Datensätze

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Eintrag 2904
Schlagworte große Kälte; Nordostwind; kalter Frühling; Trockenheit; Regen
Ortsangaben Herborn
Zeitangabe 1729
Quellenzeitangabe
Originaltext Die Kälte dauerte fort und stieg so hoch wie 1709; auch lag viel Schnee. Der Febr. war gelind. März und April, in welchen die Nordostwinde weheten, waren rauh.
Der Nachsommer bis zum späten Herbst war sehr trocken. Es gab eine reiche Frucht- und Obsterndte. Das Jahr endigte sich gelinde und regnerisch.
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   10.04.2009
Beleg Johann Hermann Steubing: Topographie der Stadt Herborn. Marburg 1792, S. 27.
Bearbeiter Johannes Hofmeister
   
Eintrag 4541
Schlagworte Nordostwind; Sicht, klare
Ortsangaben Frankfurt; Hanau; Gelnhausen
Zeitangabe 7.1880
Quellenzeitangabe
Originaltext Bericht eines Herrn Theil über seine Ballonfahrt mit Frau Securius vom Zoologischen Garten Frankfurt im Juli 1880:
"Mein zweifelhaften Gefühle, mit denen ich unten als Neuling den Ballon bestieg, wurden sehr rasch durch das resolute kampfessichere Wesen meiner Begleiterin in sehr zuversichtliche umgewandelt und selbst in dieser Region, in welcher der Korb einige Schaukelbewegungen machte, empfand ich keine Spur von Angst oder Schwindel. Die Windströmung drehte sich, nachdem wir einige hundert Fuß weiter gestiegen waren, in eine ruhigere entgegengesetzte Richtung, wie wir es schon unten durch den kleinen Probeballon prophezeit bekommen hatten. Nun glitt der Ballon so ruhig, daß wir nicht die geringste Bewegung spürten. Wir passirten noch einmal den Zoologischen Garten, dessen Weiher von dieser Höhe aus wie eine Pfütze aussah, und befanden uns auf halbem Weg nach Offenbach in einer Höhe von 2500 Fuß. Hier war die Aussicht wo möglich noch schöner als die vorherige. Der Lauf des Mains trat hier schon in weiter gezogenen Umrissen auf und gegenüber in gleicher Höhe grüßte uns das höchste Wahrzeichen der Taunusgegend, das Feldberghaus. 20 Minuten nach 7 Uhr zeigte das Manometer den Höhenstand von 5000 Fuß und stolz ob des errungenen Sieges konnten wir nun auf das Feldberghaus hinunterblicken, sogar von recht beträchtlicher Höhe. Der Anblick, der sich jetzt bot, ist schwer zu beschreiben, ein Anblick, wie er nur Wenigen vergönnt ist, nur solchen, die sich eben einer Luftballonfahrt anvertrauen, weil man von einem Berge nie eine so nach allen Seiten gleichzeitig ungeschmälerte Aussicht genießen kann.
Wir näherten uns jetzt der Stadt Hanau. Menschen konnten wir von dieser Höhe aus nicht mehr erkennen. Der gleichzeitige Anblick der Städte Frankfurt, Offenbach und Hanau mit den übrigen Ortschaften hatte etwas ungemein Interessantes. Diese drei Städte sahen ungefähr aus wie drei in einer Entfernung von einem bis zwei Schuh daliegenden offenen Spielschachteln mit Häuschen, aus denen einige Klötzchen herausgefallen sein mußten, was die kleinen Ortschaften vorstellte. Der Ballon hatte noch nicht genug und hob sich immer noch. Bald hatten wir, es war etwas über halb 8 Uhr, unsere höchste Höhe von etwas über 7000 Fuß erreicht. Das Thermometer zeigte hier eine Temperatur von 5 Grad R. über Null. Wir passiren Hanau und trieben noch der Gegend von Gelnhausen zu, indem der Ballon nun stetig zu fallen anfing. (Auf einer Wiese kam der Ballon sammt seinen Insassen glücklich zur Erde.) (O.R.)"
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   25.03.2020
Beleg Lauterbacher Anzeiger vom Samstag, den 24.7.1880, S. 2–3
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   

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