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Eintrag 4024
Schlagworte Kälte, starke; Frost; Eisstand; Eisdecke, geschlossene; Fest; Schlittschulaufen; Eisgang
Ortsangaben Frankfurt; Main, Fluss
Zeitangabe 12.1680 - 18.2.1681
Quellenzeitangabe
Originaltext "Näheres erfahren wir übet diese Ereignisse aus den Aufzeichnungen eines Unbekannten über die Jahre 1672–1693, die sich früher bei den Glauburgischen Handschriften befanden. Darin heißt es, daß der Winter 1680/81 schon früh mit starker Kälte eingesetzt hat, "und ist auch der Mayn solange zublieben, daß die Leuth mit Schlittschuh und sonsten viellen Wochen trüber haben gehen können." Am Fastnachtstag [18.2.; J.E.] haben die Bender nach altem Brauch 2 Fässer auf dem Main gemacht und noch am selben Tag ist das Eis gebrochen."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   24.09.2013
Beleg Franz Lerner: Die Bender machen an Fastnacht ein Faß auf dem zugefrorenen Main. Ein Alt-Frankfurter Handwerksbrauch, in: Mit Gunst, Meister und Gesellen eines ehrbaren Handwerks. Gesammelte Beiträge zur Frankfurter Handwerksgeschichte, hrsg. von Franz Lerner, Frankfurt am Main 1987 (Schriften des Historischen Museums Frankfurt am Main; Bd. 18), S. 107–115, hier S. 108.
Bearbeiter Jochen Ebert
   
Eintrag 4561
Schlagworte Kälte; Frost; Wintervergnügungen; Schlittschulaufen
Ortsangaben Wilhelmsthal
Zeitangabe 12.1810 - 1.1811
Quellenzeitangabe Jahreswechsel 1810/11
Originaltext Katharina schilderte die im Schloss Wilhelmsthal verbrachten Feiertage in ihrem Tagebuch: "Wir sind im Moment zusammen achtzig Personen, mit dem König, meinem Bruder und mir. Wir essen um elf Uhr, mit allen Damen und meinem Bruder. Nach dem Essen spielen wir eine Stunde lang Federball, um uns aufzuwärmen, denn es ist sehr kalt. Danach ziehe ich mich zurück um zu lesen, zu schreiben oder zu arbeiten. Um fünf Uhr mache ich mich fertig, denn um sechs Uhr essen wir alle zusammen. Nach dem Essen spiele ich zwei oder drei Partien Wolf mit dem König, das Gleiche mit dem Justizminister Simeon oder dem Großstallmeister Morio. Zu Sylvester haben wir allen möglichen Unsinn getrieben, zum Beispiel einen goldenen Ring in einer Mehlschüssel suchen. Es ist fast unmöglich, den Ring mit dem Mund zu finden. Und am 1. Januar kamen alle Herren und Damen, um dem König und mir und dann meinem Bruder Glück zu wünschen. Sie waren ganz einfach in Jagdkleidung erschienen. Dann haben wir gegessen. Es war zu kalt, um spazieren zu gehen. Also haben wir Federball gespielt. Dann haben wir bis Mitternacht kleine Spiele organisiert und sind danach zu Bett gegangen."
Am folgenden Tag wurden die Vergnügungen draußen fortgesetzt: "Auf dem großen Becken vor dem Schloss fing der König an, auf dem Eis zu gleiten. Er ermunterte mich, das gleiche zu tun, aber ich hatte den Mut dazu nicht. Als der König sah, dass er mich nicht überreden konnte, ließ er im Dorf kleine Holzschlitten holen. Man fand aber nur einen etwas zu großen. Die Soldaten der Garde zogen den Schlitt en auf dem Eis, um zu prüfen, ob es tragfähig wäre. Denn der König wünschte, dass ich mich darauf setzte, falls das Eis fest war. Kaum hatten die armen Kerle zwanzig Schritte getan, brach das Eis, und zwei rutschten ins Wasser. Gott sei Dank war das Wasser nicht so tief, so dass man die Unglücklichen herausholen konnte. Ich war durch diesen
Unfall sehr erschrocken. Der König ließ diesen guten Soldaten jede Menge Schnaps geben und einige Münzen, so dass sie auf diese Weise entschädigt wurden."
Bemerkungen
Bearbeitungsstand   02.04.2020
Beleg Zitiert nach: König Lustik!? Auf den Spuren von König Jérôme in Kassel. Ein Stadtrundgang, hrsg. von Museumslandschaft Hessen Kassel und Michael Eissenhauer, Kassel 2007, S. 37
Bearbeiter Jochen Ebert
   

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