielten sie nähere Auskünfte über das Kloster auf dem Kreuzberg, so auch über die Mühsal des Almosensammelns, da das Kloster einem Bettelorden angehörte. „Dieses Geschäft ist dann im Winter, wo der Schnee oft 20 Fuß hoch liegt, sodaß ihn die Mönche aus dem zweiten Stockwerk mit Händen greifen können, sowie bei Stürmen und Schneewehen, wo oft nicht nur der Weg, sondern auch die Markzeichen gänzlich unerkennbar sind, sehr gefährlich.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   03.08.2008
Beleg Reinhard Heinrich Martin Bezzenberger: Reise nach Fulda und über die Rhön 1856, herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Günther E. Th. Bezzenberger, in: ZHG 100 (1995), S. 185-211, hier S. 201-204.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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