Datensätze

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Eintrag 1628
Schlagworte Eisdecke, zu dünne; Pferde, ertrunkene
Ortsangaben Röddenau; Eder, Fluss
Zeitangabe 1.1589
Quellenzeitangabe
Originaltext Anfang Januar 1589 ertranken mehrere Pferde der Röddenauer Dienstleute in der Eder, als sie beim Überqueren des Flusses wegen zu dünnen Eises einbrachen. Da es in der Nähe ein Brücke gab, sie aber von dem Amtmann Christoph Kemmerer zur Überquerung des zugefrorenen Flusses gezwungen wurden, richteten einige Röddenauer Untertanen eine Bittschrift an Landgraf Ludwig v. Hessen-Marburg und baten um Ersetzung des entstandenen Schadens. Woraufhin der Landgraf den Beamten (Rentmeister, Schultheißen und Landsknecht) zu Wolkersdorf mitteilen ließ:
"Ludwig von Gottes Gnaden Landgraf
zu Hessen, Graf zu Katzenelnbogen
Liebe Getreue, wir haben euren Bericht wegen des Bittens unserer Untertanen zu Röddenau empfangen und was es mit ihrer Klage gegen Christ Kemmerer für eine Bewandnis hat, verstanden. Obwohl die armen Leute, die den Schaden an ihren Pferden erlitten haben, unrecht getan, daß sie trotz geschehenen Verwarnens mutwillig über das Eis gesetzt, da sie doch Brücken vor sich [gehabt], so befinden wir jedoch auch, daß beklagter Christ Kemmerer, ungeachtet des bei Strafe angelegten ernsten Gebots und Befehl unseres Landknechts, [er] den ihm gebührenden Dienst nicht selbst so bald verrichtet und dadurch solchen Unfall verursacht [hat], weswegen solche Strafe billigerweise auch von ihm erhoben und an uns eingebracht wird. Wie wir auch hiennit befohlen haben wollen, und sollet nichtsdestoweniger ihn auch anhalten, daß er den armen Leuten ihres erlittenen Schadens halber vor andern Erstattung tun helfen müsse. Und steht bei den anderen unserer Untertanen, daß sie ihnen auch etwas zu steuern und zustatten kommen. Was dann diejenigen anbelangt, welche die Bittschrift ohne Vorwissen der ganzen Gemeinde in ihrem Namen bestellt und machen Lassen, obwohl der gröflte Teil davon nichts weiß, dieselben sollet ihr gleichergestalt nach Gelegenheit in ziemliche Strafe nehmen und solche Strafe du unser Schultheiß uns künftig verrechnen. Das versehen wir uns also und sind euch mit Gnaden gewogen. Datum Marburg am 19. Januar Anno 1589."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   16.06.2006
Beleg Röddenau. Ein Dorf und seine Geschichte. Beginn 9. Jahrhundert - 2005. Festschrift zur 1200-Jahr-Feier, hrsg. vom Arbeitskreis Festschrift, Frankenberg-Röddenau 2005, S. 157 f.
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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