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Eintrag 20
Schlagworte Witterung; Preise
Ortsangaben Kurhessen; Grebendorf; Ebsdorf; Eschwege; Reichensachsen; Fulda; Ziegenhain; Ottrau; Landsburg; Röllshausen; Weißenborn; Görzhain
Zeitangabe 1.1.1824 - 30.6.1824
Quellenzeitangabe
Originaltext "Junius.

Die in den letzten Tagen des Mai's durch Nord- und Nordost-Winde gestörte druchtbare Witterung wurde durch die große mit vieler Feuchtigkeit verbundene Wärme der ersten Hälfte des Juni's wieder gut gemacht; die zweyte aber entsprach der erstern desto weniger. Sie war durchaus unfreundlich, regnerisch kühl. Es gab mitunter Schloßen, gegen das Ende Gewitter, und die Temperatur erhob sich bey Süd-West- und N. W. Winden nicht über + 14 bis 15° R.

Die Einflüsse, welche dieser im Allgemeinen angegebene Witterungsstand in der ersten Hälfte des Jahrs 1823 auf Land- und Hauswirthschaft äußerte, waren kürzlich in gedrängter Zusammenstellung folgende.

Die Bestellung der Winterfelder war im vorigen Jahre, unter Begünstigung des besten Wetters dazu, sehr gut von Statten gegangen, und das Samenkorn hatte von ausgezeichneter Güte gewählt werden können. Dieß hatte zur Folge, daß die Wintersaat herrlich auflief, und so (besonders die im Herbst sehr früh ausgesäete) der Anfangs Januar nachtheiligen Witterung Trotz bieten konnte. Der in der zweyten Hälfte dieses so äußerst strengen Wintermonats gefallene Schnee begünstigte noch vollends die kräftigste Bestaudung des Waizens und Roggens. Nur für Winterrübsamen und Klee war die wohlthätige Schneedecke zu lange ausgeblieben, daher auch beide Zweige des Pflanzenbaues fast gänzlich fehl schlugen. - Sowohl Klee als Raps- als Wintersamenstücken wurden an verschiedenen Orten von sehr thätigen Landwirthen, erstere nach aufgegangenem Froste durch kräftiges Überwalzen, und letztere, besonders da, wo sie nicht allzusehr der Kälte ausgesetzt waren, behackt (dieß namentlich von den Einwohnern der Gemeinde Grebendorf, Kreis Eschwege) und beyde Verfahrendarten brachten durch ihren guten Erfolg Vortheil. - Sie mögen daher in Fällen ähnlicher Art, vor denen uns aber der Himmel gnädig bewahren wolle! Zur Nachahmung dienen!

Sämmtliche Hausthiere befanden sich in gutem Gesundheitszustande, dahingegen verursachte Stroh- und Futter-Mangel Besorgniß für ihren Nahrungszustand, zumal, da viele Kartoffelvorräthe erfroren waren, welches besonders bey Schafen üblen Einfluß auf Wollgewinnung befürchten ließ. - Besorgte und gute Schafzüchter mußten daher mit der Futterung ihres Wollviehs den ganzen Winter hindurch sehr zu Rathe gehen, um wahrem Mangel vorzubeugen. Sie gaben entweder Häcksel, Heu und Kartoffeln (Heu und Häcksel von jedem 1 Pf. kurz geschnitten, die Kartoffeln gestoßen ebenwohl 1 Pf. Untereinander gemengt auf ein Landschaf) oder mit Grummet klein geschnittenes Waizen- oder Hafer-Stroh und laulich warmes Branntweinspülig (besonders den Mutterschafen), und kamen so glücklich und ohne Nachtheil für ihre Heerden bis zur Grünfütterung durch.

Andere haben starken Verlust an Lämmern gehabt, die wegen Futtermangel und zu frühem Austreiben stark fielen.

Auch war während der strengen Kälte nicht unbedeutender Verlust an jungen Ferken, welche, so bald sie geworfen waren, erfroren. Andern Nachtheil hat due Kälte auch dadurch gebracht, daß Kühe, welche mit erfrorenen und nicht zuvor wieder in kalten Wasser aufgethauten oder gekochten Kartoffeln gefüttert worden waren, häufig verkalbten.

Alle landwirthschaftlichen Erzeugnisse standen um diese Zeit sehr niedrig, und fast ohne Unterschied, wie zu Ende des vorigen Jahrs, viele unter dem Productionswerth, und dabey stockte, wie noch jetzt, fast gänzlich aller Verkehr mit denselben. Auf dem Ebsdörfer Pferdemarkt der Provinz Oberhessen standen 500 Pferde zum Verkauf und 80 wurden nur abgesetzt.

Nach heu, Stoh und Saatfrüchten, so wie nach jungen Schweinen war noch allein Frage, jedoch wenig Nutzen beym Verkauf dieser Gegenstände zu ziehen. Hülsenfrüchte zur Aussaat waren sehr rar, so wie der ärmere Landmann wahre Noth an Sommersaat und Brodfrüchten litt, welche ihm so viel als thunlich von denen herrschaftlichen Böden verabreicht wurden.

Feldmäuse, wo sie in den letzten Monaten des vorigen Jahrs als Landplage haußten, wurden durch Kälte und Nässe ziemlich gestört.

Die Wiesenkultur war bey dem allgemeinen Kleemangel fast überall emsiger, als je betrieben worden, und hoffen wir, daß der bemerkte gute Erfolg davon für die Zukunft dieselbe noch mehr in Aufnahme bringen wird.

Schon Mitte März fing man mit der Aussaat von Mengefrucht zur Futtergewinnung an; auch säete man Hafer zur Abhütung mit den hungrigen Lämmern. Gegen Ende des Monats wurde Hafer auf Körnerbau gesäet. Am Ausgang dieses Monats zeigte sich der früh, etwa 8 Tage nach Michaelis, in kräftigen Boden gesäete Roggen, und besonders da, wo er im Spätherbst wenig von den Mäusen heimgesucht worden war, kräftig bestaudet, üppig und grün, so daß er bey trockenem Wetter mit den Schafen behütet werden mußte.

Ebenso verhielt es sich mit dem Waizen, dahingegen der auf alten Kleeländern bestandene schlecht ausfiel. Alter Klee in feuchtem kräftigen Boden stand gut und versprach einigen Ertrag. Winterrübsamen auf Höhen, wo er mehr Schnee als in den Niederungen gehabt hat, und da, wo er gegen N. und N. O. Winde geschützt war, hauptsächlich dünn bestandener, zeigte sich gut. Der am üppigsten und dicht gestandene aber war gänzlich vom Froste vernichtet, wozu die leichtere Fäulniß der Wurzeln dieses Standes wegen viel beygetragen haben mag. Dieß giebt Winke, den Raps- und Wintersamenbau mehr durch's Pflanzen, statt der breitwüchsigen Aussaat, zu sichern.

Emsige Landwirthe haben auch dieses Frühjahr die verwinterten Stellen des Rapses, Tölpels und Winterrübsamens von den gut bestandenen mit bestem Erfolge auspflanzen lassen.

Die rauhe und trockene Witterung des Aprils benahm fast alle Hoffung - besonders auf frühe Futtergewinnung - wozu noch Ausgangs März im Felde für Menschen und Thiere Ursache genug vorhanden war; die Winterfrüchte verloren von ihrem guten Ansehen, die Wiesen blieben zurück, und der Futtermangel stieg aufs Höchste. - Rindvieh und besonders Schafe mußten ihre Zuflucht zu den Wiesen nehmen, welches denselben bey dem, durch Kälte zurückgehaltenen Graswachsthum ausnehmend schädlich war. Dadurch wurde die Emsigkeit der Landleute angespornt, sich im Brach- und Sommerfeld früher, als je zu zeigen, dieselben zur Saat und Pflanzung vorzubereiten und selbst mit bederley Arbeiten darin zu beginnen.

Viele Äcker verwinterten Waizens mußten mit sammt den verwinterten Kleeäckern umgepflügt werden; dagegen blieben in derselben Breite liegende gemergelte Waizenstücke ihres Guten Standes halber der Sichel aufbewahrt.

Die fortdauerende rauhe Witterung des Aprils hielt aber zugleich das frühzeitige Aufbrechen der Obst- und Waldbaumknospen zurück, und berechtigte zu der Hoffnung reicher Obst-Ernten und guter Waldmast.

Die fruchtbare Witterung der ersten Hälfte des Maimonats half den schwach bestandenen Winterfeldern wieder auf und vermehrte das üppigste Gedeihen der besser bestandenen. Der üppig gebliebene Wintersamen blühte schön, reich und die bey der begünstigendsten Witterung so äusserst gut hergerichteten Sommer- und Brachfelder grünten jetzt herrlich; auch der Frühlein stand gut, verlangte aber nach Regen. Ebenso der Klee unter Gerste, welcher wenig, der unter Hafer aber desto mehr Aussicht gewährte.

Gut gewässerte und gedüngte Wiesen versprachen reichliche Heuernte, schlecht bestellte sehr geringe. Im Ganzen hat sich der Klee, selbst auch bey fleißigem Gypsen, wenig erhalten, natürlich: denn wo alles Leben erstorben ist, kann auch der Gyps nichts nützen, kein neues hervorbringen. Die Hülsenfrüchte und der Hafer waren gut aufgelaufen.

Die Obstpflanzungen standen um diese Zeit gut. Pflaumen hatten etwas, Aprikosen, Pfirschen und Wallnüsse aber desto mehr gelitten. Alle Gartengewächse versprachen gute Ernte.

In einigen südlichen und fruchbaren Gegenden des Landes hatte der Roggen schon gegen den 8ten geschossen und war gegen den 21ten zum Blühen gekommen; anderwärts bemerkte man erst gegen den 29sten die ersten Blühten im Roggen. Er blühte gut ab und setzte vortrefflich an, so daß man sich eine ausgezeichnete Ernte und gute mehlreiche Körner versprechen konnte.

Nicht minder der Waitzen. Er trat gegen Ende des Monats in den Halm und blühte dann auch gut ab. Er ist nicht allenthalben gut gerathen, besonders hatte er auf kaltgründigen Thonboden und durch die Kühle und regnerische Juniwitterung gelitten, auch zeigte sich Brand in demselben.

Noch immer herrschte großer Futtermangel; auch litt der Aermere an Brotkorn Noth, was im Fuldaischen sogar aus dem Ausland hat bezogen werden müssen. Mengefrucht, auch Roggen und Hafer mußten theils den mangelnden Klee ersetzen. An vielen Orten bey geeigneter Behandlung und fruchtbarem Sandboden that dies mit großem Vortheil der Spörgel.

Der Stand der Sommer- und Brachfrüchte war im Laufe des Juni vortrefflich. Der lein und Sommerrübsamen versprachen reiche Ernten. Zu Kernobst war viel Hoffnung. Die schönen Aussichten auf ein reiches Weinjahr wurden aber schon durch das viele Regnen zur Blühtenzeit sehr getrübt. Der Hopfen wurde durch Mehlthau und Blattläuse heimgesucht und mißrieth. Die Heuernte fiel im Ganzen mittelmäßig aus; doch ging sie bey günstigem Wetter gut von Statten. - Viel Wiesengras hatte müssen grün verfuttert werden.

Die Anbauversuche mit der Kaffeewicke hatten guten Fortgang.

Die Bienen, welche sich so gut anließen, viel und frühe Schwärme versprachen, brachten erst der kalten Mainächte wegen nicht viel vor sich und wurden dann durch die Kühl regnerische Juniwitterung die ausgelaufenen Königinnen umzubringen bestimmt.

Die Schafschur war allenthalben, wenn auch der naßkalten Witterung und dem schlechten Nahrungsstand des Wollviehs wegen etwas spät, doch gut vollbracht worden, der Wollertrag war nicht unbeträchtlich, und überstieg die früher davon gehegten Erwartungen.

Der gesundheitszustand der Hausthiere zeigte sich im Ganzen genommen gut. - Im Kreise Ziegenhain, der Provinz Oberhessen, herrschte in einigen Schafheerden die Mundfäule. Auch äußerte sich hin und wieder unter den Schweinen die Bräune, welche aber in Folge der eingetretenen kühlen Witterung und des Regens in diesem Monat mit jener Krankheit bald wieder verschwand.

Unter den besondern Natur-Erscheinungen war in diesem ersten halben Jahre ein starkes Gewitter, welches mit Schloßen-Regen und Eisstücken vermischt, den Fluren von Ottrau, Kreis Ziegenhain, beträchtlichen Schaden zufügte, indem es fast das ganze Winter- und Sommerfeld zerstörte. Es stiegden 7ten Juni an der Landburg auf, zog links am Dorfe Röllshausen vorbey nach Osten, stellte sich bey der Ottrau einige Stunden fest und entlud sich daselbst unter den angegebenen Folgen. Von da zog sich das Hagelwetter nach Weißenborn und Görzhain und richtete daselbst ebenfalls, doch keinen so beträchtlichen Schaden, wie bey Ottrau an.

Die Klagen über beträchtlichen durch Wildfraß und dessen Verheerungen erzeugten Schaden in Felder und Gärten, waren groß und allgemein.

Wenn im Anfang des Jahres die Preiße der landwirthschaftlichen Erzeugnisse im Allgemeinen denen gleich blieben, welche diese am Ende des vorigen gehabt hatten, so erfolgte gegen Ablauf des 1sten und bis zur Mitte des 2ten Quartals einige Erhöhung derselben, besonders der Futtergewächse, des Strohes, der Saatfrüchte, des Mast- und Zug-Viehes, vorzüglich aber der Schweine. Dahingegen gingen dieselben gegen Ende des Halbjahres fast alle - mit Ausnahme der letztern - wieder beträchtlich herunter, so, daß fette Ochsen das Paar zu 1000 bis 1100 Pf. Nicht höher als 10 bis 12, 14 und 15 Carolins; ein Paar gutgehaltene Zugochsen zu 45 bis 48 Rthlr. Verkauft wurden. Gute, auf der Kunde stehende Geschirr-Pferde das Stück 20 bis 40 Rthlr. Eine junge Milchkuh 8 bis 14 Rthlr. Ein Kalb von 8 Tagen 1 1/2 Rthlr. Alte magere Weidehämmel in der Wolle das Paar 3 1/2 bis 4 Rthlr. Jährige Schweine 3 bis 4 Rthlr., Ferken 1 Rthlr. Auch 18 Ggr. Landwolle 3, 3 1/2 bis 4 Rthlr. Das Kleuder. Butter 7 bis 8 Pf. Für 1 Rthlr. Pottasche 10 1/4 Rthlr pr. Centner. Wintersamen 10 bis 12 Rthlr pr. Centner.

Die Branndeweinvorräthe häuften sich und wurden die 100 Maas, welche doch vor 6 bis 8 Wochen noch 28 bis 30 Rthlr. Kosteten, schon zu 19 bis 20 Rthlr verkauft.

Es war eine eigene Erfahrung, daß in diesem ersten Jahres-Abschnitt das Gypsen, womit Mehrere, unter Andern auch das sehr verdienstliche Vereinsmitglied von Eschwege zu Reichensachsen, Kreis Eschwege, bey mehreren Pflanzenbauarten, als Schotenfrüchten, (Oelgewächse mit eigeschlossen) Lein, Kraut etc. versuche anstellten, von wenig oder gar keinem Erfolg war, und verdiente die Wichtigkeit dieses Gegenstandes wohl genauer Beobachtung und Nachforschung der Ursachen.

In der Frühern trocknen Witterung scheint eine derselben zu finden zu seyn. Es kommt aber auch viel darauf an, wie man den Gyps anwendet. Wenn es bey der einen nothwendig ist, denselben auf die Blätter zu streuen, so verlangen andere Gewächsarten das Unterackern, und wieder andere das bloße Bestreuen des Bodens. Der Frühlein verlor durch das Gypsen seine Erdflöhe, die ihm schon hart zusetzten. Das Gypsen der Gartenerbsen hat sich schon von gutem Erfolge gezeigt."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   17.04.2004
Beleg Landwirtschaftliche Zeitung für Kurhessen, 2 (1824), S. 19-23.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 3306
Schlagworte Preise
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 29.9.1883
Quellenzeitangabe Michaeli
Originaltext „29. September (Michaeli) [1883]: Fruchtpreise:
Weizen 100 Kilogramm 20,00 M.
Roggen -,- 15,50 M.
Gerste -,- 16,00 M.
Hafer -,- 13,50 M.
Erbsen -,- 29,00 M.
Bohnen -,- 33,00 M.
Linsen -,- 44,00 M.
Kartoffeln -,- 5,50 M.
Stroh -,- 3,50 M.
Heu -,- 5,00 M.
Rindfleisch 0,5 Kilogramm 0,65 M.
Schweinefleisch -,- 0,65 M.
Kuhfleisch -,- 0,60 M.
Kalbfleisch -,- 0,45 M.
Hammelfleisch -,- 0,60 M.
Butter -,- 0,95 M.
Eier, das Stück 0,05 M.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   26.11.2009
Beleg Louis Demme: Nachrichten und Urkunden zur Chronik von Hersfeld, Bd. 4, zusammengestellt und bearbeitet von Dieter Handtke, Bad Hersfeld 2006, S. 69 f.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3318
Schlagworte Preise
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 29.9.1884
Quellenzeitangabe
Originaltext „29. September [1884]: Michaeli. Fruchtpreise:
100 Kilogr. Weizen 26,50 M.
[100 Kilogr.] Roggen 23.00 M.
[100 Kilogr.] Gerste 17.00 M.
[100 Kilogr.] Hafer 16.00 M.
[100 Kilogr.] Kartoffeln 4.00 M.
1 Kilogr. Rindfleisch 1,30 M.
[1 Kilogr.] Schweinefleisch 1,20 M.
[1 Kilogr.] Kalbfleisch 0,90 M.
[1 Kilogr.] Hammelfleisch 1,20 M.
[1 Kilogr.] Butter 2,00 M.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   26.11.2009
Beleg Louis Demme: Nachrichten und Urkunden zur Chronik von Hersfeld, Bd. 4, zusammengestellt und bearbeitet von Dieter Handtke, Bad Hersfeld 2006, S. 94.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3324
Schlagworte Preise
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 1.10.1885
Quellenzeitangabe Michaeli
Originaltext „1. Oktober [1885]: Michaeli – Marktpreise:
Weizen 100 Kilogramm 16,16 M.
Roggen dito 14,50 M.
Gerste dito 15.00 M.
Hafer dito 12,54 M.
Erbsen dito 22,00 M.
Weiße Bohnen dito 31.00 M.
Kartoffeln dito 4,37 M.
Stroh dito 3,00 M.
Heu dito 5.00 M.
Rindfleisch 1 Kilogramm 1,20-1,50 M.
Schweinefleisch dito 1,20 M.
Kuhfleisch dito 1,20 M.
Kalbfleisch dito 0,90 M.
Hammelfleisch dito 1,20 M.
Speck dito 1,80 M.
Butter dito 2,00 M.
Eier das Schock 2,85 M.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   26.11.2009
Beleg Louis Demme: Nachrichten und Urkunden zur Chronik von Hersfeld, Bd. 4, zusammengestellt und bearbeitet von Dieter Handtke, Bad Hersfeld 2006, S. 109.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3331
Schlagworte Preise
Ortsangaben Hersfeld
Zeitangabe 1.8.1886
Quellenzeitangabe
Originaltext „1. August [1886]: Zu Johanni standen die Preise wie folgt:
Weizen 100 Kilogramm 16,16 M.
Roggen dito 14,50 M.
Gerste dito 14,00 M.
Hafer dito 13,50 M.
Erbsen dito 24,50 M.
Bohnen dito 30,00 M.
Linsen dito 38,00 M.
Kartoffeln dito 4,00 M.
Richtstroh dito 5,00 M.
Heu dito 6,75 M.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   30.11.2009
Beleg Louis Demme: Nachrichten und Urkunden zur Chronik von Hersfeld, Bd. 4, zusammengestellt und bearbeitet von Dieter Handtke, Bad Hersfeld 2006, S. 116 f.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 3643
Schlagworte Hungersnot; Teuerung; Preise
Ortsangaben Gersfeld
Zeitangabe 1816 - 1817
Quellenzeitangabe
Originaltext „Auf die Freiheitskriege folgte wieder eine große Teuerung und Hungersnot in unserer Gegend, nämlich in den Jahren 1816/17. Die Leute gruben die Queckenwurzeln aus und dörrten sie; dann wurden sie gemahlen und aus dem Queckenmehl Brot gebacken. Manche lebten auch nur von gekochten Disteln und anderen Wald= und Wiesenkräutern. Das Malter Korn kostete damals 50, das Malter Weizen 60 Gulden; den Laib Brot bezahlte man mit 50 Kreuzern, und oftmals war selbst für vieles Geld nichts zu haben. Da die Ernte im Herbste 1817 wieder gut ausgefallen war, flaute die Not bald ab.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   03.06.2012
Beleg Abel, Adolf: Der Kreis Gersfeld nach seiner erdkundlichen und geschichtlichen Seite, Eisenach 1924, S. 135.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4032
Schlagworte Kälte, große; Teuerung; Preise; Weinjahr, gutes
Ortsangaben Neumorschen; Hessen-Kassel
Zeitangabe 1540
Quellenzeitangabe
Originaltext "1540 war durch große Kälte eine Teuerung eingetreten. 1 Viertel Korn kam auf 3 Thal., 1 Metze Erbsen 9 Alb., dagegen kostete der Wein im sehr guten Weinjahr 1540 nur 11 Hlr. für 1/2 Maß Rheinwein."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   26.09.2013
Beleg Waltari Bergmann und Heinrich Werner: Neumorschen 1259–1959. Eine Heimatgeschichte der Gemeinde Neumorschen und des Morschen-Haydauer Raumes als alten Gerichtes auf der Fulda, Neumorschen 1959, S. 218.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4417
Schlagworte Hitzewelle; Trockenheit; Missernte Sommerfrucht; Missernte Erbsen; Preise; Weinjahr, gutes
Ortsangaben Herbstein
Zeitangabe 30.4.1685 - 29.9.1685
Quellenzeitangabe
Originaltext „1685. War ein so großer Sonnenschein von Walpurgis bis Michaelis, daß die Sommerfrucht und Erbsen gänzlich verdorben und alles Gartengewegs. Es hat gekostet:
1 Maß Korn 1 ½ Taler, 1 Maß Weizen 1 ½ Taler
1 Maß Gersten 20 Albus, 1 Maß Erbsen 1 Gulden
1 Maß Haber 10 Albus, 1 Zentner Heu 3 Kopfstück
Aber ein Wein ist gewachsen, daß in vielen Jahren nicht gewesen. Bürgermeister waren Heinrich Scheubelhut, Johannes Bullar, Statschreiber Johannes Zimmermann.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   10.05.2017
Beleg Hans Reiter: Geschichtliches aus Herbstein. Unveröffentlichte Quellensammlung zur Herbsteiner Geschichte. Getipptes Manuskript.
Bearbeiter Dr. Friedhelm Röder
   
Eintrag 4449
Schlagworte Ernte, reiche; Getreidepreise, niedrige; Preise
Ortsangaben Grebendorf
Zeitangabe 1824
Quellenzeitangabe
Originaltext „Im Jahre 1824 geriethen alle Früchte sehr wohl, die Erndte war sehr segensreich, und so stand es denn dem vorstehenden Jahre 1823, von dem noch alle Fruchtböden voll von Vorräthen lagen, vollkommen gleich. Eben daher kam es denn nun auch, daß die Früchte einen äußerst billigen Preis erhielten, den nicht nur die jetzt lebenden Menschen sich so niedrig zu erinnern wußten, sondern den auch, nach öffentlichen Berichten, selbst die ältesten Rentbücher nicht einmal aufzuweisen hätten, denn es kostete das Malter Korn 2 Rth 8 ggr, Weizen 2 Rth 20 ggr, Gerste 2 Rth 12 ggr, Hafer 16 ggr und Erbsen 2 ggr. Ob nun gleich auch der Ökonom bei solchen Fruchtpreisen nicht gut bestehen konnte, so hatte er doch auf der anderen Seite jetzt auch viel mehr als sonstens, und die segende Hand des Herrn wurde so gut Reichen als Armen zutheil.“
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   27.12.2017
Beleg Helmut Stück und York-Egbert König (Bearb.): Martin Menthe (1802–1889). Aufzeichnungen aus Grebendorf, Grebendorf [2015], S. 39.
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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