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Eintrag 3661
Schlagworte Winter, langer; Winter, kalter; Kälte, große; Schnee, tiefer; Vieh, erfrorenes; Menschen, erfrorene; Todesopfer
Ortsangaben Rhön; Stetten; Sondheim
Zeitangabe 1572 - 1573
Quellenzeitangabe Winter
Originaltext „Im Winter von 1572 auf 1573 herrschte in der südöstlichen Rhön ein langer und ein außergewöhnlich kalter Winter, in dem zahlreiche Menschen und auch viel Vieh erfroren sind. Im Sondheimer Kirchenbuch jener Jahre lesen wir darüber: „Ist sehr ein graußamer kalter winder gewest, deßgleichen bey mensch gedencken nicht geschehn, mit großen langwierigen schneh und unseglicher keltt, in welchem sehr viel leutt hin und wider erfrorn gefunden.“ In der starken Kälte dieses Winters kamen z. B. drei Einwohnen aus Stetten um, die zum Nikolausmarkt nach Neustadt gehen wollten, und eine Frau aus Oberelsbach und wurden „von schnehe zugebett“. Dadurch wurden 16 Kinder zu Waisen. Die Erfrorenen mußte man in Sondheim in einem einzigen Grab beisetzen, da wegen des großen Frostes nur ein Grab ausgehoben werden konnte.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   08.06.2012
Beleg Gottfried Rehm: Menschen in harten Rhön-Wintern, in: Buchenblätter 83 (2010), Nr. 26, 20.12.2010, S. 102.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3662
Schlagworte Winter, harter; Schneewehen; Schnee, tiefer; Frost; Menschen, erfrorene; Todesopfer
Ortsangaben Hohe Rhön; Frankenheim
Zeitangabe 1877 - 1878
Quellenzeitangabe Winter
Originaltext Ein langer und harter Winter herrschte auch 1877/78 in der hohen Rhön, unter dem besonders die Einwohner des thüringischen Rhöndorfes Frankenheim zu leiden hatten. Darüber heißt es im Januar 1878 in der Hersfelder Zeitung: „Eines der ärmsten Orte im mittleren und vielleicht im ganzen Deutschland ist das das weimarische Dorf Frankenheim auf der hohen Rhön, dasselbe, in welchem vor wenigen Jahren zahlreiche Familien vom Hungertyphus hinweggerafft worden sind. Die hohe Lage in einem unwirtlichen Gebirge, der fast ¾ Jahre andauernde Winter und der kaum nutzbar zu machenden Boden bedingen eine Existenz, von dem man sich aber schwer einen Begriff zu machen imstande ist: Fleisch ist dort ein gänzlich unbekannter Artikel, so daß Kartoffeln fast das einzige Nahrungsmittel bilden. Der diesjährige Winter hat dort nun eine außerordentliche Notlage geschaffen, indem das ganze Dorf mit seinen Lehmhütten auf längere Zeit gänzlich von Schneewehen verschüttet worden ist, so daß ein Verkehr nur durch die Schornsteine, oder besser gesagt durch die Rauchlöcher möglich gemacht werden konnte. Mehrere Personen sind bereits erfroren. Trotzdem haben die an der Scholle klebenden Bewohner alles Anerbieten der weimarischen Regierung, sich auf Staatskosten anderwärts anzusiedeln, wiederholt abgelehnt.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   08.06.2012
Beleg Gottfried Rehm: Menschen in harten Rhön-Wintern, in: Buchenblätter 83 (2010), Nr. 26, 20.12.2010, S. 102.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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