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Eintrag 394
Schlagworte Witterung; Frost; Hungersnot
Ortsangaben Rhein
Zeitangabe 1709
Quellenzeitangabe Winter
Originaltext "Einer der strengsten Winter war der des Jahres 1709, sogar die Bäder zu Aachen froren zu. 'Von dieser erschrecklichen Kälte war der Rhein oben und unten bis Düsseldorf zugefroren ausgenommen von Königswinter bis Coblenz, allwo er offen geblieben. Und tummelten sich die französischen Parteien (es war zur Zeit des spanischen Erbfolgekrieges) auf selbigen brav herum, indem sie hin und her streiften, wodurch sie den Bauern eine harte Arbeit über den Hals gezogen; denn diese mußten den ganzen Rhein bis an Bingen in der Mitte aufhauen, daß jene nicht so frei hin und wieder kommen sollten. – Dergleichen seynd aller Arten alle Nußbäume, Äpfelbäume, Kirschbäume, Birnbäume ganz und zumalen erkaltet, in den Thälern und Gründen auch viele Buchen und Eichenbüsch.’ Die Hungersnot war so groß, daß zur selben Zeit viele Leute aus dem Erzstift Trier durch englische Werber sich zur Auswanderung nach Amerika bewegen ließen.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   01.11.2004
Beleg Flach: Rhein, S. 19.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 486
Schlagworte Witterung; strenger Winter; Hungersnot
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 1709
Quellenzeitangabe Winter
Originaltext "Während des äußerst strengen Winters dieses Jahres war die Not der Armen außerordentlich groß. Ganze Haufen bettelten vor den Thüren, besonders elternlose Kinder. Landgraf Karl war eifrig bemüht, den herrschenden Notstand zu mildern. Neben Bestimmung anderer hersfeldischer Stiftsrevenüen zu milden Zwecken befahl er die Verwendung von jährlich 52 Vrtl. Korn an die Hausarmen des Fürstentums, durch Verbackung zu Brot, welches in Laiben zu 4 Pfund, wöchentlich, jedesmal am Freitag, in der Stiftskirche durch den Kirchner zur Verteilung kam."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   03.11.2004
Beleg Louis Demme: Nachrichten und Urkunden zur Chronik von Hersfeld, Bd. 2, Hersfeld 1893, S. 102.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1182
Schlagworte Mißernte; Hungersnot
Ortsangaben Rotenburg
Zeitangabe 1771
Quellenzeitangabe
Originaltext "In den Jahren 1771 und 1772 herrscht Hungersnot durch Mißernten.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   25.08.2005
Beleg Chronik der Stadt Rotenburg an der Fulda von 1700 bis 1972, bearbeitet von Hans-Günter Kittelmann, Kassel 1998 (Hessische Forschungen zur geschichtlichen Landes- und Volkskunde; Bd. 30), S. 26.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1183
Schlagworte Mißernte; Hungersnot
Ortsangaben Rotenburg
Zeitangabe 1772
Quellenzeitangabe
Originaltext "In den Jahren 1771 und 1772 herrscht Hungersnot durch Mißernten.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   25.08.2005
Beleg Chronik der Stadt Rotenburg an der Fulda von 1700 bis 1972, bearbeitet von Hans-Günter Kittelmann, Kassel 1998 (Hessische Forschungen zur geschichtlichen Landes- und Volkskunde; Bd. 30), S. 26.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1187
Schlagworte Witterung, kalte und nasse; Mißernte; Hungersnot
Ortsangaben Rotenburg
Zeitangabe 1816
Quellenzeitangabe
Originaltext „Anno 1816 war ein kaltes und nasses Jahr, Mißernte brachte große Not und Hunger.“
Bemerkungen Chronik des Rotenburger Stadtschreibers Paul Weichgreber
Bearbeitungsstand   25.08.2005
Beleg Chronik der Stadt Rotenburg an der Fulda von 1700 bis 1972, bearbeitet von Hans-Günter Kittelmann, Kassel 1998 (Hessische Forschungen zur geschichtlichen Landes- und Volkskunde; Bd. 30), S. 38.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1197
Schlagworte Missernte; Teuerung; Hungersnot
Ortsangaben Reichensachsen
Zeitangabe 1846 - 1849
Quellenzeitangabe
Originaltext "Das Jahr 1846 erbrachte eine große Missernte, die eine große Teuerung und Hungersnot zur Folge hatte, die sich über die Jahre 1847, 1848 und 1849 erstreckte. Infolge großer Hungersnot hatte der Kampf um das tägliche Brot unvorstellbare Ausmaße angenommen. So wurde z. B. ein Stück Ackerland gegen eine Metze Hotzeln, etwa 7 kg gedörrtes Obst, getauscht."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   01.09.2005
Beleg Reichensachsen. Ein Heimatbuch, hrsg. zur 750-Jahr-Feier 1253-2003, Reichensachsen 2003, S. 563.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1301
Schlagworte Winteranfang; Winter, extrem harter; Frost; Schnee; Hungersnot; Winterende
Ortsangaben Frankenberg
Zeitangabe 18.11.1476 - 6.4.1477
Quellenzeitangabe Winter
Originaltext "Der schlimmste Winter ..., den die Stadt Frankenberg in ihrer Geschichte je erlebte, war der Winter 1476/77 ... Im Sommer 1476 hatte eine Brandkatastrophe die Stadt heimgesucht ... Nur wenige Gebäude, wie die Liebfrauenkirche, das Steinhaus und einige Scheunen waren von der 'reichen Bürgerstadt' übriggeblieben. Ganze Familien zogen in die Nachbarorte oder 'in die Fremde', um eine neue Existenz zu suchen. Der Chronist Wigand Gerstenberg schreibt, daß vor allem 'das junge ledige Volk von Bürgersöhnen und -töchtern' die Heimatstadt an der Eder verließ. Die Unerschütterlichen, die in den ausgebrannten Trümmern der Stadt blieben, waren der Winterkälte ausgeliefert. Als erstes wurden die Keller bezogen. [...] Nach Berichten des Chronisten begann der 'große Schnee' am 18. November 'eine Woche nach St. Martin'. Und dieser Schnee blieb liegen bis zu Ostern 1477, insgesamt 20 Wochen lang. Gerstenberg: 'Es fiel allzeit soviel Schnee auf den alten, wie es den Menschen ihre Lebtage noch nie zuvor widderfahren war.' Der Chronist Gerstenberg beschreibt die verzweifelte Situation der Frankenberger, die es vor Rauch und Qualm in den Kellern nicht mehr aushalten konnten. Taumelten sie ins Freie, dann wurden sie von Frost geschüttelt. Die armseligen Schuppen und Scheuern ließen sich nicht heizen. Es starben die Kühe und Schweine und alles andere Viehzeug, '... das im Herbst unter kein Dach gekommen war.' Es drohte eine große Hungersnot. Doch es kam Hilfe von außen: 'Diesen Brand, Jammer, Schaden und Betrübnis hatten die von Trysa erfahren, und ließen viele Brote backen und sammelten auch viel Leinwand, und schickten drei gute Wagen voll Brot und Kleider gen Frankenberg, den armen Leuten und nackten Kindern zur Hilfe und zum Troste', berichtet Gerstenberg."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.09.2005
Beleg Im Jahre 1476/77. 20 Wochen Schnee, Frost und viel Not. Der härteste Winter, den die Stadt Frankenberg je erlebt hat, in: Frankenberger Zeitung Nr. 17 vom 20.1.79, S. 5.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 1421
Schlagworte Mißernte; Hungersnot; Getreideimporte; Getreideverteilung
Ortsangaben Hessen
Zeitangabe 1846
Quellenzeitangabe
Originaltext „Die heimkehrenden Stände fanden das Land in schweren Sorgen über die Folgen der total verunglückten Ernte dieses Jahres. Die Preise der Lebensmittel stiegen ins Ungeheure, und die Regierung hatte alle Hände voll zu tun, um der ausbrechenden Hungersnot nach Kräften zu steuern. Die meisten Beamten erhielten außerordentliche Zulagen, und zur Beschaffung von Brotfrucht wurde überseeisches Korn für Millionen angekauft und im Lande verteilt. Eine sog. Schwerenotskommission bereiste das Land, um den Notstand zu prüfen und geeignete Mittel zur Linderung der schlimmsten Übelstände zu finden. Der Kurprinz wurde auf Wilhelmshöhe von Hilfesuchenden direkt belagert und mußte oft in seine Schatullkasse greifen, bis die neue reiche Ernte bessere Verhältnisse schuf.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   06.10.2005
Beleg Philipp Losch: Geschichte des Kurfürstentums Hessen 1803-1866, Marburg 1922, ND 1972, S. 225.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 2140
Schlagworte Hungersnot; Teuerung
Ortsangaben Felsberg
Zeitangabe 1637
Quellenzeitangabe
Originaltext Pfarrer Catharinus in Felsberg berichtet, dass es 1636 von Februar bis Ende Juni nicht geregnet habe. Der Sommer sei einer der hitzigsten gewesen. Daher Teuerung und Hunger in 1637.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   23.05.2007
Beleg Becker: Dorfchronik von Uttershausen, unveröff. Manusk., S. 31 ff.
Bearbeiter Gudrun Töpfer
   
Eintrag 2330
Schlagworte Teuerung; Hungersnot
Ortsangaben Wommelshausen
Zeitangabe 1816 - 1817
Quellenzeitangabe
Originaltext "Eine große Theuerung, an vielen Orten Hungersnoth."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   13.08.2007
Beleg Horst W. Müller (Bearb.): Wommelshausen. 1336-1986. Ein Dorfbuch, hrsg. vom Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen e.V, Marburg, 2., überarb. und erg. Aufl. 1995, S. 67.
Bearbeiter Horst W. Müller
   
Eintrag 2381
Schlagworte Missernte; Hungersnot; Diphtherie
Ortsangaben Vaake; Veckerhagen; Kurhessen
Zeitangabe 1847
Quellenzeitangabe
Originaltext "Das Jahr 1847 muß in Vaake und Veckerhagen, darüber hinaus in ganz Kurhessen, ein durch Mißernten hervorgerufenes, schlimmes Hungerjahr gewesen sein. Pfarrer Ritter fällt lt. Schulprotokoll vom 17. Februar 1847 an den 164 Vaaker Schulkindern unter Kantor Leonhardt folgendes auf: 'An den ärmlich gekleideten, halb nackenden Kindern gewahrte ich ein deutliches Bild der Armuth der Gemeinde. Die blaßen ausgehungerten Kindergesichter verrieten ihre Noth.' Und im Protokoll vom 16. Juni steht: '17 Schüler von 80 der Unterklasse fehlten heute, die sich bettelnd umhertrieben, um nicht zu verhungern.' Heinrich Schild aus Vaake wußte aufgrund mündlicher Überlieferung seines Großvaters zu berichten, die Leute seien für eine halbe Metze Mehl (ca. 10 Pfd.) bis Kassel gelaufen. Im Winter drauf starben allein in Vaake 16 Kinder an Diphtherie."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   10.01.2008
Beleg Friedhelm Berthold: Die Entwicklung des Schulwesens unter besonderer Berücksichtigung der Schulgeschichte Niederhessens und der Orte Vaake und Veckerhagen, in: ZHG 99 (1994), S. 151-162, hier S. 159.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 2458
Schlagworte Hochwasser; Überschwemmungen; Kometen; Missernte; Hungersnot
Ortsangaben Kassel; Eschwege; Fulda, Fluss; Werra, Fluss
Zeitangabe 1315
Quellenzeitangabe
Originaltext „Die alten Chronisten wissen uns nicht genug die ungeheuern Wasserfluthen, die in diesem Jahre stattgefunden und den dadurch herbeigeführten Schaden verursacht haben, zu schildern, und schreiben dieselben den damals gleichzeitig erschienenen beiden Kometen zu. Hierauf entstand eine dreijährige furchtbare Hungersnoth, in welcher die Menschen durch den Genuß der ekelhaftesten Dinge sich das Leben zu erhalten suchten, dennoch aber viele Hungers starben. Namentlich war damals die Stadt Eschwege in bedeutender Wassernoth.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   18.02.2008
Beleg Die Ueberschwemmungen in früheren Zeiten zu Cassel, in: Casseler Tagespost, Nr. 1093 vom 12. April 1865, S. 1-3, hier S. 1.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 2518
Schlagworte Kälte, extreme; 10 Grad Kälte; Hungersnot; Selbstmord; Kindstötung
Ortsangaben Marburg; Schmalkalden; Schlüchtern; Fulda; Hünfeld
Zeitangabe 12.1846 - 3.1847
Quellenzeitangabe Winter 1846/47
Originaltext „Im Teuerungsjahr wie dem Winter 1846/47 erreichte ‚die Not eine Höhe, die in den Schilderungen der irischen Armut Epoche machen würde. In Marburg wurden in diesem Winter zweimal bei 10 Grad Kälte Kinder auf der Straße geboren. In Schmalkalden, Schlüchtern, Fulda und Hühnfeld (sic!) schlug man die Zahl der völlig verarmten auf ein Drittel der gesamten Bevölkerung an.‘ Amerikaauswanderungswellen von nie gekanntem Ausmaß setzten in den 40er Jahren ein. Derart in Existenznöte geworfen, konnte es vorkommen, daß Mütter und Väter ihre Kinder lieber im Himmel sahen als am Hungertuch.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   20.07.2008
Beleg Marita Metz-Becker: „Nahrungssorgen scheinen das Motiv der That zu seyn …“. Männliche und weibliche Kriminalität in Kurhessen im 19. Jahrhundert, in: ZHG 102 (1997), S. 155-162, hier S. 159.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 2526
Schlagworte Kornmangel; Hungersnot; Kirmesverbot; Einschränkung des Branntweinbrennens
Ortsangaben Hessen; Hersfeld; Rotenburg; Johannesberg; Petersberg; Obergeis
Zeitangabe 1770 - 1771
Quellenzeitangabe
Originaltext Am 29.9.1770 war durch eine Landesverordnung für den Rest des Jahres das Abhalten von Kirchmessen verboten worden. „Das Kirmesverbot vom 29. September und der Rückgang der Musikveranstaltungen insgesamt signalisieren eine schwere Ernährungskrise, die nach guten Jahren des Wiederaufbaus und der Erholung über das Land hereinbrach und mehrere Jahre anhielt. Missernten führten zu einer Steigerung der Getreidepreise auf das Dreifache und schwerer Hungersnot. 1771 wurde wegen Kornmangels das Branntweinbrennen eingeschränkt. "
Wie die Auswertung von Steuerakten durch Ubbo Mozer belegt, ging die Zahl der Tanzveranstaltungen im Gericht Johannesberg und im Amt Rotenburg deutlich zurück. „Die schwere Krise hat sich also auch im Tanzmusikaufkommen deutlich niedergeschlagen.“
Anmerkung: Der Autor hat unterschiedlich vollständige Steuerakten der Ämter Rotenburg, Hersfeld, Obergeis und Petersberg aus dem 18. Jahrhunderts über die öffentliche Musik durch bezahlte und damit steuerpflichtige Spielleute auf Kirmessen oder bei großen Hochzeiten ausgewertet. Dabei interessierten ihn die wirtschaftliche Lage der Musiker und die Schwankungen im Musikbetrieb, wobei er für letztere plausible Erklärungen gab. Neben Kriegszeiten, Friedensschlüssen und Landestrauerzeiten wegen Verstorbener aus dem Herrscherhaus spielten auch klimatische Einflüsse insofern eine Rolle, als Missernten kaum Finanzkraft für Musikveranstaltungen übrig ließen.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   03.08.2008
Beleg Ubbo Mozer: Dorfmusik während des 18. Jahrhunderts im Kreis Hersfeld-Rotenburg, in: Heimatkalender Hersfeld-Rotenburg 1974, S.119-143, hier S. 137.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 2915
Schlagworte Hungersnot; Teuerung; Einschränkung der Bier- zugunsten der Brotherstellung
Ortsangaben Hessen; Rotenburg
Zeitangabe 1587
Quellenzeitangabe
Originaltext „Anno 1587 drückte eine große Teuerung die Länder Franken, Thüringen und Hessen. Hier in Rotenburg kostete kurz vor der Ernte eine Metze Korn einen halben Gulden. Der bereits in der Binte (Bütte) liegende auch schon begossene Dinkel wurde wieder herausgenommen, wie auch das gedörrte Malz, und daraus Brot gebacken.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   16.04.2009
Beleg Hans-Günter Kittelmann (Hg.): Rotenburger Chronik. Band 1: Von den Anfängen bis 1700 = Das edle Kleinod an der hessischen Landeskrone von Friedrich Lucae († 1708), Kassel 1996 (Hessische Forschungen zur geschichtlichen Landes- und Volkskunde; Bd. 29), S. 107.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3193
Schlagworte Sommer, kalter; Sommer, nasser; Mißernte; Hungersnot
Ortsangaben Gelnhausen
Zeitangabe 1816
Quellenzeitangabe
Originaltext „Nach all dem Elend, das die Menschen hinter sich hatten, hofften sie nun, ihre Gebäude wieder in Ordnung zu bringen, Landwirtschaft, Handel und Gewerbe zu regeln und sich wieder einmal satt essen zu können. Und schon kam die nächste Katastrophe. Auf Grund eines außergewöhnlich kalten und nassen Sommers 1816 gab es eine vollständige Missernte. Der Hafer mußte grün geerntet werden, die Menschen hatten wieder nichts zu essen. Das Gespenst des Hungers ging durch das Land, Kartoffelbrot oder ein Gebäck von verdorbenem Korn mit Eichenmehl versetzt bildete die Nahrung der Armen. Die Teuerung wuchs in Ungeheure. Die Hanauer Regierung kaufte auswärts und errichtete Notspeicher. Zum Glück brachte das kommende Jahr 1817 wieder eine reichhaltige Ernte, sodass im Sommer dieses Jahres die schlimmste Not überwunden war. Als am 28. Juli 1817 die ersten Wagen Korn unter dem Geläute der Glocken und blumengeschmückt in feierlichem Zug in die Stadt Hanau gebracht wurden, hielt auf dem Neustädter Markt der Pfarrer Heinemann vor einer unübersehbaren Volksmenge einen Dankgottesdienst ab. "
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   01.07.2009
Beleg Knut Himstedt: 100 Jahre Stadtgeschichte – Kommunalpolitik in Gelnhausen in der Zeit von 1730 bis 1835, in: Geschichtsblätter für Stadt und Altkreis Gelnhausen 2000/01, S. 22-59, hier S. 49-50.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3204
Schlagworte Unwetter; Ernte, schlechte; Hungersnot; Todesfälle; Hungertyphus; Teuerung; Verschuldung
Ortsangaben Eichelsdorf
Zeitangabe 1849
Quellenzeitangabe
Originaltext "1849. Mitte des Jahres wieder Unwetter, sehr schlechte Ernte, großes Elend. Todesfälle durch Hungertyphus, allgemeine Verteuerung, schwere Verschuldung der bäuerlichen Betriebe."
Bemerkungen Text von Oliver Lein unter Verwendung von: 800 Jahre Eichelsdorf 1187-1987, zusammengestellt von Hans- Werner Knaus und Bruno Plitzkow auf Basis der Sammlung des Heimatforschers Wilhelm Würz.
Bearbeitungsstand   22.07.2009
Beleg http://www.nidda-eichelsdorf.de/eichelsdorf.html [22.07.2009]
Bearbeiter Dieter Wunder
   
Eintrag 3347
Schlagworte Regen; Hagelschlag; Hungersnot; Hilfeleistung durch Landgrafen
Ortsangaben Neuengronau; Sinntal; Mottgers; Sterbfritz; Marjoß
Zeitangabe 11.9.1816
Quellenzeitangabe
Originaltext „Als im Jahre 1816 nach unaufhörlichem kalten Regen am 11. September auch noch ein furchtbarer Hagelschlag niederging und eine Hungersnot im Sinntal ausbrach, gelang es dem Neuengronauer Pfarrer Buß zusammen mit seinen Amtsbrüdern aus Mottgers, Sterbfritz und Marjoß, durch ein Bittgesuch beim Kurfürsten in Kassel Maßnahmen einzuleiten, um durch Schenkung und billigen Ankauf von Getreide die bittere Not zu lindern.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   26.01.2010
Beleg Alfred Kühnert: Neuengronau, feiert 700jähiges Jubiläum, in: Bergwinkel-Bote 46 (1995), S.41–47, hier S. 43.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3460
Schlagworte Teuerung; Hungersnot; Sommer, heißer; Sommer, trockener
Ortsangaben Schlüchtern
Zeitangabe 1846 - 4.1847
Quellenzeitangabe
Originaltext „Es war am Ostersonnabend anno eintausendachthundertsiebenundvierzig; schwer lag die Teuerung auf dem Lande. In den Gebirgsdörfern herrschte Hungersnot, die der überaus trockene und heiße Sommer 1846 gebracht hatte; der Viehbestand war fast vernichtet. Trotz alledem mußte zu Ostern Kuchen gebacken werden.“ Aus einer Geschichte über eine missglückte Apfeltorte beim Osterbacken im Ofen eines ehemaligen Schlüchterner Bäckers, der nur noch zu den großen Feiertagen Kuchen buk, ansonsten aber als Landwirt arbeitete.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.02.2011
Beleg Philipp Lotz: Die Äppeldurde, in: Bergwinkel-Bote 45 (1994), S. 125–127, hier S. 125.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3527
Schlagworte Mißernte; Hungersnot; Hilfsmaßnahmen, städtische
Ortsangaben Wanfried
Zeitangabe 1724
Quellenzeitangabe
Originaltext "Das Jahr 1724 brachte für Wanfried und Umgegend eine nahezu an Hungersnot grenzende Kalamität. Die Ernte war völlig mißraten und um das Ausstellen der Felder zu ermöglichen, mußten für die ärmeren Leute auf städtische Kosten Saatfrüchte von auswärts bezogen werden."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   08.03.2011
Beleg Reinhold Strauss: Chronik der Stadt Wanfried, Wanfried 1908, S. 112.
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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