Datensätze

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Eintrag 4227
Schlagworte Januar, milder; Frühjahr, kaltes; Maifrost; Wein, erfrorener; Getreide, erfrorenes; Obst, erfrorenes; Ernte, geringe; Missernte; Wein, sauerer; Preissteigerung; Teuerung; Hungersnot
Ortsangaben Hessen
Zeitangabe 1.1626 - 26.5.1626
Quellenzeitangabe
Originaltext "Der Januar war gelind, das Frühjahr kalt, am 20. und 26. Mai [1626; M.A.] erfror bei grimmiger Kälte der Wein, Getreide und Obst; regnerischer Sommer, trockener Herbst. Geringe Ernte, Wein wenig und sauer. Korn und Wein stiegen im Preise; allenthalben große Teuerung und Hungersnot. In Württemberg mussten sonst gutbestellte Leute betteln; Hunderte starben Hungers. Andere suchten sich durch Gras, Melden und dergleichen bis zur Ernte zu erhalten."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.10.2015
Beleg Gottfried Lammert: Geschichte der Seuchen, Hungers- und Kriegsnoth zur Zeit des Dreissigjährigen Krieges 1625–1635, Wiesbaden 1827, S. 80. (Stand: 24.10.2015)
Bearbeiter Michael Adam
   
Eintrag 4451
Schlagworte Winter, strenger; Schnee, dauerhafter; Frost, dauerhafter; Kartoffeln, erfrorene; Obst, erfrorenes; Holzmangel; Holzdiebstahl; Eisdecke, dicke; Obstbäume, abgestorbene; Wild, dezimiertes
Ortsangaben Grebendorf; Werra, Fluss
Zeitangabe 12.11.1829 - 26.2.1830
Quellenzeitangabe
Originaltext „Der Winter in den Jahren von 1829 auf 1830 wird mit Recht der kalte Winter genannt, denn er war nicht nur allein der allerlängste, sondern auch der allerstrengste dieses 19. Jahrhunderts. […] Ihm ging ein nasses Jahr voran, worauf er sich schon mit dem 12ten November des Jahres 1829 einstellte, und zwar vollkommen mit Schnee und Frost und ununterbrochen bis zum 26sten Februar des Jahres 1830 anhielt. Die Kälte, welche schon einige Mal die Grade 13 am Thermometer erreicht hatte, stand jetzt vom 29sten Januar 1830 an beständig darunter und war ferner den 1. Februar auf die noch niemals bei uns erreichte Tiefe von 16 Grad gesunken. Nun waren alle bereits angewandten, dem Eindringen der Kälte in Gebäude und Keller zu widerstehende Mittel vergebens, denn es frohr nun allenthalben Eis. Es mußte daher das Vieh in den Ställen viel leiden. Die Kartoffeln in den Kellern und das Obst auf den Kammern erfrohr in Menge. Das Holz war nicht mehr anzuschaffen. Aus allen Gegenden hörte man über dessen Mangel klagen und griff von der Noth getrieben zu verbotenen Mitteln, und es wurden ganze Wälder schädlich danieder gehauen und keiner Strafe achtend davon getragen. Zwar war nun diese ebenso gut wie ein anderer Diebstahl strafbar, allein da durch den harten Winter Holzmangel entstanden war, und diese Holzentwendung aus Noth geschah, um nicht todt zu frieren, so sah dieses auch die Landesregierung ein und erließ auf Bitten der Betheiligten aus Einsicht und Milde die Rüge des ersten Strafquartal diese Jahres von den herrschaftlichen Forsten. Endlich den 26. Februar, da seit dem Anfange dieses so harten Winters zum erstenmal Thauwetter eintrat, war dessen ein Ende.
Das Eis auf der Werra war sehr dicke geworden und sein Fortgang that allenthalben großen Schaden. Die Schafe hatten eine geraume Zeit, nehmlich vom 13ten November 1829 bis zum 30ten März 1830 auf dem Stalle gestanden. So hatte denn dieser Winter volle 14 Wochen gedauert und hatte nicht nur nachtheilige Folgen für Menschen und Thiere herbeigeführt, denn Hasen und Rebhühner sah man beinah keine mehr, sondern er hatte auch den Obstbäumen, besonders Quetschen, welche noch viele Jahre nachher trauerten und abstarben, viel Schaden gethan.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   27.12.2017
Beleg Helmut Stück und York-Egbert König (Bearb.): Martin Menthe (1802–1889). Aufzeichnungen aus Grebendorf, Grebendorf [2015], S. 41–42.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4461
Schlagworte Winter, strenger; Kartoffeln, erfrorene; Obst, erfrorenes; Kälteopfer; Flüsse, zugefrorene; Aufstauungen durch Eisdämme; Überschwemmung
Ortsangaben Grebendorf; Werra, Fluss
Zeitangabe 1.1838 - 3.1838
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Jahre 1838 war der Winter überall sehr kalt, es war ein strenger Nachahmer seines vor 9 Jahren, nehmlich von 1829 auf 1830 vorangehenden kalten Bruders, denn ob er gleich auch schon nicht so lange als jener anhielte, so stand er ihm in den letzten Wintermonaten, als Januar und Februar, an strengerer Kälte vollkommen gleich. Die Fenster waren ganze 4 Wochen lang, auch selbst am höchsten Mittage, stark mit Eis belegt. Der Thermometerstand war fast immer sehr tief. An dem Morgen des 9ten und 10ten Januars zählte man 16 Grade unter Null. Die Kälte drang jedoch, allen Vorsichtsmaßregeln trotzend, unaufhaltsam in Gebäude und Keller ein, wo Kartoffeln und Obst in Menge erfrohr. Nicht nur das Vieh in den Ställen, sondern auch die Menschen in den Häusern mußten sehr empfindlich die Wirkung der großen Kälte fühlen, ja es fanden auch mehrere den Todt durch sie. Ebenso waren dann nun auch alle Flüsse, sowohl des südlichen, als des nördlichen Europas überall mir starkem Eise zugefrohren. Und eben dies letztere machte dann auch den Flußbewohnern große Sorgen, und zwar für den diesjährigen Eisgang, durch welchen sie Eisdämme, große Überschwemmungen und großen Schaden für Felder und Örter fürchteten. Und dies geschah denn nun auch, als mit dem kommenden März mildere Südluft dem harten Winter ein Ende machte. Auch die Werra trat, durch Eisdämme veranlasst, in die Felder
ein, ging aber eher, als man es dachte und ohne großen Schaden zu hinterlassen, wieder zurück."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   27.12.2017
Beleg Helmut Stück und York-Egbert König (Bearb.): Martin Menthe (1802–1889). Aufzeichnungen aus Grebendorf, Grebendorf [2015], S. 67.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4469
Schlagworte Obst, erfrorenes
Ortsangaben Kassel
Zeitangabe 1740
Quellenzeitangabe
Originaltext "Ferner Jahr 1740 hier und weit und breit sind in diesem Jahr über die Maaßen viele Zwetschen gewachsen, aber nicht reif geworden, sondern erfroren, auch ist viel anderes Obst erfroren."
Bemerkungen Chronik der Stadt Kassel 1734–1779 von Johann Ernst Grasmeder
Bearbeitungsstand   17.04.2018
Beleg Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek, 2°MS Hass 427
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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